DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Promotion, PHD & DBAPlagiate

Deutscher Hochschulverband empört über Verharmlosung von Plagiaten

Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes Professor Dr. Bernhard Kempen hält das Plagiieren für kein Bagatelldelikt. "Wissenschaft sei die Suche nach Wahrheit und kein Sandkasten", betonte Kempen und zeigte sich empört über die Verharmlosung von Plagiaten in den gegenwärtigen Diskussionen.

In großen blauen Leuchtbuchstaben über einem Lande das Wort KOPIE.

Deutscher Hochschulverband empört über Verharmlosung von Plagiaten
Bonn, 28.02.2011 (dhv) - "Der Deutsche Hochschulverband nimmt mit Befremden, teils auch mit Erschrecken die Einschätzungen und Äußerungen aus Teilen der Politik und der veröffentlichen Meinung in der gegenwärtigen Diskussion über Plagiate zur Kenntnis", erklärte der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), Professor Dr. Bernhard Kempen. "Wissenschaft ist die Suche nach Wahrheit. Sie lebt von Originalität und Eigenständigkeit. Der redliche Umgang mit Daten, Fakten und geistigem Eigentum macht die Wissenschaft erst zu Wissenschaft. Plagiate erschüttern daher die Glaubwürdigkeit von Wissenschaft."

Plagiieren sei kein Bagatelldelikt. "Die Marginalisierung schwersten wissenschaftlichen Fehlverhaltens durch höchste Repräsentanten unseres Staates ist empörend", erklärte Kempen. "Es ist unerträglich, wie die Bedeutung der Wissenschaft und ihrer ehernen Gesetze politisch kleingeredet wird. Die im DHV vereinten 26.000 Wissenschaftlerinnen und Wissen-schaftler protestieren nachdrücklich gegen diese Respektlosigkeit. Wissenschaft ist kein Sandkasten, sondern ein elementar wichtiger Teil unserer Gesellschaft."

In der gegenwärtigen Diskussion gelte es, Balance zu halten. "Auf der einen Seite dürfen wir Wissenschaft nicht automatisch unter den Generalverdacht der Fälschung stellen. Auf der anderen Seite muss die Wissenschaft konsequent gegen Betrugsfälle vorgehen und immer wieder prüfen, ob sie alles tut, um Plagiatoren auf die Schliche zu kommen", betonte Kempen.

Im digitalen Zeitalter werde es immer leichter und verführerischer, fremdes Gedankengut per "Copy und Paste"-Befehl in eigene Arbeiten einzufügen und als eigene geistige Leistung auszugeben. "Ein hohes Entdeckungsrisiko und klar kommunizierte Sanktionsdrohungen sind der wirksamste Schutz vor wissenschaftlichem Fehlverhalten", so der DHV-Präsident. Daher sollten die Hochschulen in ihren Prüfungsordnungen festschreiben, dass Arbeiten auch in digitaler Form abzugeben seien, damit Texte besser und schneller mittels sogenannter "Plagiats-Software" auf Übereinstimmungen mit fremden Texten abgeglichen werden können. Dies gelte auch für Promotionen. In den Prüfungsordnungen sollte zudem festgelegt werden, dass mit der Abgabe von Seminar- und Abschlussarbeiten eine eidesstattliche Erklärung abzugeben sei, nach der die vorgelegte Arbeit selbständig und ohne Hilfeleistung Dritter angefertigt worden sei.

Kempen nahm aber auch die Hochschullehrer in die Pflicht. Es sei die Aufgabe jedes Hochschullehrers, verstärkt auf Plagiate von Kollegen, Mitarbeitern und Studierenden zu achten. "Wegsehen" sei falsch verstandene Kollegialität und selbst ein wissenschaftliches Fehlverhalten. Zu den Kernaufgaben der Hochschullehrer gehöre, Studierende in die Kultur wissenschaftlichen Arbeitens einzuführen. "Die Erläuterung wissenschaftlicher Grundregeln muss zwingend  Lehrstoff im ersten Semester werden", hob Kempen hervor. Ein Verhaltenskodex mit Darstellung der Konsequenzen bei Verstoß sei Studierenden mit der Immatrikulation zu überreichen.

Im Forum zu Plagiate

4 Kommentare

Bachelorarbeit mit nahem Thema gefunden - Plagiat?

WiWi Gast

Hi zusammen, ich sitze derzeit an meiner Bachelorarbeit und habe eine andere veröffentlichte Bachelorarbeit gefunden, die sehr nahe an meinem Thema dran ist. Dazu nun zwei Fragen: 1. Nun sind Bachel ...

8 Kommentare

Plagiat ja oder nein?

WiWi Gast

Hallo, ich habe eine Diplomarbeit geschrieben. Im Internet gibt es ein Dokument, dass auf die gleiche Datenbasis zugreift und ähnliche Abbildungen vorweist. Zudem habe ich in einem Kapitel die GLEICH ...

5 Kommentare

Plagiatssoftware

WiWi Gast

Hallo, ich schreibe meine Abschlussarbeit und suche ein Tool wo ich prüfen kann ob manche Stellen meiner Arbeit noch überarbeitet werden müssen. Ich versuche alles mit meinen eigenen Worten zu fassen ...

4 Kommentare

Promotion nach Master

WiWi Gast

Hallo, ich habe meinen Bachelor-Abschluss mit 180 ECTS und möchte nun einen M.Sc. anhängen, allerdings im Ausland, wo er nur 9-12 Monate dauert und 60 ECTS umfasst. Ist es möglich mit insgesamt 240 ...

4 Kommentare

Welches Gesicht ist attraktiver?

CarstenHH

Hallo liebe Wiwis, ich brauche Eure Hilfe. Für meine Doktorarbeit an der Universität Hamburg führe ich eine Umfrage zum Thema "Attraktivitätsforschung" durch - dazu brauche ich Eure Unterstützung. ...

2 Kommentare

Themenvorschläge Dissertation Steuerrecht und VWL

WiWi Gast

Hallo, ich bin am Überlegen, eine Dissertation zu schreiben. Hierbei würde ich gerne VWL mit Steuerrecht verbinden. Hat jemand hierzu gute Themenvorschläge?

1 Kommentare

Doktorarbeit Empirische Untersuchung: Lieber 2 Experimente 2x2 oder 1 Experiment 2x2x2

WiWi Gast

Guten Tag, für eine Erhebung für meine Doktorarbeit habe ich eine Untersuchung geplant. Ich möchte insgesamt 3 Variablen testen, aber mir geht es eigentlich hauptsächlich um die Interaktion V1-V2 und ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Plagiate

Weiteres zum Thema Promotion, PHD & DBA

Die Graduation Cap mit Weltkarte im Hintergrund

Forschungsstudium - Master of Business Research

Der Studiengang “Betriebswirtschaftliche Forschung” (MBR - Master of Business Research) ist ein postgraduales Studium an der Fakultät für Betriebswirtschaft der Ludwig-Maximilans-Universität München (LMU). Es ist kein MBA Programm. Dieses viersemestrige Studium zielt darauf ab, Studierende mit der methodologischen Basis für hochqualitative betriebswirtschaftliche Forschung auszustatten. Das »Business Research« Postgraduiertenstudium soll dazu befähigen, in der betriebswirtschaftlich orientierten Forschung innerhalb und außerhalb der Hochschulen tätig zu sein. Der Master of Business Research (MBR) dient Doktoranden an der LMU zur Vorbereitung von Dissertationen.

Deutscher Studienpreis 2016

Deutscher Studienpreis 2016 für Dissertationen

Mit dem Deutschen Studienpreis zeichnet die Körber-Stiftung exzellente junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachrichtungen aus, deren Forschung sich durch einen hohen gesellschaftlichen Nutzen auszeichnet. Der Deutsche Studienpreis ist eine der höchstdotierten Auszeichnungen für Nachwuchswissenschaftler in Deutschland. Vergeben werden Preise im Gesamtwert von über 100.000 Euro, darunter drei Spitzenpreise mit jeweils 25.000 Euro. Einsendeschluss ist der 1. März 2016.

Silberne Damenschuhe.

Immer mehr Frauen promovieren

Die enormen bildungs- und forschungspolitischen Anstrengungen von Bund und Ländern zahlen sich aus. Der Anteil der Hochqualifizierten an der deutschen Bevölkerung ist seit 2001 deutlich angestiegen: von 10,5 Prozent auf 13,2 Prozent in 2011. Insbesondere Frauen nutzen vermehrt ihre Bildungschancen. Dies zeigt sich auch auf der Ebene der Promotionen.

Beliebtes zum Thema Karriere

Bain-Studie-2015 Managementtechniken Unternehmenserfolg

Moderne Managementtechniken sichern Unternehmenserfolg

Die aktuellen Managementtechniken sind meist langfristige Wachstumsstrategien. In Deutschland sind Kundenmanagement, Outsourcing und Benchmarking die meistgenutzten Managementinstrumente. Neue Werkzeuge wie Big-Data-Analyse oder die digitale Transformation werden von deutschen Managern seltener als in anderen Ländern eingesetzt. Eine wachsende Komplexität, Cyber-Attacken und die abnehmende Kundenloyalität sind weltweit große Herausforderungen.

Frau, Boss, Chefin, Führungskraft, Managerinnen,

Führungskräfte-Monitor 2017: Mehr Managerinnen jedoch mit Gehaltsnachteil

Der Frauenanteil unter den Führungskräften ist in den Jahren von 1995 bis 2015 um rund zehn Prozentpunkte auf etwa 30 Prozent gestiegen. Aktuell nimmt der Frauenanteil bei den Führungskräften allerdings nur noch langsam zu. Der Gehaltsnachteil von Managerinnen beträgt durchschnittlich 23 Prozent, so der „Führungskräfte-Monitor 2017“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

New-York, Freiheitsstatur,

CEO Challenge 2017: Die Sorgen der Chefs

Die unsichere politische Lage rund um den Globus ist aus Sicht deutscher Unternehmen derzeit die größte Herausforderung. Das geht aus einer gemeinsamen Umfrage von IW Consult und The Conference Board hervor. Sorgen vor einer globalen Rezession sind bei hiesigen Managern dagegen weniger verbreitet als in anderen Ländern.

Eltern mit zwei Kindern auf den Schultern am Strand. Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Mehr Müttern und Vätern gelingt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Voraussetzungen für erwerbstätige Mütter haben sich in Deutschland verbessert. Aus der OECD-Studie „Dare to Share“ zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf geht hervor: 70 Prozent der Mütter sind erwerbstätig, davon arbeiteten mit 39 Prozent überdurchschnittlich viele Mütter in Deutschland in Teilzeit. Die hohe Teilzeitquote bei Müttern zeigt jedoch, dass eine wirklich ausgeglichene Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit innerhalb von Familien noch nicht die Regel ist.

Markus Thomas Münter

Professor des Jahres 2016: Volkswirt Markus Thomas Münter siegt in Wirtschaftswissenschaften

Prof. Dr. Markus Thomas Münter von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes gewinnt im Rennen um den Titel "Professor des Jahres 2016" in den Wirtschaftswissenschaften. Auf den 2. Platz wurde Prof. Dr. Marcus Labbé von der Hochschule Augsburg gewählt. Platz drei belegt die Professorin für Allgemeine Betriebswirtschafslehre Michaela Hönig von der Hochschule Frankfurt.

Feedback +/-

Feedback