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Depressionen & Ängste im Masterstudium

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WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Hallo!

Es kostet mich sehr viel Mut diesen Schritt hier zu gehen, aber ich fühle mich soweit, dass ich mir nicht mehr selber helfen kann. Ich studiere im Masterstudium VWL an einer großen Universität in Nordrhein-Westfalen. Ich habe meinen Bachelor an der Uni Köln gemacht und habe diesen damals teilweise recht solide geschafft. Gerade in den ersten Semestern meines Studiums, fiel mir die Uni noch sehr sehr leicht. Ich hatte nie Ängste und konnte auch Prüfungsphasen gut überlegen. Teilweise war es sogar so, dass ich in Prüfungen auf Lücke gelernt habe oder den Tag oder Abend davor nciht mehr gelernt hab, weil ich schlicht keinen Bock mehr hatte. Am nächsten Tag als ich dann in die Prüfung ging, und da war eine Aufgabe, die ich nicht konnte oder vorbereitet hatte, dachte ich einfach egal. Zum Ende meines Bachelorstudiums wurde es allerdings dann auch etwas heigelik und ich bekam immer wieder mit Panikattacken zu kämpfen. Besonders in den Prüfungsphasen plagte mich damals erste größer werdende Prüfungsängste. Ich konnte keine Prüfungen mehr schreiben, wenn ich nicht perfekt vorbereitet war.

Allerdings verhalf mir hier sehr die Prüfungsordung der Uni Köln. Denn hier gab es etwa nicht die "Drei-Versuche-Regelung", sondern ein sogenanntes Maluspunkte konnte. Für jede nicht bestandene Prüfung gab es entsprechend der Leistungspunkte, wenn man durchgefallen ist, Maluspunkte. Also beispielweise, für eine durchgefallene Prüfung mit 5 ECTS, gab es 5Maluspunkte dann. Erst ab 41 Maluspunkten wurde man zwang exmartrikuliert. Da ich bis zu meinen letzten Semestern an der Uni Köln nie durchgefallen war, hatte ich am Schluss praktisch für die letzten Prüfungen mehr als 8 Versuche. Dann ging es, weil ich wusste, wenn ich nicht bestehe, dann habe ich noch 7 weitere Versuche. Ich bin dann im gesamten Bachelor nur durch eine Prüfung gefallen.

Nachdem VWL Bachelor an der Uni Köln ging es jedoch erst richtig los. Meine Depressionen wurden wieder mehr und ich fühlte mich erstmal hilflos. Denn mir wurde irgendwie schnell klar, dass gerade ein VWL-Bachelor -wenn überhaupt- nur die Halbemiete ist und man einen Master gerade in dem Fach schon braucht. Ich habe mich dann dafür entschieden vorerst ein Jahr zu arbeiten. Ich wollte bzw. will unbedingt in der Entwicklungszusammenarbeit arbeiten. Auf das große Geld bin ich bis heute nicht aus, möchte aber mit meiner späteren Tätigkeit etwas bewegen. So habe ich ein Jahr lang in einer politischen Stiftung in der internationalen Zusammenarbeit gearbeitet als Praktikant.
Nach diesem einen Jahr in der politischen Stiftung, habe ich dann den Schritt gewagt mich für den Master einzuschreiben, jedoch hatte ich schon bei dem Durchgehen des Studienverlaufs
damals Furcht in meinen Gedanken wie ich das alles schaffen soll.

Schon in den ersten Vorlesungen ging es mir immer wieder schlecht und ich hatte ab und zu Abende, an denen ich mit Angstzuständen zu Hause saß. Man schiebt jedoch die ganzen Sachen dann weit weg von sich und probiert es zu unterdrücken. Im ersten Semester im Master, ist eigentlich laut Studienplan vorgesehen, dass man 3 Pflichtkurse absolviert. Ich habe aber im ersten Semester lediglich einen Pflichtkurs geschafft. Von den beiden weiteren Prüfungen hatte ich mich abgemeldet. Der Grund war die Angst des Nichtbestehens, die Angst davor später nicht in der Entwicklungszusammenarbeit tätig werden zu können. Diese eine Pflichtprüfung, die ich geschrieben habe, habe ich nur mit großen Qualen fertig gebracht. Während der Vorbereitungszeit dafür, habe ich in Lernpausen immer wieder geweint. Ich hatte Panikattacken, wenn ich etwas nicht gleich verstanden habe. Ich musste abends vor dem Schlafen gehen erstmal was trinken und am abschalten zu könnnen. MIt großen Qualen, habe ich dann doch irgendwie die Prüfung gut bestanden. Danach fiel ich immer erstmal in ein großes Loch. So als ob ich 3 Wochen lang von dem Tod davon gelaufen bin und jetzt in einer Höhle erstmal zu mir kommen kann. Das dauerte dann meistens 2 Wochen bis ich wieder entspannt war.

Im darauffolgenden Sommersemester war mir klar. Du hast große Ängst und kannst zur Zeit keine Prüfungen schreiben. Dann war die Frage, wie ich trotzdem erstmal weiterkomme. Ich habe mich dann dafür entschieden nur Module zu wählen, die als eine Art Seminare angeboten wurden. Also Kurse mit Hausarbeiten, Vorträgen, Präsentationen. Dies geling mir immer ganz gut. Weil ich wusste, dass ich mich zu Hause gut vorbereiten kann und nicht mich einer Prüfungssituation stellen muss bei der vielleicht eine Aufgabe dran kommt die ich dann gar nicht lösen kann.

Im dritten Semester traute ich mich wieder an eine Pflichtprüfung. Hier lernte ich Tag und Nacht. Weinte, lernte wieder. Bekam eine Panikattacke und lernte wieder. An dem Vorabend der Prüfung war ich so nervös dass ich eine ganze Flasche Wein getrunken hatte. Am nächsten morgen war ich dann noch total betrunken. Ich schrieb die Prüfung trotzdem und habe sie irgendwie gut bestanden. Nach der Prüfung wusste ich nicht mehr, was ich in der Prüfung überhaupt gemacht habe. Das war wie ein Rausch. Das war ein grausames Erlebnis. In den nächsten Semestern wählte ich wieder nur Seminare und die verliefen alle gut. Allerdings litt ich auch hier phasenweise an Depressionen. Nun ist es so, dass ich 82 ects im Master gesammelt habe. Der Schnitt ist inordnung. Ich habe eine 2,0. Ich muss nur noch eine Masterarbeit schreiben, aber eigentlich auch noch 2 Pflichtprüfungen.

Vor 3 Wochen wollte ich erneut eine Pflichtprüfung schreiben. Diesmal war der Druck, meine Panik aber so groß, dass ich mich eine Woche vor der Prüfung abgemeldet habe. Es ging nicht. Ich habe jeden Tag geweint und geweint. Ich komme mit dem Druck nicht zurecht, dass man nur 3 Versuche hat und wenn man diese nicht schafft, der Traum vom Master zu Ende ist.
Anders als sonst, habe ich aber nun für mich entschieden, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Ich wollte eigentlich versuchen meine Arschbacken zusammen zu kneifen und mit diesen Ängsten durchzuziehen. Ich habe für mich erkannt, dass ich mir Hilfe suchen muss. Ich habe mich in meiner Familie komplett geoutet und auch in meinem engsten Freundeskreis. Ich bin den Schritt zum Psychater gegangen. Nach 2-3 Sitzungen hat er diagnostiziert, dass ich wohl sehr lange schon an Depressionen leide. Ich nehme nun Medikamente dagegen. Nach dem Schritt von der Prüfung mich abzumelden, bin ich jetzt in ein riesen großes Loch gefallen. Ich habe noch größere Versagensängste als vorher. Ich kann nicht mehr schlafen und weiß gar nicht mehr wohin mit mir. Man sagte mir, es sei vielleicht der beste Weg in eine Verhaltenstherapie zu gehen. Ich probiere nun seit 2 Wochen einen Platz hierfür zu bekommen. Aber Therapeuten sind regelrecht ausgebucht, wie ich bitter feststellen musste.

Ich habe sogar den Schritt gewagt mich an der Universität bei dem Professor zu outen, der die Prüfung stellt, die ich noch vor mir hab. Er ist super nett und hat mir angeboten kommende Woche bei ihm in die Sprechstunde zu kommen. Dann besprechen wir meine Probleme. Er deutete auch an, dass man eventuell für mich eine "alternative Lösung" finden kann. Ich habe mich dann erkundigt in der Prüfungsordnung und eine Art "Nachteilsausgleich" gefunden, der für Menschen mit Behinderung und seelischen Störungen in Anspruch genommen werden kann. Der Professor meinte auch, ich könnte mich hierzu mal im Prüfungsamt melden.

Ich dachte hier daran, dass man meine Prüfungssituation mir erleichtern könnte. Das ich vielleicht die letzte schriftliche Prüfung in eine mündliche Prüfung umwandeln könnte und mit dem Professor als Vertrauensperson die Prüfung ablegen könnte, um mir die Prürungssituation zu erleichtern.
In meiner Verzweilfung habe ich auch an einem ganz düsteren Tag im Sekretariat in der Uni angerufen und mich danach erkundigt. Hier wurde mir allerdings überhaupt gar kein Verständnis aufgezeigt. Ich wurde eher "als Laster" aufgefasst. Mir wurde eigentlich nur gesagt, dass dieser Nachteilsausgleich nur für Studierende da ist, die behindert sind. Ich hätte ein wenig Prüfungsängste und soll einfach mal ein Coaching machen. Damit wurde ich abserviert.

An meiner Universität machen mich die 3 Prüfungsversuche komplett fertig. Ich wünschte ich könnte irgendwo studieren, wo die PO etwas gelockert ist. Oder man auch durch mündliche Mitarbeit oder schulmässig auch sich behaupten kann und nicht der ganze Druck auf dieser einen Prüfung zum Semester ende liegt.
Ich sitze nun jeden Tag zu Hause und denke wie es weiter geht. Ich habe kommende Woche erstmal das Gespräch mit dem Professor. Ich habe auch überlegt mit der Beauftragten für die Nachteilsausgleiche an meiner Uni einen Termin zu machen, um mich hier erneut zu erkundigen. Aber wenn ich ehrlich bin, würde ich mich mit keinen Verantworlichen in der Uni über soetwas streiten wollen. Wenn man diese Regelung nicht gewähren kann, dann ist es so.

Ich bin am überlegen mir eine neue Uni zu suchen, in der es nicht diese 3 Prüfungen Regelung gibt, um mir da den Wind aus den Segeln zu ziehen und wenigstens etwas an Depression und Ängsten zu verlieren. Kennt jemand Unis, die andere Prüfungsordnungen haben? Vielleicht im Master mehr schulisch und nicht so anonym aufgebaut sind? Hat jemand mit Depressionen Erfahrungen und weiß wie man an einen Therapeuten kommt?

Die abgemeldete Prüfung könnte ich höchstens im Sommer erneut schreiben. Heißt im August. Das ist auch sehr schade an der Prüfungsordnung in der ich studiere. Ist man einmal nicht bereit für die Prüfung gewesen, so muss man 6 Monate warten.

Ich freue mich über jeden Ratschlag

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Ich würde dir empfehlen berufsbegleitend den Master zu machen. So ist der Druck weg, wenn es nicht klappt. An der FOM und Co hast du zudem in engeren Intervallen die Möglichkeit Prüfungen zu verschieben und Klausuren werden häufiger angeboten. Warum du zu viel Angst vor den 3 Versuchen hast, verstehe ich nicht, da du anscheinend noch nicht mal in die Nähe von denen gekommen bist.

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Wie hast Du das Bachelorstudium abgeschlossen? Hast Du schon versucht, Dich mit Deinem Bachelor bei den von Dir als Arbeitgeber präferierten Institutionen, Behörden und Organisationen zu bewerben?

Dein Fehler ist meiner Meinung nach, daß Du persönlichen Erfolg und Lebensglück über das Bestehen Deines Masterstudiums definierst, was Dir ersichtlich keine Freude mehr bereitet.

Ich würde das Studium abbrechen, eine Tätigkeit in dem von Dir gewünschten Bereich aufnehmen und versuchen, dort Karriere zu machen.

Ich wünsche Dir Erfolg bei allem, was Du tust.

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Eigentlich sollte der Psychiater in der Lage sein Dir zu helfen. Aber so wie sich das anhört, ist das Uni-Studium nicht Dein Fall. Der Ausweg könnte eine Fachhochschule sein. Das würdest Du ganz sicher schaffen. Also irgend etwas mit BWL?

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Hallo!

Es kostet mich sehr viel Mut diesen Schritt hier zu gehen, aber ich fühle mich soweit, dass ich mir nicht mehr selber helfen kann. Ich studiere im Masterstudium VWL an einer großen Universität in Nordrhein-Westfalen. Ich habe meinen Bachelor an der Uni Köln gemacht und habe diesen damals teilweise recht solide geschafft. Gerade in den ersten Semestern meines Studiums, fiel mir die Uni noch sehr sehr leicht. Ich hatte nie Ängste und konnte auch Prüfungsphasen gut überlegen. Teilweise war es sogar so, dass ich in Prüfungen auf Lücke gelernt habe oder den Tag oder Abend davor nciht mehr gelernt hab, weil ich schlicht keinen Bock mehr hatte. Am nächsten Tag als ich dann in die Prüfung ging, und da war eine Aufgabe, die ich nicht konnte oder vorbereitet hatte, dachte ich einfach egal. Zum Ende meines Bachelorstudiums wurde es allerdings dann auch etwas heigelik und ich bekam immer wieder mit Panikattacken zu kämpfen. Besonders in den Prüfungsphasen plagte mich damals erste größer werdende Prüfungsängste. Ich konnte keine Prüfungen mehr schreiben, wenn ich nicht perfekt vorbereitet war.

Allerdings verhalf mir hier sehr die Prüfungsordung der Uni Köln. Denn hier gab es etwa nicht die "Drei-Versuche-Regelung", sondern ein sogenanntes Maluspunkte konnte. Für jede nicht bestandene Prüfung gab es entsprechend der Leistungspunkte, wenn man durchgefallen ist, Maluspunkte. Also beispielweise, für eine durchgefallene Prüfung mit 5 ECTS, gab es 5Maluspunkte dann. Erst ab 41 Maluspunkten wurde man zwang exmartrikuliert. Da ich bis zu meinen letzten Semestern an der Uni Köln nie durchgefallen war, hatte ich am Schluss praktisch für die letzten Prüfungen mehr als 8 Versuche. Dann ging es, weil ich wusste, wenn ich nicht bestehe, dann habe ich noch 7 weitere Versuche. Ich bin dann im gesamten Bachelor nur durch eine Prüfung gefallen.

Nachdem VWL Bachelor an der Uni Köln ging es jedoch erst richtig los. Meine Depressionen wurden wieder mehr und ich fühlte mich erstmal hilflos. Denn mir wurde irgendwie schnell klar, dass gerade ein VWL-Bachelor -wenn überhaupt- nur die Halbemiete ist und man einen Master gerade in dem Fach schon braucht. Ich habe mich dann dafür entschieden vorerst ein Jahr zu arbeiten. Ich wollte bzw. will unbedingt in der Entwicklungszusammenarbeit arbeiten. Auf das große Geld bin ich bis heute nicht aus, möchte aber mit meiner späteren Tätigkeit etwas bewegen. So habe ich ein Jahr lang in einer politischen Stiftung in der internationalen Zusammenarbeit gearbeitet als Praktikant.
Nach diesem einen Jahr in der politischen Stiftung, habe ich dann den Schritt gewagt mich für den Master einzuschreiben, jedoch hatte ich schon bei dem Durchgehen des Studienverlaufs
damals Furcht in meinen Gedanken wie ich das alles schaffen soll.

Schon in den ersten Vorlesungen ging es mir immer wieder schlecht und ich hatte ab und zu Abende, an denen ich mit Angstzuständen zu Hause saß. Man schiebt jedoch die ganzen Sachen dann weit weg von sich und probiert es zu unterdrücken. Im ersten Semester im Master, ist eigentlich laut Studienplan vorgesehen, dass man 3 Pflichtkurse absolviert. Ich habe aber im ersten Semester lediglich einen Pflichtkurs geschafft. Von den beiden weiteren Prüfungen hatte ich mich abgemeldet. Der Grund war die Angst des Nichtbestehens, die Angst davor später nicht in der Entwicklungszusammenarbeit tätig werden zu können. Diese eine Pflichtprüfung, die ich geschrieben habe, habe ich nur mit großen Qualen fertig gebracht. Während der Vorbereitungszeit dafür, habe ich in Lernpausen immer wieder geweint. Ich hatte Panikattacken, wenn ich etwas nicht gleich verstanden habe. Ich musste abends vor dem Schlafen gehen erstmal was trinken und am abschalten zu könnnen. MIt großen Qualen, habe ich dann doch irgendwie die Prüfung gut bestanden. Danach fiel ich immer erstmal in ein großes Loch. So als ob ich 3 Wochen lang von dem Tod davon gelaufen bin und jetzt in einer Höhle erstmal zu mir kommen kann. Das dauerte dann meistens 2 Wochen bis ich wieder entspannt war.

Im darauffolgenden Sommersemester war mir klar. Du hast große Ängst und kannst zur Zeit keine Prüfungen schreiben. Dann war die Frage, wie ich trotzdem erstmal weiterkomme. Ich habe mich dann dafür entschieden nur Module zu wählen, die als eine Art Seminare angeboten wurden. Also Kurse mit Hausarbeiten, Vorträgen, Präsentationen. Dies geling mir immer ganz gut. Weil ich wusste, dass ich mich zu Hause gut vorbereiten kann und nicht mich einer Prüfungssituation stellen muss bei der vielleicht eine Aufgabe dran kommt die ich dann gar nicht lösen kann.

Im dritten Semester traute ich mich wieder an eine Pflichtprüfung. Hier lernte ich Tag und Nacht. Weinte, lernte wieder. Bekam eine Panikattacke und lernte wieder. An dem Vorabend der Prüfung war ich so nervös dass ich eine ganze Flasche Wein getrunken hatte. Am nächsten morgen war ich dann noch total betrunken. Ich schrieb die Prüfung trotzdem und habe sie irgendwie gut bestanden. Nach der Prüfung wusste ich nicht mehr, was ich in der Prüfung überhaupt gemacht habe. Das war wie ein Rausch. Das war ein grausames Erlebnis. In den nächsten Semestern wählte ich wieder nur Seminare und die verliefen alle gut. Allerdings litt ich auch hier phasenweise an Depressionen. Nun ist es so, dass ich 82 ects im Master gesammelt habe. Der Schnitt ist inordnung. Ich habe eine 2,0. Ich muss nur noch eine Masterarbeit schreiben, aber eigentlich auch noch 2 Pflichtprüfungen.

Vor 3 Wochen wollte ich erneut eine Pflichtprüfung schreiben. Diesmal war der Druck, meine Panik aber so groß, dass ich mich eine Woche vor der Prüfung abgemeldet habe. Es ging nicht. Ich habe jeden Tag geweint und geweint. Ich komme mit dem Druck nicht zurecht, dass man nur 3 Versuche hat und wenn man diese nicht schafft, der Traum vom Master zu Ende ist.
Anders als sonst, habe ich aber nun für mich entschieden, dass es so nicht mehr weiter gehen kann. Ich wollte eigentlich versuchen meine Arschbacken zusammen zu kneifen und mit diesen Ängsten durchzuziehen. Ich habe für mich erkannt, dass ich mir Hilfe suchen muss. Ich habe mich in meiner Familie komplett geoutet und auch in meinem engsten Freundeskreis. Ich bin den Schritt zum Psychater gegangen. Nach 2-3 Sitzungen hat er diagnostiziert, dass ich wohl sehr lange schon an Depressionen leide. Ich nehme nun Medikamente dagegen. Nach dem Schritt von der Prüfung mich abzumelden, bin ich jetzt in ein riesen großes Loch gefallen. Ich habe noch größere Versagensängste als vorher. Ich kann nicht mehr schlafen und weiß gar nicht mehr wohin mit mir. Man sagte mir, es sei vielleicht der beste Weg in eine Verhaltenstherapie zu gehen. Ich probiere nun seit 2 Wochen einen Platz hierfür zu bekommen. Aber Therapeuten sind regelrecht ausgebucht, wie ich bitter feststellen musste.

Ich habe sogar den Schritt gewagt mich an der Universität bei dem Professor zu outen, der die Prüfung stellt, die ich noch vor mir hab. Er ist super nett und hat mir angeboten kommende Woche bei ihm in die Sprechstunde zu kommen. Dann besprechen wir meine Probleme. Er deutete auch an, dass man eventuell für mich eine "alternative Lösung" finden kann. Ich habe mich dann erkundigt in der Prüfungsordnung und eine Art "Nachteilsausgleich" gefunden, der für Menschen mit Behinderung und seelischen Störungen in Anspruch genommen werden kann. Der Professor meinte auch, ich könnte mich hierzu mal im Prüfungsamt melden.

Ich dachte hier daran, dass man meine Prüfungssituation mir erleichtern könnte. Das ich vielleicht die letzte schriftliche Prüfung in eine mündliche Prüfung umwandeln könnte und mit dem Professor als Vertrauensperson die Prüfung ablegen könnte, um mir die Prürungssituation zu erleichtern.
In meiner Verzweilfung habe ich auch an einem ganz düsteren Tag im Sekretariat in der Uni angerufen und mich danach erkundigt. Hier wurde mir allerdings überhaupt gar kein Verständnis aufgezeigt. Ich wurde eher "als Laster" aufgefasst. Mir wurde eigentlich nur gesagt, dass dieser Nachteilsausgleich nur für Studierende da ist, die behindert sind. Ich hätte ein wenig Prüfungsängste und soll einfach mal ein Coaching machen. Damit wurde ich abserviert.

An meiner Universität machen mich die 3 Prüfungsversuche komplett fertig. Ich wünschte ich könnte irgendwo studieren, wo die PO etwas gelockert ist. Oder man auch durch mündliche Mitarbeit oder schulmässig auch sich behaupten kann und nicht der ganze Druck auf dieser einen Prüfung zum Semester ende liegt.
Ich sitze nun jeden Tag zu Hause und denke wie es weiter geht. Ich habe kommende Woche erstmal das Gespräch mit dem Professor. Ich habe auch überlegt mit der Beauftragten für die Nachteilsausgleiche an meiner Uni einen Termin zu machen, um mich hier erneut zu erkundigen. Aber wenn ich ehrlich bin, würde ich mich mit keinen Verantworlichen in der Uni über soetwas streiten wollen. Wenn man diese Regelung nicht gewähren kann, dann ist es so.

Ich bin am überlegen mir eine neue Uni zu suchen, in der es nicht diese 3 Prüfungen Regelung gibt, um mir da den Wind aus den Segeln zu ziehen und wenigstens etwas an Depression und Ängsten zu verlieren. Kennt jemand Unis, die andere Prürungsordnungen haben? Vielleicht im Master mehr schulisch und nicht so anonym aufgebaut sind? Hat jemand mit Depressionen Erfahrungen und weiß wie man an einen Therapeuten kommt?

Die abgemeldete Prüfung könnte ich höchstens im Sommer erneut schreiben. Heißt im August. Das ist auch sehr schade an der Prüfungsordnung in der ich studiere. Ist man einmal nicht bereit für die Prüfung gewesen, so muss man 6 Monate warten.

Ich freue mich über jeden Ratschlag

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Also ich antworte mal:
Zu der Angst mit den drei Versuchen:
Es ist so, dass ich bisher noch nie in einen drittversuch gekommen bin. Allerdings habe ich bisher im Master auch noch nie eine Prüfung geschrieben, wenn ich nicht perfekt vorbereitet war. Also man muss sich das so vorstellen: Wenn ich eine Aufgabe oder zumindest eine Teilaufgabe nicht verstanden habe, dann lerne ich so lange akribisch bis ich das alles verstanden habe.

Und ja ich denke darüber nach meinen Master abzubrechen. Allerdings wüsste ich nicht, wie ich es einem Arbeitgeber erklären sollten, wenn ich eben jetzt schon 2 Jahre in den Master investiert habe und gut dort war, aber trotzdem abbreche. Kann man sich denn auf den genannten Universitäten entsprechende Prürungsleistungen des Masters den ich jetzt gemacht habe anrechnen lassen? Ich habe wie gesagt schon 80 ECTS erreicht.

Bei den entsprechenden Institutionen habe ich mich noch nie beworben. Ich arbeite bisher bei einer politischen Stiftung. Dort wartet man quasi darauf, dass ich den Master schaffe,sodass ich danach dann eventuell "vollwertig" einsteigen kann. Wenn ich auf den entsprechenden Websites der GIZ, politische Stiftungen oder ähnliches geschaut habe, finde ich bisher eigentlich immer nur Stellenangebote für master Absolventen. Für Bachelorabsolventen habe ich noch nie etwas gefunden. So als ob der Bachelor wirklich gar kein Abschluss darstellt..

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Es hört sich für mich nicht so an, dass dich dein Masterstudium überfordert, du hast ja etwa 80 ECTS & einen Schnitt von 2,0, was ja mindestens Gut ist (Ich weiß nicht, wie streng die Notengebung bei euch ist).
Um ehrlich zu sein glaube ich nicht, insbesondere in diesem Forum, dass du hier adäquate Hilfe finden wirst. Ich rate dir, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der ASTA hat doch i.d.R. eine psychologische Beratung, geh da einmal hin & bespreche dort deine Probleme. Man wird dir hier definitiv weiterhelfen können, dich auf ggf. woanders hinschicken. Das Studium würde ich nicht abbrechen, wie geschrieben, du bist Gut!

Es ist auch keine Schande, professionelle Hilfe zu nutzen, dafür ist sie ja da. Sieh zu, dass du wieder gesund & glücklich wirst, und mach dann dein Studium weiter. Und wenn du 1 Jahr länger studierst, fuck it! Gesundheit >>>> alles; Um es mal im Foren-Jargon darzustellen

Viele Grüße :)

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Sehene wir uns mal die Fakten an: Du schreibst trotz deiner Depression gute Noten und hast mit 80 Ects den Master schon so gut wie durch. Du hast also nur noch 2 Prüfungen offen, die du locker schaffen wirst. Die MA wird für dich sowieso kein Problem darstellen. Ich verstehe dich, dass die 3 Antritte einen Druck darstellen, in deinem Fall ist die Angst aber komplett irrational, da du dich ja immer top vorbereitest. Vielleicht hilft dir der Gedanke daran, dass du selbst im worst case noch immer deinen VWL Master abschließen kannst, indem du nach Österreich gehst, wo du dir mit Sicherheit das meiste anrechnen lassen kannst. Dort hat man, je nach Uni, 4 bis 5 Antritte pro Prüfung.

Ich würde keinesfalls den Master abbrechen. Du hast ein klares Berufsziel und für int. Zusammenarbeit und politische Berarung gilt für VWLer dasselbe wie für Powis: Ohne Master keine Chance.

Such dir auf jeden fall einen Therapeuten, mit dem du über deine Ängste und Alltagsprobleme sprechen kannst.

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Hey,

versuch auf jeden Fall einen Therapieplatz zu bekommen. Lies dir diesen Post dazu durch, da findest du viele hilfreiche Tipps:
https://old.reddit.com/r/de/comments/7l8ti2/wie_man_einen_therapieplatz_findet_oc/

Vorab: Ich bin kein Psychologe und du wirst in diesem Forum auch keine finden.

Ich denke aber es ist wichtig, dass du das in Angriff nimmst.
Die Depression bringt mit sich, dass diese negativen Zukunftsszenarien dein Denken vollkommen einnehmen. Aus deinem Text geht ganz klar hervor, dass deine Gedanken immer nur darum kreisen, was ist, wenn du endgültig exmatrikuliert wirst. Das ist typisch.

Natürlich wäre das, ohne Frage, ein ziemlicher Einschnitt in deinem Leben. Aber diese Angst führt dazu, das du wie gelähmt bist und gar nicht deine volle Leistung abrufen kannst. Und damit werden diese Gedanken natürlich zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Und dabei bringst du ja die Voraussetzungen ohne Zweifel mit. Trotz deines Handicaps hast du einen Schnitt von 2.0 in VWL - das schafft echt nicht jeder.

Nimm auf jeden Fall das Gespräch mit dem Professor nächste Woche wahr. Gerade da du ja durchweg gute Leistungen erbringst, wird ihm das noch viel mehr zeigen, dass bei dir tatsächlich ein tieferliegendes Problem vorliegt. Und Professoren haben absolut kein Interesse daran, gute Leute - und das bist du - rauszuprüfen.

Und bitte nicht auf das hören, was die beim Sekretariat sagen. Die kennen erstens die Prüfungsordnung auch nicht auswendig und zweitens haben die da auch gar nichts zu melden. Da sitzt halt irgendjemand am Apparat, der täglich 200 Anrufe entgegennehmen muss und keinen Bock hat. Über solche Fälle entscheidet meines Wissens der Prüfungsausschuss deines Studiengangs.

Alles Gute

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Zuerst einmal finde ich, dass du trotz deiner Krankheit sowohl beruflich als auch privat schon viel erreicht hast.

  • Du hast dein Abi, den Bachelor und bereits ein Jahr Berufserfahrung.

  • Du gehst dein Problem aktiv an und hollst dir professionelle Hilfe.

  • Du gehst bei Familie, Freunden, Professor offen damit um.

Für mich als Laie sage ich bewußt, machst du alles richtig. Du scheinst noch funktionierende, gute Instinkte zu haben. Hör weiter darauf.

Mein Rat ist gib deinem weiteren Weg die Zeit die du brauchst. Wie schon jemand sagte steht an erster Stelle die Gesundheit. Nach 3 Wochen

beim Psychater kannst du keine Wunder erwarten und Medikamente wirken teilweise kurzzeitig verstärkend. Also nichts überstürzen und mit dem

halben Jahr bis zum theoretisch nächste Versuch in der Pflichtprüfung ist ja erst Mal Zeit für die Behandlung.

Noch ein Tipp für den alternativen Prüfungsmodus. Die beste Hilfe bekommst du dazu wahrscheinlich bei der psychologischen Studienberatung.

Die können hier am besten helfen und begleiten dich uU. bis zum Studienende. Ich bewundere deine Motivation. Dich alleine ohne Unterstützung

bei Sekretariat, Prüfungsamt, etc. durchzukämpfen halte ich für gefährlich. Das kann schnell frustrieren.

Zum Traum vom Master der zuende sein könnte. Dann gibt es andere Wege zuende zu studieren oder ohne Master deinen Weg zu gehen.

Ein Uniwechsel kostet dich zu viel Energie und Mühe. Den Gedanken würde ich verwerfen. Schaff dir eher soviel Struktur und Routine in deinen

Alltag wie nur möglich. Geh täglich raus in Parks und Wälder. Sport hilft angeblich auch sehr bei Depressionen.

Ich glaube die Krankenkasse hilft dabei, einen Therapeuten zu finden.

Falls du magst, schreib mal wann die erste Panikattacke in deinem Leben augetreten ist und welches Medikament du in welcher Dosierung nimmst.

Ich wünsch dir viel Kraft für die kommenden Wochen und Monate.

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Klar. Aufgeben wäre natürlich ein starker Schritt. Und irgendwo denke ich dass ich den Master auch schaffen kann. Nur zur Zeit sind meine Depressionen wieder so stark, dass ich gar nicht mehr kann außer den ganzen Tag mich mit plagenden Gedanken zu quälen. Einen Therapeuten zu finden, erscheint ziemlich schwer auf die schnelle. Ich habe im letzten Monat ca. 20 Praxen angeschrieben. Dabei hat sich eine Praxis zurückgemeldet, wo ich Ende März mal ein Probegespräch haben darf.

Ich frage mich, ob es eben andere Möglichkeiten gibt meinen Master auch in dieser psychisch schweren Phase zu beenden. Ich habe morgen einen Termin bei der beauftragten für den Nachteilsausgleich. Vielleicht gibt es die Möglichkeit meine Prüfungssituation angenehmer zu gestalten. Zu unserem Professor habe ich eine gute Vertrausensbasis. Ich habe bei ihm schon 2 Seminare erfolgreich abgeschlossen. Vielleicht besteht die Möglichkeit mit ihm eine mündliche Prüfung abzulegen im nächsten Semester als gesonderete Form. Sowas ist wohl möglich. Ob das Prüfungsamt es aber erlaubt, ist eine ganz andere Geschichte.

Die andere Möglichkeit wäre wie gesagt die Uni zu wechseln. Ich hatte gedacht, vielleicht gibt es Unis mit Systemen, wo nicht nur die aller letzte Prüfung am Ende des Semesters zählt. Sondern es auch richtigie Kurse mit assignments gibt und die Note sich quasi aus mehreren Teilleistungen zusammensetzt. So könnte ich mir den Wind wenigstens aus diesen Ängsten nehmen. Weiß jemand ob es solche Unis gibt, wo eben nicht nur die Klausur als Endnote in einigen Fächern zählt.

Und letztlich wie einer hier richtig geschrieben hat: Ich habe das Ziel in der Entwicklungszusammenarbeit zu arbeiten. Und da ist es nunmal so, dass man einen Master braucht. Lücken oder etwas ähnliches wo man als Bachelor einsteigen kann und sich hocharbeiten oder nebenbei den Master entspannt machen kann, habe ich hier noch nicht gefunden. Habe mich aber auch um ehrlich zu sein hier noch nie ausgiebig informiert.

Kann mir jemand bei den angesprochenen Themen weiterhelfen?

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Sehene wir uns mal die Fakten an: Du schreibst trotz deiner Depression gute Noten und hast mit 80 Ects den Master schon so gut wie durch. Du hast also nur noch 2 Prüfungen offen, die du locker schaffen wirst. Die MA wird für dich sowieso kein Problem darstellen. Ich verstehe dich, dass die 3 Antritte einen Druck darstellen, in deinem Fall ist die Angst aber komplett irrational, da du dich ja immer top vorbereitest. Vielleicht hilft dir der Gedanke daran, dass du selbst im worst case noch immer deinen VWL Master abschließen kannst, indem du nach Österreich gehst, wo du dir mit Sicherheit das meiste anrechnen lassen kannst. Dort hat man, je nach Uni, 4 bis 5 Antritte pro Prüfung.

Ich würde keinesfalls den Master abbrechen. Du hast ein klares Berufsziel und für int. Zusammenarbeit und politische Berarung gilt für VWLer dasselbe wie für Powis: Ohne Master keine Chance.

Such dir auf jeden fall einen Therapeuten, mit dem du über deine Ängste und Alltagsprobleme sprechen kannst.

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Hi!
vielen vielen dank für deine Antwort und auch die weiteren neuen Rückmeldungen. Ja du siehst das schon richtig. Als ich dort angerufen habe, war ich auch am Telefon den Tränen nahe. Die Frau hatte mich am Telefon wirklich abserviert. Das war wirklich super schmerzvoll und hat mir in dem Moment das erste Mal das Gefühl gegeben, dass ich mich nicht outen sollte. Umso mehr war ich beruhigt, als der Professor mir sofort angeboten hatte, bei ihm in die Sprechstunde zu kommen. Er will soetwas weder am Telefon noch per Mail besprechen. Und der Professor und ich, wir schätzen uns wirklich sehr. Er hat mir sogar mal für eine Hausarbeit eine 1.0 gegeben.
Allerdings klar, wenn ich Leuten von meiner Uni erzähle und was ich dort so leiste, dann kommen die meisten aus dem Staunen nicht raus. Sie sagen dann "wow, du machst einen Master, wow du hast sogar einen Schnitt von 2,0". Aber was wirklich keiner dahinter sieht, sind meine täglichen Qualen; und diese besonders in den Prüfungsphasen.

Diese Quälenden Gedanken. Man steht auf und denkt nur noch an die Uni. Ich wache morgens um 4.30 Uhr auf und denke nur daran: Wow, du hast dieses Semester wieder die Prüfung nicht geschrieben. und jetzt musst du wieder 6 Monate warten bis du die Prüfung schreiben kannst, und was ist wenn du im August wieder nicht bereit dafür bist???

Und natürlich gebe ich dir Recht: Ein Uni-Wechsel kann auch vorerst nicht die erste Option sein. Das wäre ein riesiger Neuanfang; aber ich weiß, dass es so, wie es jetzt ist erstmal nicht weitergehen kann. Ich hoffe dass ich einen Therapeuten finde und dass ich mit dem Professor kommende Woche ein gutes Gespräch finde.

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Hey,

versuch auf jeden Fall einen Therapieplatz zu bekommen. Lies dir diesen Post dazu durch, da findest du viele hilfreiche Tipps:
old.reddit.com/r/de/comments/7l8ti2/wie_man_einen_therapieplatz_findet_oc/

Vorab: Ich bin kein Psychologe und du wirst in diesem Forum auch keine finden.

Ich denke aber es ist wichtig, dass du das in Angriff nimmst.
Die Depression bringt mit sich, dass diese negativen Zukunftsszenarien dein Denken vollkommen einnehmen. Aus deinem Text geht ganz klar hervor, dass deine Gedanken immer nur darum kreisen, was ist, wenn du endgültig exmatrikuliert wirst. Das ist typisch.

Natürlich wäre das, ohne Frage, ein ziemlicher Einschnitt in deinem Leben. Aber diese Angst führt dazu, das du wie gelähmt bist und gar nicht deine volle Leistung abrufen kannst. Und damit werden diese Gedanken natürlich zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Und dabei bringst du ja die Voraussetzungen ohne Zweifel mit. Trotz deines Handicaps hast du einen Schnitt von 2.0 in VWL - das schafft echt nicht jeder.

Nimm auf jeden Fall das Gespräch mit dem Professor nächste Woche wahr. Gerade da du ja durchweg gute Leistungen erbringst, wird ihm das noch viel mehr zeigen, dass bei dir tatsächlich ein tieferliegendes Problem vorliegt. Und Professoren haben absolut kein Interesse daran, gute Leute - und das bist du - rauszuprüfen.

Und bitte nicht auf das hören, was die beim Sekretariat sagen. Die kennen erstens die Prüfungsordnung auch nicht auswendig und zweitens haben die da auch gar nichts zu melden. Da sitzt halt irgendjemand am Apparat, der täglich 200 Anrufe entgegennehmen muss und keinen Bock hat. Über solche Fälle entscheidet meines Wissens der Prüfungsausschuss deines Studiengangs.

Alles Gute

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Hi, gern geschehen :)

Die Frau hört halt nur "Wieder irgendein Student der leichtere Prüfungsbedingungen erreichen will". Die kann weder deinen Gemütszustand noch die Tragweite der Situation für dich nachvollziehen. Aber für dich ist ein Rückschlag wenn du dich gerade jemandem offenbart hast natürlich fatal und wiegt umso schwerer.

Was mir noch eingefallen ist: Besteht vielleicht die Möglichkeit, die Masterarbeit vor den letzten Prüfungen zu schreiben? Also an meiner Uni wäre das ohne Probleme möglich gewesen. Dann könntest du vielleicht jetzt schon die Masterarbeit schreiben und hättest ein halbes Jahr Zeit, gemeinsam mit einem Therapeuten an dir und deinen Problemen zu arbeiten. Denn mit dem Stoff an sich hast du ja keine Probleme, deine Schwierigkeiten liegen in dieser immensen Drucksituation, etwas auf den Punkt genau abliefern zu müssen und den Konsequenzen, die sich daraus ergeben können Das ist bei der Masterarbeit aber nicht so.

Lies am besten mal in deiner Prüfungsordnung nach und frag auch den Prof bei eurem Treffen, ob das möglich wäre.

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Hi!
vielen vielen dank für deine Antwort und auch die weiteren neuen Rückmeldungen. Ja du siehst das schon richtig. Als ich dort angerufen habe, war ich auch am Telefon den Tränen nahe. Die Frau hatte mich am Telefon wirklich abserviert. Das war wirklich super schmerzvoll und hat mir in dem Moment das erste Mal das Gefühl gegeben, dass ich mich nicht outen sollte. Umso mehr war ich beruhigt, als der Professor mir sofort angeboten hatte, bei ihm in die Sprechstunde zu kommen. Er will soetwas weder am Telefon noch per Mail besprechen. Und der Professor und ich, wir schätzen uns wirklich sehr. Er hat mir sogar mal für eine Hausarbeit eine 1.0 gegeben.
Allerdings klar, wenn ich Leuten von meiner Uni erzähle und was ich dort so leiste, dann kommen die meisten aus dem Staunen nicht raus. Sie sagen dann "wow, du machst einen Master, wow du hast sogar einen Schnitt von 2,0". Aber was wirklich keiner dahinter sieht, sind meine täglichen Qualen; und diese besonders in den Prüfungsphasen.

Diese Quälenden Gedanken. Man steht auf und denkt nur noch an die Uni. Ich wache morgens um 4.30 Uhr auf und denke nur daran: Wow, du hast dieses Semester wieder die Prüfung nicht geschrieben. und jetzt musst du wieder 6 Monate warten bis du die Prüfung schreiben kannst, und was ist wenn du im August wieder nicht bereit dafür bist???

Und natürlich gebe ich dir Recht: Ein Uni-Wechsel kann auch vorerst nicht die erste Option sein. Das wäre ein riesiger Neuanfang; aber ich weiß, dass es so, wie es jetzt ist erstmal nicht weitergehen kann. Ich hoffe dass ich einen Therapeuten finde und dass ich mit dem Professor kommende Woche ein gutes Gespräch finde.

antworten
RandomWalk

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Schau dir mal Maastricht an, da bin ich auch nach meinem VWL-Bachelor in Köln hin gegangen. Zum einen gibt es da ein paar interessante Programme zur Entwicklungszusammenarbeit und zum anderen werden dort ganz andere Lehrmethoden genutzt als in Köln. Viel Gruppenarbeit, Präsentationen, (kurze) Paper und am Ende des Blocks eine Klausur. Um die Klausur kommst du halt nicht herum, aber durch den (benoteten) Unterricht liegt der Fokus viel weniger auf der finalen Prüfung, sondern vielmehr auf der nächsten Abgabe/Präsentation. Außerdem hat man immer nur 2 Kurse pro Block (etwa 8 Wochen) und schiebt nicht das ganze Semester Panik vor der finalen Klausurenphase. Auch der Zusammenhalt unter den Studenten war ganz anders als im Bachelor, wo jeder nur an sich gedacht hat.

Ich weiß.nicht ganz genau wie das mit den Versuchen ist, meine mich aber zu erinnern, dass man den Master in zwei (statt einem) Jahren abgeschlossen haben sollte und es egal ist wie oft du jede Prüfung versuchst. Auch menschlich ist mir die Verwaltung dort wirklich positiv aufgefallen.

Trotzdem solltest du professionelle Hilfe in Betracht ziehen, leider vergeht sowas selten von alleine und hängt bestimmt nicht nur an den Klausuren...

Ich wünsche dir alles Gute, gib nicht auf!

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Genau so war es mit der Frau am Telefon. Das war wirklich ein Rückschlag. Weil ich mich dort so geöffnet habe und dann auf so viel Unverständnis getroffen bin. Ich habe mir für morgen auch einen Termin bei der beauftragten für nachteilsausgleiche an meiner Uni gemacht. Ich bin gespannt, wie ich dort beraten werde. Ich werde diesbezüglich morgen hierzu dann meine. Erfahrungen berichten.

Außerdem habe ich natürlich schon überlegt erstmal die master thesis zu schreiben. Das geht laut meiner PO. Allerdings und das hört sich nun vielleicht wieder komisch an, habe ich zur Zeit auch Angst davor Diese zu schreiben und dann danach es aber trotzdem nicht. Mit der Klausur mental schaffe. Dann wäre die ganze Arbeit für die Master thesis auch umsonst gewesen... Kann man sich Master arbeiten auf anderen Universitäten anrechnen lassen?

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Hi, gern geschehen :)

Die Frau hört halt nur "Wieder irgendein Student der leichtere Prüfungsbedingungen erreichen will". Die kann weder deinen Gemütszustand noch die Tragweite der Situation für dich nachvollziehen. Aber für dich ist ein Rückschlag wenn du dich gerade jemandem offenbart hast natürlich fatal und wiegt umso schwerer.

Was mir noch eingefallen ist: Besteht vielleicht die Möglichkeit, die Masterarbeit vor den letzten Prüfungen zu schreiben? Also an meiner Uni wäre das ohne Probleme möglich gewesen. Dann könntest du vielleicht jetzt schon die Masterarbeit schreiben und hättest ein halbes Jahr Zeit, gemeinsam mit einem Therapeuten an dir und deinen Problemen zu arbeiten. Denn mit dem Stoff an sich hast du ja keine Probleme, deine Schwierigkeiten liegen in dieser immensen Drucksituation, etwas auf den Punkt genau abliefern zu müssen und den Konsequenzen, die sich daraus ergeben können Das ist bei der Masterarbeit aber nicht so.

Lies am besten mal in deiner Prüfungsordnung nach und frag auch den Prof bei eurem Treffen, ob das möglich wäre.

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Hi!
vielen vielen dank für deine Antwort und auch die weiteren neuen Rückmeldungen. Ja du siehst das schon richtig. Als ich dort angerufen habe, war ich auch am Telefon den Tränen nahe. Die Frau hatte mich am Telefon wirklich abserviert. Das war wirklich super schmerzvoll und hat mir in dem Moment das erste Mal das Gefühl gegeben, dass ich mich nicht outen sollte. Umso mehr war ich beruhigt, als der Professor mir sofort angeboten hatte, bei ihm in die Sprechstunde zu kommen. Er will soetwas weder am Telefon noch per Mail besprechen. Und der Professor und ich, wir schätzen uns wirklich sehr. Er hat mir sogar mal für eine Hausarbeit eine 1.0 gegeben.
Allerdings klar, wenn ich Leuten von meiner Uni erzähle und was ich dort so leiste, dann kommen die meisten aus dem Staunen nicht raus. Sie sagen dann "wow, du machst einen Master, wow du hast sogar einen Schnitt von 2,0". Aber was wirklich keiner dahinter sieht, sind meine täglichen Qualen; und diese besonders in den Prüfungsphasen.

Diese Quälenden Gedanken. Man steht auf und denkt nur noch an die Uni. Ich wache morgens um 4.30 Uhr auf und denke nur daran: Wow, du hast dieses Semester wieder die Prüfung nicht geschrieben. und jetzt musst du wieder 6 Monate warten bis du die Prüfung schreiben kannst, und was ist wenn du im August wieder nicht bereit dafür bist???

Und natürlich gebe ich dir Recht: Ein Uni-Wechsel kann auch vorerst nicht die erste Option sein. Das wäre ein riesiger Neuanfang; aber ich weiß, dass es so, wie es jetzt ist erstmal nicht weitergehen kann. Ich hoffe dass ich einen Therapeuten finde und dass ich mit dem Professor kommende Woche ein gutes Gespräch finde.

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WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Ich weder aufjedenfall professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Auch schaue ich. Mir Maastricht mal an. Könnte man sich dort denn Prüfungsleistungen aus meinem. Jetzigen Master anrechnen lassen?

Das lernmodell in anderen Unis. Scheint mir viel viel besser als hier auf meiner jetzigen. Ich weiß auch nicht warum ich.damals bei der Studienwahl nicht auch auf sowas Wert gelegt habe..

Ist es denn in Maaszricht so, dass. Man auch mit einer verhauenen Klausur den Kurs schaffen kann, weil eben die Präsentation und der Unterricht gut lief. So wie in der Schule?

RandomWalk schrieb am 24.02.2020:

Schau dir mal Maastricht an, da bin ich auch nach meinem VWL-Bachelor in Köln hin gegangen. Zum einen gibt es da ein paar interessante Programme zur Entwicklungszusammenarbeit und zum anderen werden dort ganz andere Lehrmethoden genutzt als in Köln. Viel Gruppenarbeit, Präsentationen, (kurze) Paper und am Ende des Blocks eine Klausur. Um die Klausur kommst du halt nicht herum, aber durch den (benoteten) Unterricht liegt der Fokus viel weniger auf der finalen Prüfung, sondern vielmehr auf der nächsten Abgabe/Präsentation. Außerdem hat man immer nur 2 Kurse pro Block (etwa 8 Wochen) und schiebt nicht das ganze Semester Panik vor der finalen Klausurenphase. Auch der Zusammenhalt unter den Studenten war ganz anders als im Bachelor, wo jeder nur an sich gedacht hat.

Ich weiß.nicht ganz genau wie das mit den Versuchen ist, meine mich aber zu erinnern, dass man den Master in zwei (statt einem) Jahren abgeschlossen haben sollte und es egal ist wie oft du jede Prüfung versuchst. Auch menschlich ist mir die Verwaltung dort wirklich positiv aufgefallen.

Trotzdem solltest du professionelle Hilfe in Betracht ziehen, leider vergeht sowas selten von alleine und hängt bestimmt nicht nur an den Klausuren...

Ich wünsche dir alles Gute, gib nicht auf!

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RandomWalk

Depressionen & Ängste im Masterstudium

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Ich weder aufjedenfall professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Auch schaue ich. Mir Maastricht mal an. Könnte man sich dort denn Prüfungsleistungen aus meinem. Jetzigen Master anrechnen lassen?

Kann ich dir nicht mit Bestimmtheit sagen, aber es würde mich wundern falls das überhaupt nicht geht. Vor allem die üblichen Verdächtigen (Ökonometrie, Mikro, Makro) sind ja überall das Gleiche.

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Ist es denn in Maaszricht so, dass. Man auch mit einer verhauenen Klausur den Kurs schaffen kann, weil eben die Präsentation und der Unterricht gut lief. So wie in der Schule?

Das leider nicht. Aber wenn du irgendwie durchkommst (entsprechend einer 4,0 in Deutschland), dann sieht es auf dem Zeugnis nicht ganz so übel aus wenn andere Noten mit eingerechnet werden.

Wenn du eine Prüfung nicht bestehst, dann wirst du übrigens automatisch zum nächsten Klausurtermin angemeldet und musst daran teilnehmen. Keine Ahnung ob dich sowas zusätzlich unter Druck setzen würde, aber du könntest es so nicht immer auf die lange Bank schieben.

Ich würde dir raten Anfang März mal zum Tag der offenen Tür zu fahren, da wird man dir konkretere Antworten geben können.

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Ich würde dir empfehlen berufsbegleitend den Master zu machen. So ist der Druck weg, wenn es nicht klappt. An der FOM und Co hast du zudem in engeren Intervallen die Möglichkeit Prüfungen zu verschieben und Klausuren werden häufiger angeboten. Warum du zu viel Angst vor den 3 Versuchen hast, verstehe ich nicht, da du anscheinend noch nicht mal in die Nähe von denen gekommen bist.

Wie bitte? Da hat man doch doppelt und dreifach Druck. Wenn man die Uni nicht standhält, dann erst recht nicht das Berufsleben (als Akademiker) noch zusätzlich.

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WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Denk mal darüber nach: Mach das Gegenteil wohin du gezogen wirst. Brich nicht ab. Geh nicht den scheinbar leichten Weg ohne Widerstand. Versuch nicht eine anspruchslos Uni zu finden.
Halte dich daran fest was du sicher weißt. Du musst nur Bestehen. Das ist leicht für dich. Du musst nicht besser sein, schreib nur was du sicher weißt. Gib eher Geld zur professionellen Vorbereitung aus nicht für einen Psycho. Bestehen. Du stehst nicht auf Wettbewerb? Geh in den öffentlichen Dienst. (wenn du den Psycho über Krankenkasse organisiert könntest du dir hier ein Bein zum Berufsstart stellen). Bleib ruhig. Wenn du nicht hysterisch wirst fällst du nicht in die Grube. Hör nicht auf jeden, bitte insbesondere nicht jeden Deppen um Hilfe (Sekretariate, Sonderbeauftragte, Studienberater etc). Krümmer dich um dich.

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RandomWalk

Depressionen & Ängste im Masterstudium

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Denk mal darüber nach: Mach das Gegenteil wohin du gezogen wirst. Brich nicht ab. Geh nicht den scheinbar leichten Weg ohne Widerstand. Versuch nicht eine anspruchslos Uni zu finden.
Halte dich daran fest was du sicher weißt. Du musst nur Bestehen. Das ist leicht für dich. Du musst nicht besser sein, schreib nur was du sicher weißt. Gib eher Geld zur professionellen Vorbereitung aus nicht für einen Psycho. Bestehen. Du stehst nicht auf Wettbewerb? Geh in den öffentlichen Dienst. (wenn du den Psycho über Krankenkasse organisiert könntest du dir hier ein Bein zum Berufsstart stellen). Bleib ruhig. Wenn du nicht hysterisch wirst fällst du nicht in die Grube. Hör nicht auf jeden, bitte insbesondere nicht jeden Deppen um Hilfe (Sekretariate, Sonderbeauftragte, Studienberater etc). Krümmer dich um dich.

Das ist so, als würde man einem Krebspatienten sagen er solle sich einfach am Riemen reißen. Einfach nur peinlich solche Kommentare!

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WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Ein Einstieg in den ÖD wäre mit einem Bachelor deutlich einfacher als mit einem Master.

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Denk mal darüber nach: Mach das Gegenteil wohin du gezogen wirst. Brich nicht ab. Geh nicht den scheinbar leichten Weg ohne Widerstand. Versuch nicht eine anspruchslos Uni zu finden.
Halte dich daran fest was du sicher weißt. Du musst nur Bestehen. Das ist leicht für dich. Du musst nicht besser sein, schreib nur was du sicher weißt. Gib eher Geld zur professionellen Vorbereitung aus nicht für einen Psycho. Bestehen. Du stehst nicht auf Wettbewerb? Geh in den öffentlichen Dienst. (wenn du den Psycho über Krankenkasse organisiert könntest du dir hier ein Bein zum Berufsstart stellen). Bleib ruhig. Wenn du nicht hysterisch wirst fällst du nicht in die Grube. Hör nicht auf jeden, bitte insbesondere nicht jeden Deppen um Hilfe (Sekretariate, Sonderbeauftragte, Studienberater etc). Krümmer dich um dich.

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WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:
(wenn du den Psycho über Krankenkasse organisiert könntest du dir hier ein Bein zum Berufsstart stellen).

Kannst Du das näher spezifizieren? Meines Wissens hat der Arbeitgeber nämlich idR, von ein paar Ausnahmen abgesehen, keinen Anspruch drauf, die Krankenakte des Arbeitnehmers/Bewerbers einzusehen.

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WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Hi!
vielen vielen dank für deine Antwort und auch die weiteren neuen Rückmeldungen. Ja du siehst das schon richtig. Als ich dort angerufen habe, war ich auch am Telefon den Tränen nahe. Die Frau hatte mich am Telefon wirklich abserviert. Das war wirklich super schmerzvoll und hat mir in dem Moment das erste Mal das Gefühl gegeben, dass ich mich nicht outen sollte. Umso mehr war ich beruhigt, als der Professor mir sofort angeboten hatte, bei ihm in die Sprechstunde zu kommen. Er will soetwas weder am Telefon noch per Mail besprechen. Und der Professor und ich, wir schätzen uns wirklich sehr. Er hat mir sogar mal für eine Hausarbeit eine 1.0 gegeben.
Allerdings klar, wenn ich Leuten von meiner Uni erzähle und was ich dort so leiste, dann kommen die meisten aus dem Staunen nicht raus. Sie sagen dann "wow, du machst einen Master, wow du hast sogar einen Schnitt von 2,0". Aber was wirklich keiner dahinter sieht, sind meine täglichen Qualen; und diese besonders in den Prüfungsphasen.

Diese Quälenden Gedanken. Man steht auf und denkt nur noch an die Uni. Ich wache morgens um 4.30 Uhr auf und denke nur daran: Wow, du hast dieses Semester wieder die Prüfung nicht geschrieben. und jetzt musst du wieder 6 Monate warten bis du die Prüfung schreiben kannst, und was ist wenn du im August wieder nicht bereit dafür bist???

Und natürlich gebe ich dir Recht: Ein Uni-Wechsel kann auch vorerst nicht die erste Option sein. Das wäre ein riesiger Neuanfang; aber ich weiß, dass es so, wie es jetzt ist erstmal nicht weitergehen kann. Ich hoffe dass ich einen Therapeuten finde und dass ich mit dem Professor kommende Woche ein gutes Gespräch finde.

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Hey,

versuch auf jeden Fall einen Therapieplatz zu bekommen. Lies dir diesen Post dazu durch, da findest du viele hilfreiche Tipps:
old.reddit.com/r/de/comments/7l8ti2/wie_man_einen_therapieplatz_findet_oc/

Vorab: Ich bin kein Psychologe und du wirst in diesem Forum auch keine finden.

Ich denke aber es ist wichtig, dass du das in Angriff nimmst.
Die Depression bringt mit sich, dass diese negativen Zukunftsszenarien dein Denken vollkommen einnehmen. Aus deinem Text geht ganz klar hervor, dass deine Gedanken immer nur darum kreisen, was ist, wenn du endgültig exmatrikuliert wirst. Das ist typisch.

Natürlich wäre das, ohne Frage, ein ziemlicher Einschnitt in deinem Leben. Aber diese Angst führt dazu, das du wie gelähmt bist und gar nicht deine volle Leistung abrufen kannst. Und damit werden diese Gedanken natürlich zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Und dabei bringst du ja die Voraussetzungen ohne Zweifel mit. Trotz deines Handicaps hast du einen Schnitt von 2.0 in VWL - das schafft echt nicht jeder.

Nimm auf jeden Fall das Gespräch mit dem Professor nächste Woche wahr. Gerade da du ja durchweg gute Leistungen erbringst, wird ihm das noch viel mehr zeigen, dass bei dir tatsächlich ein tieferliegendes Problem vorliegt. Und Professoren haben absolut kein Interesse daran, gute Leute - und das bist du - rauszuprüfen.

Und bitte nicht auf das hören, was die beim Sekretariat sagen. Die kennen erstens die Prüfungsordnung auch nicht auswendig und zweitens haben die da auch gar nichts zu melden. Da sitzt halt irgendjemand am Apparat, der täglich 200 Anrufe entgegennehmen muss und keinen Bock hat. Über solche Fälle entscheidet meines Wissens der Prüfungsausschuss deines Studiengangs.

Alles Gute

Ich weiß nicht ob der/die Ersteller-/in diese Nachricht hier noch liest, da der Beitrag schon 2 Jahre alt ist, aber falls doch würde es mich sehr interessieren wie dein Weg weitergegangen ist. Ich bin gerade nämlich an einem sehr ähnlichen Punkt in meinem Leben. Habe meinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften mit guten Noten abgeschlossen und arbeite nebenbei auch schon länger als Werkstudent in diesem Bereich. Gegen Ende des Bachelors haben bei mir dann auch die Panikattacken angefangen. Ich bin jetzt im 2 Semester meines Masters im Finanzbereich und ich bestehe alle Klausuren im ersten Versuch mit sehr guten Noten, habe aktuell einen Schnitt von 1,6 und jeder in meinem Umfeld ist stolz auf mich und sagt, dass es so super wäre. Aber meine Panikattacken und Angststörung wird immer schlimmer und es belastet mich mittlerweile so stark, dass ich ernsthaft darüber nachdenke den Master abzubrechen. Dieses Semester war es so sogar schlimm, dass ich vor meiner ersten Prüfung ca. ab 2 Wochen vorher jeden Tag von morgens um 7-2 Uhr nachts dafür gelernt habe ohne Pause, weil ich so Panik hatte die Klausur nicht zu bestehen. Jeden Tag nur 4-5 Stunden Schlaf, mir war dauerhaft so schlecht, dass ich in 2 Wochen knapp 4 Kilo abgenommen habe. Vor der Klausur war ich dann natürlich komplett am Ende und wurde sogar auf dem Weg zur Uni angesprochen von fremden Leuten ob ich Hilfe brauche, weil ich wohl so schlimm aussah. In der Klausur habe ich dann so starkes Ohrenrauschen bekommen, dass ich mich kaum konzentrieren konnte und trotz allem hatte ich sogar noch eine gute Note. Ich hätte danach jetzt eigentlich noch weitere Klausuren schreiben müssen, aber ich war von der 1. so komplett durch, dass ich mich wieder abmelden musste. Bei der Vorstellung, dass jetzt noch 1,5-2 Jahre so durchziehen zu müssen, bekomme ich schon wieder die nächsten 10 Panikattacken. In meinem Bereich braucht man nicht unbedingt einen Master, aber er eröffnet einem natürlich nochmal viel mehr Möglichkeiten. In meinem Umfeld sagen alle ich soll nicht abbrechen, weil ich ja so tolle Noten habe, aber keiner versteht wie schlimm es sich anfühlt. Habe Angst es später mal zu bereuen, wenn ich jetzt den Master abbrechen würde, aber so wie jetzt kann es auch nicht weitergehen. Vor allem werde ich nie fertig werden, wenn ich jedes Semester nur 1-2 Klausuren schreiben kann, weil mir die Panikattacken die restliche Energie raubt. Überlege stattdessen vllt. ein Traineeprogramm zu machen.

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Brich nicht ab! Mach ein Urlaubssemester, lass dich krankschreiben bzw. such nach Hilfe. Denn der Druck wird mit dem Berufseinstieg nur steigen. Kümmere dich um dich selbst! Am Ende wird niemand von außen sehen, was los war. Du wirst einen sehr guten Masterabschluss haben.

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Aus eigener Erfahrung:

  1. Such dir professionelle Hilfe
  2. Du bist krank und gar nicht arbeitsfähig. Sei es Studium oder Beruf. Also 1.!
antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Deine seelische Gesundheit hat absolut Priorität und ich würde dir auch empfehlen, dir Zeit zu nehmen und professionelle Hilfe zu holen. Es gibt Behandlungsmöglichkeiten für Panikattacken, die gut helfen können.

Aus meinem Umfeld kenne ich auch jemanden, der damit zu kämpfen hatte. Er hat das aber mit Unterstützung in den Griff bekommen und ist mittlerweile frei davon.

Vielleicht kannst du wirklich ein Urlaubssemester einplanen, sodass du einfach etwas Zeit für dich bekommst?

WiWi Gast schrieb am 09.08.2022:

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Hi!
vielen vielen dank für deine Antwort und auch die weiteren neuen Rückmeldungen. Ja du siehst das schon richtig. Als ich dort angerufen habe, war ich auch am Telefon den Tränen nahe. Die Frau hatte mich am Telefon wirklich abserviert. Das war wirklich super schmerzvoll und hat mir in dem Moment das erste Mal das Gefühl gegeben, dass ich mich nicht outen sollte. Umso mehr war ich beruhigt, als der Professor mir sofort angeboten hatte, bei ihm in die Sprechstunde zu kommen. Er will soetwas weder am Telefon noch per Mail besprechen. Und der Professor und ich, wir schätzen uns wirklich sehr. Er hat mir sogar mal für eine Hausarbeit eine 1.0 gegeben.
Allerdings klar, wenn ich Leuten von meiner Uni erzähle und was ich dort so leiste, dann kommen die meisten aus dem Staunen nicht raus. Sie sagen dann "wow, du machst einen Master, wow du hast sogar einen Schnitt von 2,0". Aber was wirklich keiner dahinter sieht, sind meine täglichen Qualen; und diese besonders in den Prüfungsphasen.

Diese Quälenden Gedanken. Man steht auf und denkt nur noch an die Uni. Ich wache morgens um 4.30 Uhr auf und denke nur daran: Wow, du hast dieses Semester wieder die Prüfung nicht geschrieben. und jetzt musst du wieder 6 Monate warten bis du die Prüfung schreiben kannst, und was ist wenn du im August wieder nicht bereit dafür bist???

Und natürlich gebe ich dir Recht: Ein Uni-Wechsel kann auch vorerst nicht die erste Option sein. Das wäre ein riesiger Neuanfang; aber ich weiß, dass es so, wie es jetzt ist erstmal nicht weitergehen kann. Ich hoffe dass ich einen Therapeuten finde und dass ich mit dem Professor kommende Woche ein gutes Gespräch finde.

WiWi Gast schrieb am 24.02.2020:

Hey,

versuch auf jeden Fall einen Therapieplatz zu bekommen. Lies dir diesen Post dazu durch, da findest du viele hilfreiche Tipps:
old.reddit.com/r/de/comments/7l8ti2/wie_man_einen_therapieplatz_findet_oc/

Vorab: Ich bin kein Psychologe und du wirst in diesem Forum auch keine finden.

Ich denke aber es ist wichtig, dass du das in Angriff nimmst.
Die Depression bringt mit sich, dass diese negativen Zukunftsszenarien dein Denken vollkommen einnehmen. Aus deinem Text geht ganz klar hervor, dass deine Gedanken immer nur darum kreisen, was ist, wenn du endgültig exmatrikuliert wirst. Das ist typisch.

Natürlich wäre das, ohne Frage, ein ziemlicher Einschnitt in deinem Leben. Aber diese Angst führt dazu, das du wie gelähmt bist und gar nicht deine volle Leistung abrufen kannst. Und damit werden diese Gedanken natürlich zur selbsterfüllenden Prophezeiung. Und dabei bringst du ja die Voraussetzungen ohne Zweifel mit. Trotz deines Handicaps hast du einen Schnitt von 2.0 in VWL - das schafft echt nicht jeder.

Nimm auf jeden Fall das Gespräch mit dem Professor nächste Woche wahr. Gerade da du ja durchweg gute Leistungen erbringst, wird ihm das noch viel mehr zeigen, dass bei dir tatsächlich ein tieferliegendes Problem vorliegt. Und Professoren haben absolut kein Interesse daran, gute Leute - und das bist du - rauszuprüfen.

Und bitte nicht auf das hören, was die beim Sekretariat sagen. Die kennen erstens die Prüfungsordnung auch nicht auswendig und zweitens haben die da auch gar nichts zu melden. Da sitzt halt irgendjemand am Apparat, der täglich 200 Anrufe entgegennehmen muss und keinen Bock hat. Über solche Fälle entscheidet meines Wissens der Prüfungsausschuss deines Studiengangs.

Alles Gute

Ich weiß nicht ob der/die Ersteller-/in diese Nachricht hier noch liest, da der Beitrag schon 2 Jahre alt ist, aber falls doch würde es mich sehr interessieren wie dein Weg weitergegangen ist. Ich bin gerade nämlich an einem sehr ähnlichen Punkt in meinem Leben. Habe meinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften mit guten Noten abgeschlossen und arbeite nebenbei auch schon länger als Werkstudent in diesem Bereich. Gegen Ende des Bachelors haben bei mir dann auch die Panikattacken angefangen. Ich bin jetzt im 2 Semester meines Masters im Finanzbereich und ich bestehe alle Klausuren im ersten Versuch mit sehr guten Noten, habe aktuell einen Schnitt von 1,6 und jeder in meinem Umfeld ist stolz auf mich und sagt, dass es so super wäre. Aber meine Panikattacken und Angststörung wird immer schlimmer und es belastet mich mittlerweile so stark, dass ich ernsthaft darüber nachdenke den Master abzubrechen. Dieses Semester war es so sogar schlimm, dass ich vor meiner ersten Prüfung ca. ab 2 Wochen vorher jeden Tag von morgens um 7-2 Uhr nachts dafür gelernt habe ohne Pause, weil ich so Panik hatte die Klausur nicht zu bestehen. Jeden Tag nur 4-5 Stunden Schlaf, mir war dauerhaft so schlecht, dass ich in 2 Wochen knapp 4 Kilo abgenommen habe. Vor der Klausur war ich dann natürlich komplett am Ende und wurde sogar auf dem Weg zur Uni angesprochen von fremden Leuten ob ich Hilfe brauche, weil ich wohl so schlimm aussah. In der Klausur habe ich dann so starkes Ohrenrauschen bekommen, dass ich mich kaum konzentrieren konnte und trotz allem hatte ich sogar noch eine gute Note. Ich hätte danach jetzt eigentlich noch weitere Klausuren schreiben müssen, aber ich war von der 1. so komplett durch, dass ich mich wieder abmelden musste. Bei der Vorstellung, dass jetzt noch 1,5-2 Jahre so durchziehen zu müssen, bekomme ich schon wieder die nächsten 10 Panikattacken. In meinem Bereich braucht man nicht unbedingt einen Master, aber er eröffnet einem natürlich nochmal viel mehr Möglichkeiten. In meinem Umfeld sagen alle ich soll nicht abbrechen, weil ich ja so tolle Noten habe, aber keiner versteht wie schlimm es sich anfühlt. Habe Angst es später mal zu bereuen, wenn ich jetzt den Master abbrechen würde, aber so wie jetzt kann es auch nicht weitergehen. Vor allem werde ich nie fertig werden, wenn ich jedes Semester nur 1-2 Klausuren schreiben kann, weil mir die Panikattacken die restliche Energie raubt. Überlege stattdessen vllt. ein Traineeprogramm zu machen.

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WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

Mach ein Urlaubssemester. Ich konnte mir eins nicht leisten und ich habe in meinem Master Depressionen gehabt. Absolviert habe ich ihn schon, aber mit einer Note von 2,7 und jetzt steht mir nichts Besseres zu, als von einer Big4 heraus hochzuarbeiten. Ich bin am Arsch und ich suche nach Auswege, meine beschissene Note auszugleichen. Zweiter Master? Zweitstudium? Ich bin verzweifelt.

Tu nicht dasselbe wie ich, also nimm dir ein Urlaubssemester und beseitige deine Panikattacken, statt beides gleichzeitig zu machen. Du wirst es dir sonst bereuen.

antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

WiWi Gast schrieb am 09.08.2022:

Ich weiß nicht ob der/die Ersteller-/in diese Nachricht hier noch liest, da der Beitrag schon 2 Jahre alt ist, aber falls doch würde es mich sehr interessieren wie dein Weg weitergegangen ist. Ich bin gerade nämlich an einem sehr ähnlichen Punkt in meinem Leben. Habe meinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften mit guten Noten abgeschlossen und arbeite nebenbei auch schon länger als Werkstudent in diesem Bereich. Gegen Ende des Bachelors haben bei mir dann auch die Panikattacken angefangen. Ich bin jetzt im 2 Semester meines Masters im Finanzbereich und ich bestehe alle Klausuren im ersten Versuch mit sehr guten Noten, habe aktuell einen Schnitt von 1,6 und jeder in meinem Umfeld ist stolz auf mich und sagt, dass es so super wäre. Aber meine Panikattacken und Angststörung wird immer schlimmer und es belastet mich mittlerweile so stark, dass ich ernsthaft darüber nachdenke den Master abzubrechen. Dieses Semester war es so sogar schlimm, dass ich vor meiner ersten Prüfung ca. ab 2 Wochen vorher jeden Tag von morgens um 7-2 Uhr nachts dafür gelernt habe ohne Pause, weil ich so Panik hatte die Klausur nicht zu bestehen. Jeden Tag nur 4-5 Stunden Schlaf, mir war dauerhaft so schlecht, dass ich in 2 Wochen knapp 4 Kilo abgenommen habe. Vor der Klausur war ich dann natürlich komplett am Ende und wurde sogar auf dem Weg zur Uni angesprochen von fremden Leuten ob ich Hilfe brauche, weil ich wohl so schlimm aussah. In der Klausur habe ich dann so starkes Ohrenrauschen bekommen, dass ich mich kaum konzentrieren konnte und trotz allem hatte ich sogar noch eine gute Note. Ich hätte danach jetzt eigentlich noch weitere Klausuren schreiben müssen, aber ich war von der 1. so komplett durch, dass ich mich wieder abmelden musste. Bei der Vorstellung, dass jetzt noch 1,5-2 Jahre so durchziehen zu müssen, bekomme ich schon wieder die nächsten 10 Panikattacken. In meinem Bereich braucht man nicht unbedingt einen Master, aber er eröffnet einem natürlich nochmal viel mehr Möglichkeiten. In meinem Umfeld sagen alle ich soll nicht abbrechen, weil ich ja so tolle Noten habe, aber keiner versteht wie schlimm es sich anfühlt. Habe Angst es später mal zu bereuen, wenn ich jetzt den Master abbrechen würde, aber so wie jetzt kann es auch nicht weitergehen. Vor allem werde ich nie fertig werden, wenn ich jedes Semester nur 1-2 Klausuren schreiben kann, weil mir die Panikattacken die restliche Energie raubt. Überlege stattdessen vllt. ein Traineeprogramm zu machen.

  1. Such dir professionelle Hilfe. Du leidest an einer Krankheit.
    Wenn jemand sich nach dem Bachelor beide Handgelenke bricht, sagt man ja auch nicht: Stell dich nicht so an und mach sofort deinen Master. Da holt man sich ja auch erstmal Hilfe und Heilung.

  2. 2 Wochen vor der Prüfung hast du jeden Tag 19h gelernt? Ich vermute, das ist dann auch eine Auswirkung deiner Krankheit, die dich nicht zur Ruhe kommen lässt. Und destruktiv ist. Ich hoffe du hast unter dem Jahr auch schon gelernt. Bei mir war es so, dass ich sowieso nur ca. 5h am Tag netto effektiv lernen konnte. Den Rest brauchte ich für Pausen und Entspannung. Mein Hirn ist Matsch nach 5 Stunden konzentriert lernen. Vielleicht hilft dir diese Erkenntnis, um dir selbst gegenüber zu begründen, warum du dich nicht zwingen musst, 19h zu lernen und ein Zombie zu werden?
    (Jetzt arbeite ich und hab meistens nicht mal 5 Minuten Kopfanstrengung am Tag.)
antworten
WiWi Gast

Depressionen & Ängste im Masterstudium

WiWi Gast schrieb am 09.08.2022:

Ich weiß nicht ob der/die Ersteller-/in diese Nachricht hier noch liest, da der Beitrag schon 2 Jahre alt ist, aber falls doch würde es mich sehr interessieren wie dein Weg weitergegangen ist. Ich bin gerade nämlich an einem sehr ähnlichen Punkt in meinem Leben. Habe meinen Bachelor in Wirtschaftswissenschaften mit guten Noten abgeschlossen und arbeite nebenbei auch schon länger als Werkstudent in diesem Bereich. Gegen Ende des Bachelors haben bei mir dann auch die Panikattacken angefangen. Ich bin jetzt im 2 Semester meines Masters im Finanzbereich und ich bestehe alle Klausuren im ersten Versuch mit sehr guten Noten, habe aktuell einen Schnitt von 1,6 und jeder in meinem Umfeld ist stolz auf mich und sagt, dass es so super wäre. Aber meine Panikattacken und Angststörung wird immer schlimmer und es belastet mich mittlerweile so stark, dass ich ernsthaft darüber nachdenke den Master abzubrechen. Dieses Semester war es so sogar schlimm, dass ich vor meiner ersten Prüfung ca. ab 2 Wochen vorher jeden Tag von morgens um 7-2 Uhr nachts dafür gelernt habe ohne Pause, weil ich so Panik hatte die Klausur nicht zu bestehen. Jeden Tag nur 4-5 Stunden Schlaf, mir war dauerhaft so schlecht, dass ich in 2 Wochen knapp 4 Kilo abgenommen habe. Vor der Klausur war ich dann natürlich komplett am Ende und wurde sogar auf dem Weg zur Uni angesprochen von fremden Leuten ob ich Hilfe brauche, weil ich wohl so schlimm aussah. In der Klausur habe ich dann so starkes Ohrenrauschen bekommen, dass ich mich kaum konzentrieren konnte und trotz allem hatte ich sogar noch eine gute Note. Ich hätte danach jetzt eigentlich noch weitere Klausuren schreiben müssen, aber ich war von der 1. so komplett durch, dass ich mich wieder abmelden musste. Bei der Vorstellung, dass jetzt noch 1,5-2 Jahre so durchziehen zu müssen, bekomme ich schon wieder die nächsten 10 Panikattacken. In meinem Bereich braucht man nicht unbedingt einen Master, aber er eröffnet einem natürlich nochmal viel mehr Möglichkeiten. In meinem Umfeld sagen alle ich soll nicht abbrechen, weil ich ja so tolle Noten habe, aber keiner versteht wie schlimm es sich anfühlt. Habe Angst es später mal zu bereuen, wenn ich jetzt den Master abbrechen würde, aber so wie jetzt kann es auch nicht weitergehen. Vor allem werde ich nie fertig werden, wenn ich jedes Semester nur 1-2 Klausuren schreiben kann, weil mir die Panikattacken die restliche Energie raubt. Überlege stattdessen vllt. ein Traineeprogramm zu machen.

  1. Such dir professionelle Hilfe. Du leidest an einer Krankheit.
    Wenn jemand sich nach dem Bachelor beide Handgelenke bricht, sagt man ja auch nicht: Stell dich nicht so an und mach sofort deinen Master. Da holt man sich ja auch erstmal Hilfe und Heilung.

  2. 2 Wochen vor der Prüfung hast du jeden Tag 19h gelernt? Ich vermute, das ist dann auch eine Auswirkung deiner Krankheit, die dich nicht zur Ruhe kommen lässt. Und destruktiv ist. Ich hoffe du hast unter dem Jahr auch schon gelernt. Bei mir war es so, dass ich sowieso nur ca. 5h am Tag netto effektiv lernen konnte. Den Rest brauchte ich für Pausen und Entspannung. Mein Hirn ist Matsch nach 5 Stunden konzentriert lernen. Vielleicht hilft dir diese Erkenntnis, um dir selbst gegenüber zu begründen, warum du dich nicht zwingen musst, 19h zu lernen und ein Zombie zu werden?
    (Jetzt arbeite ich und hab meistens nicht mal 5 Minuten Kopfanstrengung am Tag.)

Vielen Dank schonmal für eure Antworten! Ein Urlaubssemester wird im kommenden Semester auf jeden Fall erstmal nicht gehen, weil ich mich schon für ein Seminar angemeldet habe und mich nicht mehr abmelden kann. Außerdem muss man dafür eigentlich ein Praktikumsvertrag oder Ähnliches vorlegen bei meiner Uni.

Zudem habe ich auch schonmal professionelle Hilfe angenommen in meiner Bachelorzeit, aber es hat mir leider nicht wirklich geholfen.

Bisher hatte ich Panikattacken immer nur im Zusammenhang mit dem Studium und noch nie mit der Arbeit. Arbeite neben dem Studium seit ca. 1,5 Jahren schon in Teilzeit und das macht mir Spaß. Freue mich sogar immer auf die Arbeit. Daher denke ich eigentlich nicht, dass ich im Berufsleben auch die Panik hätte, aber dazu gibt es natürlich auch keine Garantie.

Zu den 19 Stunden lernen am Tag… Ich bin mir bewusst, dass das komplett ineffizient ist und es ist auch nicht so, dass ich das ganze Semester sonst nichts mache. Ich war in jeder Vorlesung/Tutorium, hatte schon Wochen vor den Prüfungen meine Zusammenfassungen fertig und war eigentlich top vorbereitet. Aber dann kommt einfach diese unglaubliche Panik immer in mir hoch, dass ich die Prüfung nicht bestehen werde, obwohl ich noch nie durch eine Prüfung gefallen bin. Ich kann dann nicht schlafen, nicht essen, nichts anderes machen, an nicht anderes denken und steigere mich immer weiter rein.

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WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 24.04.2022: Ja. Ganz klar. Ich WILL in diesem Bereich einsteigen und ich WILL danach zu einer Bank wechse ...

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