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Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Ich habe hier immer ein wenig gelacht, wenn ich hier gelesen habe, wie viele studieren sollen.

Heute habe ich mal wieder in der Zeitung gelesen und in der Welt sah ich die neusten Zahlen. Laut der offiziellen Statistik fangen in Berlin 92% eines Jahrgangs ein Studium an. Im Bundesdurchschnitt sind es inzwischen 60% und dabei muss man bedenken, dass gut eine Millionen junge Menschen nach Deutschland gekommen sind, die größtenteils nicht studierfähig sind.
Welchen Wert hat heute ein Studium noch? Was ist es? Wie ordnet man es ein?

Hier die Diskussionsgrundlage:
https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article200124928/Studium-Ganz-Deutschland-draengt-an-die-Uni.html

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

das Thema kann man in verschiedene Richtungen diskutieren. Mal positiv gesehen, profitiert doch die ganze Gesellschaft davon. Wenn es mehr gut studierte Menschen gibt, könnte das einen pull Effekt auf Firmen/Unternehmen auslösen.
Natürlich hängt es auch davon ab, was studiert wird. Wenn alle das gleiche studieren bsp. Kaufmännische/BWL Richtung werden die Studenten die Kaufmännische Ausbildung verdrängen. Spreche aus eigener Erfahrung. Kaufmann IHK - gearbeitet- dann Studium. Die Praktikanten haben teilweise das gleiche gemacht wie wir ausgelernten in der Bank. Die Tarifverträge leiten auch dazu, studieren zu gehen. Da mehr verdient wird bei gleicher Tätigkeit.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Im Artikel wird nur von "Uni" berichtet, nichts von Fachhochschulen/Hochschulen/Dualen Studiengängen. Der Trend ist aber klar. "Studium" löst die duale Ausbildung ab und ist nichts besonderes mehr. Handwerksbetriebe haben null Nachwuchs und sterben aus.

WiWi Gast schrieb am 12.09.2019:

Ich habe hier immer ein wenig gelacht, wenn ich hier gelesen habe, wie viele studieren sollen.

Heute habe ich mal wieder in der Zeitung gelesen und in der Welt sah ich die neusten Zahlen. Laut der offiziellen Statistik fangen in Berlin 92% eines Jahrgangs ein Studium an. Im Bundesdurchschnitt sind es inzwischen 60% und dabei muss man bedenken, dass gut eine Millionen junge Menschen nach Deutschland gekommen sind, die größtenteils nicht studierfähig sind.
Welchen Wert hat heute ein Studium noch? Was ist es? Wie ordnet man es ein?

Hier die Diskussionsgrundlage:
https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article200124928/Studium-Ganz-Deutschland-draengt-an-die-Uni.html

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Zu Berlin: Ich würde in erster Linie eine statistische Fehleinschätzung des Autors vermuten. 92% klingt nämlich so, als hätte man die Anzahl der Berliner Erstis durch die Anzahl der Berliner Abiturienten dividiert. Da viele zum studieren nach Berlin ziehen wäre die Zahl dadurch stark verfälscht.

Ansonsten sehe ich auch kein großes Problem darin, dass der durchschnittliche Deutsche mehr Zeit in seine Bildung investiert. Ein Bachelor ist heute sicher kein Karrieregarant mehr, aber Bildung in der Breite der Bevölkerung ist sicher nicht verkehrt.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

90% Studienanfänger und wie viel davon haben echt was auf dem Kasten? 5%?

Das ist der Unterschied zu früher, früher musstest du von Beginn an schon was auf dem Kasten haben zum studieren und das Studium hat schon allein als Nachweis gedient das der Mann was kann.

Heutzutage musst du dich halt anders abgrenzen. Auch wenn ich nicht arrogant sein will aber wenn ich mich bei mir im WiWi Studium umsehe gibt es keine Konkurrenz.

Es gibt eine handvoll kompetenter Leute die ich auf meiner Stufe einschätze und wertschätze, ganz wenig die ich noch besser schätze als mich.

Und das ist garkeine Abwertung gegenüber der anderen - die wollen nämlich garkeine Konkurrenz sein. Bei mir ist wirklich ein großer Teil einfach an einem chilligen Studium interessiert, nebenbei coole Parties, richtig viel Fachinteresse ist bei den wenigsten vorhanden und so gut wie keiner hätte auch nur ansatzweise vor nach dem Studium mehr als 40h irgendwo zu rackern (sprich IB, UB, usw.) - ich würde sogar so weit gehen, dass die meisten nach dem Studium erstmal schauen dass sie noch ein Jahr chillen könnten und dann am liebsten irgendwo mit 35 h / Woche einsteigen.

Also ja, es fangen zwar mehr an aber gelinde gesagt sind davon die wenigsten wirklich als ernsthafte Konkurrenz war zu nehmen.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Was ist denn daran bitte positiv? Das alles ist doch Etikettenschwindel. Die Menschen sind so klug oder so dumm, wie immer, da Intelligenz normal verteilt ist. Eher sagen aktuelle Tests, dass es nach unten geht, als nach oben, aber wohl nur minimal.

Vor 10 Jahren haben gut 30% eines Jahrganges studiert. Heute sind es in Berlin über 90% (siehe Artikel). Das heißt, dass der schlechte Hauptschüler von 2006 heute Abitur hat und erfolgreich studiert. denn das heißt das übersetzt.

Da der nicht klüger ist, als vor einigen Jahren, sind das Abitur und das Studium offensichtlich inzwischen völlig anspruchsbefreit oder zumindest sehr viele Studiengänge. Die Leute sind für den Arbeitsmarkt daher gar nicht geeignet, was man jetzt noch nicht weiß, da die Studienanfängerquote meines Wissens erst so 2015/2016 auf 60% hoch ist und die Leute noch gar nicht auf dem Markt sind. Die von 2017 bis heute natürlich erst recht nicht. Die große Schwemme kommt noch.

Gleichzeitig fehlen bei 60% der Leute ins Studium die Leute für die Lehre. Es bleiben da ja nur gut 30% für alle Lehrberufe, da 10% heute nicht ausbildungsfähig sind und das werden nicht immer die besten sein.

Wir laufen daher so in die Fachkräftekatastrophe und wenn die kinderreichen Generationen in ein paar Jahren in Rente gehen, wird es an allen Ecken und Enden mangeln, da Jobs wie Handwerker oder Pfleger eben nicht durch die Digitaliserung aufgefangen werden können.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

5 Minuten googeln, Originalstudie finden, folgendes lesen:

„In den östlichen Flächenländern sowie Berlin sind die Anfängerquoten deutlich stärker gestiegen als im Deutschlandmittel. Diese starken Anstiege resultieren aus mehreren Effekten, die sich teilweise überlagern. Zum einen ist die Zahl der Anfängerin- nen und Anfänger in hochqualifizierenden Bildungsgängen gestiegen – insbesondere die Zahl der internationalen Studierenden. Gleichzeitig hat sich die Bezugsgröße für die Quoten, nämlich die altersspezifische Bevölkerung, seit 2006 in den östlichen Flächenländern halbiert. Dies erklärt zum Teil den vergleichsweise hohen Anstieg der Anfängerquoten in diesen Ländern und deren Aufholprozess seit 2006.

Im Falle von Berlin mit dem Anstieg von 52 % auf 92 % kommt neben den eben beschriebenen Effekten noch hinzu, dass die Zahl der Studierenden aus den anderen Bundesländern stark zugenommen hat. Auch die hohen Anfängerquoten der beiden anderen Stadtstaaten, Hamburg und Bremen, erklären sich wesentlich aus der ho- hen Zahl an Studierenden aus dem Umland. Aus den Flächenländern mit den niedrigsten Anfängerquoten, Schleswig-Holstein und Niedersachsen, studieren dagegen viele junge Menschen in anderen Bundesländern, unter anderem gerade in den Stadtstaaten Hamburg und Bremen. Während also Berlin oder auch das Land Sachsen von hohen Studienanfängeranteilen aus anderen Bundesländern sowie aus dem Ausland „profitieren“, „verliert“ beispielsweise Schleswig-Holstein im Saldo Studien- anfängerinnen und -anfänger an andere Bundesländer.“

Hätte eigentlich gedacht, die High Performer Community durchschaut schlecht darstellende Journalisten. Immerhin hat einer der Vorposter in die richtige Richtung gedacht :-)

Link Originalstudie:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressekonferenzen/2019/Bildung/statement-bildung.pdf?__blob=publicationFile

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Die Zahl stimmt nie im Leben

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Zum einen geht es bei der Statistik nicht nur ums Studium, sondern um tertiäre Bildung (inkl. Meister oder Techniker-Abschluss). Zum anderen muss man auch beim Studium zwischen klassischen Universitäten und den vielen Fachhochschulen etc. unterscheiden und bei Berlin wahrscheinlich wirklich von der statischen Verzerrung ausgehen, die ein anderer Forist vermutet hat (Anzahl Abiturienten vs. Anzahl Absolventen ohne Berücksichtigung Zuzug/Wegzug. In Berlin haben doch viele Leute nicht Mal einen Job oder irgendeine Art der Ausbildung. Wie sollen die also auch "nur" Techniker werden.

Insgesamt gibt es aber natürlich eine formale Bildungssteigerung auch durch Niveausenkung. Am Ende misst sich aber kein Masterabsolvent eines TU9-MINT-Studiums oder einer renommierten BWL-Fakultät mit einem BA in Singen und Klatschen aus Hintertupfingen, sondern letztgenannter macht den Job, den man früher mit Ausbildung gemacht hat.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Die Zahl ist falsch berechnet worden. Es wurde statt nur die Anzahl der Berliner Abiturienten die anfangen zu studieren, die Gesamtanzahl aller Erstis genommen. Sollte wohl eher bei 50-60% liegen. Klassische Stimmungsmache vom Autor, der wohl selber nie studiert hat.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 12.09.2019:

Ich habe hier immer ein wenig gelacht, wenn ich hier gelesen habe, wie viele studieren sollen.

Heute habe ich mal wieder in der Zeitung gelesen und in der Welt sah ich die neusten Zahlen. Laut der offiziellen Statistik fangen in Berlin 92% eines Jahrgangs ein Studium an. Im Bundesdurchschnitt sind es inzwischen 60% und dabei muss man bedenken, dass gut eine Millionen junge Menschen nach Deutschland gekommen sind, die größtenteils nicht studierfähig sind.
Welchen Wert hat heute ein Studium noch? Was ist es? Wie ordnet man es ein?

Hier die Diskussionsgrundlage:
www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article200124928/Studium-Ganz-Deutschland-draengt-an-die-Uni.html

Das ist vom Staat gewünscht. Ziel das Bologna Prozesses ist es, dass 75% der Gesellschaft Akademiker sind.

Das Problem ist nur, dass kein Staat so viele Akademiker braucht.

Warum macht Deutschland/Europa das so? Damit es hier weiterhin günstige Arbeitskräfte gibt und uns China nicht alles wegnimmt (Angebot und Nachfrage).

Vergleich einfach was ein deutscher Ingenieur zu Einstieg bekommt (42000€) mit dem, was ein amerikanischer Ingenieur zu Einstieg bekommt (77000$), und bedenke dabei, dass beide Länder in etwa das gleiche BIP pro Kopf haben.

In deutschland ziehen die 60% Akademiker das BIP auf das level, während es die relativ gesehen wenigen Akademiker, die aber mehr verdienen, genau so tun, jedoch stärker pro Person.

Und man merke an, dass während für Ingenieure meist bei 60000€ oder knapp darüber Schluss ist, es kaum amerikanische Ingenieure gibt, die nach 5 Jahren nicht sechsstelligverdienen. Nach 2 tun es schon über die Hälfte! Das kann ich aus erster und zweiter Hand bestätigen.

Hier nimmt die Nettorealkaufkraft seit den 1980ern ab.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Ist doch egal wie viele anfangen, interessant ist vielmehr wie viele es am Ende bis zum Abschluss schaffen. Das werden deutlich weniger sein.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 13.09.2019:

Zum einen geht es bei der Statistik nicht nur ums Studium, sondern um tertiäre Bildung (inkl. Meister oder Techniker-Abschluss). Zum anderen muss man auch beim Studium zwischen klassischen Universitäten und den vielen Fachhochschulen etc. unterscheiden und bei Berlin wahrscheinlich wirklich von der statischen Verzerrung ausgehen, die ein anderer Forist vermutet hat (Anzahl Abiturienten vs. Anzahl Absolventen ohne Berücksichtigung Zuzug/Wegzug. In Berlin haben doch viele Leute nicht Mal einen Job oder irgendeine Art der Ausbildung. Wie sollen die also auch "nur" Techniker werden.

Insgesamt gibt es aber natürlich eine formale Bildungssteigerung auch durch Niveausenkung. Am Ende misst sich aber kein Masterabsolvent eines TU9-MINT-Studiums oder einer renommierten BWL-Fakultät mit einem BA in Singen und Klatschen aus Hintertupfingen, sondern letztgenannter macht den Job, den man früher mit Ausbildung gemacht hat.

+1

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 13.09.2019:

Das ist vom Staat gewünscht. Ziel das Bologna Prozesses ist es, dass 75% der Gesellschaft Akademiker sind.

Das Problem ist nur, dass kein Staat so viele Akademiker braucht.

Warum macht Deutschland/Europa das so? Damit es hier weiterhin günstige Arbeitskräfte gibt und uns China nicht alles wegnimmt (Angebot und Nachfrage).

Vergleich einfach was ein deutscher Ingenieur zu Einstieg bekommt (42000€) mit dem, was ein amerikanischer Ingenieur zu Einstieg bekommt (77000$), und bedenke dabei, dass beide Länder in etwa das gleiche BIP pro Kopf haben.

In deutschland ziehen die 60% Akademiker das BIP auf das level, während es die relativ gesehen wenigen Akademiker, die aber mehr verdienen, genau so tun, jedoch stärker pro Person.

Und man merke an, dass während für Ingenieure meist bei 60000€ oder knapp darüber Schluss ist, es kaum amerikanische Ingenieure gibt, die nach 5 Jahren nicht sechsstelligverdienen. Nach 2 tun es schon über die Hälfte! Das kann ich aus erster und zweiter Hand bestätigen.

Hier nimmt die Nettorealkaufkraft seit den 1980ern ab.

Ingenieure bekommen ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von 62k USD, was ungefähr 56k Euro entspricht.

  • Dazu eine doppelt so hohe Arbeitslosenquote wie bei unseren Ingenieuren,
  • kein Urlaub im 1. Berufsjahr,
  • im besten Fall 2 Wochen im 2. Jahr,
  • du musst sämtliche Versicherungen selber bezahlen,
  • du kannst ohne Probleme am nächsten Tag gekündigt werden ohne ALG,
  • schlechtere Arbeitnehmerrechte,
  • Überstunden meist abgegolten

und das im Verhältnis zu 46k Euro die man hierzulande verdient.

Hört immer auf von Sachen zu sprechen, die ihr selber nicht kennt oder erlebt habt. Ich war selber in Amerika und es ist definitiv nicht das Arbeitnehmerparadies, für das es hier immer glorifiziert wird.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Ich habe ganz vergessen zu erwähnen, dass die meisten Berufseinsteiger in Amerika hochverschuldet (Studienkredit) ins Berufsleben starten und das relativiert das geringe Gehalt doch nochmal stärker. In Deutschland geht es Ingenieuren wesentlich besser.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Meine "Stammtisch-Meinung" hierzu:

Andere Länder waren neidisch auf das deutsche duale-Ausbildungssystem, dass man es ohne jahrelanges studieren beruflich weit bringen kann (war bis zu Beginn der 2000er Jahre so), und man wollte einen "gemeinsamen europäischen Rahmen" schaffen, der überall das Niveau angleicht, zulasten Deutschlands natürlich.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 12.09.2019:

Ich habe hier immer ein wenig gelacht, wenn ich hier gelesen habe, wie viele studieren sollen.

Heute habe ich mal wieder in der Zeitung gelesen und in der Welt sah ich die neusten Zahlen. Laut der offiziellen Statistik fangen in Berlin 92% eines Jahrgangs ein Studium an. Im Bundesdurchschnitt sind es inzwischen 60% und dabei muss man bedenken, dass gut eine Millionen junge Menschen nach Deutschland gekommen sind, die größtenteils nicht studierfähig sind.
Welchen Wert hat heute ein Studium noch? Was ist es? Wie ordnet man es ein?

Hier die Diskussionsgrundlage:
www.welt.de/wirtschaft/karriere/bildung/article200124928/Studium-Ganz-Deutschland-draengt-an-die-Uni.html

*inkl. Meister,- Techniker- und Erzieherausbildung.
Muss schon genau sein.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 13.09.2019:

...

Also ja, es fangen zwar mehr an aber gelinde gesagt sind davon die wenigsten wirklich als ernsthafte Konkurrenz war zu nehmen.

Wenn du nach deinen obligatorischen paar Jahren UB dann erschöpft den "exit" in die Industrie suchst, werden sie zur Konkurrenz. Die sind dann nämlich schon eine Weile dort.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Wenn man überlegt ist der Betriebswirt auch DQR 7 und somit auf dem gleichen Niveau wie ein Master Studium. Das Studium hat halt real an Wert verloren und das muss jedem bewusst sein. Man kann sich ausschließlich mit beruflicher Leistung absetzen.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Exakt!

WiWi Gast schrieb am 14.09.2019:

Ingenieure bekommen ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von 62k USD, was ungefähr 56k Euro entspricht.

  • Dazu eine doppelt so hohe Arbeitslosenquote wie bei unseren Ingenieuren,
  • kein Urlaub im 1. Berufsjahr,
  • im besten Fall 2 Wochen im 2. Jahr,
  • du musst sämtliche Versicherungen selber bezahlen,
  • du kannst ohne Probleme am nächsten Tag gekündigt werden ohne ALG,
  • schlechtere Arbeitnehmerrechte,
  • Überstunden meist abgegolten

und das im Verhältnis zu 46k Euro die man hierzulande verdient.

Hört immer auf von Sachen zu sprechen, die ihr selber nicht kennt oder erlebt habt. Ich war selber in Amerika und es ist definitiv nicht das Arbeitnehmerparadies, für das es hier immer glorifiziert wird.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Die Krankenversicherung zahlen die großen Arbeitgeber in den USA zu 100%. In Deutschland muss man die Hälfte selbst bezahlen. Ingenieurgehälter waren in den USA schon immer viel höher als in D. Die US-Firmen zahlen auch in D am besten für Ingenieure, aber weniger als in den USA.

WiWi Gast schrieb am 14.09.2019:

Exakt!

WiWi Gast schrieb am 14.09.2019:

Ingenieure bekommen ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von 62k USD, was ungefähr 56k Euro entspricht.

  • Dazu eine doppelt so hohe Arbeitslosenquote wie bei unseren Ingenieuren,
  • kein Urlaub im 1. Berufsjahr,
  • im besten Fall 2 Wochen im 2. Jahr,
  • du musst sämtliche Versicherungen selber bezahlen,
  • du kannst ohne Probleme am nächsten Tag gekündigt werden ohne ALG,
  • schlechtere Arbeitnehmerrechte,
  • Überstunden meist abgegolten

und das im Verhältnis zu 46k Euro die man hierzulande verdient.

Hört immer auf von Sachen zu sprechen, die ihr selber nicht kennt oder erlebt habt. Ich war selber in Amerika und es ist definitiv nicht das Arbeitnehmerparadies, für das es hier immer glorifiziert wird.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 14.09.2019:

WiWi Gast schrieb am 13.09.2019:

Zum einen geht es bei der Statistik nicht nur ums Studium, sondern um tertiäre Bildung (inkl. Meister oder Techniker-Abschluss). Zum anderen muss man auch beim Studium zwischen klassischen Universitäten und den vielen Fachhochschulen etc. unterscheiden und bei Berlin wahrscheinlich wirklich von der statischen Verzerrung ausgehen, die ein anderer Forist vermutet hat (Anzahl Abiturienten vs. Anzahl Absolventen ohne Berücksichtigung Zuzug/Wegzug. In Berlin haben doch viele Leute nicht Mal einen Job oder irgendeine Art der Ausbildung. Wie sollen die also auch "nur" Techniker werden.

Insgesamt gibt es aber natürlich eine formale Bildungssteigerung auch durch Niveausenkung. Am Ende misst sich aber kein Masterabsolvent eines TU9-MINT-Studiums oder einer renommierten BWL-Fakultät mit einem BA in Singen und Klatschen aus Hintertupfingen, sondern letztgenannter macht den Job, den man früher mit Ausbildung gemacht hat.

+1

Stimmt leider nicht ganz. Der BA Student hat meist eine Ausbildung und Berufserfahrung in der Tasche und spätestens, wenn er noch seinen Master macht dann interessiert es kein UN mehr. Im Gegenteil der Uni Student kann nur einige Praktika vorweisen und der anfängliche BA Student hat schon mehrere Jahre vollwertige Berufserfahrung in der Vertiefungsrichtung.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

ich glaube, mit BA meinte er einfach nur n Bachelor und nicht n BA-Studenten oder?

Ich mein, n dualer Bachelor reicht idR für untere Führungsebene oder Spezialistentum, wenns höher hinaus gehen soll, --> Master an ner Uni

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 17.09.2019:

ich glaube, mit BA meinte er einfach nur n Bachelor und nicht n BA-Studenten oder?

Ich mein, n dualer Bachelor reicht idR für untere Führungsebene oder Spezialistentum, wenns höher hinaus gehen soll, --> Master an ner Uni

naja, warum an die uni gehen, wenn man parallel den Master machen kann und sein Netzwerk im UN weiter ausbauen kann? Nur weil Uni draufsteht werden dir nicht mehr türen aufgehalten. Wir sind nicht im consulting.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Dass die Studienanfängerquote gestiegen ist, sollte keinen hier überraschen. Das liegt an vielen Faktoren, zum einen natürlich an der (gewollten) Akademisierung unserer Gesellschaft und zum anderen an den gestiegenen Barrieren für gewisse Berufe. Dabei sollte man auch die Entwicklung des Studienangebots berücksichtigen, heutzutage gibt es für fast alles ein Studium, egal ob Archäologie oder Energieberater/Stuckateurmeister.

Wie bereits oben thematisiert, haben damals nur wenige ein Studium absolviert. Wer einen Bachelor hatte, der gehörte schon zu den "Intelligenteren" der Gesellschaft. Früher wurde einfach schon in der Schule aussortiert. Die Eintrittsbarrieren für Jobs waren geringer und das deutsche (duale) System wurde von vielen bewundert. Mit einer Ausbildung konnte man es immer noch weit nach oben bringen, das ist heute nicht mehr so.

Ob die Zahl in Berlin stimmt, sei mal dahingestellt, aber wie so ein hoher Prozentsatz zustande kommt, hat der Kollege ein paar Posts über mir sehr gut erläutert. Um ehrlich zu sein, finde ich die Akademisierung einer Gesellschaft falsch. Handwerker finden keine Nachfolger mehr bzw. das Handwerk stirbt aus und Sachbearbeiter brauchen irgendwann mindestens einen Bachelor. Das Schlimmste daran finde ich die Veränderung der Denkweise unserer Gesellschaft. Das ganze spiegelt sich in Aussagen wie "ohne Master bist du heutzutage nichts mehr" wieder. Ich bin gespannt in welche Richtung sich da ganze in dem kommenden Jahrzehnten bewegt.

Zu dem oben genannten Vergleich mit dem Gehalt USA vs Deutschland, will ich noch anmerken, dass bei vielen Vergleichen auf die Rahmenbedingungen bzw. zusätzliche Informationen nicht geachtet wird. In den USA wären es wie oben bereits genannt, Verschuldung durch das Studium, Steueranteile, Urlaubstage etc.

Das Gesamtpaket was Deutschland hinsichtlich Gehalt, Kaufkraft, Lebensstandard, Bildung usw. bietet, ist meiner Meinung nach eines der Besten weltweit. Wobei es natürlich auf die persönlichen Präferenzen und Faktoren wie beispielweise die Jobposition ankommt.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Wer heute eine Ausbildung macht, gehört zu den ganz wenigen eines Jahrgangs. Wer da gut ist, kann es abhängig von der Branche immer noch ganz nach oben bringen. Nur die Studenten glauben, dass das nicht möglich sei. War bei mir auch so.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Natürlich ist es branchenabhängig, aber im Vergleich zu den 80-er/90-er Jahren sind es um einiges weniger. @Vorposter Wie ist dein Werdegang?

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Ganz normal. Abi + Uni-Diplom. Erst im Beruf habe ich dann festgestellt, dass einige meiner Vorgesetzten als normale Arbeiter angefangen hatten.

WiWi Gast schrieb am 18.09.2019:

Natürlich ist es branchenabhängig, aber im Vergleich zu den 80-er/90-er Jahren sind es um einiges weniger. @Vorposter Wie ist dein Werdegang?

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Welchen Wert hat ein Studium noch?

Also ich kann nur für mich sprechen (Jahrgang 1990) und vielleicht können ältere Jahrgänge mal sagen ob meine Eindrücke so stimmen.

Während meiner Jugend in den frühen 2000ern war das Studium in meinen Augen die Eintrittskarte für eine Führungsposition. Natürlich nicht sofort und nicht für jeden, aber die Option war da. Diejenigen Diplomer die keine Führungskraft wurden hatten zumindest einen sehr gut bezahlten Job.

Das Abi (oder ein sehr guter Realschulabschluss) war der Türöffner für eine solide kaufmännische Ausbildung mit guten Gehaltsaussichten wie z.B. Industriekaufmann bei einem großen Unternehmen oder Bankkaufmann.

Wie gesagt, das war damals meine Sicht als Jugendlicher.

Der Wert des Studiums heute ist jetzt für mich das was vor 15 Jahren das Abitur war: Die Eintrittskarte für einen halbwegs passabel bezahlten Job. Es ist kein Garant mehr für persönliche Wohlstandssteigerung aka. "sozialem Aufstieg".

Ich verstehe jedenfalls, dass die Politik durch Bologna etwas Gutes tun wollte weil rein theoretisch ist ja nach DQR der Bachelor besser ausgebildet als ein Geselle, Aber wenn jeder studiert, hat niemand studiert.

In der Realität sind Menschen die eine Ausbildung gemacht hätten und heute einen Bachelor haben auf dem gleichen Wohlstandsniveau wie ein augebildeter Kaufmann vor 15 Jahren.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 19.09.2019:

Welchen Wert hat ein Studium noch?

Also ich kann nur für mich sprechen (Jahrgang 1990) und vielleicht können ältere Jahrgänge mal sagen ob meine Eindrücke so stimmen.

Während meiner Jugend in den frühen 2000ern war das Studium in meinen Augen die Eintrittskarte für eine Führungsposition. Natürlich nicht sofort und nicht für jeden, aber die Option war da. Diejenigen Diplomer die keine Führungskraft wurden hatten zumindest einen sehr gut bezahlten Job.

Ich bin 10 Jahre älter und nein, das war auch zu meiner Zeit nicht so. Ich würde sagen, in den 60ern, vielleicht noch 70ern war das noch so, spätestens in den 80ern aber nicht mehr.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Den Rechtsanwalt, der mit Pflichtverteidigung gerade so über die Runden kommt, gab es auch schon Anfang der 2000er in Massen...

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Es geht nicht um (Ego-) Eintrittskarten, um den Rest auszuschließen. In der Steinzeit war die Muskelkraft die Eintrittskarte blabla früher war alles besser. Es geht oder sollte gehen um Kompetenzsteigerung in der Gesellschaft. Die Studiengänge leisten noch zuwenig da meist nur auf wirtschaftliche Verwertung billiger Fachkräfte angelegt.

antworten
WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 19.09.2019:

Es geht nicht um (Ego-) Eintrittskarten, um den Rest auszuschließen. In der Steinzeit war die Muskelkraft die Eintrittskarte blabla früher war alles besser. Es geht oder sollte gehen um Kompetenzsteigerung in der Gesellschaft. Die Studiengänge leisten noch zuwenig da meist nur auf wirtschaftliche Verwertung billiger Fachkräfte angelegt.

Dein Argument ist unsinnig. Hier geht es um den Wert des Studiums und das ist in den Keller gegangen. Die Inhalte sind doch bestenfalls noch auf schlechtem Ausbildungsniveau und der einzige Unterschied ist, dass die Ausbildung heute von den "Studenten" selbst bezahlt wird. Höhere Kompetenzen sehe ich bei einem Abschluss, denn heute jemand, dessen Intelligenz 2006 nur zum Hauptschulabschluss gelangt hätte, locker besteht, nicht. Der BWL-Stoff hat sich auch kaum verändert. Bestenfalls im Recht gab es Anpassungen.
Er ist hier und da ergänzt, dafür sind alte Sachen weggefallen, aber 1996 und 2006 wurde im Großen und Ganzen das Gleiche unterrichtet wie 2019. Der Grund, warum da heute mehr erfolgreich sein können, ist ganz einfach, weil man alle schweren Inhalte beseitigt hat.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 19.09.2019:

Dein Argument ist unsinnig. Hier geht es um den Wert des Studiums und das ist in den Keller gegangen. Die Inhalte sind doch bestenfalls noch auf schlechtem Ausbildungsniveau und der einzige Unterschied ist, dass die Ausbildung heute von den "Studenten" selbst bezahlt wird. Höhere Kompetenzen sehe ich bei einem Abschluss, denn heute jemand, dessen Intelligenz 2006 nur zum Hauptschulabschluss gelangt hätte, locker besteht, nicht. Der BWL-Stoff hat sich auch kaum verändert. Bestenfalls im Recht gab es Anpassungen.
Er ist hier und da ergänzt, dafür sind alte Sachen weggefallen, aber 1996 und 2006 wurde im Großen und Ganzen das Gleiche unterrichtet wie 2019. Der Grund, warum da heute mehr erfolgreich sein können, ist ganz einfach, weil man alle schweren Inhalte beseitigt hat.

Deine Argumentation ist unschlüssig, wenn doch im Großen und Ganzen das Gleiche unterrichtet wird, wie kann das Studium dann leichter geworden sein?
In meinen Augen ist es eben nicht mehr das Gleiche wie in den Jahren zuvor, denn viele Themengebiete die als schwierig galten, werden mittlerweile abgespeckt bzw. in schulischer Form dargereicht.
Dazu kommt noch die Erarbeitung von Stoffinhalten ist mittlerweile um ein vielfaches einfacher, bzw, wird nicht mehr in der Tiefe gefordert.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 19.09.2019:

Es geht oder sollte gehen um Kompetenzsteigerung in der Gesellschaft. Die Studiengänge leisten noch zuwenig da meist nur auf wirtschaftliche Verwertung billiger Fachkräfte angelegt.

Aber das widerspricht sich doch. Wie will man die "Kompetenzen steigern" ohne gleichzeitig den Abschluss zu entwerten, was halt automatisch auch noch zu billigeren Arbeitskräften führt?
Du gehst zu ideell an die Sache. Es geht nicht darum eine "bessere Gesellschaft" zu schaffen. Das Ziel ist es einfach nur die Akademikerquote zu erhöhen. Mehr nicht.

In NRW bekommen die Hochschulen vom Land eine 4000 Euro für jeden Absolventen. Ich denke das Konzept der Anreize muss ich in einem Wirtschaftsforum nicht erläutern.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Schon in den 1970er Jahren gab es Absolventen, die weniger erfolgreich waren als manche Leute mit beruflicher Ausbildung. Und bei den TU-Ingenieuren hatte man eine gute Chance, nach 4 bis 5 Jahren ohne Abschluss dazu stehen, weil man in Feldtheorie oder Thermodynamik endgültig durchgefallen war. Heute kann man an eine einfache FH gehen, um dort den Bachelor zu machen und im Anschluss einen Master an einer TU. Solche dünnen Bretter konnte man früher nicht bohren, keine Chance! Ist doch klar, dass heute viele Leute durchkommen, die früher nur ein FH-Diplom geschafft hätten!

WiWi Gast schrieb am 19.09.2019:

Den Rechtsanwalt, der mit Pflichtverteidigung gerade so über die Runden kommt, gab es auch schon Anfang der 2000er in Massen...

antworten
WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 19.09.2019:

Dein Argument ist unsinnig. Hier geht es um den Wert des Studiums und das ist in den Keller gegangen. Die Inhalte sind doch bestenfalls noch auf schlechtem Ausbildungsniveau und der einzige Unterschied ist, dass die Ausbildung heute von den "Studenten" selbst bezahlt wird. Höhere Kompetenzen sehe ich bei einem Abschluss, denn heute jemand, dessen Intelligenz 2006 nur zum Hauptschulabschluss gelangt hätte, locker besteht, nicht. Der BWL-Stoff hat sich auch kaum verändert. Bestenfalls im Recht gab es Anpassungen.
Er ist hier und da ergänzt, dafür sind alte Sachen weggefallen, aber 1996 und 2006 wurde im Großen und Ganzen das Gleiche unterrichtet wie 2019. Der Grund, warum da heute mehr erfolgreich sein können, ist ganz einfach, weil man alle schweren Inhalte beseitigt hat.

Deine Argumentation ist unschlüssig, wenn doch im Großen und Ganzen das Gleiche unterrichtet wird, wie kann das Studium dann leichter geworden sein?
In meinen Augen ist es eben nicht mehr das Gleiche wie in den Jahren zuvor, denn viele Themengebiete die als schwierig galten, werden mittlerweile abgespeckt bzw. in schulischer Form dargereicht.
Dazu kommt noch die Erarbeitung von Stoffinhalten ist mittlerweile um ein vielfaches einfacher, bzw, wird nicht mehr in der Tiefe gefordert.

Du musst meinen Post genauer lesen. Ich sagte:

  1. Bei betriebswirtschaftlichen Inhalten hat sich jetzt nicht so viel getan, dass man da neue "Kompetenzen" für den beruflichen Alltag bräuchte. Der (technisch modernisierte) Ausbildungsinhalt (gemeint ist eine gute kaufmännische Lehre) von 1990 genügt auch 2019 noch für 80% aller Stellen, besonders wenn man nur die kaufmännische/betriebswirtschaftliche Schiene anschaut und die stetige Weiterentwicklung der Technik, die es halt auch von 1990 auf 2000 gab, mal außen vor lässt.

  2. Die Inhalte sind also heute noch ähnlich. Das heißt aber nicht, dass diese Inhalte an den heutigen Hochschulen noch auf dem Niveau gelehrt und vor allem abgeprüfte werden, wie noch vor 10 bis 15 Jahren. Natürlich hast du Recht: Das wurde abgespeckt und die Konsequenz ist:
  • Fast eine relative Verdoppelung der Studenten
  • Bessere Noten
  • Durchfallquote ist auf 11 - 13% gesunken
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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 19.09.2019:

Schon in den 1970er Jahren gab es Absolventen, die weniger erfolgreich waren als manche Leute mit beruflicher Ausbildung. Und bei den TU-Ingenieuren hatte man eine gute Chance, nach 4 bis 5 Jahren ohne Abschluss dazu stehen, weil man in Feldtheorie oder Thermodynamik endgültig durchgefallen war. Heute kann man an eine einfache FH gehen, um dort den Bachelor zu machen und im Anschluss einen Master an einer TU. Solche dünnen Bretter konnte man früher nicht bohren, keine Chance! Ist doch klar, dass heute viele Leute durchkommen, die früher nur ein FH-Diplom geschafft hätten!

Den Rechtsanwalt, der mit Pflichtverteidigung gerade so über die Runden kommt, gab es auch schon Anfang der 2000er in Massen...

Der Kommentar macht wenig Sinn. Das FH-Diplom war und ist ein hochangesehener Abschluss. Die Wahrheit ist doch, dass der Bachelor dem Vordiplom entspricht.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 19.09.2019:

Es geht oder sollte gehen um Kompetenzsteigerung in der Gesellschaft. Die Studiengänge leisten noch zuwenig da meist nur auf wirtschaftliche Verwertung billiger Fachkräfte angelegt.

Aber das widerspricht sich doch. Wie will man die "Kompetenzen steigern" ohne gleichzeitig den Abschluss zu entwerten, was halt automatisch auch noch zu billigeren Arbeitskräften führt?
Du gehst zu ideell an die Sache. Es geht nicht darum eine "bessere Gesellschaft" zu schaffen. Das Ziel ist es einfach nur die Akademikerquote zu erhöhen. Mehr nicht.

In NRW bekommen die Hochschulen vom Land eine 4000 Euro für jeden Absolventen. Ich denke das Konzept der Anreize muss ich in einem Wirtschaftsforum nicht erläutern.

Das ist etwas zu einfach gedacht. Für die Menge an Absolventen braucht man erst einmal eine noch größere Menge an Abiturienten.
Der Fisch stinkt daher bereits am Anfang und die Motivation wird nicht irgendwo in der Mitte geweckt, sondern die Richtung wird schon dadurch eingeschlagen, dass man jeden mit guten Noten Abi machen lässt und auch mal zwei Augen zudrückt, wenn einer bei 2 + 2 auf 5 tippt. Da gibt es nämlich dann noch das "gut", weil es so schön knapp war, allerdings auch mit schlechtem Gewissen, weil man dem armen Schüler ja nichts böses will.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Nein, das FH-Diplom war kein hoch angesehener Abschluss. In den 1970ern ist kaum jemand mit normalem Abi an eine FH gegangen. Das waren eher Leute mit Fach-Abi und diejenigen, die an der Uni durchgefallen waren. Dass der Bachelor ungefähr einem Vordiplom entspricht ist klar. Ein Bekannter, dessen beide Söhne den Bachelor als Ingenieur gemacht hatten, meint, dass er sogar noch weniger Wert sein. Er selbst hat ein TU-Diplom. Der eine Sohn hat seinen Bachelor an einer FH gemacht, weil er sich sicher war, das an einer TU9 nicht zu schaffen.

WiWi Gast schrieb am 19.09.2019:

Schon in den 1970er Jahren gab es Absolventen, die weniger erfolgreich waren als manche Leute mit beruflicher Ausbildung. Und bei den TU-Ingenieuren hatte man eine gute Chance, nach 4 bis 5 Jahren ohne Abschluss dazu stehen, weil man in Feldtheorie oder Thermodynamik endgültig durchgefallen war. Heute kann man an eine einfache FH gehen, um dort den Bachelor zu machen und im Anschluss einen Master an einer TU. Solche dünnen Bretter konnte man früher nicht bohren, keine Chance! Ist doch klar, dass heute viele Leute durchkommen, die früher nur ein FH-Diplom geschafft hätten!

Den Rechtsanwalt, der mit Pflichtverteidigung gerade so über die Runden kommt, gab es auch schon Anfang der 2000er in Massen...

Der Kommentar macht wenig Sinn. Das FH-Diplom war und ist ein hochangesehener Abschluss. Die Wahrheit ist doch, dass der Bachelor dem Vordiplom entspricht.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Die Akademikerquote wird bis auf 40% steigen. Das ist EU-Strategie an die sich jedes europäische Land hält. Offiziell einsehbar und diskutiert und nichts geheimes.

Zitat:

– Der Anteil der Schulabbrecher sollte auf unter 10 % abgesenkt werden, und mindestens 40 % der jüngeren Generation sollten einen Hochschulabschluss haben.

https://ec.europa.eu/transparency/regdoc/rep/1/2010/DE/COM-2010-2020-3-DE-MAIN-PART-1.PDF (Seite 3)

https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/oecd-ruegt-deutschland-fuer-geringe-akademiker-rate-a-1013694.html

https://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/akademikerquoten-kritik-an-eu-strategie-2020-1949677.html

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 19.09.2019:

Der Kommentar macht wenig Sinn. Das FH-Diplom war und ist ein hochangesehener Abschluss. Die Wahrheit ist doch, dass der Bachelor dem Vordiplom entspricht.

Nein, das FH-Diplom war früher nicht besonders hoch angesehen, zumindest im Vergleich zur Uni. Vor 20+ Jahren stand die FH einfach noch weit unter der Uni, weitaus mehr als heute.

Es ist auch falsch, dass der Bachelor dem Vordiplom entspricht, zumindest an der FH. Dort ist der Bachelor mit dem damaligen Diplom gleichgesetzt.
Ein befreundeter Prof, der seit 20+ Jahren an einer FH lehrt, hat erklärt, dass man den Inhalt des damaligen FH-Diploms für den Bachelor komplett übernommen hat. Der Bachelor an der FH dauert ja auch nur ein Semester weniger, welches oft auch nur ein weiteres Praxissemester war.

Außerdem muss man ehrlich sagen, dass die FH früher sehr verschult war. Mein Vater hat damals an einer FH studiert, er hatte einen festen Stundenplan, das ganze System war wie in der Schule, mit kurzen Vorlesungen, Pausen und um spätestens 14 Uhr ist er dann nach Hause. Auch die Menge an Stoff, den die damals hatten, wirkt heute total lächerlich.
Das hat sich heute schon geändert, wie ich bei meinem Bruder gerade sehe, der an der gleichen FH studiert.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 19.09.2019:

Nein, das FH-Diplom war kein hoch angesehener Abschluss. In den 1970ern ist kaum jemand mit normalem Abi an eine FH gegangen. Das waren eher Leute mit Fach-Abi und diejenigen, die an der Uni durchgefallen waren. Dass der Bachelor ungefähr einem Vordiplom entspricht ist klar. Ein Bekannter, dessen beide Söhne den Bachelor als Ingenieur gemacht hatten, meint, dass er sogar noch weniger Wert sein. Er selbst hat ein TU-Diplom. Der eine Sohn hat seinen Bachelor an einer FH gemacht, weil er sich sicher war, das an einer TU9 nicht zu schaffen.

Immer diese "Bekannten" Storys. Ja früher war alles schwerer und wertiger. Die Geschichte hört man von jeden Diplom Ing, der bis zum Vordiplom früher nur gechillt hat.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 19.09.2019:

Nein, das FH-Diplom war kein hoch angesehener Abschluss. In den 1970ern ist kaum jemand mit normalem Abi an eine FH gegangen. Das waren eher Leute mit Fach-Abi und diejenigen, die an der Uni durchgefallen waren. Dass der Bachelor ungefähr einem Vordiplom entspricht ist klar. Ein Bekannter, dessen beide Söhne den Bachelor als Ingenieur gemacht hatten, meint, dass er sogar noch weniger Wert sein. Er selbst hat ein TU-Diplom. Der eine Sohn hat seinen Bachelor an einer FH gemacht, weil er sich sicher war, das an einer TU9 nicht zu schaffen.

Die FHs wurden zu diesem Zeitpunkt erst eingeführt. Genauso das Fachabitur. Da konnte man noch gar kein Ansehen haben. Geschichtlicher Bödsinn also.

Wir müssen uns schon über die Zeit aber der Wiedervereinigung unterhalten, um vernünftig zu vergleichen, denn ein Vergleich mit einer Zeit, in der es die DDR noch gab, das Bafög noch nicht richtig etabliert war und man an Bildungsformen noch experimentierte ist für die Diskussion eher ungeeignet.

Unabhängig davon waren die FHs ein absolutes Erfolgsmodell.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 20.09.2019:

Der Kommentar macht wenig Sinn. Das FH-Diplom war und ist ein hochangesehener Abschluss. Die Wahrheit ist doch, dass der Bachelor dem Vordiplom entspricht.

Nein, das FH-Diplom war früher nicht besonders hoch angesehen, zumindest im Vergleich zur Uni. Vor 20+ Jahren stand die FH einfach noch weit unter der Uni, weitaus mehr als heute.

Es ist auch falsch, dass der Bachelor dem Vordiplom entspricht, zumindest an der FH. Dort ist der Bachelor mit dem damaligen Diplom gleichgesetzt.
Ein befreundeter Prof, der seit 20+ Jahren an einer FH lehrt, hat erklärt, dass man den Inhalt des damaligen FH-Diploms für den Bachelor komplett übernommen hat. Der Bachelor an der FH dauert ja auch nur ein Semester weniger, welches oft auch nur ein weiteres Praxissemester war.

Außerdem muss man ehrlich sagen, dass die FH früher sehr verschult war. Mein Vater hat damals an einer FH studiert, er hatte einen festen Stundenplan, das ganze System war wie in der Schule, mit kurzen Vorlesungen, Pausen und um spätestens 14 Uhr ist er dann nach Hause. Auch die Menge an Stoff, den die damals hatten, wirkt heute total lächerlich.
Das hat sich heute schon geändert, wie ich bei meinem Bruder gerade sehe, der an der gleichen FH studiert.

Ich denke, dass du bewusst Unwahrheiten streust, um deinen Bachelor, aufzuwerten, aber ich bin seit mittlerweile 20 Jahren Dozent an einer Uni und einer FH im Nebenberuf, hauptberuflich bin ich selbstständig, und habe daher einen guten Überblick.

  • Die Stoffmenge war vor 15 Jahren deutlich höher, als heute. Für ein normales BWL-Studium. Kann man ganz leicht nachprüfen, wenn man den Stoff gegenüberstellt.

  • Die Vorlesungen sind bei FH und Uni über den ganzen Tag verteilt. Damals und heute auch. Dass man als Student nicht zu jeder geht und versucht die früheren Kurse zu machen, ist doch logisch.

  • Verschult ist erst seit dem Bachelor/Master-System

  • Die Anpassung des Diploms an den Bachelor erfolgte entweder direkt, dann hat man 50% der Inhalte gestrichen oder aber in zwei Stufen. Das lief dann so, dass man versucht hat die Inhalte für kurze Zeit reinzuquetschen. Das funktionierte nicht und so wurde dann mit 1 - 2 Jahren Verzögerung doch gestrichen. An meiner Uni hat man Variante 1 durchgeführt, an meiner FH Variante 2. Bei Variante 2 hatte man so ein absolutes Chaos produziert.
  • Inhaltlich hat man zwar die gleichen Themen, allerdings sind das nur Überschriften und darunter ist viel weniger Text

  • Neben der Reduzierung wurden auch viele neue Studiengänge konzipiert, die von "schwereren" Fächern wie Mathe oder Recht befreit waren oder aber die auf ein Minimum reduziert wurden. Typische Beispiele wären Studiengänge wie "Marken und Kommunikation", also die Marketingvorlesungen auf 6 Semester aufgebläht. War sowohl bei der Uni, als auch bei der FH so.

  • Die Prüfungen haben heute eine andere Struktur. Sie sollen kein zusammenhängendes Wissen mehr prüfen, sondern stückweise. Dadurch sind die Noten deutlich besser geworden, obwohl viel mehr weniger intelligente Studieren.

  • Bei den Prüfungsbewertungen haben wir, auf Anweisung von oben, wohlwollend zu handeln. Kann sich jetzt jeder selbst denken, was das heißt. Wer keinen Stress will, macht das auch.

  • Der Bachelor ist bestenfalls ein besseres Vordiplom. Sowohl an Uni, als auch FH

Die grundsätzliche Frage, warum inzwischen 60% eines Geburtsjahrganges studieren, stellen wir lieber nicht, denn das wäre politisch ja nicht korrekt, darauf hinzuweisen, dass viele von denen es intellektuell im Jahr 2006 nicht zum Studium gekommen wären. Nun haben die Leute Abi und studieren sogar mit guten Noten.

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 20.09.2019:

  • Bei den Prüfungsbewertungen haben wir, auf Anweisung von oben, wohlwollend zu handeln. Kann sich jetzt jeder selbst denken, was das heißt. Wer keinen Stress will, macht das auch.

Durch die Blume habe ich das als Student sogar von einem Prof selbst gehört à la "Kommen Sie zu den Vorlesungen. Wenn zu viele durchfallen sieht das schlecht aus und ich muss mich rechtfertigen. Zu leicht kann ich Ihnen aber die Prüfung auch nicht stellen."

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Nur wenn sich 90 % einschreiben, heißt es nicht das 90 % studieren, den meisten in Berlin geht es um Busticket und Kindergeld

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WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Ich finde dass sich die Studentenzahl durch andere neumodische Studiengänge erhöht hat. So kann man heute Tourismusmanagement, Gesundheitsmanagement, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen studieren. So vermeidet man die schwierigen Fächer aber das Niveau ist natürlich unter aller Kanone. Klassische BWL / FACT ist von der Studentenzahl gar nicht so stark gestiegen und da wird noch hart gesiebt.

antworten
WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

ist doch alles relativ heute bekommt man mit einem Bachelor schlechter als 3.0 nur schwer eine akademiker Stelle. Früher reichte es schon das Diplom zu bestehen. Spätestens nach dem Studium bekommt jeder Absolvent seine Quittung. Ich weiß gar nicht, warum sich alle so aufregen? Sollen doch alle den Titel haben. Solange man keine passende Stelle hat, ist es nur was für die Vitrine.

antworten
WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

Wirtschaftsingenieur gab es schon vor 45 Jahren!

WiWi Gast schrieb am 21.09.2019:

Ich finde dass sich die Studentenzahl durch andere neumodische Studiengänge erhöht hat. So kann man heute Tourismusmanagement, Gesundheitsmanagement, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen studieren. So vermeidet man die schwierigen Fächer aber das Niveau ist natürlich unter aller Kanone. Klassische BWL / FACT ist von der Studentenzahl gar nicht so stark gestiegen und da wird noch hart gesiebt.

antworten
WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 20.09.2019:

Der Kommentar macht wenig Sinn. Das FH-Diplom war und ist ein hochangesehener Abschluss. Die Wahrheit ist doch, dass der Bachelor dem Vordiplom entspricht.

Nein, das FH-Diplom war früher nicht besonders hoch angesehen, zumindest im Vergleich zur Uni. Vor 20+ Jahren stand die FH einfach noch weit unter der Uni, weitaus mehr als heute.

Es ist auch falsch, dass der Bachelor dem Vordiplom entspricht, zumindest an der FH. Dort ist der Bachelor mit dem damaligen Diplom gleichgesetzt.
Ein befreundeter Prof, der seit 20+ Jahren an einer FH lehrt, hat erklärt, dass man den Inhalt des damaligen FH-Diploms für den Bachelor komplett übernommen hat. Der Bachelor an der FH dauert ja auch nur ein Semester weniger, welches oft auch nur ein weiteres Praxissemester war.

Außerdem muss man ehrlich sagen, dass die FH früher sehr verschult war. Mein Vater hat damals an einer FH studiert, er hatte einen festen Stundenplan, das ganze System war wie in der Schule, mit kurzen Vorlesungen, Pausen und um spätestens 14 Uhr ist er dann nach Hause. Auch die Menge an Stoff, den die damals hatten, wirkt heute total lächerlich.
Das hat sich heute schon geändert, wie ich bei meinem Bruder gerade sehe, der an der gleichen FH studiert.

Ich denke, dass du bewusst Unwahrheiten streust, um deinen Bachelor, aufzuwerten, aber ich bin seit mittlerweile 20 Jahren Dozent an einer Uni und einer FH im Nebenberuf, hauptberuflich bin ich selbstständig, und habe daher einen guten Überblick.

  • Die Stoffmenge war vor 15 Jahren deutlich höher, als heute. Für ein normales BWL-Studium. Kann man ganz leicht nachprüfen, wenn man den Stoff gegenüberstellt.

  • Die Vorlesungen sind bei FH und Uni über den ganzen Tag verteilt. Damals und heute auch. Dass man als Student nicht zu jeder geht und versucht die früheren Kurse zu machen, ist doch logisch.

  • Verschult ist erst seit dem Bachelor/Master-System

  • Die Anpassung des Diploms an den Bachelor erfolgte entweder direkt, dann hat man 50% der Inhalte gestrichen oder aber in zwei Stufen. Das lief dann so, dass man versucht hat die Inhalte für kurze Zeit reinzuquetschen. Das funktionierte nicht und so wurde dann mit 1 - 2 Jahren Verzögerung doch gestrichen. An meiner Uni hat man Variante 1 durchgeführt, an meiner FH Variante 2. Bei Variante 2 hatte man so ein absolutes Chaos produziert.
  • Inhaltlich hat man zwar die gleichen Themen, allerdings sind das nur Überschriften und darunter ist viel weniger Text

  • Neben der Reduzierung wurden auch viele neue Studiengänge konzipiert, die von "schwereren" Fächern wie Mathe oder Recht befreit waren oder aber die auf ein Minimum reduziert wurden. Typische Beispiele wären Studiengänge wie "Marken und Kommunikation", also die Marketingvorlesungen auf 6 Semester aufgebläht. War sowohl bei der Uni, als auch bei der FH so.

  • Die Prüfungen haben heute eine andere Struktur. Sie sollen kein zusammenhängendes Wissen mehr prüfen, sondern stückweise. Dadurch sind die Noten deutlich besser geworden, obwohl viel mehr weniger intelligente Studieren.

  • Bei den Prüfungsbewertungen haben wir, auf Anweisung von oben, wohlwollend zu handeln. Kann sich jetzt jeder selbst denken, was das heißt. Wer keinen Stress will, macht das auch.

  • Der Bachelor ist bestenfalls ein besseres Vordiplom. Sowohl an Uni, als auch FH

Die grundsätzliche Frage, warum inzwischen 60% eines Geburtsjahrganges studieren, stellen wir lieber nicht, denn das wäre politisch ja nicht korrekt, darauf hinzuweisen, dass viele von denen es intellektuell im Jahr 2006 nicht zum Studium gekommen wären. Nun haben die Leute Abi und studieren sogar mit guten Noten.

Du versuchst nur, dein Diplom aufzuwerten.
Ich habe selbst vor ca. 20 Jahren an einer FH studiert und es war tatsächlich eher wie Schule. Die Inhalte waren noch überschaubarer und wir konnten wirklich relativ früh nach Hause.

Den Stress, den mein Sohn heute an der gleichen FH hat, hatten wir definitiv nicht!

antworten
WiWi Gast

Studienanfängerquote teilweise über 90% (Berlin)! Welchen Wert hat ein Studium noch?

WiWi Gast schrieb am 22.09.2019:

Wirtschaftsingenieur gab es schon vor 45 Jahren!

Ich finde dass sich die Studentenzahl durch andere neumodische Studiengänge erhöht hat. So kann man heute Tourismusmanagement, Gesundheitsmanagement, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen studieren. So vermeidet man die schwierigen Fächer aber das Niveau ist natürlich unter aller Kanone. Klassische BWL / FACT ist von der Studentenzahl gar nicht so stark gestiegen und da wird noch hart gesiebt.

Ja aber was sind 45 Jahren für eine wissenschaftliche Ausrichtung? Richtig, gar nichts. Außerdem hatten diese Studiengänge nur einen Bruchteil ausgemacht, während sie heute schon deutlich überwiegen.

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