DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Tipps zum BerufseinstiegHigh Potentials

Nachfrage nach High Potentials steigt trotz Krise

Trotz weltweiter Finanzkrise und rückläufigem Wirtschaftswachstum ist der Bedarf der Unternehmen an qualifizierten Nachwuchstalenten weiter gestiegen. Zudem haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, die richtigen Top-Leute zu gewinnen.

Gehaltsstudie Managergehälter Österreich
Nachfrage nach High Potentials steigt trotz Krise
Gummersbach, 12.08.2009 (kb) - Trotz weltweiter Finanzkrise und rückläufigem Wirtschaftswachstum ist der Bedarf der Unternehmen an qualifizierten Nachwuchstalenten weiter gestiegen. Zudem haben viele Unternehmen Schwierigkeiten, die richtigen Top-Leute zu gewinnen. Während 2007 durchschnittlich 24 Absolventen, davon elf High Potentials, eingestellt wurden, planen Unternehmen in 2009 35 Absolventen, davon 23 High Potentials, zu rekrutieren. Vor allem Wirtschaftswissenschaftler, Informatiker und Ingenieure, vorzugsweise mit den Abschlüssen Diplom, Master oder Promotion, sind gefragt. Allerdings können auch in diesem Jahr nicht alle vakanten Positionen besetzt werden: Bei 65 Prozent der Befragten kommen bis zu 25 Prozent der Wunschkandidaten nicht an Bord, mehr als ein Viertel der Studienteilnehmer können bis zu 50 Prozent der Wunschkandidaten nicht erfolgreich rekrutieren. Vor allem qualifizierte Informatiker, Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler sind schwer zu gewinnen. »Natürlich hat die Krise Auswirkungen auf das Rekrutierungsverhalten der Unternehmen. Wer aber nachhaltig handeln kann, der versucht heute die Topleute für morgen zu gewinnen. Dies ist natürlich leichter, wenn der Wettbewerb um die Talente weniger wird, das Gleiche gilt für Employer Branding und Personalmarketingmaßnahmen: Wer jetzt investiert, hat in Zukunft einen Vorsprung mit seiner Arbeitgebermarke. Gleichzeitig erfordert es hohen Aufwand, eine vernachlässigte Marke wieder neu zu positionieren, wenn die Krise vorbei ist«, sagt Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications. Um den Bedarf an High Potentials zu decken, richten 70 Prozent der Unternehmen ihr Angebot konsequent an den Erwartungen des Nachwuchses aus. 91 Prozent der Unternehmen bieten eigenverantwortliche Projektarbeit; mehr als zwei Drittel locken mit Weiterbildungsmaßnahmen, Persönlichkeitstrainings und Direkteinstieg. Dies sind Ergebnisse der Studie »High Potentials 2008/2009«, zum neunten Mal durchgeführt von der Managementberatung Kienbaum. Im Rahmen der Studie hat Kienbaum 189 Konzerne und mittelständische Unternehmen befragt.

Die Unternehmen erwarten viel von High Potentials: Sie sollten durchschnittlich 26 Jahre alt sein, ihr Studium in acht bis zehn Semestern abgeschlossen haben und einen Notendurchschnitt von 1,8 oder besser vorweisen können. Dabei wird der Notendurchschnitt von der Mehrheit der Befragten (65 Prozent) fakultätsunabhängig bewertet, das heißt die Abschlussnoten der Bewerber werden unabhängig vom Leistungsgrad der jeweiligen Fakultät verglichen. Neben diesen Kriterien sind Praxiserfahrung und Fremdsprachenkenntnisse für mehr als 60 Prozent unabdingbare Qualifikationen eines High Potential. Auch Fach- und Methodenkompetenz (44 Prozent) sowie Auslandserfahrung (38 Prozent) sind gefragt. Die Studienteilnehmer legen ebenfalls hohen Wert auf die Persönlichkeit der High Potentials: So ist Eigenmotivation für 85 Prozent ein Muss, gefolgt von Lernbereitschaft, der Fähigkeit zur Selbstkritik und Belastbarkeit. Mehr als die Hälfte der Befragten schätzt zudem Zielorientierung, Belastbarkeit, Flexibilität und Kontaktfähigkeit. Können die High Potentials diese Erwartungen nicht erfüllen, liegt das aus Sicht der Unternehmen oftmals an Selbstüberschätzung, mangelnder Fähigkeit zur Selbstkritik und einer zu hohen Anspruchshaltung.

Trotz messbarer Kriterien wie Notendurchschnitt und Alter bei Abschluss sowie klaren Anforderungen an Qualifikation und Persönlichkeit wissen die befragten Unternehmen, dass ein High Potential nicht zwangsläufig auch ein Right Potential ist. 90 Prozent geben an, einen High Potential nicht eindeutig an seinem Lebenslauf identifizieren zu können. »Ein Right Potential bringt Begeisterungsfähigkeit und Loyalität mit und zeichnet sich durch die Eigenschaft aus, trotz Erfolg den Bezug zur Realität nicht zu verlieren. Außerdem weist er die Eignung für eine Position auf, die zwei Ebenen über der derzeitigen liegt«, sagt Bethkenhagen. High Potentials wechseln im Durchschnitt alle fünf Jahre ihren Arbeitgeber. Häufige Anlässe hierzu sind Abwerbung, mangelnde Karriereperspektiven oder private Gründe. »Die Ausrichtung auf die Bedürfnisse und Wünsche der High Potentials und effiziente Retention-Maßnahmen sind essenzieller denn je, um im Wettbewerb um die besten Köpfe zu bestehen und High Potentials für das eigene Unternehmen zu begeistern und langfristig binden zu können«, sagt Erik Bethkenhagen.

Deshalb fordern und fördern Unternehmen ihre Nachwuchskräfte: Herausfordernde Aufgaben, Verantwortung und Weiterbildungsmöglichkeiten stehen für mehr als drei Viertel der Firmen im Vordergrund. Ein attraktives Unternehmensimage wirkt für mehr als die Hälfte ebenfalls bindend. Der Unternehmenskultur wird in Zeiten des demografischen Wandels ein höherer Stellenwert zukommen. Hier sehen 54 Prozent der Unternehmen eine Möglichkeit zur erfolgreichen und langfristigen Bindung von Mitarbeitern. Auch eine attraktive Vergütung wird als Retention-Instrument eingesetzt: So liegen die Einstiegsgehälter für Absolventen mit einem Fachhochschul- oder Bachelor-Abschluss im Durchschnitt bei 39.000 Euro im Jahr. Ihre Kolleginnen und Kollegen mit einem Universitätsabschluss erhalten 43.000 Euro. High Potentials werden mit einem durchschnittlichen Jahresbruttogehalt von 45.000 bis 50.000 Euro vergütet. Das Gehalt für High Potentials mit Promotion oder MBA liegt mit 50.000 bis 65.000 Euro an der Spitze. 

Im Forum zu High Potentials

5 Kommentare

Highpo-Kollege

WiWi Gast

Hi bin in T3 UB seit 4 Wochen auf einem neuen Projekt. Mein Kollege (gleiche Stufe) ist etwas länger auf dem Projekt und der totale Überflieger, hat alles total im Griff und macht quasi fast alles ...

43 Kommentare

Re: HIGH-Performer: Kinder machen echte Kerle

WiWi Gast

Die richtigen und echten Kerle (HIGH-Performer) sollten sich mal Gedanken darüber machen, was sie hier schreiben... Für mich ist ein LOW-Performer einer der mit 30 noch keine Frau und keine Kinder hat ...

34 Kommentare

McKinsey oder Goldman Sachs?

WiWi Gast

Für was würdet ihr euch entscheiden und warum? Kann man sagen, dass die beiden in den jeweiligen Bereichen die TOP Player sind?

12 Kommentare

Unterschied High-/Low-Performer

WiWi Gast

Höhre hier im Forum oft von High und Low Performern. Was unterscheidet die beiden voneinander? Und wer ist eigentlich High-Performer?

37 Kommentare

Pattsituation guter Studenten

WiWi Gast

Hallo Mir ist aufgefallen, dass es zwei Extrema bei Absolventen gibt: 1. Top Absolventen ala Tier 1/2 UB, IB, Dax 30 trainee Top Noten, Ausland, target Uni etc. Abi 1,x Dies machen vielleicht 3% ...

47 Kommentare

Target Studenten, wo liegt der Unterschied zu mir?

WiWi Gast

Hallo Leute, Ich studiere an der Uni Hannover BWL und habe während meines Praktikums nun mehrere Mannheimer und WHUler getroffen und sehe keinerlei Wissensunterschied zwischen uns. Woher kommt dieses ...

8 Kommentare

Top % vom Jahrgang im Lebenslauf

WiWi Gast

Hallo Leute, oft liest man ja, dass einige Top 2%, Top 5% des Jahrganges sind. Wie werden solche Aussagen belegt? Beim Abschluss an unserer Uni gab es neben der absoluten Note lediglich eine ECTS No ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema High Potentials

Top-Absolventen verdienen auch in Werbeagenturen überdurchschnittlich

Jede zweite Werbe- und Kommunikationsagentur würde für einen Hochschulabsolventen mit Bestnoten und Praxiserfahrung mehr als 36.000 Euro Einstiegsgehalt im Jahr zahlen. Nach vier Jahren Berufserfahrung erhalten die Mitarbeiter in mehr als der Hälfte der Agenturen ein Jahresbruttogehalt zwischen 40.000 und 50.000 Euro, in 14 Prozent der Agenturen zwischen 50.000 und 60.000 Euro.

Weiteres zum Thema Tipps zum Berufseinstieg

Screenshot: Jobtrends-Studie 2017 von Kienbaum und Staufenbiel.

JobTrends 2017: Gute Jobaussichten für Wirtschaftswissenschaftler

Was Berufseinsteiger im Jahr 2017 wissen müssen, dem ist die JobTrends-Studie von Staufenbiel und Kienbaum nachgegangen. Personaler checken Bewerbungen oft nur in maximal fünf Minuten. In nur sechs Prozent der Fälle googlen Entscheider den Namen der Bewerber. Punkten können Absolventen beim Berufseinstieg eher mit Praxiserfahrung als mit einem guten Studienabschluss. Beim Gehalt können Berufseinsteiger aktuell fünf bis zehn Prozent mehr heraushandeln.

Beliebtes zum Thema Berufseinstieg

Segelboote mit dem BMW-Symbol auf offener See mit Wind in den Segeln.

Unternehmensranking 2017: Die Top 100 Arbeitgeber für Wirtschaftswissenschaftler

Doppelsieg für BMW als beliebtester Arbeitgeber bei den Absolventen der Wirtschaftswissenschaften und dem Ingenieurwesen. Gefolgt von Audi, Daimler und Porsche ist die Automobilindustrie erneut die attraktivste Branche. PwC ist die einzige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und McKinsey die einzige Unternehmensberatung unter den Top 10 Arbeitgebern für Wirtschaftswissenschaftler. Die Beratungen gehören insgesamt zu den großen Gewinnern im Ranking. Die Deutsche Bank fällt in der Finanzbranche erstmals hinter EZB und Goldman Sachs von Platz 27 auf 43. Das zeigt die Business Edition des aktuellen trendence Graduate Barometer 2017.

Screenshot: Jobtrends-Studie 2017 von Kienbaum und Staufenbiel.

JobTrends 2017: Gute Jobaussichten für Wirtschaftswissenschaftler

Was Berufseinsteiger im Jahr 2017 wissen müssen, dem ist die JobTrends-Studie von Staufenbiel und Kienbaum nachgegangen. Personaler checken Bewerbungen oft nur in maximal fünf Minuten. In nur sechs Prozent der Fälle googlen Entscheider den Namen der Bewerber. Punkten können Absolventen beim Berufseinstieg eher mit Praxiserfahrung als mit einem guten Studienabschluss. Beim Gehalt können Berufseinsteiger aktuell fünf bis zehn Prozent mehr heraushandeln.

Ein spanischer Stier aus Metall steht für Konjunktur und den Ifo-Geschäftsklimaindex.

Unternehmensranking 2017: Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen

Die Schere zwischen den Big Four und den übrigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland geht weiter auseinander. PricewaterhouseCoopers (PwC) führt weiterhin die Spitze der Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen an. Im Schnitt sind die 25 nach Inlandsumsatz führenden WP-Gesellschaften und Steuerberatungen um 7,2 Prozent gewachsen. Die Deutschlandumsätze der Big Four stiegen sogar um 11,8 Prozent. Dies sind Ergebnisse aus dem Unternehmensranking 2017 von Lünendonk.

HELP - Eine Bürotasse zeigt ein Männchen hinter einem Aktenberg, das um Hilfe ruf.

Deutschen ist Arbeitsumfeld wichtiger als hohe Bezahlung

Drei Viertel aller Berufstätigen in Deutschland macht ihr aktueller Job Spaß. Ein gutes Betriebsklima und flexible Arbeitszeiten locken Bewerber und Jobwechsler an. Lediglich acht Prozent arbeiten allein für das Gehalt. Das Meistern von Herausforderungen und Produzieren von guten Ergebnissen steht für 26 Prozent im Vordergrund, die Arbeit im Team und die Zeit mit den Kollegen für 15 Prozent. Eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben, motiviert 12 Prozent der Berufstätigen in Deutschland. Das zeigt die Studie „Beruf und Karriere 2017" der CreditPlus Bank AG.

Schild mit der Aufschrift "Exit".

Jeder vierte Arbeitnehmer ist auf dem Absprung

Knapp 70 Prozent der Angestellten ist die Gesundheit wichtiger als Wohlstand. Neben der Vergütung ist Freizeit und Urlaub aktuell der wichtigste Faktor bei der Arbeitgeberwahl. Pluspunkte bei der Arbeitgeber sind Sabbaticals, zusätzliche Urlaubstagen oder weniger Arbeitsstunden für ein geringeres Gehalt. Nur jedem vierten Mitarbeiter werden derzeit flexible Arbeitsbedingungen genehmigt. Jeder zweite Mitarbeiter rechnet durch Teilzeit oder Home Office zudem mit geringeren Karrierechancen. Die Digitalisierung von HR-bezogenen Aufgaben ist noch kaum entwickelt. Das sind Ergebnisse der Mercer „Global Talent Trends Study“ 2017.

Unister Insolvenzverfahren Rip-Deal

Insolvenzverfahren der Unister Holding GmbH vom Amtsgericht Leipzig eröffnet

Nach dem Unfalltod von Mitbegründer Thomas Wagner und Gesellschafter Oliver Schilling hatte die Unister Holding GmbH den Insolvenzantrag gestellt. Laut dem Magazin Spiegel hat der Reiseportal-Anbieter rund 39 Millionen Euro Schulden. Durch den Insolvenzantrag konnte die Handlungsfähigkeit der Unister-Reiseportal gesichert werden, sodass Buchungen über Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de weiterhin möglich sind. Aktuelle Berichte offenbaren, dass Thomas Wagner vor seinem Tod auf einen „Rip-Deal“ reingefallen ist.

Feedback +/-

Feedback