DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
UnternehmensrankingHidden Champions

1.600 deutsche Hidden Champions mit Spitzenposition im Weltmarkt

Deutschland hat viele innovative mittelständische Unternehmen mit einer Spitzenposition auf dem Weltmarkt. Die Stärke dieser sogenannten „Hidden Champions“ Unternehmen speist sich aus der Fokussierung auf relativ kleine Märkte und einem hohen Grad an Spezialisierung auf bestimmte Produkte oder Anwendungen. Die Wachstumschancen der Hidden Champions hängen dabei stark von der Nachfrageentwicklung in diesen Nischenmärkten ab. Nur wenige Hidden Champions schaffen es, zu wirklichen Großunternehmen zu wachsen, wie der Innovationsindikator 2015 zeigt.

Hidden-Champions Deutschland

1.600 deutsche Hidden Champions mit Spitzenposition im Weltmarkt
Mannheim, 10.02.2015 (zew) - Eine Analyse des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Rahmen des Innovationsindikators 2015 ergab, dass es in Deutschland derzeit rund 1.600 mittelständische Weltmarktführer gibt. Doch die meisten dieser "globalen Spezialisten" sind sehr klein: Im Mittel haben sie weniger als 300 Beschäftigte und einen Jahresumsatz von unter 100 Millionen Euro. Die relativ geringe Unternehmensgröße rührt aus der geringen Größe der Märkte, auf denen viele mittelständische Weltmarktführer tätig sind. Nur etwas mehr als zehn Prozent der Hidden Champions bewegen sich in Absatzmärkten, deren Volumen größer als eine Milliarde Euro ist.

Die Untersuchung des ZEW zeigt, dass man drei Typen von Hidden Champions unterscheiden kann. Der Champion in der klassischen Nische hat sich auf sehr spezifische Produktanwendungen spezialisiert. Diese Nischenmärkte sind für  Großkonzerne wirtschaftlich unattraktiv, da sie dort ihre Größenvorteile bei Forschung und Entwicklung oder im Vertrieb nicht ausspielen können. Meist sind die Märkte so klein, dass Unternehmen wirtschaftlich nur dann erfolgreich sein können, wenn sie den gesamten Weltmarkt bedienen. Und selbst dann reicht es oft nur für geringe Unternehmensgrößen. Um dennoch gewisse Größenvorteile nutzen zu können, haben sich solche Nischenanbieter immer wieder zu Unternehmensgruppen zusammengeschlossen, wie beispielsweise die Heitkamp & Thumann Gruppe im Bereich Metallumformung oder die Körber Gruppe im Bereich Spezialmaschinen.

Die zweite Gruppe von Hidden Champions operiert in schrumpfenden Märkten. Diese Märkte boten in der Vergangenheit einer Vielzahl von Unternehmen Platz. Sie schrumpfen aber durch den technischen Fortschritt oder eine rückläufige Nachfrage. Die Folge: Unternehmen verlassen das Geschäftsfeld und der Markt konsolidiert sich. Unter den verbleibenden Unternehmen können diejenigen, die aktiv in den Weltmarkt investieren, eine technische Vorrangstellung in eine führende Weltmarktstellung ummünzen. Hierbei handelt es sich meist um sehr alte, traditionelle Firmen, die ihre Produkte über die Jahre immer weiter perfektioniert haben und Vorteile aus ihrer Erfahrung ziehen. Schrumpft der Markt zu einer kleinen Nische, braucht es oft gar keinen technischen Vorteil mehr.

Die dritte, in Deutschland jedoch selten anzutreffende Gruppe Hidden Champions sind junge mittelständische Weltmarktführer in schnell wachsenden Märkten. Diese bleiben aber nicht lange Hidden Champions: Entweder sie entwickeln sich mit dem Markt schnell zu global agierenden und international bekannten Großunternehmen oder sie werden von bestehenden Großunternehmen übernommen, die sich dadurch Wachstum erkaufen. Dieser Typ ist vor allem in den USA anzutreffen. Dort gilt Unternehmenswachstum als besonderes Leistungskriterium, und externe Geldgeber wie zum Beispiel Wagniskapitalfonds konzentrieren sich stark auf diese Gruppe. Unter den Hidden Champions in Deutschland sind junge, schnell wachsende Unternehmen dagegen die Ausnahme. Hier ist der Begriff des Champions eher durch unternehmerische Stabilität, ein langfristig orientiertes, gemäßigtes Wachstum und eine behutsame Internationalisierung geprägt.

Als Hidden Champions werden Unternehmen mit weltweit weniger als 10.000 Beschäftigten definiert, die primär auf internationalen Märkten tätig sind und in ihrem Hauptabsatzmarkt einen hohen Marktanteil aufweisen.

Typologie der Hidden Champions

Die Erfolgsfaktoren der Hidden Champions
Was steckt hinter dem internationalen Erfolg der mittelständischen Weltmarktführer? Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Hidden Champions ist ganz offensichtlich ihre starke Innovationsorientierung.

  1. Globales Wachstum als strategisches Unternehmensziel
  2. Innovativ und forschungsaktiv
  3. Exzellentes Prozessmanagement
  4. Systematisches Wissensmanagement
  5. Wissenschaftskooperationen
  6. Know-how-Schutz durch Schnelligkeit

Zusammenfassend ist – neben den Führungsqualitäten und den strategischen Maßnahmen – die Innovationstätigkeit eine wesentliche Basis für die starke Marktposition der mittelständischen Weltmarktführer. Ein Innovationsmanagement, das Kundenanforderungen und technologische Möglichkeiten vereint, ist ein Geheimnis ihres Erfolgs – ein weiteres ist die Vernetzung des eigenen technischen Know­hows mit ergänzendem Wissen von Kunden und Wissenschaft. Diese Kernkompetenzen lassen sich von Wettbewerbern nur schwer nachahmen. Das Ergebnis ist, dass mittelständische Weltmarktführer wirtschaftlich deutlich erfolgreicher sind als andere mittelständische Unternehmen in ihren Branchen: Ihre Umsatzrendite ist um rund einen Prozentpunkt höher. Die hohen Investitionen in FuE­ und Innovationsprojekte zahlen sich für die Weltmarktführer somit aus.


Weitere Informationen
http://www.innovationsindikator.de

Download Innovationsindikator 2015 [PDF, 68 Seiten - 2,7 MB]
Im Innovationsindikator-Bericht 2015 befindet sich ab Seite 32 die Auswertung über Hidden Champions und die Rolle von kleinen und mittelständischen  Unternehmen im Innovationssystem.
http://www.innovationsindikator.de/fileadmin/2015/PDF/Innovationsindikator_2015_Web.pdf


Über den Innovationsindikator
Der jährlich erscheinende Innovationsindikator ist eine vergleichende Studie zur Innovationsstärke. Er erfasst die Innovationsbedingungen am Wirtschaftsstandort Deutschland und vergleicht sie in einem Ranking in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Staat und Gesellschaft sowie in einem Gesamtindikator mit den weltweit führenden Industrieländern und aufstrebenden Staaten. Auf diese Weise entsteht eine Grundlage für innovationspolitische Entscheidungen. Der Innovationsindikator ist eine Kooperation von acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Die Studie wird vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erstellt. Der Innovationsindikator wurde vom BDI gemeinsam mit der Deutsche Telekom Stiftung initiiert, bevor 2015 acatech Kooperationspartnerin wurde.

Im Forum zu Hidden Champions

13 Kommentare

IB - Die dunkle Seite?

WiWi Gast

Auszug aus Quora, eine Antwort von dem ex-vp von Morgan Stanley: "The most frustrating thing about being an investment banker is that you know you’re smart, you know you’re at the prime of your life, ...

3 Kommentare

Soziale Kompetenz/Soft Skills IB

WiWi Gast

Hallo Ich befinde mich momentan im letzten Drittel meines Bachelorstudiums der BWL. Da ich demnächst mein erstes Praktikum habe, mache ich mir schon ein paar Gedanken. Ich war bisher nie die extrov ...

25 Kommentare

Re: Chancen bei EB/BB mit folgenden Profil?

WiWi Gast

Mein Profil: Abitur 2,6 (grottenschlecht) Bachelor 1,5 (WU Wien) Master 1,3 (Goethe Uni) 2x Auslandssemester CBS und Paris 4 Fremsprachen Praktika bei Big4 Audit und TAS sowie M&A bei Jefferi ...

7 Kommentare

ECM / DCM in Frankfurt

WiWi Gast

Hallo, welche Bank hat ECM und DCM Teams in Frankfurt und nicht nur in London? Und wie schätzt ihr die Stärke ein. Danke

8 Kommentare

Einschätzung CoBa M&A Reputation, Learning

WiWi Gast

Hallo zusammen, könntet ihr mir eine kurze Einschätzung zum M&A der Commerzbank geben? Wie stuft ihr die CoBa ein, noch auf einem Level mit Berenberg SocGen etc.? Kann jemand das Learning einschätzen? ...

8 Kommentare

Alte Bewerbung "wiederbeleben"

WiWi Gast

Guten Tag zusammen, ich arbeite mittlerweile seit fast einem Jahr im Consulting und würde gerne zu einem anderen Consulting Unternehmen wechseln. "Damals" als ich mich auf Einstiegsstellen bewor ...

1 Kommentare

Karriereplanung als Wing

WiWi Gast

Hallo, hab einen Wing Masterabschluss und arbeite derzeit im Produkt(kosten)management in einem Konzern, was sich als Einstieg gut eignet. War früher als Student vorwiegend im QM, was sich eigent ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Hidden Champions

Weiteres zum Thema Unternehmensranking

Ein spanischer Stier aus Metall steht für Konjunktur und den Ifo-Geschäftsklimaindex.

Unternehmensranking 2017: Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen

Die Schere zwischen den Big Four und den übrigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland geht weiter auseinander. PricewaterhouseCoopers (PwC) führt weiterhin die Spitze der Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen an. Im Schnitt sind die 25 nach Inlandsumsatz führenden WP-Gesellschaften und Steuerberatungen um 7,2 Prozent gewachsen. Die Deutschlandumsätze der Big Four stiegen sogar um 11,8 Prozent. Dies sind Ergebnisse aus dem Unternehmensranking 2017 von Lünendonk.

Unternehmensranking 2016: Consulting Impact Study - Deutschlands wirkungsvollste Berater

Die drei großen Strategieberatungen McKinsey, BCG und Bain führen das aktuelle WGMB-Consulting-Ranking 2016 an. Auf Platz 4 folgt die Unternehmensberatung Berylls Strategy Advisors, die zudem den Spitzenplatz unter den „Spezialisten“ der Beratungen erreicht. Welche Berater den größten Einfluss besitzen, hat die Wissenschaftlichen Gesellschaft für Management und Beratung (WGMB) von Wirtschaftsprofessor Dietmar Fink im „Consulting Impact Study 2016“ unter über 1.000 Führungskräften exklusiv für das manager magazin erhoben.

Eine Tasse Tee neben Zeichnungen und einem Kompass.

Unternehmensranking 2016: Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen

PricewaterhouseCoopers (PwC) führt erneut die Spitze der Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen an. Erstmals schaffte es Ernst & Young (EY) auf den zweiten Platz, gefolgt von KPMG. Im Schnitt sind die 25 nach Inlandsumsatz führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland um 8,1 Prozent gewachsen. Dies sind Ergebnisse aus dem aktuellen Unternehmensranking des Marktforschungsunternehmens Lünendonk.

Der Blick in einen Kompass.

Unternehmensranking 2015: Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen

Die 25 größten Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland erreichten 2014 ein Umsatzwachstum von 6,1 Prozent und erwarten dies auch in 2015. PwC wuchs um 2 Prozent und liegt mit 1,55 Milliarden Euro Umsatz auf Rang 1, gefolgt von KPMG mit 1,38 Mrd. Euro und plus 3,6 Prozent. Knapp dahinter liegt EY mit plus 8 Prozent und 1,37 Mrd. Euro Umsatz. Auf Platz 4 folgt Deloitte mit 729 Mio. Euro Umsatz und einem Zuwachs von 9,4 Prozent.

Beliebtes zum Thema Berufseinstieg

Segelboote mit dem BMW-Symbol auf offener See mit Wind in den Segeln.

Unternehmensranking 2017: Die Top 100 Arbeitgeber für Wirtschaftswissenschaftler

Doppelsieg für BMW als beliebtester Arbeitgeber bei den Absolventen der Wirtschaftswissenschaften und dem Ingenieurwesen. Gefolgt von Audi, Daimler und Porsche ist die Automobilindustrie erneut die attraktivste Branche. PwC ist die einzige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und McKinsey die einzige Unternehmensberatung unter den Top 10 Arbeitgebern für Wirtschaftswissenschaftler. Die Beratungen gehören insgesamt zu den großen Gewinnern im Ranking. Die Deutsche Bank fällt in der Finanzbranche erstmals hinter EZB und Goldman Sachs von Platz 27 auf 43. Das zeigt die Business Edition des aktuellen trendence Graduate Barometer 2017.

Screenshot: Jobtrends-Studie 2017 von Kienbaum und Staufenbiel.

JobTrends 2017: Gute Jobaussichten für Wirtschaftswissenschaftler

Was Berufseinsteiger im Jahr 2017 wissen müssen, dem ist die JobTrends-Studie von Staufenbiel und Kienbaum nachgegangen. Personaler checken Bewerbungen oft nur in maximal fünf Minuten. In nur sechs Prozent der Fälle googlen Entscheider den Namen der Bewerber. Punkten können Absolventen beim Berufseinstieg eher mit Praxiserfahrung als mit einem guten Studienabschluss. Beim Gehalt können Berufseinsteiger aktuell fünf bis zehn Prozent mehr heraushandeln.

Ein spanischer Stier aus Metall steht für Konjunktur und den Ifo-Geschäftsklimaindex.

Unternehmensranking 2017: Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen

Die Schere zwischen den Big Four und den übrigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und Steuerberatungsgesellschaften in Deutschland geht weiter auseinander. PricewaterhouseCoopers (PwC) führt weiterhin die Spitze der Top 25 WP-Gesellschaften und Steuerberatungen an. Im Schnitt sind die 25 nach Inlandsumsatz führenden WP-Gesellschaften und Steuerberatungen um 7,2 Prozent gewachsen. Die Deutschlandumsätze der Big Four stiegen sogar um 11,8 Prozent. Dies sind Ergebnisse aus dem Unternehmensranking 2017 von Lünendonk.

HELP - Eine Bürotasse zeigt ein Männchen hinter einem Aktenberg, das um Hilfe ruf.

Deutschen ist Arbeitsumfeld wichtiger als hohe Bezahlung

Drei Viertel aller Berufstätigen in Deutschland macht ihr aktueller Job Spaß. Ein gutes Betriebsklima und flexible Arbeitszeiten locken Bewerber und Jobwechsler an. Lediglich acht Prozent arbeiten allein für das Gehalt. Das Meistern von Herausforderungen und Produzieren von guten Ergebnissen steht für 26 Prozent im Vordergrund, die Arbeit im Team und die Zeit mit den Kollegen für 15 Prozent. Eine sinnvolle Tätigkeit auszuüben, motiviert 12 Prozent der Berufstätigen in Deutschland. Das zeigt die Studie „Beruf und Karriere 2017" der CreditPlus Bank AG.

Schild mit der Aufschrift "Exit".

Jeder vierte Arbeitnehmer ist auf dem Absprung

Knapp 70 Prozent der Angestellten ist die Gesundheit wichtiger als Wohlstand. Neben der Vergütung ist Freizeit und Urlaub aktuell der wichtigste Faktor bei der Arbeitgeberwahl. Pluspunkte bei der Arbeitgeber sind Sabbaticals, zusätzliche Urlaubstagen oder weniger Arbeitsstunden für ein geringeres Gehalt. Nur jedem vierten Mitarbeiter werden derzeit flexible Arbeitsbedingungen genehmigt. Jeder zweite Mitarbeiter rechnet durch Teilzeit oder Home Office zudem mit geringeren Karrierechancen. Die Digitalisierung von HR-bezogenen Aufgaben ist noch kaum entwickelt. Das sind Ergebnisse der Mercer „Global Talent Trends Study“ 2017.

Unister Insolvenzverfahren Rip-Deal

Insolvenzverfahren der Unister Holding GmbH vom Amtsgericht Leipzig eröffnet

Nach dem Unfalltod von Mitbegründer Thomas Wagner und Gesellschafter Oliver Schilling hatte die Unister Holding GmbH den Insolvenzantrag gestellt. Laut dem Magazin Spiegel hat der Reiseportal-Anbieter rund 39 Millionen Euro Schulden. Durch den Insolvenzantrag konnte die Handlungsfähigkeit der Unister-Reiseportal gesichert werden, sodass Buchungen über Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de weiterhin möglich sind. Aktuelle Berichte offenbaren, dass Thomas Wagner vor seinem Tod auf einen „Rip-Deal“ reingefallen ist.

Feedback +/-

Feedback