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Lebenslauf (CV)Depression

Riesige Lebenslauflücke

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Hallo Gemeinde

Ich habe ein gutes Abi gemacht, aber daraufhin 3 Jahre nur Zuhause gesessen wegen Depressionen bzw einer psychischen Störung. Ich habe gar nichts vorzuweisen.
Jetzt studiere ich Wiwi. Ich wollte eigentlich gar nicht anfangen, weil ich schon gedacht habe, dass es bei dem Studiengang keine Perspektive für mich geben wird aufgrund der großen Masse an Absolventen. Trotzdem habe ich angefangen, weil alle gesagt haben, wenn ich an einer vernünftigen Universität sehr gute Noten habe (so bei den oberen 5-10%) dann wird das schon. Ich habe es geglaubt (ich wollte es wohl einfach glauben). Bin jetzt im 5.Semester, habe das Notenziel auch immer erreicht und merke nun, dass es einfach nicht reicht. Ich habe nicht mal ein Praktikum und traue mich nicht mal Bewerbungen abzuschicken, weil ich weiß, dass so eine Lücke (auch noch aufgrund einer psychischen Störung) ein No Go ist und ich mich blamieren würde.
Jetzt stehe ich vor der Entscheidung was ich tun soll. Ich denke ich muss mich umorientieren.

Am meisten Spaß im Studium macht mir Finanzen und auch VWL. Sehr gute Noten habe ich wie gesagt überall, deswegen denke ich, dass ich auch andere Studiengänge schaffen könnte (wenn auch vielleicht nicht immer mit sehr guten Noten).
Nur in welchen Bereich kann ich mich noch umorientieren, sodass ich realistische Chancen auf eine angemessene Anstellung habe ?

Ein Studienfach zu nennen würde mir nicht helfen. Natürlich kann ich Mathematik studieren, aber dann würde ich mich auf Finanzmathematik spezialisieren und mich am Ende auf die gleichen Stellen bewerben müssen wie mit BWL/VWL, bei denen ich keine Chance mehr habe.
Ich bräuchte daher Ideen über konkrete Berufsfelder, die mir gefallen könnten und in denen wie gesagt mein Lebenslauf kein No Go ist.

Ich hoffe der ein oder andere Berater/Berufserfahrene kann mir Hilfestellung geben.

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Du solltest mit guten Noten definitiv trotz der Lücke ein Praktikum bekommen. Kann es sein, dass du dich nur bei renommierten Arbeitgebern bewirbst? Man muss halt auch realistisch sein und etwas kleinere Brötchen backen. Gerade in BWL sind die AGs richtig geil auf einen aalglatten CV, was mich aucu dazu bewogen hat, auf ein anderes Studium zu wechseln, wo es mehr auf das ankommt was man aktuell macht/anstrebt (Politik).

Du sagst dich interessieren besonders Finanzen, dann würde ich an deiner Stelle versuchen bei einem Steuerberater (nicht Big4/Next10) als Werkstudent unter zu kommen. Ich bin mir sicher, dass man dich da nimmt. Als ich noch BWL studierte bekam ich ein Praktikum im Tax trotz 2x in der Schule durchgefallen und eines vorherigem abgebrochenem Wire Studiums.

Achja ganz wichtig: Erwähne NICHT deine psychsiche Krankheit, leider ist das immer noch ein No Go in der Gesellschaft. Erfinde irgendwas, Weltreise, Pflege der Großmutter, was auch immer.

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Ich verstehe deinen Post nicht.

  1. Deine psychische Erkrankung ist natürlich ein Problem, aber da sie direkt nach dem Abi war, kann man da noch irgendwas wie einen Auflandsaufenthalt, Pflege eines Angehörigen, gescheiterte Selbstständigkeit usw.. konstruieren, aber wie fertig bist du wirklich? Bist du dem Stress überhaupt dauerhaft gewachsen?

  2. Den Rest verstehe ich auch nicht. Einmal schreibst du, dass du sehr gute Noten hast, dann wieder, dass du eben die Spitze doch nicht packst, also keine sehr guten Noten hast, was denn nun?
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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Das Problem ist nicht die Lücke, sondern deine Einstellung. Wie ich das verstehe, hast du noch nicht einmal versucht, dich zu bewerben. Bevor das nicht geschehen ist, ist die Diskussion hier völlig unnötig. Was hast du denn zu verlieren?

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WiWi Gast

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Wenn du unter den besten 10% an einer Top 5 Uni in Deutschland bist bekommst du aufjedenfall ein Praktikum. Come on!

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WiWi Gast

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Mach dir nicht so viele Gedanken. Es gibt genug, die wegen Erkrankungen auch längere Lücken im Lebenslauf haben. Da bist du nicht der Erste. Aber du musst als erstes dringend deine Einstellung ändern und nicht alles so negativ sehen.

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WiWi Gast

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Wenn dir die Studieninhalte viel Freude bereiten, dann denke doch mal über Promotion/Forschung (auch angewandt z.B. in Unternehmen oder Banken) nach. Da interessiert die Lücke nach dem Abi niemanden. Fang vielleicht erstmal an einem Lehrstuhl an und bewirb dich dann für ein Praktikum an einem Institut oder Ähnlichem

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

WiWi Gast schrieb am 12.09.2019:

Mach dir nicht so viele Gedanken. Es gibt genug, die wegen Erkrankungen auch längere Lücken im Lebenslauf haben. Da bist du nicht der Erste. Aber du musst als erstes dringend deine Einstellung ändern und nicht alles so negativ sehen.

+1

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Krass. Ich habe eine ganz ähnliche Geschichte... Hier mal wie sie ausging!

Habe nach dem Abitur 2 Jahre nichts gemacht (Studium eingeschrieben, nicht einmal erschienen, BFD abgebrochen). Ich kam an einen Punkt an dem ich gesagt habe, entweder beende mein Leben oder ich quäle mich jeden Tag bis ins unendliche und packe es einfach an. Ich war schon immer sehr ehrgeizig und auch sehr intelligent (wie du). Aber Depression ist einfach eins der schlimmsten Dinge die man haben kann, aus verschiedenen Gründen die ich hier nicht alle aufzählen will. Therapie hatte mir geholfen, mit meiner Depression umzugehen zu lernen.

Wie du habe ich dann Wiwi angefangen. Ich lernte viel, wahrscheinlich mehr als 10h pro Tag, ging regelmäßig zum Sport. Mit jedem Tag wurde ich besser, mein Wille wurde größer als meine Depression, es ging bergauf und das wiederum hat meiner geistlichen Gesundheit geholfen. Nach 2 Jahren Studium stand ich on top of the class an einer sehr guten deutschen Uni. Ich wurde zur kalten Arbeitsmaschine, allerdings hatte ich keine Zufriedenheit, weil ich kalt, einsam und verschlossen war und auf Andere arrogant oder einschüchternd wirkte, ohne es zu wollen. Da ich mich aber nach Sozialem sehnte, machte ich nochmal eine Therapie, die mir das Verhalten beibrachte gesellig zu sein und meine Sensibilität wieder zu finden. Meine Depression hatte ich so gut wie vollkommen überwunden. Die Therapie war nur dazu da, um Folgeschäden davon zu bereinigen. Warum ich überhaupt depressiv war etc etc ist eine andere Geschichte.
Nach den 2 Jahren Wiwi Studium merkte ich, wie sehr ich die Informatik und insbesondere das Programmieren liebte. Mir wurde es gestattet, zum 5. Semester ein Parallelstudium in Informatik zu beginnen. Heute mache ich einen Master in Software Engineering.

Praktikatechnisch hatte ich am Anfang die gleichen Ängste wie du, bis ich verstanden hatte, dass eine Depression zu überwinden, sich aus einem Loch wie meinem selbstständig ohne Hilfe auszugraben, eine Stärke ist, die kaum einer haben kann. Ich weiß was es heißt zu Leiden und ich weiß was Pflicht und Disziplin bedeutet. Ich habe den HR'lern immer meine Geschichte erzählt und mir wurde es fast nie als negativer Punkt angekreidet. Viele waren sogar beeindruckt.
Was ich dir zeigen will, auch wenn es nicht perfekt geschrieben ist, sondern mit dem Handy halt runtergeschrieben, ist, ist dass wenn du es schaffst, deine Depression und deine Probleme zu überwinden, stärker daraus hervorgehst als jemals zuvor. So gut wie niemand weiß, wie schwer das ist, aber wenn du das packst, dann weißt du, was du geleistet hast und du musst deine Erfahrung daraus als absolutes Alleinstellungsmerkmal sehen.

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Krass. Wir reden hier von einem psychisch kranken Menschen, der bereits Jahre wegen seiner Erkrankung aussetzen musste und bei dem es keinesfalls sicher ist, ob er sie überwunden hat oder je überwinden wird und die Ratschläge gehen hauptsächlich in die Richtung, dass er einfach ein Top-10-%-Mann werden soll, um eine große Karriere zu machen. Krass.

Wenn jemand psychisch so angeschlagen ist, dann sollte man die Eignung für so etwas hinterfragen, denn der Burnout ist schon vorprogrammiert und erzählt mir jetzt nichts von Willen oder dass er das überwunden hat. Der TE hat nicht einmal den Willen, sich zu bewerben oder irgendwas zu tun. Warum? Weil ihn die Psycho davon abhält. Überwunden ist da also gar nichts, sondern der Stress führt wieder zur Untätigkeit und der Leistungsdruck im Praktikum und im Beruf, wenn man sich nicht wie im Studium verstecken kann, sondern leisten und mit anderen Menschen agieren muss, wird fast zwangsläufig in die Katastrophe führen.

Es ist eben bei 90% nicht so, dass es aufhört, wenn ich mich einmal überwinde, doch zu Studieren oder mich zu bewerben. Das ist ein falsches Denken hier. Das ist inneres-Schweinehund-denken- Nein, der Akt ist für diese Leute etwas, was alle Kräfte kostet und die sind dann weg.

Anstatt der ewigen Standardsätze zu produzieren, sollten wir ihm ähnlich sagen, dass er sich selbst in den Mittelpunkt stellen sollte und gerade stressstarke Tätigkeiten vermeiden muss. Für den Weg, den er auf dem Papier gehen will, ist er in der Realität nicht geeignet. Er sollte daher etwas anderes machen.

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Ich selbst leide zum Glück nicht an Depressionen, jedoch ist diese Krankheit in meiner Familie verbreitet. Man kann die Depression nicht verhindern, wenn sie kommt, dann kommt sie. Bei meiner Mutter kündigt sie sich 1 bis 2 Wochen vorher schon an. Das Gute allerdings ist, dass wir wissen, dass die Depression nur vorübergehend ist. Mal dauert sie 3 Wochen, mal dauert sie 6 oder 7 Wochen. Sie bekommt Medikamente, die es aber nicht grundsätzlich verhindern. Es kann jeden treffen.

Man kann Glück haben und ein Arbeitgeber kennt diese Krankheit aus eigener, familiärer Erfahrung. Es gibt aber auch genügend Leute, die keinerlei Verständnis zeigen, ja, sich sogar darüber lustig machen. Es ist eine ernstzunehmende Krankheit, mit der man selbst du auch das Umfeld leben muss.

Die Krankheit kann dein Leben beeinträchtigen, beruflich und privat. Sie kann es aber auch zerstören. Professionelle Hilfe ist da unabdingbar.

Du kannst natürlich ein Studium beginnen, aber vielleicht wäre es ratsamer, eine Ausbildung zu machen und dann zu schauen, ob du deinen Weg mit Fort- und Weiterbildungen gehen kannst. Es bedeutet für dich weniger Stress und weniger Druck. Wenn du eine kfm. Ausbildung absolviert hast und dann deinen Betriebswirt nebenberuflich machen willst, aber scheiterst, dann hast du aber deine Ausbildung und deinen Job und stehst somit nicht mit leeren Händen da.

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

WiWi Gast schrieb am 13.09.2019:

Krass. Wir reden hier von einem psychisch kranken Menschen, der bereits Jahre wegen seiner Erkrankung aussetzen musste und bei dem es keinesfalls sicher ist, ob er sie überwunden hat oder je überwinden wird und die Ratschläge gehen hauptsächlich in die Richtung, dass er einfach ein Top-10-%-Mann werden soll, um eine große Karriere zu machen. Krass.

Wenn jemand psychisch so angeschlagen ist, dann sollte man die Eignung für so etwas hinterfragen, denn der Burnout ist schon vorprogrammiert und erzählt mir jetzt nichts von Willen oder dass er das überwunden hat. Der TE hat nicht einmal den Willen, sich zu bewerben oder irgendwas zu tun. Warum? Weil ihn die Psycho davon abhält. Überwunden ist da also gar nichts, sondern der Stress führt wieder zur Untätigkeit und der Leistungsdruck im Praktikum und im Beruf, wenn man sich nicht wie im Studium verstecken kann, sondern leisten und mit anderen Menschen agieren muss, wird fast zwangsläufig in die Katastrophe führen.

Es ist eben bei 90% nicht so, dass es aufhört, wenn ich mich einmal überwinde, doch zu Studieren oder mich zu bewerben. Das ist ein falsches Denken hier. Das ist inneres-Schweinehund-denken- Nein, der Akt ist für diese Leute etwas, was alle Kräfte kostet und die sind dann weg.

Anstatt der ewigen Standardsätze zu produzieren, sollten wir ihm ähnlich sagen, dass er sich selbst in den Mittelpunkt stellen sollte und gerade stressstarke Tätigkeiten vermeiden muss. Für den Weg, den er auf dem Papier gehen will, ist er in der Realität nicht geeignet. Er sollte daher etwas anderes machen.

Wenn man nie Depressionen hatte, ist es sehr schwer einen Rat zu geben, weil man nicht wissen kann, was Depression wirklich ist und wie es sich anfühlt. Es macht keinen Sinn für "normale" Menschen. Der einzige Weg ist der mit der Brechstange, bis es besser wird und man die Skills entwickelt damit umzugehen.
Das letzte was man machen sollte, ist das von dir beschriebene Selbsmitleid.
Du kannst keinen Rat geben. Du bist zu normal.

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Keine Schönmalerei, aber

  1. jahre sind nix. Wirklich irrelevant. Wenn du jedem von deiner Vergangenheit erzählst zeigt dass nur dass du eher die Vorwärtsrichtung einlegen solltest.
  2. Du bist sicher sehr fokussiert später bei Aufgaben, Vorteil.
  3. Wenn du Sicherheit, Sinn nicht nur in Arbeit suchst:Öd?

Locker bleiben du bist gerade auf dem Spielfeld Anpfiff schon erfolgt. Warum nicht noch ein Studium/Ausbildung dazu nach Abschluss?

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

WiWi Gast schrieb am 13.09.2019:

Ich selbst leide zum Glück nicht an Depressionen, jedoch ist diese Krankheit in meiner Familie verbreitet. Man kann die Depression nicht verhindern, wenn sie kommt, dann kommt sie. Bei meiner Mutter kündigt sie sich 1 bis 2 Wochen vorher schon an. Das Gute allerdings ist, dass wir wissen, dass die Depression nur vorübergehend ist. Mal dauert sie 3 Wochen, mal dauert sie 6 oder 7 Wochen. Sie bekommt Medikamente, die es aber nicht grundsätzlich verhindern. Es kann jeden treffen.

Man kann Glück haben und ein Arbeitgeber kennt diese Krankheit aus eigener, familiärer Erfahrung. Es gibt aber auch genügend Leute, die keinerlei Verständnis zeigen, ja, sich sogar darüber lustig machen. Es ist eine ernstzunehmende Krankheit, mit der man selbst du auch das Umfeld leben muss.

Die Krankheit kann dein Leben beeinträchtigen, beruflich und privat. Sie kann es aber auch zerstören. Professionelle Hilfe ist da unabdingbar.

Du kannst natürlich ein Studium beginnen, aber vielleicht wäre es ratsamer, eine Ausbildung zu machen und dann zu schauen, ob du deinen Weg mit Fort- und Weiterbildungen gehen kannst. Es bedeutet für dich weniger Stress und weniger Druck. Wenn du eine kfm. Ausbildung absolviert hast und dann deinen Betriebswirt nebenberuflich machen willst, aber scheiterst, dann hast du aber deine Ausbildung und deinen Job und stehst somit nicht mit leeren Händen da.

Bedenke bitte,dass es verschiedene Arten von Depression gibt.

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WiWi Gast

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Wenn man psychische Probleme hat, sollte man sich professionelle Hilfe holen. An jeder Uni gibt es eine psychologische Studienberatung. Die sind auf sowas geschult. Das bringt einem mehr als Hilfe im anonymen Forum, wo Einkommen unter 100k als Low-Performer-Einkommen gilt.

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WiWi Gast

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Jetzt mach doch erst mal das Studium zu Ende, so gut wie es geht. Dann kannst Du dich ja immer noch umorientieren, wenn es mit dem Berufseinstieg nicht so klappen sollten, was ich nicht glaube.

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

WiWi Gast schrieb am 11.09.2019:

Hallo Gemeinde

Ich habe ein gutes Abi gemacht, aber daraufhin 3 Jahre nur Zuhause gesessen wegen Depressionen bzw einer psychischen Störung. Ich habe gar nichts vorzuweisen.
Jetzt studiere ich Wiwi. Ich wollte eigentlich gar nicht anfangen, weil ich schon gedacht habe, dass es bei dem Studiengang keine Perspektive für mich geben wird aufgrund der großen Masse an Absolventen. Trotzdem habe ich angefangen, weil alle gesagt haben, wenn ich an einer vernünftigen Universität sehr gute Noten habe (so bei den oberen 5-10%) dann wird das schon. Ich habe es geglaubt (ich wollte es wohl einfach glauben). Bin jetzt im 5.Semester, habe das Notenziel auch immer erreicht und merke nun, dass es einfach nicht reicht. Ich habe nicht mal ein Praktikum und traue mich nicht mal Bewerbungen abzuschicken, weil ich weiß, dass so eine Lücke (auch noch aufgrund einer psychischen Störung) ein No Go ist und ich mich blamieren würde.
Jetzt stehe ich vor der Entscheidung was ich tun soll. Ich denke ich muss mich umorientieren.

Am meisten Spaß im Studium macht mir Finanzen und auch VWL. Sehr gute Noten habe ich wie gesagt überall, deswegen denke ich, dass ich auch andere Studiengänge schaffen könnte (wenn auch vielleicht nicht immer mit sehr guten Noten).
Nur in welchen Bereich kann ich mich noch umorientieren, sodass ich realistische Chancen auf eine angemessene Anstellung habe ?

Ein Studienfach zu nennen würde mir nicht helfen. Natürlich kann ich Mathematik studieren, aber dann würde ich mich auf Finanzmathematik spezialisieren und mich am Ende auf die gleichen Stellen bewerben müssen wie mit BWL/VWL, bei denen ich keine Chance mehr habe.
Ich bräuchte daher Ideen über konkrete Berufsfelder, die mir gefallen könnten und in denen wie gesagt mein Lebenslauf kein No Go ist.

Ich hoffe der ein oder andere Berater/Berufserfahrene kann mir Hilfestellung geben.

Was machst du denn jetzt? Ich bin nämlich in der genau gleichen Situation und könnte aufmunternde Worte gut gebrauchen. :(

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Versuchen Dinge auch positiv zu sehen. Möglichkeiten:

  1. Sich eine Ausrede wie längerer Auslandsaufenthalt oder Pflege eines Verwanden einfallen lassen.
  2. oder zwar sagen, dass man länger krank war, aber halt keine konkreten Angaben darüber machen, was es genau war. Niemand ist gezwungen seine Krankengeschichte offen zu legen.
  3. Auch wenn jemand keine Lücke im CV hat, muss das im CV nicht auffallen. Man ist nicht gezwungen jeden Job im CV anzugeben. Bei mir steht auch nicht alles drinn.
  4. Aus jeder negativen Erfahrung kann man auch was positives Mitnehmen. Welche positiven Eigenschaften hast du aus deiner Erfahrung mit genommen, die dich von anderen abheben? Und das dann entsprechend verkaufen.
  5. Grundsätzlich: Erster Schritt: Versuchen Dinge positiv zu sehen. Wer Dinge selbst negativ sieht, strahlt das auch nach außen aus, und hinterlässt allein dadurch bereits einen schlechteren Eindruck. Vermarktung der eigenen Person ist das A und O. Wirst du im Berufsleben immer wieder merken. Zwei Personen, gleiche Skills, der eine macht top karriere, der andere bekommt keinen Fuß in die Tür, weil der eine sich gut verkaufen kann, der andere nicht.
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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Also ich hatte selbst mal ne schwere Zeit. Und hab das dann mit "Aufpolieren von Excel, Bewerbungstrainings, GMAT, etc." immer umschrieben.

Bei drei Jahren bin ich aber echt überfragt, Irgendwas wirst du ja gemacht haben. Und wenn es Hobbytechnisch war war.

Zugeben ne Krankheit gehabt zu haben, sollte der letzte Weg sein. Wenn der Chef nicht 110% im Sattel sitzt, wird der einen Teufel tun, jmd. mit Vorerkrankung einzustellen. Egal, wie gut der ist. Da ist vielen Chefs die Gefahr zu groß, dass das nochmal eintritt.

Bei drei Jahren würde ich mir tatsächlich irgendwas mit Verwandten überlegen. Oma gepflegt, die dann jetzt verstorben ist. What ever. Auslandsaufenthalt sehe ich kritisch. Wenn da nachgefragt wird und du kommst ins Trudeln, war es das.

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Ganz ernstgemeinter Rat: Ich hatte nach dem Abi ein Studium aufgenommen, das ich wegen einer Krebserkrankung abbrechen musste. Mich hat die Chemo (war ein Lymphom) so aus den Schuhen gehauen, dass ich zwei Jahre gar nichts tun konnte, so dass ich am Ende ebenfalls eine dreijährige Lücke im Lebenslauf hatte.

Wenn mich jemand fragt, was da los war, sage ich, dass ich "krank" war. Damit ist das Thema erledigt. Genauer wird da auch bei dir niemand nachfragen, weil jeder weiß, dass Gesundheit ein sehr persönliches Thema ist. Das geht niemanden etwas an, Punkt.

Arbeitgeber, die mir nicht einmal die Möglichkeit geben, das kurz zu erklären, können mich mal. Für jemanden, der sich denkt, "der war einmal krank, der wird es bestimmt wieder", will ich auch nicht arbeiten.

Bei dir sehe ich eher, dass sich die Charakteristik deiner psychischen Krankheit (inkl. der Selbstzweifel) bis heute fortsetzen. Ich bin kein Arzt oder Psychologe, aber es kommt mir zumindest so vor.

Ich kann aber nur strikt davon abraten, irgendwas zu erfinden. Das kommt immer raus, bei der kleinsten Nachfrage.

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

WiWi Gast schrieb am 12.09.2019:

Wenn du unter den besten 10% an einer Top 5 Uni in Deutschland bist bekommst du aufjedenfall ein Praktikum. Come on!

Bullshit. Das bekommt man viel, viel einfacher. Es ist nur eine Frage der Auswahl.

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Hier ein echt hilfreicher Beitrag von einem Menschen, der fast genau in der selben Situation war:

  1. Klasse wiederholt
    Vor Abi 2 Jahre nichts
    Nach Abi 2 Jahre nichts

Nichts heißt hier = ki*fen und gras verkaufen, also nichts was man “positiv” einbringen kann.

Heute:
M.Sc. Wi-Ing Universität mit < 1,5
5 Jahre BE und knapp 100k

Erfolgsfaktoren:
Gas geben und sich verkaufen

Habe erst über Studienprojekt mit DAX 30 Manager Kontakt gehabt und mich “gut verkauft” um eine Werkstudentenstelle you bekommen. Mit den Erfahrungen dann zu einer Big 4 und dort schließlich nach Master eingestiegen. 3 Jahre performt und aufgestiegen und dann raus in Konzern zurück. Dort seit 2 Jahren kurz vor Sprung.

Meine ersten CVs hab ich krass geschönt. Hab mir Fake-Praktika aus dem Ausland über Kontakt bescheinigen lassen und vor allem, die Tätigkeiten vor Studium optimal dargestellt. Hatte nicht nur geki*ft sondern auch mal gejobbt. Aus Putzkraft wurde dann Service Manager, aus Call-Center Mitarbeiter wurde dann Freiberufler in der Markt- und Meinungsforschung (Face2Face- Interviewer usw.) Lebenslauf muss einfach professionell und gut / interessant aussehen. Habe auch einen Punkt sein gehabt zur beruflichen Umorientierung. Nicht alles auf einmal aber je nach Stelle dann das drin, wo man irgendwie skills für den Job ableiten kann ( idealerweise im Anschreiben dann referenzieren). Habe auch oft direkt Kontakt vorab mit den personaler aufgenommen und so einen Draht aufgebaut bevor ich die Bewerbung dann persönlich mit Bezug auf das freundliche Telefonat abgesendet habe. Ich habe dadurch 3 Blue Chips im CV gehabt und eine gute Basis (in Kombi mit den sehr guten Noten) für den Berufseinstieg. Gut, hat dann „nur“ für Big 4 gereicht, aber dann kamen auch Kinder und ich hatte ein Angebot direkt vor der Nase ohne mich großartig bewerben zu müssen. Einstieg mit knapp 30 und 50k Allin heute 35 fast verdoppelt - hinsichtlich der Ausgangslage und der 4+ Jahre „vergeudeten“ Zeit ganz ok

Fazit:
Gib Gas und lass dich nicht unterkriegen

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WiWi Gast

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Ich würde mich bei einer geeigneten Beratungsstelle (z.B. Berufsinformationszentrum) beraten lassen, wie du das Thema am besten managen kannst. Die können sich die Details besser anschauen, als das Forum hier. Einfach mal nach einem Berufsinformationszentrum googeln, die freuen sich dir zu helfen ;)

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Hast du neben dem Studium etwas gemacht, womit du die 1 Seite Lebenslauf auffüllen kannst (Tutor, HiWi, soziales Engagement, Auslandsaufenthalt etc.)? Wenn ja, musst du doch das Abitur gar nicht im Lebenslauf erwähnen (habe ich damals ab dem 4. Semester auch nicht mehr gemacht). Notfalls Schriftgröße mind. 12. Problem gelöst…

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WiWi Gast

Riesige Lebenslauflücke

Lass dir einen Job von einem befreundeten Unternehmer durch ein Arbeitszeugnis bestätigen und sag du hast dich parallel um einen nahen Angehörigen gekümmert und warst dadurch in deiner Wahl für die Zeit sehr stark eingeschränkt.

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