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Studienort: Uni/FH-WahlNeue Bundesländer

Westdeutsche studieren immer häufiger im Osten

In den fünf ostdeutschen Bundesländern ist der Anteil der Studienanfänger aus Westdeutschland zwischen 2008 und 2011 um bis zu 150 Prozent gestiegen. Damit zieht die Hochschulinitiative Neue Bundesländer fünf Jahre nach der Gründung eine positive Zwischenbilanz ihrer Aktivitäten.

Ein Windanzeiger auf einem Dach.

Westdeutsche studieren immer häufiger im Osten
Berlin, 16. April 2012. In den fünf ostdeutschen Bundesländern ist der Anteil der Studienanfänger aus Westdeutschland zwischen 2008 und 2011 um bis zu 150 Prozent gestiegen. Das Ansehen der ostdeutschen Hochschulen bei Studienbewerbern hat sich im selben Zeitraum signifikant verbessert. Damit zieht die Hochschulinitiative Neue Bundesländer fünf Jahre nach der Gründung eine positive Zwischenbilanz ihrer Aktivitäten. Gemeinsam mit 44 ostdeutschen Hochschulen setzt sich die 2008 ins Leben gerufene Initiative dafür ein, westdeutsche Schülerinnen und Schüler für ein Studium in Ostdeutschland zu gewinnen.

„,Studieren in Fernost’ – das war 2008 eine ironische Überspitzung der Haltung, die viele westdeutsche Abiturienten gegenüber einem Studium in Ostdeutschland hatten und die auch heute noch zu spüren ist“, sagte die Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Birgitta Wolff, anlässlich einer Tagung der Initiative in Berlin. „Der Osten kam manchen weiter entfernt vor als Asien. Gegen solche Vorurteile wollte die Hochschulinitiative angehen. Und das ist uns, gemeinsam mit den ostdeutschen Hochschulen, auch gelungen.“

Befragungen zeigen, dass das Ansehen ostdeutscher Hochschulen deutlich gestiegen ist. 2009 fanden 35 Prozent der studieninteressierten Schüler aus Westdeutschland die Studienangebote in Ostdeutschland attraktiv oder sehr attraktiv. 2010 schlossen sich 39 Prozent der Befragten dieser Bewertung an, 2011 sogar 47 Prozent. „Die Studienbedingungen im Osten sind sehr gut. Das hat sich herumgesprochen. Die ostdeutschen Hochschulen sind für westdeutsche Abiturienten nach fünf Jahren Hochschulinitiative deutlich attraktiver geworden. „Neben der Image-Kampagne ist das auch auf die verstärkten Marketingaktivitäten der Hochschulen selbst zurückzuführen, die von der Hochschulinitiative unterstützt wurden. Die Kampagne hatte jedoch“, so Ministerin Wolff weiter, „nicht nur eine mediale Außenwirkung sondern für die beteiligten Hochschulen auch eine Mobilisationswirkung nach Innen. Sie beflügelte unter anderem den Prozess der Stärkung überregional attraktiver Angebote“.

Dass die Kampagne und das verstärkte Marketing der Hochschulen wirken, zeigt auch der zum Teil starke Anstieg westdeutscher Studienanfänger an den ostdeutschen Hochschulen. In Sachsen wuchs dieser Anteil zwischen 2008 und 2011 um 150 Prozent. In Sachsen- Anhalt stieg er im selben Zeitraum um 128 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern um 102 Prozent und in Thüringen um 87 Prozent. An den Hochschulen Brandenburgs lag der Anteil westdeutscher Studienanfänger schon 2008 auf hohem Niveau; mit einer Steigerung um vier Prozent fällt die Zunahme in diesem Bundesland daher entsprechend geringer aus. Bei der Erklärung der verstärkten West-Ost-Wanderung sind allerdings auch Faktoren wie der Wegfall der Wehrpflicht und die doppelten Abiturjahrgänge in einigen westdeutschen Bundesländern zu berücksichtigen.

Die Hochschulinitiative Neue Bundesländer ist eine Initiative der Wissenschaftsministerien der Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Kampagne „Studieren in Fernost“ wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Fünf Jahre nach ihrer Gründung zieht die Hochschulinitiative Neue Bundesländer am 16. und 17. April auf einer Tagung in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in Berlin eine Zwischenbilanz ihrer Aktivitäten. An der Tagung beteiligt sind Vertreter von Hochschulen und Politik.

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