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Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

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WiWi Gast

Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Hallo,

ich habe Wirtschaftsingenieurwesen studiert (Uni, M. Sc.) und bin seit 2 Jahren in der Start-Up-Szene. Das läuft ganz Okay. Praktika habe ich drei gemacht, auch im Inhouse Consulting bei einem großen Konzern.

Jetzt würde ich gerne in einem Industrieunternehmen für ein paar Monate als Freelancer unterstützen (egal was), um auch ein bisschen wieder Kapital aufzubauen. Ich würde dann einen geringeren Tagessatz als ein Consultant nehmen, so 700-800 Euro pro Tag.

Jetzt habe ich gerade mit einem Kumpel telefoniert und gefragt, ob es bei denen Optionen gibt. Er lacht mich aus, dass ich 16.000 Euro im Monat, von denen ich mich aber auch selbst versichern muss, niemals kriegen werde. Er fragt mich, wieso soll man mich einstellen und mir ein höheres Gehalt zahlen als jedem anderen Teammitglied? Was haltet ihr für realistisch? Gibt es solche Freelancer-Angebote und wo? Er sagt, ich solle dort als Praktikant oder so einsteigen, aber das kommt für mich nicht infrage.

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Aus dem Text, wie du ihn geschrieben hast, gebe ich deinem Freund recht. Das Unternehmen muss ja einen Gewinn davon haben dich als Freiberufler zu nehmen, dazu musst du eine bestimmte Qualifikation haben, die solche Stundensätze dann auch wert ist. Wenn du über keine besondere Qualifikation verfügst und das lese ich mal so raus ("ich will ein Unternehmen unterstützen als egal was), dann weiss ich nicht, wieso sie dir 800E Tagessätze bezahlen sollten... Kann ja jeder so kommen...

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Als einzelner Freelancer schaffst du das eigentlich nur, wenn du ausgewiesener Spezialist auf einem Gebiet bist (z.B. Software) oder schon so lange und gute Erfahrung hast, das dich der Chef als eine Art persönlichen Berater einstellt.

Da du frisch von der Uni beides nicht haben wirst, kann ich deinem Kumpel nur zustimmen.

Überleg doch mal, was kannst du dem Unternehmen an Leistung bringen, die soviel Wert sein soll, wie die Kosten für einen Abteilungsleiter o.ä.. Für das Geld gibt es vier bis fünf Zeitarbeiter oder zwei bis drei interne Sachbearbeiter, da kommst du nicht gegen an.

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marketeer

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Ganz ehrlich: No way.
Kann man mal machen, wird aber nichts.

Hier Mal ein paar Punkte zum Nachdenken:
1.) Vertrieb
Wie willst Du ca. 20 Beratungstage pro Monat verkaufen?
Zum einen müsstest Du sowas wie Interims-Projektleiter oder eine ähnliche Position belegen. Dafür fehlt dir schlichtweg die Erfahrung und der Wettbewerb an "Interims"-Manager (Freelancer) ist hart umkämpft.
Du bist eine "One-Man-Show" und hast keine 5-Mann-Bude oder ein richtiges Office hinter dir. Als Freelancer musst Du erstmal die ganze Hard- und Software kaufen, Präsentationsunterlagen basteln, etc..
Einfach irgendwo reinspazieren und sagen: "Gut, dass ich da bin." wird zu 99% nicht funktionieren (Arbeitsamt als Angestellter vorm Schalter ausgenommen).

2.) Stundensatzkalkulation
Du sprichst von 700-800 Euro pro Tag. Damit bist Du als Freelancer (bei einem 10 Stunden Tag kurz über vom Existenzminium [ca. 70 Euro].

3.) Freelancer vs. Angestellter
Die Faustregel ist: Angestelltenstundensatz x 2,3 (bzw. 2) = Freelancer-Satz.
(Damit deckst Du die Sozialabgaben, freiwillige Rente, Krankenkasse etc.)
Heisst: für 700:2,3 = ca. 304 Euro pro Tag * 20 Arbeitstage/Monat = 6080 Euro wäre dein Angestellten-Brutto 6080 Euro.
Ganz ehrlich: Für das Gehalt (ca. 73k) bekommt man auf dem Markt richtig gute Kandidaten und keine Absolventen mit Start-Up-Erfahrung und Praktika.. (Praktika interessieren nach ein paar Jahren BE niemanden mehr...)

4.) Scheinselbstständigkeit
Des Weiteren ist das für mich (und wahr. für die Rentenversicherung) eine eindeutige Scheinselbstständigkeit. Aber das ist dann die juristische Perspektive und nicht meine Fachgebiet.

5.) Allgemein
Freelancer und Kapital aufbauen... Das ist paradox. Das funktioniert nur, wenn Du bereits Mandanten mit "Service-Verträgen", o.ä. hast... Ansonsten wird das eher eine "Hand-in-den-Mund-leben"-Nummer.
Ich mach das beispielsweise nebenberuflich, da weiss ich, dass ich wenig Risiko habe und wenn die Aufträge ausbleiben: Kein Thema... Bei Auftragsüberhang, der sich ab und an ergibt, verkauf' ich die Aufträge an befreundete Agenturen und bekomm' dafür Provision und mache dann Projektleiter...

Wenn Du mir jetzt noch erzählst, dass Du Vorstandsberatung oder Strategie-Beratung machen willst, dann muss ich auch laut lachen...

So hoffe, Du hast ein paar Denkanstösse erhalten.

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crowinger

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Ist deine Frage ernst gemeint? DU schreibst es läuft ganz okay in deinem aktuellen job mit 2 Jahren Beruferfahrung....

Wie komst du auf die Idee, dass irgendwer bereit ist 100 ?/h für dich zu bezahlen? Also was sind denn deine Skills die diese Rechnung wirtschaftlich machen für ein Unternehmen?

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Vertriebsmensch

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Mein Bruder hat sich vor 2 Jahrens selbstständig gemacht als Freelancer, er programmiert Steuerungen. Hat aber über 10 Jahre Berufserfahrung und ist somit in dem Markt auch bekannt.

Zum Einen arbeitet er noch für seinen vorherigen Arbeitgeber und zum Anderen hat er durch seinen bekanntheitsgrad auch schnell Kunden gewonnen. Stundensatz um die 75 EUR, abhängig von der Größe des Projektes und wie das mit seinem Kunden verhandelt ist zwecks Fahrtkosten/Übernachtungskosten.

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Ganz ehrlich wie kann jemand mit so einer Denkweise tatsächlich ein abgeschlossenes Studium haben?
Zeigt nur, dass manche Studenten tatsächlich einfach nur absolut realitätsfremd leben und denken. Absolut keine Ahnung wie es in der Praxis läuft.

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Man muss dazu sagen, dass sich Ingenieure oft zu billig verkaufen. Es ist in der Tat erstaunlich, daß man zwischen 60 und 80 Euro schon Ingenieure mit langjähriger Erfahrung bekommt, die komplexe Steuerungen entwickeln. Für den Kurs kriegst bei den Big4 vielleicht einen Junior der noch in der Probezeit ist. Ingenieure sind meist nicht besonderfs begabt sich gut zu verkaufen.

700-800 Euro halte ich auch schon für sehr gesalzen. Das könnte nur bei Absolventen gehen, die schon seit Schülerzeiten nebenbei im IT Bereich selbständig waren und daher sehr gut Kenntnisse in einem Bereich mit bringen.

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Ich (43) gestehe, als Studi auch mal solche Pläne gehabt zu haben. Inklusive abstruser Tagessatzvorstellungen, angenommener 100% Utilization, Umsatz = Gewinn, und dann die noch zu zahlenden Steuern habe ich auch nicht gedacht.

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

also was ist falsch an der Denkweise? Hier wird so getan als ob "externe" immer wirklich Ahnung haben müssen. Das ist mitnichten der Fall und die Frage vollkommen berechtigt. Hab auch oft gesehen, dass interne plötzlich zu "externen" wurden und allein dadurch viel mehr Kohle verdient haben.

Oder habe auch erlebt, dass externe selber nicht so viel Ahnung hatten eingearbeitet und geschult wurde weil man keine neuen einstellen wollte. Fertig. Vollkommen gang und gäbe - man muss schon was können aber es reicht auf dem Niveu oder sogar leicht drunter zu sein was die internen machen.

Also was würde ich deinem "Kumpel" antworten. Ganz einfach als externer kriegst du mehr weil du das Risiko trägst immer gefeuert zu werden. Sehr easy. Bewirb dich doch einfach auf paar Projekte.

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Das sind halt die Wirtschaftsingenieure und deren typische Denkart. Kein richtiger plan von Wirtschaft, kein richtiger Plan vom Ingenieurswesen. Aber das Fatale ist, dass die denken sie haben darüber nen Plan. Daher diese meist realitätsfremden Sichtweisen

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Also ich würde dich zu nem Pitch einladen. Einfach nur zum sehen was da für ein Vogel kommt. Die Stunde wärs mir echt wert.

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Du hast auch nicht bwl studiert, oder?

Lounge Gast schrieb:

also was ist falsch an der Denkweise? Hier wird so getan als
ob "externe" immer wirklich Ahnung haben müssen.
Das ist mitnichten der Fall und die Frage vollkommen
berechtigt. Hab auch oft gesehen, dass interne plötzlich zu
"externen" wurden und allein dadurch viel mehr
Kohle verdient haben.

Oder habe auch erlebt, dass externe selber nicht so viel
Ahnung hatten eingearbeitet und geschult wurde weil man keine
neuen einstellen wollte. Fertig. Vollkommen gang und gäbe -
man muss schon was können aber es reicht auf dem Niveu oder
sogar leicht drunter zu sein was die internen machen.

Also was würde ich deinem "Kumpel" antworten. Ganz
einfach als externer kriegst du mehr weil du das Risiko
trägst immer gefeuert zu werden. Sehr easy. Bewirb dich doch
einfach auf paar Projekte.

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Ich hab unter anderem auch wirtschaftswissenschaften studiert. Das oben beschrieben ist oft bei Informatikern der Fall. Aber hab auch oft erlebt, dass BWL'er auch sehr wohl als externe eingestellt werden. Z.b. als Buisness Analysten oder was auch immer für fachliche Vorgaben - im Grunde nichts besonderes. So leben ja die meisten Beratungshäuser und es gibt genug BWL'er als freelancer!

Lounge Gast schrieb:

Du hast auch nicht bwl studiert, oder?

Lounge Gast schrieb:

also was ist falsch an der Denkweise? Hier wird so getan
als
ob "externe" immer wirklich Ahnung haben müssen.
Das ist mitnichten der Fall und die Frage vollkommen
berechtigt. Hab auch oft gesehen, dass interne plötzlich
zu
"externen" wurden und allein dadurch viel mehr
Kohle verdient haben.

Oder habe auch erlebt, dass externe selber nicht so viel
Ahnung hatten eingearbeitet und geschult wurde weil man
keine
neuen einstellen wollte. Fertig. Vollkommen gang und
gäbe -
man muss schon was können aber es reicht auf dem Niveu
oder
sogar leicht drunter zu sein was die internen machen.

Also was würde ich deinem "Kumpel" antworten.
Ganz
einfach als externer kriegst du mehr weil du das Risiko
trägst immer gefeuert zu werden. Sehr easy. Bewirb dich
doch
einfach auf paar Projekte.

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Bewirb dich. ES macht keinen Sinn auf diese negativen Aussagen zu hören und es gleich abzuschreiben. Auf Basis von deiner Erfahrung nach dem Bewerbungsprozess wirst du selbst sehen was realistisch ist.

Vllt. werden es ja "nur" 500 am Tag. Aber wer nicht wagt der nicht gewinnt.

Dass sich Ingenieure zu billig verkaufen ist nichts neues. Viele sind schlichtweg zu faul sich die Arbeit zu machen oder können nicht verhandeln.

antworten
marketeer

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Lounge Gast schrieb:

Bewirb dich. ES macht keinen Sinn auf diese negativen
Aussagen zu hören und es gleich abzuschreiben. Auf Basis von
deiner Erfahrung nach dem Bewerbungsprozess wirst du selbst
sehen was realistisch ist.

Willste den TE veräppeln?
Auf "WAS" soll er sich denn bitte bewerben?
Er kann höchstens seine Freelancer-Präsentation initiativ einreichen...
Berücksichtung wird dann bei 0% liegen.
Macht er es noch flächendeckend mit anschließenden KOSTENFREIEN Erstgesprächen, dann wird ihn der "Aufwand für Akquise" bereits in den ersten drei Monaten in die (Privat-)Insolvenz treiben...
So ein dämlicher Tipp...

Vllt. werden es ja "nur" 500 am Tag. Aber wer nicht
wagt der nicht gewinnt.

Mit 500 pro Tag bist Du im Discount-Segment, dann ist der Preis kaputt und Du wirst deinen Stundensatz nicht mehr hochbekommen.
Für mich trotzdem abstrus als "Greenhorn" sowas riskanten einzugehen.
V.a. verkauf' erstmal volle Beratungstage und nicht nur stundenbasierte Abrechnung.

Dass sich Ingenieure zu billig verkaufen ist nichts neues.
Viele sind schlichtweg zu faul sich die Arbeit zu machen oder
können nicht verhandeln.

Es liegt vllt. auch daran, dass nicht jeder Ing. ein "Techniker vor dem Herrn" ist... mir sind in meiner Laufbahn schon genug Pfeifen begegnet: Vom gescheiterten Daniel Düsentrieb über den German "overengineerer" bis zu einem, der des mit den Maßen nicht sogenau nahm...
Nochmals, wie schon oft im wiwi-Forum geschrieben: Der Markt und dessen Nachfrage bestimmen den Preis.

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crowinger

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Da fängt der Fehler doch schon an! Bewirb dich ratet ihr ihm. Worauf denn? Denkt Ihr Industreiunternehmen schreiben für Freelancer Auschreibungen für "irgendwas" aus , auf die man sich dann bewirbt? Leute so funktioniert kein Business. Du bekommst Aufträge über dein Netzwerk und Empfehlungen weil du Spezialist auf deinem Gebiet bist und nicht weil du 2 Jahre im Start Up gearbeitet hast.....

Lounge Gast schrieb:

Bewirb dich. ES macht keinen Sinn auf diese negativen
Aussagen zu hören und es gleich abzuschreiben. Auf Basis von
deiner Erfahrung nach dem Bewerbungsprozess wirst du selbst
sehen was realistisch ist.

Vllt. werden es ja "nur" 500 am Tag. Aber wer nicht
wagt der nicht gewinnt.

Dass sich Ingenieure zu billig verkaufen ist nichts neues.
Viele sind schlichtweg zu faul sich die Arbeit zu machen oder
können nicht verhandeln.

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Die Antwortenden haben zum Teil noch weniger Plan als der Fragesteller.
Richtig:
Mit Deinem CV wird das eher nix.

Aber:
?800 Tagessatz sind WEIT weg vom Existenzminimum, auch ?500 sind nicht der Weltuntergang, würde ich aber nur im absoluten Notfall und bei mind. 200 Tagen Auslastung akzeptieren.
150 Tage schafft man im Ballungsraum im Dunstkreis der diversen DAX-Dienstleister immer, das bedeutet dann 600 - 700 Euro für Junior-Projektleiter/PMO-Stellen mit 2-3 Jahren Berufserfahrung.
90k-110k Umsatz, als Selbstständiger mit der richtigen steuerlichen Gestaltung dann mit ~22-24% zu versteuern und gut.
Der Umsatz ist natürlich nicht weltbewegend, aber wir sprechen hier auch von Aufträgen, die 9-5 ohne großen Stress bewerkstelligt werden können. Verbunden mit steuerlichen Abschreibungsmöglichkeiten/Entfall Sozialversicherung/Zeug wie PC, Handy, Auto in die Firma nehmen, kommt am Ende das ca. 3-3,5x Netto einer vergleichbaren Festangestelltenstelle raus.

Die Freiberuflerinsignien wie Porsche und Golf sollte man sich die ersten Jahre dann aber verkneifen und lieber Grundstock aufbauen.

Daher mein Tipp, wenn Du das wirklich vorhast:
Einstieg bei einer Consultingfirma, idealerweise mit Projekten, die irgendeine Schnittstelle zur IT haben. 2-3 Jahre Berufserfahrung sammeln und nebenbei Netzwerken, Netzwerken, Netzwerken. Auch und gerade mit den MA und besonders GF der kleinen Consultingbuzen, die Du bei jedem größeren Konzern findest, die haben grundsätzlich mehr Projektanfragen als Festangestellte.

antworten
marketeer

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Hier muss ich dann doch widersprechen:
800 Euro Tagessatz (bei einem 10 Stunden Tag) sind nun mal 80,00 Euro die Stunde und das ist das Minimum: Entweder Du hast dich noch nie mit einer Stundenkalkulation intensiv beschäftigt oder Du rechnest dir die Welt schön.
Klar kann ich sagen: 800 Euro Tagessatz, effektiv ist ein Tag für mich 8 Stunden, auch wenn ich 10 Stunden arbeite, aber dann ist der Stundensatz dennoch bei 80 Euro und nicht bei 100 Euro.

200 Tage Auslastung bekommst Du nur wenn das ein krasses IT-Projekt ist. Meist versucht jedes Unternehmen das Wissen inhouse zu halten und das nicht einem einzelnen Freelancer zu übertragen.
Zudem: 200 Arbeitstage für ein Projekt bedeutet: Keine Krankheit, 1 Kunde (mit allen Vor- und Nachteilen) und durchgängige Beschäftigung von externen. Zumindest in der Urlaubsphase (meist August) werden - nach meiner Praxiserfahrung - die Freelancer heimgeschickt, um Kosten zu sparen.

Dann: "150 Tage schafft man immer.." ist klar...

90k-110k Umsatz (= ca. 40k-50k Bruttojahres-Einkommen als Angestellter) ist definitiv zu wenig... Hier setze ich als Relation einfach mal das Risiko zum Verdienst als Angestellter. Angestellte IT-Projektleiter kommen auf ca. 55-90k.
(Marketing-Projektleiter deutlich darunter...hier wird meist Kampagnen-bezogen gebucht.)

Richtig ist, dass Du abschreiben kannst, dafür hast Du auch alle Risiken der Selbstständigkeit und wenn Du nur beratend tätig bist, kannst Du keinen Zusatzumsatz durch Beipsielsweise Provisionen durch Programmverkauf, o.ä. generieren.
Aber wer unbedingt meint, dass er damit über die Runden kommen will/kann/muss.

Zudem: Ohne Sozialversicherung, Rückstellungen für die spätere Altersvorsorge (Rente), ist das schon mehr als gewagt... Wer eben privat nicht vorsorgt, wird dann im Alter mit dem Thema "Altersarmut" konfroniert.

Zu dem Thema: Freiberuflerinsignien: Versuch' als One-Man-Show das erstmal zu schaffen... Die Leasingrate fürn 911er (ich liebe das wiwi-Forum) steht jeden Monat auf der Liste und bei schwankenden Honoraren (durch Auslastung) wird die Bank sehr viel Freue bei der Kreditvergabe haben...

Einzig deinen Tipp zum Schluss find ich richtig. Es geht halt immer nur ums Netzwerk.

Lounge Gast schrieb:

Die Antwortenden haben zum Teil noch weniger Plan als der
Fragesteller.
Richtig:
Mit Deinem CV wird das eher nix.

Aber:
?800 Tagessatz sind WEIT weg vom Existenzminimum, auch ?500
sind nicht der Weltuntergang, würde ich aber nur im absoluten
Notfall und bei mind. 200 Tagen Auslastung akzeptieren.
150 Tage schafft man im Ballungsraum im Dunstkreis der
diversen DAX-Dienstleister immer, das bedeutet dann 600 - 700
Euro für Junior-Projektleiter/PMO-Stellen mit 2-3 Jahren
Berufserfahrung.
90k-110k Umsatz, als Selbstständiger mit der richtigen
steuerlichen Gestaltung dann mit ~22-24% zu versteuern und gut.
Der Umsatz ist natürlich nicht weltbewegend, aber wir
sprechen hier auch von Aufträgen, die 9-5 ohne großen Stress
bewerkstelligt werden können. Verbunden mit steuerlichen
Abschreibungsmöglichkeiten/Entfall Sozialversicherung/Zeug
wie PC, Handy, Auto in die Firma nehmen, kommt am Ende das
ca. 3-3,5x Netto einer vergleichbaren Festangestelltenstelle
raus.

Die Freiberuflerinsignien wie Porsche und Golf sollte man
sich die ersten Jahre dann aber verkneifen und lieber
Grundstock aufbauen.

Daher mein Tipp, wenn Du das wirklich vorhast:
Einstieg bei einer Consultingfirma, idealerweise mit
Projekten, die irgendeine Schnittstelle zur IT haben. 2-3
Jahre Berufserfahrung sammeln und nebenbei Netzwerken,
Netzwerken, Netzwerken. Auch und gerade mit den MA und
besonders GF der kleinen Consultingbuzen, die Du bei jedem
größeren Konzern findest, die haben grundsätzlich mehr
Projektanfragen als Festangestellte.

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Vielleicht hätte ich den Rahmen, von dem ich spreche, klarer abgrenzen sollen, vielleicht willst Du mich absichtlich falsch verstehen.
Deinem Nick und Deinen Ausführungen entnehme ich, dass Du primär im Marketingumfeld, evtl. auch noch onlinemarketing-nah, unterwegs bist. Dass in dem Umfeld eher prekäre Arbeitsverhältnisse vorherrschen ist ja allgemein bekannt.
Davon spreche ich aber nicht.
Auch nicht von irgendwelchen Engineeringdienstleistungen an der verlängerten Werkbank.
Mein Beitrag bezog sich konkret auf Beratungs- (Business Analyse, Prozessbeschreibung und -management) und Projektmanagementtätigkeiten im IT- und technischen Fachumfeld großer Konzerne, wie Sie von den großen wie auch von dutzenden kleinen Beratungsfirmen angeboten werden. Viele dieser kleinen Beratungsfirmen arbeiten auch mit Freelancern zusammen, da die Projektanfragen idR die Anzahl der Festangestellten übersteigen. Bei den Konzernen kommt man als einzelner Freelancer auch gar nicht am Einkauf vorbei.

1.) Hier sind Projektlaufzeiten >200 Tage keine Seltenheit und auch die Externen werden für entsprechende Zeiträume geplant und bestellt. Klar, 200 Tage fix gebucht zu werden ist schon so eine Art Jackpot, aber 150+ sind immer möglich.

2.) Bzgl. Urlaub und Krankheit: Wir sprechen hier von einer selbständigen, unternehmerischen Tätigkeit. Natürlich ist das Risiko höher, das muss man sich vergegenwärtigen, einschätzen und sich dann ohne wenn und aber dafür oder dagegen entscheiden. Die Maßstäbe einer Festanstellung anzusetzen macht IMO keinen großen Sinn.

3.) Das gleiche hinsichtlich Altersarmut und ALG: Dass man selbst vorsorgen muss, sollte gegeben sein, lässt sich, auf Grund des vielfach höheren Einkommens, aber auch ganz anders angehen. Ich bin in ca. 2 Jahren soweit finanziell unabhängig, dass ich mir bis zum Lebensende meinen ehemaligen Studentenlifestyle aus passivem Einkommen werde leisten können. Natürlich ist der Standard nicht toll und mit Kindern auch viel zu wenig, es ist aber auf jeden Fall die nötige Absicherung, um im Alter nicht am Hungertuch nagen zu müssen. Ich bin nichtmal 40.
Dass man als Angestellter nach einem Jahr ALG erstmal alle Habseligkeiten versilbern muss, bevor es in den Hartz geht, ist Dir bewusst? Spricht aus meiner Sicht nicht unbedingt für die staatliche Absicherung...

4.) Wie gesagt, weiss ich nicht, welche Bedingungen bei Deinen bevorzugten Kunden gelten, ich persönlich arbeite jedoch seit 2014 mit insgesamt 5 Partnern zusammen, bei denen ein abrechenbarer Arbeitstag 8h hat, entspricht bei ?800 ?100/h. Alles was darüber hinausgeht, wird anteilig abgerechnet. Keiner, den ich kenne, arbeitet 10h für ?800 Tagessatz, sondern für 1,25x?800. Der Vermittler berechnet btw nochmal 25% mehr an den Endkunden.

5.) Projektleiter, die festangestellt 95k verdienen, tun auch kein Freelance für 800 Euro...

6.) Eine Einschränkung trotzdem: Die Freiberuflichkeit auf Projektbasis ist kein Endgame, man ist von zu vielen Dritten abhängig. Entweder man diversifiziert in Richtung Dozententätigkeit, um Zusatzeinkommen zu generieren oder baut sich beim Endkunden ein Netzwerk auf, um den Vermittler langfristig zu umgehen. Dies erfordert allerdings oft den Schritt in Richtung Gründung einer "richtigen" Firma, sprich GmbH und folgend Mitarbeiter einstellen. Bei mir ist die Motivation schlicht der Aufbau von viel Eigenkapital in kurzer Zeit, sei es zur Finanzierung einer Startup-Idee oder der Option ins Immobiliengeschäft einzusteigen. Als Angestellter konnte ich bei 60k Jahresverdienst im Monat ca. ?1500 - ?1700 sparen. Heute ist es das vierfache.

marketeer schrieb:

Hier muss ich dann doch widersprechen:
800 Euro Tagessatz (bei einem 10 Stunden Tag) sind nun mal
80,00 Euro die Stunde und das ist das Minimum: Entweder Du
hast dich noch nie mit einer Stundenkalkulation intensiv
beschäftigt oder Du rechnest dir die Welt schön.
Klar kann ich sagen: 800 Euro Tagessatz, effektiv ist ein Tag
für mich 8 Stunden, auch wenn ich 10 Stunden arbeite, aber
dann ist der Stundensatz dennoch bei 80 Euro und nicht bei
100 Euro.

200 Tage Auslastung bekommst Du nur wenn das ein krasses
IT-Projekt ist. Meist versucht jedes Unternehmen das Wissen
inhouse zu halten und das nicht einem einzelnen Freelancer zu
übertragen.
Zudem: 200 Arbeitstage für ein Projekt bedeutet: Keine
Krankheit, 1 Kunde (mit allen Vor- und Nachteilen) und
durchgängige Beschäftigung von externen. Zumindest in der
Urlaubsphase (meist August) werden - nach meiner
Praxiserfahrung - die Freelancer heimgeschickt, um Kosten zu
sparen.

Dann: "150 Tage schafft man immer.." ist klar...

90k-110k Umsatz (= ca. 40k-50k Bruttojahres-Einkommen als
Angestellter) ist definitiv zu wenig... Hier setze ich als
Relation einfach mal das Risiko zum Verdienst als
Angestellter. Angestellte IT-Projektleiter kommen auf ca.
55-90k.
(Marketing-Projektleiter deutlich darunter...hier wird meist
Kampagnen-bezogen gebucht.)

Richtig ist, dass Du abschreiben kannst, dafür hast Du auch
alle Risiken der Selbstständigkeit und wenn Du nur beratend
tätig bist, kannst Du keinen Zusatzumsatz durch
Beipsielsweise Provisionen durch Programmverkauf, o.ä.
generieren.
Aber wer unbedingt meint, dass er damit über die Runden
kommen will/kann/muss.

Zudem: Ohne Sozialversicherung, Rückstellungen für die
spätere Altersvorsorge (Rente), ist das schon mehr als
gewagt... Wer eben privat nicht vorsorgt, wird dann im Alter
mit dem Thema "Altersarmut" konfroniert.

Zu dem Thema: Freiberuflerinsignien: Versuch' als
One-Man-Show das erstmal zu schaffen... Die Leasingrate fürn
911er (ich liebe das wiwi-Forum) steht jeden Monat auf der
Liste und bei schwankenden Honoraren (durch Auslastung) wird
die Bank sehr viel Freue bei der Kreditvergabe haben...

Einzig deinen Tipp zum Schluss find ich richtig. Es geht halt
immer nur ums Netzwerk.

Lounge Gast schrieb:

Die Antwortenden haben zum Teil noch weniger Plan als der
Fragesteller.
Richtig:
Mit Deinem CV wird das eher nix.

Aber:
?800 Tagessatz sind WEIT weg vom Existenzminimum, auch
?500
sind nicht der Weltuntergang, würde ich aber nur im
absoluten
Notfall und bei mind. 200 Tagen Auslastung akzeptieren.
150 Tage schafft man im Ballungsraum im Dunstkreis der
diversen DAX-Dienstleister immer, das bedeutet dann 600

  • 700
    Euro für Junior-Projektleiter/PMO-Stellen mit 2-3 Jahren
    Berufserfahrung.
    90k-110k Umsatz, als Selbstständiger mit der richtigen
    steuerlichen Gestaltung dann mit ~22-24% zu versteuern
    und gut.
    Der Umsatz ist natürlich nicht weltbewegend, aber wir
    sprechen hier auch von Aufträgen, die 9-5 ohne großen
    Stress
    bewerkstelligt werden können. Verbunden mit steuerlichen
    Abschreibungsmöglichkeiten/Entfall Sozialversicherung/Zeug
    wie PC, Handy, Auto in die Firma nehmen, kommt am Ende das
    ca. 3-3,5x Netto einer vergleichbaren
    Festangestelltenstelle
    raus.

Die Freiberuflerinsignien wie Porsche und Golf sollte man
sich die ersten Jahre dann aber verkneifen und lieber
Grundstock aufbauen.

Daher mein Tipp, wenn Du das wirklich vorhast:
Einstieg bei einer Consultingfirma, idealerweise mit
Projekten, die irgendeine Schnittstelle zur IT haben. 2-3
Jahre Berufserfahrung sammeln und nebenbei Netzwerken,
Netzwerken, Netzwerken. Auch und gerade mit den MA und
besonders GF der kleinen Consultingbuzen, die Du bei jedem
größeren Konzern findest, die haben grundsätzlich mehr
Projektanfragen als Festangestellte.

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Ich denke wenn du dir über seine Fragen Gedanken machst, wirst du relative schnell erkennen warum er dich auslacht. Du bist nicht der Erste der denkt auf ihn hätte die Welt gewartet und man muss nur sagen was man haben will und schon wird es bezahlt. Du wirst dann aber auch relativ schnell erkennen dass man als Freelancer etwas für sein Geld bieten muss und in einem mehr oder weniger harten Wettbewerb steht in dem man schon mehr anbieten sollte als Praktika und Studium. Ich gebe dir mal den Tipp (da ich nur als SAP Freelancer arbeite und deshalb die Sätze für deine Arbeit nicht kenne) für deinen Bereich auszuloten was geht. Sprich: dich mit deinem Profil auf Positionen zu bewerben (falls es diese überhaupt gibt) und dann zu schauen was der Einkauf für dich ausgeben will. Ich kenne aber keinen Junior (und ich habe in 10 Jahren schon so einiges gesehen) der ansatzweise eine Chance hätte überhaupt als Freelancer zu arbeiten, geschweige den zu den Summen die du aufrufst.

antworten
marketeer

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

No offense at all :-)
Nein, ich will dich nicht falsch verstehen.
Im IT-Bereich (wie Du das unten ausformuliert hast), geb' ich dir hier vollkommen recht.
Im Allgemeinen ist das im Marketing-Bereich wirklich schwierig. Für Projektleiter-Tätigkeiten muss der TE bzw. ein Freelancer erstmal ein entsprechendes Netzwerk haben.

zu 1.) Soweit klar und (für mich) verständlich

zu 2.) Irgendeinen Maßstab musst Du ansetzen. Sonst wäre ja jegliche Make-or-Buy-Entscheidung hinfällig.
Als Freelancer muss man sich mit einem Angestellten vergleichen: Hier gilt für mich: Gehalt eines Angestellten + Risikoprämie = Mindestgehalt für die Freelancer-Tätigkeit.

zu 3.) Zur sozialen Absicherung: Ja, ist mir bewusst ? Allerdings geht's mir eher um das Thema "Rente" an sich. Dies wird von vielen Selbstständigen ignoriert bzw. zu spät registriert.

zu 4.) Bei meinen Kunden ist alles gut und ich schaffe für die Projektleitung auch 100-125 Euro Stundensatz (je nach Komplexität). Verkaufe jedoch keine Tagessätze sondern rechne Stundenweise ab. (Nebenberuf...)
Erlebe es im Alltag einfach, dass sich viele Freelancer verkalkulieren und ann eben den Tag mit 10 Stunden ansetzen und hier wird der TE eben scheitern. (Neben dem nicht vorhanden Netzwerk.)
Ansonsten funktioniert Freelance bei dir, weil Du eben ein gutes Netzwerk / 5 Partner hast. Bei dem TE bezweifle ich das.

Zu 5.) So sieht's aus ;-) und Du bist ja auch bei einem Stundenstaz von 100,00 Euro bei 200 Tage Vollauslastung (Jahresumsatz: 160.000 Euro p.a. bei 800 p.T.). Also insgesamt ein veritables Gehalt.

Zu 6.) Ist so unterschieben.

Damit haben wir unterm Strich dann die gleiche Sichtweise.

Lounge Gast schrieb:

Vielleicht hätte ich den Rahmen, von dem ich spreche, klarer
abgrenzen sollen, vielleicht willst Du mich absichtlich
falsch verstehen.
Deinem Nick und Deinen Ausführungen entnehme ich, dass Du
primär im Marketingumfeld, evtl. auch noch
onlinemarketing-nah, unterwegs bist. Dass in dem Umfeld eher
prekäre Arbeitsverhältnisse vorherrschen ist ja allgemein
bekannt.
Davon spreche ich aber nicht.
Auch nicht von irgendwelchen Engineeringdienstleistungen an
der verlängerten Werkbank.
Mein Beitrag bezog sich konkret auf Beratungs- (Business
Analyse, Prozessbeschreibung und -management) und
Projektmanagementtätigkeiten im IT- und technischen
Fachumfeld großer Konzerne, wie Sie von den großen wie auch
von dutzenden kleinen Beratungsfirmen angeboten werden. Viele
dieser kleinen Beratungsfirmen arbeiten auch mit Freelancern
zusammen, da die Projektanfragen idR die Anzahl der
Festangestellten übersteigen. Bei den Konzernen kommt man als
einzelner Freelancer auch gar nicht am Einkauf vorbei.

1.) Hier sind Projektlaufzeiten >200 Tage keine Seltenheit
und auch die Externen werden für entsprechende Zeiträume
geplant und bestellt. Klar, 200 Tage fix gebucht zu werden
ist schon so eine Art Jackpot, aber 150+ sind immer möglich.

2.) Bzgl. Urlaub und Krankheit: Wir sprechen hier von einer
selbständigen, unternehmerischen Tätigkeit. Natürlich ist das
Risiko höher, das muss man sich vergegenwärtigen, einschätzen
und sich dann ohne wenn und aber dafür oder dagegen
entscheiden. Die Maßstäbe einer Festanstellung anzusetzen
macht IMO keinen großen Sinn.

3.) Das gleiche hinsichtlich Altersarmut und ALG: Dass man
selbst vorsorgen muss, sollte gegeben sein, lässt sich, auf
Grund des vielfach höheren Einkommens, aber auch ganz anders
angehen. Ich bin in ca. 2 Jahren soweit finanziell
unabhängig, dass ich mir bis zum Lebensende meinen ehemaligen
Studentenlifestyle aus passivem Einkommen werde leisten
können. Natürlich ist der Standard nicht toll und mit Kindern
auch viel zu wenig, es ist aber auf jeden Fall die nötige
Absicherung, um im Alter nicht am Hungertuch nagen zu müssen.
Ich bin nichtmal 40.
Dass man als Angestellter nach einem Jahr ALG erstmal alle
Habseligkeiten versilbern muss, bevor es in den Hartz geht,
ist Dir bewusst? Spricht aus meiner Sicht nicht unbedingt für
die staatliche Absicherung...

4.) Wie gesagt, weiss ich nicht, welche Bedingungen bei
Deinen bevorzugten Kunden gelten, ich persönlich arbeite
jedoch seit 2014 mit insgesamt 5 Partnern zusammen, bei denen
ein abrechenbarer Arbeitstag 8h hat, entspricht bei ?800
?100/h. Alles was darüber hinausgeht, wird anteilig
abgerechnet. Keiner, den ich kenne, arbeitet 10h für ?800
Tagessatz, sondern für 1,25x?800. Der Vermittler berechnet
btw nochmal 25% mehr an den Endkunden.

5.) Projektleiter, die festangestellt 95k verdienen, tun auch
kein Freelance für 800 Euro...

6.) Eine Einschränkung trotzdem: Die Freiberuflichkeit auf
Projektbasis ist kein Endgame, man ist von zu vielen Dritten
abhängig. Entweder man diversifiziert in Richtung
Dozententätigkeit, um Zusatzeinkommen zu generieren oder baut
sich beim Endkunden ein Netzwerk auf, um den Vermittler
langfristig zu umgehen. Dies erfordert allerdings oft den
Schritt in Richtung Gründung einer "richtigen"
Firma, sprich GmbH und folgend Mitarbeiter einstellen. Bei
mir ist die Motivation schlicht der Aufbau von viel
Eigenkapital in kurzer Zeit, sei es zur Finanzierung einer
Startup-Idee oder der Option ins Immobiliengeschäft
einzusteigen. Als Angestellter konnte ich bei 60k
Jahresverdienst im Monat ca. ?1500 - ?1700 sparen. Heute ist
es das vierfache.

marketeer schrieb:

Hier muss ich dann doch widersprechen:
800 Euro Tagessatz (bei einem 10 Stunden Tag) sind nun mal
80,00 Euro die Stunde und das ist das Minimum: Entweder Du
hast dich noch nie mit einer Stundenkalkulation intensiv
beschäftigt oder Du rechnest dir die Welt schön.
Klar kann ich sagen: 800 Euro Tagessatz, effektiv ist
ein Tag
für mich 8 Stunden, auch wenn ich 10 Stunden arbeite, aber
dann ist der Stundensatz dennoch bei 80 Euro und nicht bei
100 Euro.

200 Tage Auslastung bekommst Du nur wenn das ein krasses
IT-Projekt ist. Meist versucht jedes Unternehmen das
Wissen
inhouse zu halten und das nicht einem einzelnen
Freelancer zu
übertragen.
Zudem: 200 Arbeitstage für ein Projekt bedeutet: Keine
Krankheit, 1 Kunde (mit allen Vor- und Nachteilen) und
durchgängige Beschäftigung von externen. Zumindest in der
Urlaubsphase (meist August) werden - nach meiner
Praxiserfahrung - die Freelancer heimgeschickt, um
Kosten zu
sparen.

Dann: "150 Tage schafft man immer.." ist klar...

90k-110k Umsatz (= ca. 40k-50k Bruttojahres-Einkommen als
Angestellter) ist definitiv zu wenig... Hier setze ich als
Relation einfach mal das Risiko zum Verdienst als
Angestellter. Angestellte IT-Projektleiter kommen auf ca.
55-90k.
(Marketing-Projektleiter deutlich darunter...hier wird
meist
Kampagnen-bezogen gebucht.)

Richtig ist, dass Du abschreiben kannst, dafür hast Du
auch
alle Risiken der Selbstständigkeit und wenn Du nur
beratend
tätig bist, kannst Du keinen Zusatzumsatz durch
Beipsielsweise Provisionen durch Programmverkauf, o.ä.
generieren.
Aber wer unbedingt meint, dass er damit über die Runden
kommen will/kann/muss.

Zudem: Ohne Sozialversicherung, Rückstellungen für die
spätere Altersvorsorge (Rente), ist das schon mehr als
gewagt... Wer eben privat nicht vorsorgt, wird dann im
Alter
mit dem Thema "Altersarmut" konfroniert.

Zu dem Thema: Freiberuflerinsignien: Versuch' als
One-Man-Show das erstmal zu schaffen... Die Leasingrate
fürn
911er (ich liebe das wiwi-Forum) steht jeden Monat auf der
Liste und bei schwankenden Honoraren (durch Auslastung)
wird
die Bank sehr viel Freue bei der Kreditvergabe haben...

Einzig deinen Tipp zum Schluss find ich richtig. Es geht
halt
immer nur ums Netzwerk.

Lounge Gast schrieb:

Die Antwortenden haben zum Teil noch weniger Plan
als der
Fragesteller.
Richtig:
Mit Deinem CV wird das eher nix.

Aber:
?800 Tagessatz sind WEIT weg vom Existenzminimum,
auch
?500
sind nicht der Weltuntergang, würde ich aber nur im
absoluten
Notfall und bei mind. 200 Tagen Auslastung
akzeptieren.
150 Tage schafft man im Ballungsraum im Dunstkreis
der
diversen DAX-Dienstleister immer, das bedeutet dann
600

  • 700
    Euro für Junior-Projektleiter/PMO-Stellen mit 2-3
    Jahren
    Berufserfahrung.
    90k-110k Umsatz, als Selbstständiger mit der
    richtigen
    steuerlichen Gestaltung dann mit ~22-24% zu
    versteuern
    und gut.
    Der Umsatz ist natürlich nicht weltbewegend, aber wir
    sprechen hier auch von Aufträgen, die 9-5 ohne großen
    Stress
    bewerkstelligt werden können. Verbunden mit
    steuerlichen
    Abschreibungsmöglichkeiten/Entfall
    Sozialversicherung/Zeug
    wie PC, Handy, Auto in die Firma nehmen, kommt am
    Ende das
    ca. 3-3,5x Netto einer vergleichbaren
    Festangestelltenstelle
    raus.

Die Freiberuflerinsignien wie Porsche und Golf
sollte man
sich die ersten Jahre dann aber verkneifen und lieber
Grundstock aufbauen.

Daher mein Tipp, wenn Du das wirklich vorhast:
Einstieg bei einer Consultingfirma, idealerweise mit
Projekten, die irgendeine Schnittstelle zur IT
haben. 2-3
Jahre Berufserfahrung sammeln und nebenbei
Netzwerken,
Netzwerken, Netzwerken. Auch und gerade mit den MA
und
besonders GF der kleinen Consultingbuzen, die Du
bei jedem
größeren Konzern findest, die haben grundsätzlich
mehr
Projektanfragen als Festangestellte.

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Da kann ich nur über die "Realitätsnähe" der aktuellen Masterabsolventen schmunzeln... jeder Betriebswirt muss doch wissen, dass ein Unternehmen keinen externen punktuell 1-2 Tage die Woche mit solchen Tagessätzen einstellt außer eben er hat die angesprochene besondere Expertise in IT o.ä.

Das scheint mir bei dir aber nicht vorzuliegen....

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Das ist mal ein amüsanter Beitrag. Von solchen Spassbeiträgen lebt das Forum...

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Wie kann man bei 80 Euro pro Stunde von Existenzminimum sprechen? Oder hab ich was falsch verstanden?

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Sehr interessante Diskussion hier, aber ich bin etwas irritiert durch die unterschiedlichen Einschätzungen was denn nun ein veritables Jahreshonorar wäre. Laut dem marketeer entspricht 100k Umsatz einer 50k-Angestellten-Stelle und kratzt am Existenzminimum. Während der andere Freelancer Experte der Meinung wäre, dass man bei diesem Honorar Level unterm Strich 3 mal so viel netto wie der Angestellte in der Hand hat.

Ich schlage folgende Überschlagsrechnung vor:

100k Umsatz (entspricht c. 150 Tagen zum 650er Tagessatz oder 200 Tage zum sogenannten Diskont 500er Tagessatz)
KV+PV c. 18% auf 50k Höchst-BMG = 9k
RV c. 19% auf 75k Höchst-BMG = 14k

Wenn man dann noch ein paar k als Betriebsausgaben geltend machen kann, wären wir bei einem zvE von ~70k. In der Höhe sind in etwa effektiv 25% Lohnsteuer zu erwarten.
Damit verbleiben uns ~53k netto. Dafür müsste der Angestellte schon ~95k brutto verdienen.
Mit ~2-3 Jahren Berufserfahrung sind aber eher ~55k brutto bzw. ~32k netto als Angestellter denkbar.

Natürlich hat man das unternehmerische Risiko und es ist definitiv schwierig mit so wenig Erfahrung / Netzwerk auf >150 belastbare Tage zu kommen. Aber wenn man 100k Umsatz realisieren kann, bleibt auf jeden Fall ausreichend übrig.

Daher die Fragen:
@Marketeer: Warum ist deiner Meinung nach ein 100k Umsatz mit einer 50k Angestellten Stelle vergleichbar?

@Lounge gast: Wie kommst du zu deiner Annahme, dass bei 100k Honorar das dreifache Netto eines vergleichbaren Angestellten übrig bleiben? Für den Fall, dass man sich von der RV befreit und private KV abschließt, sinken die Sozialabgaben natürlich drastisch, aber dann ist schon ein äußerst hohes Maß an Betriebsausgaben notwendig um auf deine effektive Lohnsteuer von 22-24% zu kommen, ansonsten wären wir schon eher bei ~30% LSt-Abzug.

Bin aber noch neu in dem Thema, also für Korrekturen und Tipps zur Steuergestaltung bei Freelancern gerne offen :)

antworten
crowinger

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Alle die hier so schön rechnen waren zu 95% noch nicht selbstständig :)

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Lounge Gast schrieb:

Hallo,

ich habe Wirtschaftsingenieurwesen studiert (Uni, M. Sc.) und
bin seit 2 Jahren in der Start-Up-Szene. Das läuft ganz Okay.
Praktika habe ich drei gemacht, auch im Inhouse Consulting
bei einem großen Konzern.

Jetzt würde ich gerne in einem Industrieunternehmen für ein
paar Monate als Freelancer unterstützen (egal was), um auch
ein bisschen wieder Kapital aufzubauen. Ich würde dann einen
geringeren Tagessatz als ein Consultant nehmen, so 700-800
Euro pro Tag.

Jetzt habe ich gerade mit einem Kumpel telefoniert und
gefragt, ob es bei denen Optionen gibt. Er lacht mich aus,
dass ich 16.000 Euro im Monat, von denen ich mich aber auch
selbst versichern muss, niemals kriegen werde. Er fragt mich,
wieso soll man mich einstellen und mir ein höheres Gehalt
zahlen als jedem anderen Teammitglied? Was haltet ihr für
realistisch? Gibt es solche Freelancer-Angebote und wo? Er
sagt, ich solle dort als Praktikant oder so einsteigen, aber
das kommt für mich nicht infrage.

mein untermieter war Mal Freelancer. Mal ein paar Konkrete Zahlen:
Sein Tagessatz war um die 800 euro. Branche IT. Laut seiner Aussage hat er immer ca 150K oder mehr verdient. Meinte auch zu mir, dass ihm Mal ein Unternehmen 100K angeboten hat - er lehnte ab. Also man kann denke ich ganz gut als Freelancer mit Tagessatz von 800 oder auch 700 euro leben.

Allerdings weiß ich auch selber nicht ob ich sowas machen würde. Er hatte zwar Kohle. Aber am Ende macht man als Freelancer oft die Drecksarbeit und außerdem war der Mann auch unverheiratet / nicht so viele Freunde - so ein leben ist glaube ich nicht unbedingt das gelbe vom Ei immer unterwegs zu sein und sich von Aufträgen treiben lassen.

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Naja, Drecksarbeit MUSS es noch lange nicht sein..
unverheiratet ok, aber welcher wiwi, der 40h+, manche 80h+ hat denn viele Freunde? Jetzt abgesehen von den Low-Performern

Lounge Gast schrieb:

Aber am Ende macht man als
Freelancer oft die Drecksarbeit und außerdem war der Mann
auch unverheiratet / nicht so viele Freunde - so ein leben
ist glaube ich nicht unbedingt das gelbe vom Ei immer
unterwegs zu sein und sich von Aufträgen treiben lassen.

antworten
marketeer

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Nachdem die Diskussion für mich interessant ist und mich andere Meinungen interessieren:

Also meine Annahmen:
1.) Existenzminimum bei 80 Euro Stundensatz:

  • Ich muss "unproduktive" Stunden bzw. nicht fakturierbare Tage überbrücken können und in der Regel habe ich keine monatlichen konstanten Zahlungsströme, so dass ich eben "ertragslose" Monate überbrücken muss.
  • Gewinn als Risikoprämie muss vorhanden sein
  • Schulungen/Messen und sonstige Wissenserweiterende Maßnahmen müssen (vor-) finanziert werden.
  • Ich gehe von ca. 120 fakturierbaren Tagen aus (entspricht bei 200 Arbeitstagen p.a.) einer Auslastung von ca. 60%.
    Weshalb 60%?

Weil jedes Projekt einmal endet und man in der Regel nicht von heute auf morgen sofort ein Anschlussprojekt erhält. Zudem wird auch Zeit für Netzwerken, Fakturierung, Website-Pflege etc. benötigt. (Die muss als "unproduktive Zeit" mit in den Stundensatz einberechnet werden, alles andere ist Schönfärberei.)

  • Geltend machen von Betriebsausgaben: Schön und gut. Nur mir fehlt bei der Betrachtung einfach der Verwaltungs- und Vertriebsaufwand.
    Sind wir doch mal ehrlich: Für das unverbindliche Kennenlernen/Erstgespräch will kein potenzieller Kunde Geld bezahlen.
  • Weshalb gerade 50k als Existenzminimum bzw. Referenz.

Meine Ausgangssituation ist: Dass ich als Akademiker ca. 50k p.a. brutto als Angestellter schaffe und deshalb als Freelancer ca. 100k p.a. an Umsatz benötige, um eine vergleichbare Situation zu schaffen. Hiervon müssen dann die entsprechenden Versicherungen/Steuern (wie Du berechnet hast) getragen werden.
Zudem hat der Angestellte den Vorteil des Kündigungsschutzes, was der Freelancer eben nicht hat. Für diesen "Vorteil" soll der Freelancer eben durch einen höheren Gewinn entschädigt werden.

Die exakte Berechnung habe ich leider nicht mehr... Ich stand damals vor der Wahl: Freelancer oder Angestellter und habe das dann mit meinem StB und einem Existenzgründerberater durchgerechnet.
Für mich persönlich (mit Frau und Kind) wars im Marketing-/Strategie bzw. IT-Marketingbereich einfach zu riskant und kaum tragfähig. Deshalb lief es auf die nebenberufliche Beschäftigung hinaus.
Btw: Habe ich via Google gefunden: https://lambertschuster.de/existenzgruender/stundensatz-kalkulation-fuer-freiberufler-und-selbstaendige/

Ansonsten:
Ja ich weiss... hier sind alle nur High-Performer, die unter 80k nicht arbeiten würden.
Ich möchte durch ein Studium, in denen ich einen Verdienstausfall hatte, das auch in irgendeinerweise kompensiert haben. Zudem wirds beispielsweise in Städten mit den entsprechenden Lebenshaltungskosten heikel.
(Aber das ist nur meine Meinung ? Manche Akademiker arbeiten auch für 2000 brutto pro Monat...)

  1. Zum Thema: Monatsweise, Wochenweise oder Tageweiseauslastung
    Habe alles schon selbst erlebt.
    Bspw.: Gibt's hier im Unternehmen einen externen Freelancer, der zwei Tage die Woche kommt (3-Jahres-Vertrag), um IT-Beratung durchzuführen.
    Ansonsten hatten wir in einem IT-Projekt einen externen Freelancer (1 Woche), der die Key-User geschult hat.
    Das ist jetzt die IT-Geschichte.

Im Marketing siehts ganz anders aus. (Wie der Vor-Poster schon geschrieben hat, hier herrschen einfach prekäre Verhältnisse, weil schlciht und ergreifend viele keine Stundensätze kalkulieren können.)

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Hier nochmal der Lounge Gast Freelancer.
Wie man den Aussagen von marketeer und mir entnehmen kann, ist die Rentabilität des Freelancerdaseins je nach Branche und Tätigkeitsschwerpunkt start unterschiedlich.

Man muss wissen, was die persönlichen Ziele und Wünsche sind. Nur wegen des geringfügig höheren Gehalts als Freelancer zu arbeiten ohne langfristiges Ziel und das Mehr an Geld jeden Monat ausgeben macht IMO wenig Sinn. Das Auslastungsrisiko ist einfach zu groß, man wird sehr schnell zum Fachidioten und irgendwann sind die Türen zu Führungspositionen als Angesteller zu.

Ich persönlich sehe meine Freiberuflichkeit als ersten Schritt ins "richtige" Unternehmertum, möchte mittelfristig auf jeden Fall ein Unternehmen gründen, investieren oder einfach nur das Consulting durch Mitarbeiter ausbauen. Deshalb rechne ich idR auch die "unproduktive Zeit" nicht in meinen Stundensatz ein, für mich gehört das zum Unternehmersein dazu und gerade das Netzwerken, Akquirieren, Steuerthemen machen mir (aktuell noch) sehr viel Spaß. Ich habe auch die (sehr überraschende) Erfahrung gemacht, dass wenn man sich als Unternehmer sieht und präsentiert, auch das Feedback und Standing bei potentiellen Kunden/Auftraggebern ein ganz anderes ist. Normalerweise spreche ich direkt auf Augenhöhe mit den GF, ohne mich erst mit irgendwelchen HR-Tussis ohne Ahnung vom Fach abgeben zu müssen, wie das als normaler Bewerber der Fall ist. Gebe aber gerne zu, dass dies sehr wahrscheinlich ein Einzel- und Zufall sein kann.

Was man sich verdeutlichen muss: 100k Umsatz macht man nicht mit irgendwelchen Top-Management Projekten, für die man jahrzehntelange Führungserfahrung braucht. 100k Umsatz macht man mit Projekten, die man genau so auch als Senior Consultant mit 3-4 Jahren Berufserfahrung für 55-70k machen würde. Auf Grund meiner langfristigen Ziele (s.o.) war es mir das Risiko wert, dieses Mehr an Einkommen 5-10 Jahre früher als üblich zu erzielen. Allein seelig machend ist dies aber auch nicht und 100k sind bei weitem nicht so toll wie manch einer sich das vorstellt. Wenn man im Ballungsraum gern ein Eigenheim möchte, ist man auch mit 100k noch mächtig am sparen und nix mit Blingbling-Lifestyle.

@den Poster mit der Überschlagsrechnung:
mit 100k hast Du nicht 3x so viel Netto, ungefähr 2,5x.
Private-KV+PV mit Anfang 30 und 300Euro Selbstbehalt ~?400 (Würde ich nicht mehr machen, lieber freiwillig gesetzlich. Aus Fehlern lernt man eben...)
Keine Rente (dafür immer schön Aktiensparen und Immos kaufen)
Rechnungen schreibst Du über eine GmbH (Flat-Tax ~23%), hast dann auch weniger Probleme mit Scheinselbstständigkeit, Firmenwagen, Abschreibungen etc.
Dein Gehalt bemisst Du so, dass Du auch wieder bei ~23% eff. Steuersatz rauskommst, dann bist Du im Optimum. Hängt natürlich auch von den privaten Umständen ab, ob Du mit dieser Summe auskommst und ist natürlich nur interessant, wenn Du an langfristigem Kapitalaufbau interessiert bist (dann ist Dir nämlich egal, ob die Kohle auf dem Konto der GmbH oder Deinem Privatkonto liegt).

antworten
OverFlow

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Kurze Frage, da mich Freelancing ebenfalls interessiert und ich auch erst einmal in die Beratung einsteigen will, um entsprechende Skills und Netzwerke aufzubauen: welche Consulting-Firmen kannst du empfehlen, um sich auf eine Freelance-Taetigkeit vorzubereiten?

Lounge Gast schrieb:

Hier nochmal der Lounge Gast Freelancer.
Wie man den Aussagen von marketeer und mir entnehmen kann,
ist die Rentabilität des Freelancerdaseins je nach Branche
und Tätigkeitsschwerpunkt start unterschiedlich.

Man muss wissen, was die persönlichen Ziele und Wünsche sind.
Nur wegen des geringfügig höheren Gehalts als Freelancer zu
arbeiten ohne langfristiges Ziel und das Mehr an Geld jeden
Monat ausgeben macht IMO wenig Sinn. Das Auslastungsrisiko
ist einfach zu groß, man wird sehr schnell zum Fachidioten
und irgendwann sind die Türen zu Führungspositionen als
Angesteller zu.

Ich persönlich sehe meine Freiberuflichkeit als ersten
Schritt ins "richtige" Unternehmertum, möchte
mittelfristig auf jeden Fall ein Unternehmen gründen,
investieren oder einfach nur das Consulting durch Mitarbeiter
ausbauen. Deshalb rechne ich idR auch die "unproduktive
Zeit" nicht in meinen Stundensatz ein, für mich gehört
das zum Unternehmersein dazu und gerade das Netzwerken,
Akquirieren, Steuerthemen machen mir (aktuell noch) sehr viel
Spaß. Ich habe auch die (sehr überraschende) Erfahrung
gemacht, dass wenn man sich als Unternehmer sieht und
präsentiert, auch das Feedback und Standing bei potentiellen
Kunden/Auftraggebern ein ganz anderes ist. Normalerweise
spreche ich direkt auf Augenhöhe mit den GF, ohne mich erst
mit irgendwelchen HR-Tussis ohne Ahnung vom Fach abgeben zu
müssen, wie das als normaler Bewerber der Fall ist. Gebe aber
gerne zu, dass dies sehr wahrscheinlich ein Einzel- und
Zufall sein kann.

Was man sich verdeutlichen muss: 100k Umsatz macht man nicht
mit irgendwelchen Top-Management Projekten, für die man
jahrzehntelange Führungserfahrung braucht. 100k Umsatz macht
man mit Projekten, die man genau so auch als Senior
Consultant mit 3-4 Jahren Berufserfahrung für 55-70k machen
würde. Auf Grund meiner langfristigen Ziele (s.o.) war es mir
das Risiko wert, dieses Mehr an Einkommen 5-10 Jahre früher
als üblich zu erzielen. Allein seelig machend ist dies aber
auch nicht und 100k sind bei weitem nicht so toll wie manch
einer sich das vorstellt. Wenn man im Ballungsraum gern ein
Eigenheim möchte, ist man auch mit 100k noch mächtig am
sparen und nix mit Blingbling-Lifestyle.

@den Poster mit der Überschlagsrechnung:
mit 100k hast Du nicht 3x so viel Netto, ungefähr 2,5x.
Private-KV+PV mit Anfang 30 und 300Euro Selbstbehalt ~?400
(Würde ich nicht mehr machen, lieber freiwillig gesetzlich.
Aus Fehlern lernt man eben...)
Keine Rente (dafür immer schön Aktiensparen und Immos kaufen)
Rechnungen schreibst Du über eine GmbH (Flat-Tax ~23%), hast
dann auch weniger Probleme mit Scheinselbstständigkeit,
Firmenwagen, Abschreibungen etc.
Dein Gehalt bemisst Du so, dass Du auch wieder bei ~23% eff.
Steuersatz rauskommst, dann bist Du im Optimum. Hängt
natürlich auch von den privaten Umständen ab, ob Du mit
dieser Summe auskommst und ist natürlich nur interessant,
wenn Du an langfristigem Kapitalaufbau interessiert bist
(dann ist Dir nämlich egal, ob die Kohle auf dem Konto der
GmbH oder Deinem Privatkonto liegt).

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Also ohne spezielle Skills glaube ich, dass es wirklich schwierig für dich als Freelancer wird. IT, SAP ist sicher am gefragtesten, mit E-Commerce oder HR kannst du keinen Blumentopf gewinnen.
Für deinen Kumpel als Teamleiter ist das auch eine schwierige Situation. Freunde in sein Team zu holen, kann kritisch gesehen werden. Dann jemanden zu holen, der außer zwei Jahre in Startups kaum was gemacht hat, kann auch die Teammoral zerstören. Du kriegst ein gutes Gehalt und die anderen Kollegen arbeiten seit Jahren für 40-70k. Hier gilt auch analog zu Praktikanten die Faustregel: Erst ab 2-3 Monaten schaffen die Leute einen Value Added.
Niemand braucht aber einen Freelancer für bisschen Ablage und die Verfeinerung von Folien.
Insgesamt ist das ein recht naives Denken und eher Träumerei. Lass mal von dir hören, wenn du etwas am Ende gefunden hast und zu welchen Konditionen.

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Hallo,

Was ist denn genau dein 'Value'? Bzw. warum sollte ein Unternehmen dich 'kaufen' und nicht die Arbeit 1) an einen Internen geben, der schon im Budget ist, 2) einen noch billigeren Freelancer suchen, 3) gleich ein Mandat bei einer UB annehmen? Wird schweirig sein dich zu positionieren 'wenn du egal was' machen willst. Die Essenz des Freelance Experten liegt ja gerade da drinnen Wissen in die Firma zu bringen, was zu schwieirig/ komplex ist und/ oder zu teuer um eine Festanstellung im Budget zu haben.
So dass heisst aber nicht das es unmöglich ist. Ziel ist Fokus Fokus Fokus. Ich selber habe eher als Notlösung oder 'nice to have' nach 2 Jahren Berufserfahrung als Berater als Freelancer angefangen.
Mein Satz lag genau bei deinem angestrebten (75EUR pro h) und wurde als 'günstig' angesehen. Da ich daneben promovierte war das Freelancing eher ein 'nice to have' oder Nebeneinkommen zum Studium als dass es ein Haupterweb war. Meine Tips: Schon wärend der Arbeit sich ein Netzwerk aufbauen, d.h. du musst deinen Wert zeigen, sonst wird dich niemand kaufen, 2) Eine Nische haben, ddu wirst etwas anbieten wo es sich lohnt jemanden fest anzustellen (dein Satz ist niedriger) oder das Gebiet zu komplex ist (dein Satz ist höher). Ich hatte mich damals generell auf desk research, white papers für Strategie und Trends im Financial Services spezialisiert). War nicht besonders interessant noch besonders anspruchsvoll aber fürs Geld war es genug. 3) und ganz wichtig: mache es deinen Klienten so leicht wie möglich dich anzustellen, aber so schwierig wie möglich auf dich zu verzichten. D.h. biete einen Probemonat an, automatisiere die Rechnung, sein sicher du nennst nur den Finance Leuten die genannten Zahlen (Angestellte sehen nur den Preis und nicht die Steuern dahinter) und habe alle Versicherungen, Nachweise zur Scheinselbständigkeit parat.
Ich kann nur von Spanien sprechen, aber schätze das deutsche System ist ähnlich. Am Anfang war ich von der Steuer/ Sozialabgaben befreit da es sich um eine 'Integration in den Jobmarkt" handelte. Für den kunden war es sehr leicht da er alle Nachweise hatte und einfach den Betrag monatlich überweisen konnte.
Jetzt, nachdem ich mich weiter spezialisiert habe, gehe ich einen komplett anderen Weg. Neben meinem Studium Freelance ich jetzt für Fortune 500 als Adviser. Das Gebiet ist viel spezialisierter "future of work" und "Human Capital Strategy" für matrix organizationen und damit auch der Satz deutlich höher (1500 pro Tag). Es ist wieder eine Nabenetätigkeit, sodass es nicht meine angestrebte Karierre ist. Was ich dir aber rate ist eine externe Agentur zu nehmen die für dich die Versicherungen, Abgaben, Rechnungen und etc. übernehmen. Ich weiss nicht wie es in Dland ist aber hier Spanien nehmen sie 5% von meinem Gehalt und im Gegenzug bin ich bei Ihnen angestellt. Sie verkaufen mich dann an den Kunden und mein Gehalt ist 95% des Preises. Hat einige Vorteile da du 1) Anspruch auf ALG hast, 2) du im Renten ? und KV system bist, 3) eine gewisse Sicherheit hast wenn der Kunde nicht zahlt, sie übernehmen die Mahnungen, die Verhandlung etc.
So Abschliessend noch zum Preis. 75 EUR pro h ist das UNTERSTE Minimum was ich fordern würde. Für die Firma sind das Peanuts. Das Schwierige ist es den direkten Managern/ Angestellten zu verkaufen da sie nur den Preis sehen, aber nicht Abgaben. Aus meiner Erfahrung ist es aber sehr sehr sehr schwierig den Preis noch oben zu ändern nachdem zu eine Beziehung hast. Entweder zeigst du deine Skills sind deutlich besser geworden, oder du musst andere Kunden suchen. Mein Motto ich gehe nich runter mit dem Preis, aber ich biete Workshops kostenlos an zum kennen lernen, oder sage lass es uns doch 1 Monat ausprobieren und dann schaust du ob dir meine Arbeit was bringt. Eine einfache Regel zum Preis: The closer you are tot he top or tot he money, the more you can charge. D.h. ran an die Seniors oder Sales Leute.

Viel Glück

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

An den IT-Freelancer oben: Wieviel Berufserfahrung hattest du als du dich selbständig gemacht hast?

Mittelfristig sieht mein Lebensentwurf deinem recht ähnlich. Arbeit als Freelancer zwecks Kapital- und Geschäftsaufbau. Außerdem würde es mich auch reizen mal im Ausland als Freelancer zu arbeiten. Golfstaaten, Asien...

Aktuell habe ich fast 4 Jahre Berufserfahrung als funktionaler SAP-Berater in Großkonzernen gesammelt. Wirklich "fit" fühle ich mich aber nicht da ich aktuell oft noch ziemlich ahnungslos bin, auch bei Themen die mein Modul betreffen. Jetzt habe ich halt noch erfahrene Kollegen die im Zweifel mal helfen können, als Freelancer bleibt mir nur google/SCN.

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Deine Rechnung geht auf, Du hast nur die (min.) 10 Jahre Berufserfahrung ausgeklammert die Du brauchst um für solche Gigs gebucht zu werden.

Im übrigen wird die Realität von Absagen oder untenstehendem Zitat am Besten abgebildet.

Lounge Gast schrieb:

Also ich würde dich zu nem Pitch einladen. Einfach nur zum
sehen was da für ein Vogel kommt. Die Stunde wärs mir echt
wert.

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

zum Einstieg wirst du vllt Festanstellung +10-20% an Tagessatz erwarten können. Also rund 250? / Tag - sofern dich überhaupt jemand nimmt.
Einsatz als Einzelkämpfer heißt nicht trial&error sondern ab der ersten Sekunde Performen - die Auftraggeber sind nicht Siemens & Co. die da halt mal paar Millionen versenken können sondern Unternehmen bei denen es drauf ankommt.

Für 800e/ Tag bekommst du Kandidaten mit 20-30 BE die sich nun selbstständig machen und Aufträge brauchen.
Du kannst nix und hast keinen Nachweis über dein Können. Ebenso fehlt dir ein Netzwerk und eigentlich alles was einen höheren Tagessatz rechtfertigt.

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Nein 200-300 EUR Tagessatz ist doch ein Witz. Ein Consultant wird für 2000 EUR verkauft. Klar hat er die ganze Firma mit Wissen hinter sich, Aber als Spezialist wirst du mindestens 500-700 Eur verlangen. Für eine Firma sind das Peanats. Wichtig ist halt deinen Wet zu zeigen 1) Kein anderer kann oder will dass machen was du anbietest, 2) Sie müssen dich nicht im Budget mit FTE haben und haben daher die Flexibilität (d.h. kurzfristige projekte, sich dem SVP mit den Zeiten anpassen), 3) es ist EINFACH dich zu 'kaufen' und du bietest den 'Servive der Anrechnungen' etc selbstverständlich an. 4) Mehrwert schaffen was man in einem Angestelltenverhältnis vielleicht nicht so gut kann A) Wissen von Extern reinbringen, B) keine Politik d.h. als ehrlicher Adviser etc seine Position verteidigen, C) Wissen zwischen Bereichen in der Firma verbinden (du bist nicht in deinem Silo und hast eine ganz andere Sichtweise auf die Dinge)

Ganz ehrlich versuche es doch einfach. Trick ist jetzt ein persönliches Gespräch mit einer relevanten Person zu bekommen. Jeder Chef der chonmal Beratermandate hatte wird 500-700 EUR als ganz normal und Minimum ansehen. Natürlich ist schwierig; aber sonst würde es ja JEDER machen. Es wird Durststrecken geben. Manchmal wird der Kunde nicht zahlen, manchmal wirst du als second class citizen angesehen... und dann wirst du dich Fragen WARUM freelancing?
Das ist das Wichtigste. Nicht freelancen des Geldes wegen. Erfolg wirst du nie haben wenn du auf das Geld schaust. Da brauchst mehr für die Stamina.

Für mich Freelancing heisst: Flexbilität und Freiheit. Wenn es gut läuft direkte Arbeit mit schlauen Leuten die was bewegen ohne die Politik. Ich werde pro Zeit bezahlt, d.h. es ist in meinem Interesse mehr zu arbeiten. ich kann mich auf MEIN Thema fokussieren und dadurch Mehrwert anbieten :) ich bin nicht abhängig von einem Chef, einem Kunden, einem Gebiet. Ich MUSS immer weiter lernen da sonst der Nächste kommte und das gleiche anbietet

Google doch mal: Gig economy, liquid Workforce/ etc. Da wirst du sehen das in manchen Bereichen in den US schon 40% der Arbeiter Freelancer sind. Es wird das gleiche passieren wie in den anderen Jobs: Ein paar wenige sehr Gute bekommen sehr viel Geld. Gute bleiben ca. gleich wie davor. Die Mitte kämpft, und im Gegenteil in der Firma mit Gewerkschafft GEGEN sich, daher werden sie weniger verdienen. Und zum schluss gibt es den commodity markt, mit globaer Konkurrent wo es ums scale geht, oder die Computer die Aufgabe übernehmen

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

und in was bitte soll ein absolvent spezialist sein?

antworten
WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Ach was weiss ich. Die/ Der TS hat doch zwei Jahre Berufserfahrung und dann noch nen Praktikum im inhouse consulting. Die Nische muss er selbst finden und hängt doch davon ob was er in dem Start-up genau gemacht hat.
Keine Ahnung (bin kein Itler, noch Ing), aber vielleicht Marktanalysen der Anbieter von neuen Technologien von Start-ups die die Produktion mit Kundendaten synchronisieren (kA ob es sowas gibt. Bewertung von Apps bzgl. projeziertes Wachstum in dem Industriebereich in dem er gerade arbeitet. Als Analyst in einem Consulting Projekt wo sie flexibel jemand brauchen der komplexe (bzw. langweilige) Excel Modelle berechnen kann. White papers wie neue Technologien den Arbeitgeber beeinflussen werden. Governance, Roles und Responsibilities auf neuer R&D Abteilung aufbauen wo er/ sie auf seine Wing und Start up Erfahrung aufbauen kann..
Mein Punkt ist das 700 EUR Tagessatz nach viel mahr aussieht als es ist.

Gehen wir davon dass ein guter Wing Absolvent mit 2 Jahren BE ca. 60k Gehalt Einstieg bekommt. Dann kostet dass der Firma mind 120k EUR (Steuern, Versicherungen, Training, Infrastructure, etc.etc). Schlagen wir noch 30% risk premium drauf für Flexibilität, keine FTEs im Budget, Abwicklung von unproductiven Mitarbeitern etc etc. So sind das 160k.
160k durch 11 Monate Arbeit (mind 25 Tage bezahlten Urlaub) sind ca. 15k. Bei 21.5 Arbeitstagen sind das ziemlich genau 700 EUR. Und das ist OHNE Feiertage, Ueberstunden, etc.

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Also ich glaube jetzt übertreibst du gewaltig. 60k --> 120k.
Sorry niemals. Ok kommt auf das Unternehmen.
i. Infrastkutr --> kriegt auch ein freelancer
ii. Steuern --> hier hat wohl auch der Freelancer Vorteiel wenn er sich geschickt anstellt.
iii. Training Ja hier zieht der Freelancer den kürzeren - ABER da er kriegt auch einiges an knowhow durch die Arbeit mit internen

Ich denke das einzig relevante ist Risk Premium. Kommt aber auch auf die Branche an! Im consulting hat man auch oft ein Risiko wenn ein Projekt zu Ende geht und man kein neues bekommt...

Lounge Gast schrieb:

Ach was weiss ich. Die/ Der TS hat doch zwei Jahre
Berufserfahrung und dann noch nen Praktikum im inhouse
consulting. Die Nische muss er selbst finden und hängt doch
davon ob was er in dem Start-up genau gemacht hat.
Keine Ahnung (bin kein Itler, noch Ing), aber vielleicht
Marktanalysen der Anbieter von neuen Technologien von
Start-ups die die Produktion mit Kundendaten synchronisieren
(kA ob es sowas gibt. Bewertung von Apps bzgl. projeziertes
Wachstum in dem Industriebereich in dem er gerade arbeitet.
Als Analyst in einem Consulting Projekt wo sie flexibel
jemand brauchen der komplexe (bzw. langweilige) Excel Modelle
berechnen kann. White papers wie neue Technologien den
Arbeitgeber beeinflussen werden. Governance, Roles und
Responsibilities auf neuer R&D Abteilung aufbauen wo er/
sie auf seine Wing und Start up Erfahrung aufbauen kann..
Mein Punkt ist das 700 EUR Tagessatz nach viel mahr aussieht
als es ist.

Gehen wir davon dass ein guter Wing Absolvent mit 2 Jahren BE
ca. 60k Gehalt Einstieg bekommt. Dann kostet dass der Firma
mind 120k EUR (Steuern, Versicherungen, Training,
Infrastructure, etc.etc). Schlagen wir noch 30% risk premium
drauf für Flexibilität, keine FTEs im Budget, Abwicklung von
unproductiven Mitarbeitern etc etc. So sind das 160k.
160k durch 11 Monate Arbeit (mind 25 Tage bezahlten Urlaub)
sind ca. 15k. Bei 21.5 Arbeitstagen sind das ziemlich genau
700 EUR. Und das ist OHNE Feiertage, Ueberstunden, etc.

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Nur mal so als Denkanstoß:
Jeder Engineering-Dienstleister (Ferchau, Bertrandt, etc.) "verkauft" jeden Berufseinsteiger für min. 90k, eher 100k an die Kunden. Bei nahezu 100% Auslastung.
Das mal so als Anhaltspunkt...

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Ich finde die Diskussion sehr spannend. Ich habe nach meinem Abschluss auch überlegt mich irgendwie selbstständig zu machen bzw. als Freelancer zu arbeiten. Erfahrung hat man ja durch Praktia. Nach mehren Jahren im Beruf (Bereich: Marketing) weiß ich aber, dass dieser Gedanke viel zu naiv ist. Ohne ein hohes Maß an Berufserfahrung kann man sich am Markt nicht durchsetzen. Da haben viele meiner Vorredner einfach recht. Unternehmen arbeiten gewinnorientiert und haben in der Regel nichts zu verschenken. Da bringt ein Frischling keine Vorteile. Auch wenn Angebote wie beispielsweise dieses hier , https://www.interim-x.com/fuer-interim-manager/interim-management-jobs/ für Absolventen verlockend klingen.
Als Freelancer muss sich eben auch um vieles selbst kümmern und ohne ausreichende Berufs- und damit Lebenserfahrung finde ich es sehr schwer. Da ist ein Scheitern in vielen Fällen vorprogrammiert.

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Ein Freund ist seit ein paar Jahren als Freelancer Vertriebsberater im Mittelstand in Süddeutschland unterwegs. Trotz über 10 Jahren Berufserfahrung in Führungspositionen hat der mit viele Mühe einen Tagessatz von 640 EUR durchsetzen können. Wenn er seine 10-12 Tage dann fakturiert bekommt und die Spesen passen, ist alles gut. Aber lass den mal länger krank sein oder 3 Wochen Urlaub mit der Familie machen wollen. Schwierig. Mein Ding ist das alles nicht. So eine Teamgründung schon eher, wenn man fitte Leute kennt mit denen es menschlich passt.

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WiWi Gast

Re: Freelancer als Absolvent - Tagessatz

Wenn er Mühe hat <1k pro Tag durchzusetzen, dann ist vielleicht Vertriebsberatung nicht die beste Berufswahl ;-)

WiWi Gast schrieb am 07.10.2017:

Ein Freund ist seit ein paar Jahren als Freelancer Vertriebsberater im Mittelstand in Süddeutschland unterwegs. Trotz über 10 Jahren Berufserfahrung in Führungspositionen hat der mit viele Mühe einen Tagessatz von 640 EUR durchsetzen können. Wenn er seine 10-12 Tage dann fakturiert bekommt und die Spesen passen, ist alles gut. Aber lass den mal länger krank sein oder 3 Wochen Urlaub mit der Familie machen wollen. Schwierig. Mein Ding ist das alles nicht. So eine Teamgründung schon eher, wenn man fitte Leute kennt mit denen es menschlich passt.

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