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Überstundenauszahlung warum so wenig netto?

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WiWi Gast

Überstundenauszahlung warum so wenig netto?

Ich arbeite in einer UB, die ab x Überstunden automatisch im folgemonat die x+ Uberstunden auszahlt - soweit so gut. Jetzt meinten Kollegen, dass es sich nicht lohnt, da nur 8 Euro/h netto (von ~22 Euro/h brutto) übrig bleiben.
Ist das normal? Und kriege ich die Differenz zu meinem normalen netto per Steuererklärung wieder?

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WiWi Gast

Überstundenauszahlung warum so wenig netto?

Steuer:

  • Einkomennssteuer (Grenzsteuersatz) 42%

Sozialabgaben (Arbeitnehmeranteil):

  • Krankenversicherung 7,3%
  • Pflegeversicherung 2,55%
  • Beitraf für Kinderlose in der Pflegeversicherung 0,25%
  • Rentenversicherung 9,3%
  • Arbeitslosenversicherung 1,5%
  • Insolvenzumlage 0,06%

Summe Sozialabgaben: 20,96%

Summe Steuern + Sozialabgaben = 62,96%

Dein Netto: 22€ (Bruttolohn) * (1-0,6296) = ca. 8,15€

Ändern kann man da kaum etwas. Evtl. fallen einzelne Sozialabgaben weg, wenn du über der Beitragsbemesserungsgrenze bist.

Gruß

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WiWi Gast

Überstundenauszahlung warum so wenig netto?

WiWi Gast schrieb am 08.07.2018:

Steuer:
Einkomennssteuer (Grenzsteuersatz) 42%

Sozialabgaben (Arbeitnehmeranteil):
Krankenversicherung 7,3%
Pflegeversicherung 2,55%
Beitraf für Kinderlose in der Pflegeversicherung 0,25%
Rentenversicherung 9,3%
Arbeitslosenversicherung 1,5%
Insolvenzumlage 0,06%

Summe Sozialabgaben: 20,96%

Summe Steuern + Sozialabgaben = 62,96%

Dein Netto: 22€ (Bruttolohn) * (1-0,6296) = ca. 8,15€

Ändern kann man da kaum etwas. Evtl. fallen einzelne Sozialabgaben weg, wenn du über der Beitragsbemesserungsgrenze bist.

Gruß

Nicht der TE hier. Wieso lande ich bei den Überstunden bei diesen horrenden Abgaben und bei meinem normalen montatlichen Gehalt nicht? Da habe ich lange keine >60% Abzüge.

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WiWi Gast

Überstundenauszahlung warum so wenig netto?

Das ist auch immer meine Rechnung, wenn rot-rot-grün mal wieder vorschlägt den Spitzensteuersatz zu erhöhen :D

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WiWi Gast

Überstundenauszahlung warum so wenig netto?

Man muss generell zwischen Grenzsteuersatz und Durchschnittssteuersatz unterscheiden. Was dein Denkfehler ist.
Mit deinem Durschnittssteuersatz bist du unter 42% ESt, da der Steuertarif progressiv verläuft. (§32a EStG für die Formeln) Du schaust dir quasi an was verdiene ich und wie viel Steuern zahle ich darauf. Das Verhältnis ist dann dein Durchschnittssteuersatz.

Mit deinem Grenzsteuersatz wird aber jeder weitere Euro versteuert. Ab ca. 55.000€ gilt pauschal 42% für jeden weiteren Euro. Hab ich pauschal mal angenommen da TE bei einer UB arbeitet. Kann natürlich auch leicht niedriger ausfallen.

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WiWi Gast

Überstundenauszahlung warum so wenig netto?

Das ist Deutschland. Viel Spaß beim finanziell ausgenommen werden. Leistung lohnt sich oberhalb Grenzsteuersatz nicht.

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WiWi Gast

Überstundenauszahlung warum so wenig netto?

Bis zur Bemessungsgrenze für alle Abgaben würde ich die Stunden immer abfeiern darüber dann tendenziell aber auch auszahlen lohnt sich eigentlich nicht.

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WiWi Gast

Überstundenauszahlung warum so wenig netto?

Naja wenn du bei 42% Grenzsteuersatz bist dann solltest du doch eigentlich auch über der Beitragsbemessungsgrenze für Kranken- und Pflegeversicherung liegen oder nicht?

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WiWi Gast

Überstundenauszahlung warum so wenig netto?

WiWi Gast schrieb am 08.07.2018:

Naja wenn du bei 42% Grenzsteuersatz bist dann solltest du doch eigentlich auch über der Beitragsbemessungsgrenze für Kranken- und Pflegeversicherung liegen oder nicht?

Stimmt! Die Beitragsbemessungsgrenze liegt bei 53.100€. Ich habe auch auch den Soli vergessen . Führt dann zur folgenden Rechnung:

Steuer:

Einkomennssteuer (Grenzsteuersatz) 42%
Soli 5,5% von der Einkommenssteuer = 2,31% (0,42 *0,055)

Sozialabgaben (Arbeitnehmeranteil):

Rentenversicherung 9,3%
Arbeitslosenversicherung 1,5%
Insolvenzumlage 0,06%

Summe Sozialabgaben: 10,86%

Summe Steuern + Sozialabgaben = 44,41+ 10,86 =55,17

Netto = 22€ (Bruttolohn) * (1-0,5517) = 9,86€
Ist dann doch schon ein wenig besser

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know-it-all

Überstundenauszahlung warum so wenig netto?

Die Steuersätze werden übrigens immer auf das zu versteuernde Einkommen angewendet. Das ist niedriger als das Bruttogehalt, denn abzugsfähige Aufwendungen werden im Zuge der Lohn- und Gehaltsabrechnung bereits herausgerechnet. Das beinhaltet zum Beispiel die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung (Vorsorgeaufwand) und einen Teil der Beiträge zu Rentenversicherung sowie mind. 1.000 EUR Werbungskostenpauschale.
Um also Spitzensteuersatz zahlen zu "dürfen" (ab ~55.000 EUR zu versteuerndes Einkommen), muss das Bruttogehalt schon oberhalb von 60.000 EUR liegen.

Ändert natürlich nichts daran, dass die Abgabengrenzbelastung im Bereich von >50.000 EUR bis zur Beitragsbemessungsgrenze für die Rentenversicherung in D verhältnismäßig hoch ist....

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WiWi Gast

Überstundenauszahlung warum so wenig netto?

Unglaublich!!!!
Bei 400 Üst. wären das ja gerade mal 4k netto!
Dann lieber komplett abfeiern (was beim TE ja scheinbar leider nicht geht)

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WiWi Gast

Überstundenauszahlung warum so wenig netto?

Also der TE verdient nur 45K im Jahr. Dadurch rutscht er mit seinen Überstunden über die Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenversicherung. Generell macht es nicht so viel Spaß mit einem Einkommen zwischen 53k und 78k p.a. Denn dort zahlt man den Maximalbetrag an Krankenkassenbeiträgen, hat immer mehr Rentenabzüge und der Einkommenssteuersatz ist bei 42%. Dadurch entsteht ein Grenzabgabensatz von >55%. Das wird dann bei höheren Einkommen (>78k) wieder besser, da dort die Grenzabgabensatz bei 42% liegt (weil nur Einkommenssteuer).

Daher wurde der rationale Weg hier schon mal beschrieben: bevor ich nicht über 78k verdiene (oder deutlich unter 53k), macht eine Auszahlung steuerlich nicht so viel Sinn. Auf der anderen Seite sammelst du betrachtlich mehr Rentenpunkte durch eine regelmäßige Auszahlung. Deren Wert ist aber schwer zu beziffern.

Folgende Option könnte dir aber auch noch etwas Geld sparen: Versuche zu vereinbaren, dass dir die Überstunden jährlich ausgezahlt werden. Am Besten im gleichen Monat wie die Bonuszahlung (falls es die bei euch gibt). Bei 200Überstunden wären das inkl. Grundgehalt (ohne Bonus) dann 8000 Brutto. Somit sind dann wenigstens 1.500Brutto von Sozialabgaben befreit. Die zu viel gezahlte Einkommenssteuer bekommst du nach Steuererklärung zurück. Bei 400Überstunden wären schon 6.000Brutto von Sozialabgaben befreit. (Sozialabgaben werden im Gegensatz zur Einkommenssteuer auf Monatsbasis kalkuliert und verrechnet).

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