DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Steuern: News & TippsSteuereinnahmen

Steuerschätzer prognostizieren geringere Einnahmen

Bund, Länder und Gemeinden müssen 2011 mit geringeren Steuereinnahmen auskommen als 2009 prognostiziert. Erst 2013 liegt das Steueraufkommen voraussichtlich wieder auf dem Niveau von 2008. Das ergab die 136. Sitzung des Arbeitskreises Steuerschätzung, einem Beirat des Bundesfinanzministeriums.

Eine Fußgängerzone in Holland mit Geschäften und Passanten, teilweise auf Fahrrädern unterwegs.

Steuerschätzer prognostizieren geringere Einnahmen
Berlin, 10.05.2010 (bmf) - Vom 4. bis 6. Mai 2010 fand in Lübeck auf Einladung des Schleswig-Holsteinischen Ministeriums der Finanzen die 136. Sitzung des Arbeitskreises Steuerschätzungen statt. Geschätzt wurden die Steuereinnahmen für die Jahre 2010 bis 2014.  Die Schätzung ging vom geltenden Steuerrecht aus. Für die Jahre 2010 bis 2014 wurden gegenüber der Schätzung vom November 2009 die finanziellen Auswirkungen der nachstehenden Gesetze einbezogen:  

Darüber hinaus werden für die Jahre 2011 bis 2014 zusätzlich die finanziellen Auswirkungen der folgenden Gesetze berücksichtigt:  

Die in der Mai-Schätzung 2009 unterstellten finanziellen Auswirkungen des EuGH-Urteils Meilicke (Anrechnung ausländischer Körperschaftsteuer) verschieben sich um ein weiteres Jahr nach hinten, weil erst Ende diesen Jahres mit einer erneuten Entscheidung des EuGH in dieser Sache zu rechnen ist. Außerdem ist das Gesetz zur Modernisierung des Wagniskapitalmarkts aus EU-rechtlichen Gründen nicht angewendet worden. Die Auswirkungen dieser Änderungen waren für die Jahre 2011 bis 2014 noch zu berücksichtigen.

Der Steuerschätzung wurden die gesamtwirtschaftlichen Eckwerte der Frühjahrsprojektion der Bundesregierung zugrunde gelegt. Die Projektion geht davon aus, dass sich die konjunkturelle Erholung im weiteren Jahresverlauf nach zögerlichem Jahresauftakt fortsetzen wird. Sie wird wohl zunächst zu einem großen Teil von außenwirtschaftlichen Impulsen getragen. Im nächsten Jahr dürfte die Binnennachfrage mehr zum Wirtschaftswachstum beitragen als in diesem Jahr. Der Arbeitsmarkt   hat sich bisher gegenüber dem krisenbedingten Konjunktureinbruch erfreulich robust gezeigt. Im Jahresdurchschnitt 2010 und 2011 dürfte die Zahl der arbeitslosen Personen nahezu stabil bleiben. Für den gesamten mittelfristigen Schätzzeitraum wird eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung erwartet. Nach dem scharfen Konjunktureinbruch im Winterhalbjahr 2008/2009, mit dem eine deutliche Unterauslastung der gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten einherging, wird die deutsche Wirtschaft voraussichtlich bis 2014 wieder zu einer konjunkturellen Normallage zurückgekehrt sein.

Die Bundesregierung hat ihre Erwartung für das nominale Bruttoinlandsprodukt des Jahres 2010 im Vergleich zur Herbstprojektion 2009 von + 1,6 Prozent auf + 1,8 Prozent leicht angehoben. Für das Jahr 2011 wird beim nominalen BIP ein Zuwachs von + 2,4 Prozent unterstellt und für die Folgejahre bis 2014 wird eine stärkere Zunahme von jährlich + 2,9 Prozent prognostiziert. Bei den für die Steuerschätzung relevanten Einkommensaggregaten waren im Rahmen der Frühjahrsprojektion Korrekturen notwendig. So wurden für 2010 im Vergleich zur Herbstprojektion 2009 die Niveaus der Bruttolöhne und -gehälter deutlich nach oben und der Unternehmens- und Vermögenseinkommen deutlich nach unten angepasst. Im Jahre 2010 werden die Steuereinnahmen mit 510,3 Mrd. € etwas unter dem im November 2009 geschätzten Niveau liegen. Dabei gleichen sich die Mindereinnahmen infolge zwischenzeitlich beschlossener Steuerentlastungen (- 6,0 Mrd. €) und Mehreinnahmen aufgrund der verbesserten konjunkturellen Entwicklung (+ 4,8 Mrd. €) weitgehend aus. Während Bund (+ 0,6 Mrd. €) und Länder (+ 1,0 Mrd.) leichte Mehreinnahmen erwarten können, ist bei den Kommunen aufgrund der schwachen Entwicklung der Gewerbesteuer  mit Steuermindereinnahmen in Höhe von - 1,0 Mrd. € zu rechnen.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass der Bund den Gemeinden in diesem Jahr aus dem Konjunkturprogramm erhebliche Mittel für investive Zwecke zur Verfügung stellt. Für die Jahre ab 2011 wird das Steueraufkommen deutlich unter den Erwartungen der Mai-Steuerschätzung 2009 liegen. Die Steuereinnahmen werden 2011 um - 11,7 Mrd. €, 2012 um - 12,3 Mrd. € und 2013 um - 13,7 Mrd. € unter den Ansätzen der letzten Steuerschätzung liegen. Dabei haben alle Ebenen mit Ausnahme der EU Mindereinnahmen zu erwarten, die insbesondere auf die beschlossenen Steuerentlastungen (- 10,6 Mrd. € in 2011, - 8,1 Mrd. € in 2012 und - 8,1 Mrd. € in 2013) zurückzuführen sind. Ab 2011 werden die durch die Wirtschaftskrise und die zu ihrer Bewältigung ergriffenen steuerlichen Maßnahmen gesunkenen Steuereinnahmen insgesamt zwar wieder von Jahr zu Jahr ansteigen, aber erst im Jahr 2013 werden sie wieder das Niveau des Jahres 2008 erreichen.  

Im Forum zu Steuereinnahmen

2 Kommentare

Werbungskosten mit Kap. Erträgen verrechnen

WiWi Gast

Hi, ich bin gerade im Erststudium (Werbungskosten aktuell nicht absetzbar). Angenommen die Situation ist nun so: Werbungskosten dieses Jahr: 15k Einkünftge dieses Jahr (Praktika + Kapitalerträge): ...

2 Kommentare

AV gekündigt zum 15.09. VZ-Student ab 01.09. ?

WiWi Gast

Hallo hallo, stehe vor dem o.g. Problem. Wie verhält es sich steuerrechtlich, wenn mein Vollzeitarbeitsvertrag bis zum 15.09. läuft, ich allerdings ab dem 01.09. als Student geführt werden würde? LG

5 Kommentare

Steuern Masterstudium absetzen

WiWi Gast

Man kann doch ein für ein Zweitstudium (also auch ein Masterstudium) die "Werbekosten" vom ersten Gehalt absetzen, richitg? Gibt es da Grenzen? Oder ist dies auch mit einem Master für 40000 ...

18 Kommentare

Verlustvortrag - Frage

WiWi Gast

Hallo zusammen, für letztes Jahr konnte ich Werbungskosten (insb. Fortbildungskosten, da Studiengebühren) i.H.v. 6781 ? geltend machen. Abzüglich der Sonderausgaben wurde mein zu versteuerndes Einkom ...

2 Kommentare

Masterstudium Unterkunftskosten steuerlich absetzen

WiWi Gast

Hallo! Ich mache momentan meinen Master an der CBS in Kopenhagen und würde gerne die entsprechenden Kosten als Verlustvortrag geltend machen (um dann nächstes Jahr beim Berufseinstieg steuerlich zu p ...

22 Kommentare

Erste eigene Steuererklärung

WiWi Gast

Servus, da es in diesem Forum ja von vielen Steuerexperten wimmelt, möchte ich gerne einmal Fragen, mit welcher Rückerstattung ich in etwa rechnen kann, da ich in den kommenden Wochen meine erste (un ...

9 Kommentare

Studium von der Steuer absetzen

WiWi Gast

Ich habe von Kollegen gehört, dass man das Studium (auch den Bachelor) von der Steuer absetzen kann. Stimmt das? Und wenn ja, was kann man alles absetzen (Studiengebühren, Laptopkosten etc)?

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Steuereinnahmen

Formular vom Finanzamt zur Einkommensteuererklärung.

Steuer- und Abgabenbelastung 2014 in Deutschland, Österreich und Schweiz stabil

Der Anteil von Steuern und Abgaben an den Gesamtarbeitskosten ist in Deutschland 2014 im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Das Einkommen eines unverheirateten Angestellten ohne Kind wurde durchschnittlich mit 49,3 Prozent belastet, das waren 0,09 Prozentpunkte mehr als 2013. Dies geht aus der OECD-Studie “Taxing Wages 2015” hervor, die den Steuerkeil für acht Familienkonstellationen modellhaft berechnet.

Langes grauer Industrie-Bürogebäude mit Blechverkleidung und vielen Fenster.

Erbschaftsteuer: DIW-Studie kalkuliert Reformvorschlag bei Firmenprivilegien

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftsteuer präsentiert das Deutsche Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) einen Reformvorschlag. Danach würden Steuervergünstigungen in der Höhe begrenzt und Steuerzahlungen über längere Zeiträume gestreckt werden. Die Erbschaftsteuereinnahmen könnten sich so von derzeit 5 auf bis zu 13 Milliarden Euro pro Jahr erhöhen.

Weiteres zum Thema Steuern: News & Tipps

Erststudium Studienkosten steuerlich-absetzbar

Studienkosten - Der Fiskus muss sich womöglich stärker beteiligen

BdSt-Musterverfahren jetzt beim Verfassungsgericht - Die Kosten für ein Erststudium oder eine Erstausbildung sind beruflich veranlasst und müssten deshalb steuerlich besser berücksichtigt werden – damit folgt der Bundesfinanzhof der Auffassung des Bundes der Steuerzahler (BdSt). Das oberste deutsche Steuergericht hat ein vom BdSt unterstütztes Musterverfahren dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt.

Beliebtes zum Thema Gehalt

Titelblatt StepStone Gehaltsreport 2017

StepStone Gehaltsreport 2017: Was Fach- und Führungskräfte mit Wirtschaftsstudium verdienen

In Deutschland verdienen Fachkräfte und Führungskräfte durchschnittlich 57.100 Euro. Akademiker verdienen im Schnitt 37 Prozent mehr. Mit einem Wirtschaftsstudium beträgt das Brutto-Jahresgehalt inklusive variablem Anteil in "BWL, VWL und Wirtschaftswissenschaften" im Schnitt 65.404 Euro, in Wirtschaftsinformatik 68.133 Euro und in Wirtschaftsingenieurwesen sogar 70.288 Euro.

Titelblatt StepStone Gehaltsreport 2017

Absolventen-Gehaltsreport 2017: Wirtschaftsingenieure mit 48.200 Euro die Spitzenverdiener

Die Wirtschaftsingenieure verdienen unter den Absolventen der Wirtschaftswissenschaften mit durchschnittlich 48.238 Euro am meisten. Auch bei den Einstiegsgehältern aller Studiengänge liegen die Wirtschaftsingenieure hinter den Medizinern auf Rang zwei im StepStone Gehaltsreport für Absolventen 2017. Wirtschaftsinformatiker erhalten 45.449 Euro, Absolventen der BWL, VWL und Wirtschaftswissenschaften steigen mit 42.265 Euro ein.

Ein aufgeschlagener Atlas, alte Bücher und eine Tasse.

Gehaltsatlas 2016: Berufseinsteiger mit BWL-Abschluss verdienen durchschnittlich 43.788 Euro

Akademische Berufseinsteiger mit einem Abschluss in Betriebswirtschaftslehre verdienen aktuell rund 43.800 Euro im Jahr. Das ist knapp unter dem deutschen Durchschnittsgehalt junger Akademiker mit 45.397 Euro im Jahr. Am besten verdienen BWL-Absolventen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. In welchen Städten akademischen Berufseinsteigern am meisten gezahlt wird, zeigt der diesjährige Gehaltsatlas 2016 von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.) und Gehalt.de.

OECD-Datenbank zu Wohnkosten in Deutschland

Die Deutschen geben rund 20 Prozent ihres Einkommens für die Miete oder Hypotheken aus. Damit liegen die Wohnkosten in Deutschland im OECD-Schnitt. Schwerer belastet sind einkommensschwache Haushalte, die rund 27 Prozent ihres Einkommens für Mieten aufwenden müssen. Die interaktive OECD-Datenbank zu Wohnkosten veranschaulicht im Ländervergleich die Unterschiede in Eigentum vs. Miete, Wohnverhältnisse, Wohngeld und sozialer Wohnungsbau.

Feedback +/-

Feedback