DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Tipps zum BerufseinstiegWIWIS

JobTrends 2017: Gute Jobaussichten für Wirtschaftswissenschaftler

Was Berufseinsteiger im Jahr 2017 wissen müssen, dem ist die JobTrends-Studie von Staufenbiel und Kienbaum nachgegangen. Personaler checken Bewerbungen oft nur in maximal fünf Minuten. In nur sechs Prozent der Fälle googlen Entscheider den Namen der Bewerber. Punkten können Absolventen beim Berufseinstieg eher mit Praxiserfahrung als mit einem guten Studienabschluss. Beim Gehalt können Berufseinsteiger aktuell fünf bis zehn Prozent mehr heraushandeln.

Screenshot: Jobtrends-Studie 2017 von Kienbaum und Staufenbiel.

JobTrends 2017: Berufseinsteiger punkten vor allem mit Praxiserfahrung
Für den ersten Bewerbungscheck bleibt in den Personalabteilungen wenig Zeit: 40 Prozent der Personaler investieren fünf Minuten oder weniger. Dabei wandert der Blick zuerst auf den Lebenslauf und dann erst auf das Anschreiben. Generell gilt bei der Bewerbung: Übersichtlichkeit und Struktur sind 87 Prozent der Personaler wichtig oder sehr wichtig und lassen ein kreatives Design (16 Prozent) weit hinter sich. 82 Prozent sind der Meinung, das Bewerbungsfoto mache die Bewerbung komplett und für neun Prozent kann das Bild sogar ausschlaggebend für die Entscheidung sein. Das sind Ergebnisse der Studie „JobTrends 2017“, die Kienbaum Communications und das Staufenbiel Institut gemeinsam durchgeführt haben. Für die Studie wurden knapp 300 Personalverantwortliche in Deutschland befragt.

Kaum ein Personaler geht beim Bewerbercheck auf Online-Spurensuche
Bei der Auswahl des passenden Kandidaten gehen die wenigsten Personaler auf Netz-Recherche. Nur drei von 100 Personalern checken Bewerber in jedem Fall bei Facebook, das Googeln des Namens gehört bei sechs Prozent zum Standard. In der Regel bleibt der Bewerbercheck ohne Konsequenzen: Nur bei 11,7 Prozent hat die Online-Recherche dazu geführt, dass man sich gegen den Kandidaten entschieden hat.

„Eine individuelle Bewerbung verrät vieles über den Menschen dahinter – und macht im Idealfall neugierig auf ein persönliches Kennenlernen. Hinzu kommt, dass die Online-Spurensuche viel Zeit kostet und man sich in einer rechtlichen Grauzone bewegt“, sagt Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer von Kienbaum Communications, der Agentur für Arbeitgeberkommunikation.

Der akademische Nachwuchs punktet mit Praxiserfahrung
Die Besetzung einer Stelle für den Direkteinstieg kann laut JobTrends-Studie dauern: Knapp die Hälfte der Unternehmen gibt an, dass acht bis 16 Wochen vergehen, bis der passende Kandidat gefunden ist. Der überzeugt idealerweise mit Praxiserfahrung durch viele Praktika, die wichtiger ist als ein guter Studienabschluss in Regelstudienzeit.

„Bei acht von zehn Personalern punktet der akademische Nachwuchs mit praktischer Erfahrung eher als mit guten Noten. Der richtige Kandidat kennt die Arbeit in der Branche oder dem Funktionsbereich idealerweise bereits und passt zur Unternehmenskultur – das zählt mehr als eine gute Abschlussnote“, sagt Julia Troesser, Studienleiterin und Redakteurin beim Staufenbiel Institut.

Wirtschaftswissenschaftler haben gute Jobaussichten
Absolventen der Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften sind besonders gefragt. Mit 79 Prozent geben Unternehmen am meisten an, Wirtschaftswissenschaftler zu suchen, gefolgt von Informatikern mit 66 Prozent. Spitzenreiter bei den gesuchten Fachrichtungen sind die Wirtschaftswissenschaftler zudem in den Branchen Banking & Finanzdienstleister mit 96 Prozent, im Bereich Consulting mit 82 Prozent und im Bereich Handel/Konsumgüter 81 Prozent. Auf Platz zwei liegen die Wirtschaftswissenschaftler in den Branchen Chemie/Pharma/Health Care mit 82 Prozent und IT/Telekommunikation mit 76 Prozent.

Berufseinsteiger verdienen zwischen 40.000 und 49.999 Euro
Wird ein Arbeitsvertrag geschlossen, soll die Zusammenarbeit langfristig sein: Bei mehr als zwei Drittel der Arbeitgeber ist weniger als jeder fünfte Arbeitsvertrag befristet. Knapp die Hälfte der Absolventen steigt mit einem Jahresgehalt zwischen 40.000 und 49.999 Euro ein, das gilt über alle Fachrichtungen hinweg. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern erhalten mit 53 Prozent sogar über die Hälfte der Direkteinsteiger zwischen 40.000 und 49.999 Euro Jahresgehalt und 68 Prozent verdienen 40.000 Euro oder mehr. In den 92 Prozent der HR-Verantwortlichen geben an, dass fünf bis zehn Prozent des Gehalts verhandelbar sind. Weiter zeigt die Studie „JobTrends 2017“, dass die nächste Erhöhung zeitnah möglich ist – bei drei Viertel der Unternehmen nach einem Jahr oder sogar schon nach der Probezeit.

Arbeit kann flexibel gestaltet werden
Flexible Arbeitszeit, betriebliche Altersvorsorge, Arbeit im Home-Office: Das sind die Top-Drei-Benefits, mit denen Unternehmen versuchen, neue Mitarbeiter zu überzeugen und zu binden. Die seltensten Zusatzangebote für Mitarbeiter sind die erlaubte Mitnahme des Hundes zur Arbeit und das Familienbüro.

„Ein Glück – nicht nur für Hundebesitzer – dass die Arbeitszeiten zunehmend flexibler gestaltet werden: 73 Prozent der Unternehmen ermöglichen die Arbeit von Zuhause, 71 Prozent setzen auf Vertrauensarbeitszeit“, sagt Julia Troesser vom Staufenbiel Institut.

Das feste Jobangebot nach dem Praktikum bleibt Mangelware
Die befragten Unternehmen stellen im Durchschnitt 59 Praktikanten pro Jahr ein. Wenn der Mindestlohn nicht greift, verdienen mehr als 60 Prozent der Praktikanten zwischen 500 und 1.000 Euro monatlich. Die Chancen auf einen festen Job im Anschluss stehen aber nicht allzu gut: 40 Prozent der Unternehmen bieten weniger als jedem zehnten Praktikanten im Anschluss einen festen Vertrag an. Besonders schlecht sieht es im Handel und in der Konsumgüterbranche aus: Hier bekommt in 70 Prozent der Unternehmen nicht einmal jeder zehnte Praktikant ein Jobangebot.

Download[PDF, 43 Seiten – 5,5 MB]
JobTrends 2017 – Was Berufseinsteiger wissen müssen

Im Forum zu WIWIS

6 Kommentare

Wo können Wirtschaftswissenschaftler arbeiten?

WiWi Gast

Nur weil etwas möglich ist, ist es noch lange nicht wahrscheinlich! Nur weil du mal eine Vorlesung in Wirtschaftsrecht hattest, bedeutet das nicht, dass du mit einem Wirtschaftsjuristen gleichziehen ...

4 Kommentare

Mathematik für Wirtschaftswissenschaftler

WiWi Gast

Das kannst du nur selber herausfinden, indem du dich in eine Vorlesung von ihm setzt. Also der Dozent hat soweit ich weiß Mathe studiert und dann seinen Doktor in Wiwi gemacht.

3 Kommentare

Trainee-Gehalt für WiWis

WiWi Gast

maschinenbaum, über 50.000

122 Kommentare

Trainee-Gehälter für WiWis

WiWi Gast

Nein, da kann man nur sehen, was jemand in einem anonymen Forum behauptet. Lounge Gast schrieb: ...

44 Kommentare

lehrer oder wirtschaftswissenschaftler?

WiWi Gast

Hmm überlege auch, Lehrer zu werden. Hat schon jemand gewechselt? Von Lehrer -> Wirtschaft oder Wirtschaft -> Lehrer? Welche Erfahrungen habt Ihr gesammelt?

30 Kommentare

Re: Sprung von der Wirtschaft in die Politik? Erfahrungen?

WiWi Gast

Ich habe mich mal als Bundestagsabgeordneter beworben, aber wurde nicht genommen. Die Stellen sind schon bei Stepstone zu finden,

11 Kommentare

Re: Als Wirtschaftsinformatik-Student in Advisory?

WiWi Gast

WINFO ist hier genau die Zielgruppe: LINK ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema WIWIS

Titelblatt StepStone Gehaltsreport 2017

StepStone Gehaltsreport 2017: Was Fach- und Führungskräfte mit Wirtschaftsstudium verdienen

In Deutschland verdienen Fachkräfte und Führungskräfte durchschnittlich 57.100 Euro. Akademiker verdienen im Schnitt 37 Prozent mehr. Mit einem Wirtschaftsstudium beträgt das Brutto-Jahresgehalt inklusive variablem Anteil in "BWL, VWL und Wirtschaftswissenschaften" im Schnitt 65.404 Euro, in Wirtschaftsinformatik 68.133 Euro und in Wirtschaftsingenieurwesen sogar 70.288 Euro.

Gehaltsreport-2016 Führungskräfte Wirtschaftsstudium

StepStone Gehaltsreport 2016: Das verdienen Fach- und Führungskräfte mit Wirtschaftsstudium

Durchschnittlich 52.000 Euro verdienen Fach- und Führungskräfte in Deutschland. Akademiker verdienen im Schnitt 28 Prozent mehr. Mit einem Wirtschaftsstudium beträgt das Brutto-Jahresgehalt inklusive variablem Anteile in "BWL, VWL und Wirtschaftswissenschaften" im Schnitt 58.871 Euro, in Wirtschaftsinformatik 62.382 Euro und in Wirtschaftsingenieurwesen 62.231 Euro.

Gehaltsübersicht-2016 Einkäufer-Kundenberater Manager

Gehaltsübersicht 2016: Einkäufer mit größter Gehaltsentwicklung

Die Gehälter bei kaufmännischen Fachkräften steigen im Jahr 2016. Der Gehaltsübersicht 2016 von Personaldienstleister Robert Half zufolge tendiert vor allem die Vergütung von Einkäufern, Kundenberatern, Office-Managern und Projektassistenten in diesem Jahr zu höheren Gehältern. Die Einkäufer erwartet bei den Office-Jobs mit 2,4 Prozent Gehaltssteigerung die beste Gehaltsentwicklung.

Weiteres zum Thema Tipps zum Berufseinstieg

OECD-Bildungsbericht-2016 Start-ins-Berufsleben

Bildung auf einen Blick 2016: Start ins Berufsleben funktioniert

Die aktuelle OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2016“ bestätigt: Die deutsche Erwerbslosenquote liegt in allen Bildungsbereichen unter dem OECD-Durchschnitt. Das berufliche Bildungssystem in Deutschland beweist seine Stärke durch den reibungslosen Übergang von der Ausbildung in den Beruf. Der Bericht zeigt, wer einen Studienabschluss ergreift, hat einen Gehaltsvorteil von mehr als 50 Prozent. Im Ländervergleich sind in Deutschland besonders MINT-Studiengänge beliebt.

Einstieg, Enter, Berufseinstieg,

Berufseinstieg: Stipendiaten fordern bessere Digitalausbildung im Studium

Die Digitalisierung ist längst nicht mehr aufzuhalten. Um auf dem zukünftigen Arbeitsmarkt bestehen zu können, sollten junge Talente während des Studiums darauf vorbereitet werden. Fähigkeiten in der Analyse großer Datenmengen, Webanalysen und Programmierung zu besitzen, sehen Toptalente für den Berufseinstieg als zentral an. Das ergeben die neuen Ergebnisse der Umfrage „Most Wanted“ des Karrierenetzwerks e-fellows.net und der Unternehmensberatung McKinsey & Company.

Beliebtes zum Thema Berufseinstieg

Die Flagge von NRW vor grauem Himmel.

Jobsuche: Bayern, NRW und BW sind für Absolventen attraktiv

Absolventen, Fachkräfte und Führungskräfte suchen bundesweit Jobs. Besonders beliebt sind jedoch Arbeitgeber in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Am unattraktivsten empfinden Fachkräfte und Führungskräfte Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Attraktive Arbeitgeber 2016“ der Jobbörse Berufsstart.de.

OECD-Bildungsbericht-2016 Start-ins-Berufsleben

Bildung auf einen Blick 2016: Start ins Berufsleben funktioniert

Die aktuelle OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2016“ bestätigt: Die deutsche Erwerbslosenquote liegt in allen Bildungsbereichen unter dem OECD-Durchschnitt. Das berufliche Bildungssystem in Deutschland beweist seine Stärke durch den reibungslosen Übergang von der Ausbildung in den Beruf. Der Bericht zeigt, wer einen Studienabschluss ergreift, hat einen Gehaltsvorteil von mehr als 50 Prozent. Im Ländervergleich sind in Deutschland besonders MINT-Studiengänge beliebt.

Segelboote mit dem BMW-Symbol auf offener See mit Wind in den Segeln.

Unternehmensranking 2017: Die Top 100 Arbeitgeber für Wirtschaftswissenschaftler

Doppelsieg für BMW als beliebtester Arbeitgeber bei den Absolventen der Wirtschaftswissenschaften und dem Ingenieurwesen. Gefolgt von Audi, Daimler und Porsche ist die Automobilindustrie erneut die attraktivste Branche. PwC ist die einzige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und McKinsey die einzige Unternehmensberatung unter den Top 10 Arbeitgebern für Wirtschaftswissenschaftler. Die Beratungen gehören insgesamt zu den großen Gewinnern im Ranking. Die Deutsche Bank fällt in der Finanzbranche erstmals hinter EZB und Goldman Sachs von Platz 27 auf 43. Das zeigt die Business Edition des aktuellen trendence Graduate Barometer 2017.

Ein spanischer Stier aus Metall steht für Konjunktur und den Ifo-Geschäftsklimaindex.

Unternehmensranking 2017: Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen

Die Schere zwischen den Big Four und den übrigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland geht weiter auseinander. PricewaterhouseCoopers (PwC) führt weiterhin die Spitze der Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen an. Im Schnitt sind die 25 nach Inlandsumsatz führenden WP-Gesellschaften und Steuerberatungen um 7,2 Prozent gewachsen. Die Deutschlandumsätze der Big Four stiegen sogar um 11,8 Prozent. Dies sind Ergebnisse aus dem Unternehmensranking 2017 von Lünendonk.