DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Studienstart & Studium

Service Learning - Studierende engagieren sich ehrenamtlich im Studium

Hochschulen übernehmen Verantwortung für die Gesellschaft, Studierende engagieren sich ehrenamtlich im Rahmen ihres Studium: Dieses Programm haben sich sechs Hochschulen aus ganz Deutschland auf die Fahnen geschrieben.

Ein weisser Bulli vom Roten Kreuz steht mit geöffneter Schiebtür auf einer Veranstaltung.

Service Learning - Studierende engagieren sich ehrenamtlich im Studium
Würzburg, 15.04.2009 (idw) - Hochschulen übernehmen Verantwortung für die Gesellschaft, Studierende engagieren sich ehrenamtlich im Rahmen ihres Studium: Dieses Programm haben sich sechs Hochschulen aus ganz Deutschland auf die Fahnen geschrieben. Am 9. März haben sie deshalb das Netzwerk »Bildung durch Verantwortung« gegründet. »Service Learning« heißt das Stichwort. In den USA ist die neue Form des Lehrens und des Lernens seit Langem fester Bestandteil im Campus-Alltag. Jurastudenten beraten kostenlos bei Rechtsstreitigkeiten; angehende Lehrer bilden Hausaufgabenhelfer unter Grundschülern aus; Psychologie-Studierende unterstützen Streitschlichter. Spezielle Büros kümmern sich um Dozenten und beraten sie bei der Integration von Service Learning-Angeboten in ihre Lehre. Studierende können sich dort Tipps für ihr ehrenamtliches Engagement holen. Bisweilen arbeiten in den entsprechenden Büros 20 und mehr Mitarbeiter.

Von solchen Verhältnissen ist Deutschland noch weit entfernt. Damit sich dies ändert, haben die Universitäten Duisburg-Essen, Erfurt, Mannheim, Würzburg und des Saarlandes sowie die Fachhochschule Erfurt am 9. März in der Würzburger Residenz das deutsche Hochschulnetzwerk »Bildung durch Verantwortung« gegründet. Ziel des Netzwerks ist es, Service Learning an deutschen Hochschulen zu etablieren. »Service Learning ist eine Kombination aus gesellschaftlichem Engagement von Studierenden und dem fachlichen Lernen im Seminar«, erklärte der Würzburger Bildungsforscher Professor Heinz Reinders in seiner Ansprache im Rahmenprogramm der Vertragsunterzeichnung. Konkret bedeutet das: Eingebettet in den jeweiligen Lehrplan bekommen die Studierenden in ihren Seminaren Wissen vermittelt, das sie parallel dazu in konkreten Projekten real anwenden können.

So erhielten beispielsweise die Teilnehmer von Reinders Seminar »Evaluation pädagogischer Maßnahmen« das theoretische Rüstzeug, mit dem sie die Arbeit einer Kinderkrippe beurteilen können. Anschließend zogen sie los und setzten das neue erworbene Wissen im Auftrag einer pädagogischen Einrichtung in die Tat um. Oder: Im Seminar »Sprachförderung bei Migranten« lernten die Teilnehmer, wie sie ein Sprachtraining konzipieren und dessen Erfolg anschließend überprüfen können. In Grundschulen oder Kindertagesstätten in der Region übertrugen sie die Theorie in die Praxis. »Service Learning verknüpft kognitives Lernen mit dem Aspekt der Persönlichkeitsbildung«, erklärte Reinders. Die Studierenden erhielten gleichzeitig methodische und soziale Kompetenz; sie würden dazu angehalten, »Verantwortung zu übernehmen und sich als sozial engagierte, verantwortungsbewusste Menschen zu erweisen.« Und alle Beteiligten könnten davon profitieren:

»Die Träger pädagogischer Programme profitieren davon, weil sie kostenlos die Ressourcen bekommen, die sie benötigen, um ihre Programme oder Maßnahmen zu optimieren«, so Reinders. Und den Studierenden bringt das Angebot ebenfalls Vorteile: »Internationale Studien zeigen, dass die Seminarteilnehmer das vermittelte Wissen besser verstehen und anwenden können, wenn sie es praktisch einsetzen«. Auch seien sie anschließend stärker für gesellschaftliches Engagement und die eigene soziale Verantwortung sensibilisiert. 

Im Forum zu

22 Kommentare

Master = Zeitverschwendung?

WiWi Gast

Bin an einer der von dir genannten Unis (Köln) - und ja in meinen Augen waren die 2 Jahre vergeudet. Warum? Weil von 90 ECTS Klausuren/Seminaren mir genau 6-18 etwas gebracht haben. Ich stand mehr ...

15 Kommentare

Stimmt es, dass die Note ab 1, egal ist?

WiWi Gast

Auf einen Personaler, für den die Note ja letztlich relevant ist, wird dieser psychologische Effekt keinen Einfluss haben. Der sieht einfach nur "Note ist über 2,2, also raus" oder "Not ...

4 Kommentare

Seminare im BWL-Studium

WiWi Gast

Kommt auf die Uni an. Bei mir (wiwi) gibt es welche

8 Kommentare

Finance Job in großen Unternehmen

WiWi Gast

Valuation. Aber im 5. das erste Praktikum ist extrem spät! Sieh zu Junge!

1 Kommentare

Finance Job in großen Unternehmen

WiWi Gast

Hallo, Ich bin gerade auf Praktikumsuche und bin mir noch unklar, in welche Richtung ich jobtechnisch gehen möchte. Die Finance Kurse haben mich sehr interessiert und ich habe mich dementsprechend ve ...

2 Kommentare

Vitamin B und Glutamin dauerhaft?

Ein KPMGler

Arzt fragen nicht ein anonymes Forum.

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema

DIHK Hochschulumfrage 2011

DIHK Hochschulumfrage 2011

Soziale Kompetenzen und praktische Erfahrungen sind oft ausschlaggebend dafür, ob ein Absolvent eingestellt wird oder nicht, während Fachwissen als selbstverständlich vorausgesetzt wird. Das belegt die aktuelle Umfrage der Deutsche Industrie- und Handelskammertag DIHK.

Weiteres zum Thema Studienstart & Studium

Eine junge Frau sitzt am Schreibtisch mit einem Makierer über einem Text und hält sich die Stirn.

Uni-Stress: Studenten gestresst und überfordert, Wirtschaftsstudenten relaxter

Die Studenten stehen unter Stress – in erster Linie verursacht durch Zeitdruck, Leistungsdruck, Angst vor Überforderung und zu hohen Ansprüchen an sich selbst. Statt gezielt zu lernen, lassen sich Studenten oft ablenken und verschenken wertvolle Zeit. Wirtschaftsstudenten sind deutlich weniger gestresst, als die meisten Kommilitonen anderer Studiengänge. Das zeigt eine Studie der Universität Hohenheim im Auftrag des AOK-Bundesverbands.

Jogger in blauer Sportkleidung mit Startnummer auf der Brust und Sonnenbrille, der gerade auf seinem Smartphone tippt.

Zeitdruck und Stress verändern Sportverhalten der Studenten

Pflichtvorlesungen und -seminare, stundenlanges Arbeiten am Schreibtisch: Studenten verbringen viel Zeit im Sitzen und müssen in relativ kurzer Zeit so einiges leisten. Umso wichtiger ist es für sie, in der Freizeit sportlich aktiv zu sein. Wie die heutigen Studenten Sport machen, hat sich parallel zu den wachsenden Anforderungen des Studiums verändert. Wie lassen sich Sport und Studium sinnvoll vereinbaren?

Studierende nutzen vermehrt psychologische und soziale Beratung der Studentenwerke

Studierende suchen vermehrt die psychologische Beratung der Studentenwerke auf. 26.000 Studierende haben sich 2011 in Einzelgesprächen beraten lassen, 2015 waren es bereits 32.000. Hauptprobleme der Studenten sind Prüfungsängste, Schwierigkeiten beim Studienabschluss und Arbeitsstörungen. Auch die Sozialberatung verzeichnet einen starken Anstieg: Fast 75.000 Einzelgespräche in den Sozialberatungsstellen der Studentenwerke wurden zu den Themen Studienfinanzierung, Jobben, Unterhaltsrecht, Krankenversicherung, Wohngeld und Rundfunkgebührenbefreiung geführt.

115

Bundeseinheitliche Behördenrufnummer 115

Ob Termine beim Standesamt, Fragen zu Formularen, der Müllabfuhr oder zum Elterngeld: Serviceeinheiten in Bund, Ländern und Kommunen sind durch die bundeseinheitliche Behördenrufnummer 115 vernetzt. Wer die Telefonnummer der örtlichen Verwaltung nicht zur Hand hat, findet unter der 115 eine erste Anlaufstelle für Verwaltungsfragen aller Art.

Beliebtes zum Thema Studium

ZEW Heinz-König-Young-Scholar-Award 2017: ZEW-Forschungsgruppenleiter Kai Hüschelrath (l.) und Vitali Gretschko (r.) mit Preisträgerin Jiekai Zhang und Preisträger Bernhard Kasberger.

Wiener Ökonom mit Heinz-König-Young-Scholar-Award 2017 geehrt

Gleich zwei Nachwuchsökonomen wurden mit dem Heinz König Young Scholar Award 2017 ausgezeichnet. Jiekai Zhang hat die Auswirkungen von regulierter TV-Werbung untersucht. Bernhard Kasberger von der Universität Wien ist für seine Analyse zur Effizienz von Mobilfunkmärkten nach Frequenzauktionen geehrt worden. Der jährlich vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) verliehene Heinz König Young Scholar Award ist mit 5.000 Euro dotiert und beinhaltet einen Forschungsaufenthalt am ZEW.

Feedback +/-

Feedback