DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
VorstellungsgesprächTAS

Irritierende Frage im Interview (TAS)

Autor
Beitrag
WiWi Gast

Irritierende Frage im Interview (TAS)

Hallo zusammen,

ich hatte vor zwei Tagen ein Video-Interview für ein Intern im Bereich TAS. Neben anderen Technicals wurde auch diese Frage gestellt:

"Welche Komponenten bestimmen den Wert eines Unternehmens am meisten?"

Hierauf habe ich (sinngemäß) geantwortet:

Das kommt auf die Art der Bewertung an. Bspw. sind es bei einer DCF-Methode natürlich der FCF aber auch der Diskontierungsfaktor und das ewige Wachstum. Bei einer Bewertung mit Multiples ist es A) die Höhe des Multiples und B) selbstverständlich der Bezug, also bspw. EBIT(DA), Sales, whatever für einen Multiple ich eben nehme. Grundlage bei beiden ist aber immer die Quality of Earnings, da sich auf Grundlage einer "sauberen" PnL sowohl EBIT(DA) als auch der FCF ergibt.

Die kurze Antwort darauf war "naja, das recherchieren Sie vielleicht lieber nochmal."

Am Ende des Gesprächs wollte ich nochmal hierauf zurück und ich wurde wieder auf eine "eigene Recherche" verwiesen.

Ich muss ehrlich gestehen, mir ist schleierhaft was hier eine adäquate Antwort hätte sein können. Habt ihr vielleicht Ideen?

antworten
WiWi Gast

Irritierende Frage im Interview (TAS)

Welche Multiples du wählst, spricht ob du den EV aufs Income, EBIT oder EBITDA oder whatever beziehst, sollte ja (im theoretischen Optimalfall) nicht zu verschiedenen Werten führen sondern immer zu einer engen Bandbreite, da die Peers ja einen Unternehmenswert haben (in der Theorie), den du mit den Multiples errechnest. Kann mir vorstellen dass die Interviewer das meinten, ansonsten finde ich deine Antwort eig ganz sinnvoll.

antworten
WiWi Gast

Irritierende Frage im Interview (TAS)

Deine Antwort hat nicht der vorher festgelegten Musterantwort des Interviewpartners entsprochen und dann ist das eine typische Antwort um die Hierarchie im Interview zu demonstrieren. Im Endeffekt werden sich die Unternehmensvertreter schlau machen und recherchieren müssen, ob deine Antwort treffend ist.

antworten
WiWi Gast

Irritierende Frage im Interview (TAS)

Die Antwort beinhaltet die richtigen Schlagworte insofern is Sie schon iO für ein Praktikum. Sie zeigt aber eben auch, dass du die Materie nicht richtig durchdrungen hast. Hier ein paar Punkte die mir aufgefallen sind:

1) Cashflow ergibt sich nicht nur aus der P&L
2) Multiple und DCF sind (in einer perfekten Welt) keine Bewertungsmethoden die sich ausschließen. Die Multiplebewertung dient der Plausibilisierung der DCF oder Ertragswertmethode (Siehe IDW S1) sollte also annähernd zu einem ähnlichen Ergebnis kommen. DCF und Ertragswert führen im übrigen zu dem gleichen Ergebnis.
3) nach IFRS 13 Fair Value Hierarchie ist es umgedreht da sind Multiples vorzuziehen (sofern möglich)
4) Die Wahl des Multiples hängt mit dem Geschäftmodell zusammen (Stichwort Abschreibungspolitik).
5) TV (ewige Rente) hat den höchsten Anteil am Unternehmenswert. Die Komponenten hieraus kommen aus der Detailplanungsphase. Bei DCF sind das CF WACC und Wachstumsrate auf letztere bist du garnicht eingegangen. Diese ist nämlich im TV Jahr eine andere als in der Detailplanung (Stichwort Inflation und Wachstumsabschläge)

Cheers

WiWi Gast schrieb am 05.06.2020:

Hallo zusammen,

ich hatte vor zwei Tagen ein Video-Interview für ein Intern im Bereich TAS. Neben anderen Technicals wurde auch diese Frage gestellt:

"Welche Komponenten bestimmen den Wert eines Unternehmens am meisten?"

Hierauf habe ich (sinngemäß) geantwortet:

Das kommt auf die Art der Bewertung an. Bspw. sind es bei einer DCF-Methode natürlich der FCF aber auch der Diskontierungsfaktor und das ewige Wachstum. Bei einer Bewertung mit Multiples ist es A) die Höhe des Multiples und B) selbstverständlich der Bezug, also bspw. EBIT(DA), Sales, whatever für einen Multiple ich eben nehme. Grundlage bei beiden ist aber immer die Quality of Earnings, da sich auf Grundlage einer "sauberen" PnL sowohl EBIT(DA) als auch der FCF ergibt.

Die kurze Antwort darauf war "naja, das recherchieren Sie vielleicht lieber nochmal."

Am Ende des Gesprächs wollte ich nochmal hierauf zurück und ich wurde wieder auf eine "eigene Recherche" verwiesen.

Ich muss ehrlich gestehen, mir ist schleierhaft was hier eine adäquate Antwort hätte sein können. Habt ihr vielleicht Ideen?

antworten
WiWi Gast

Irritierende Frage im Interview (TAS)

Finde deine Antwort auch völlig in Ordnung; vielleicht hat es den Interviewer gestört, dass du gesagt hast, dass sich der FCF aus der P&L ableiten lässt. Das ist nur die halbe Wahrheit, da du auch Change in Working Capital und Capex benötigst und dazu brauchst du die Bilanz und den Anlagenspiegel.

antworten
WiWi Gast

Irritierende Frage im Interview (TAS)

Für welchen Bereich im Tas war das denn? Aus der Sicht einer Due Diligence hätte ich auf jeden Fall anders geantwortet. Wobei ich auch eher glaube, dass es bei deiner Stelle um Valuation geht oder?

antworten
WiWi Gast

Irritierende Frage im Interview (TAS)

Was für ein unangemessenes Verhalten. Deine Antwort war für ein Interview für ein Praktikum an sich schon gut. Wenn für den Fragenden nicht der Kernpunkt getroffen wurde, hätte er auch einfach weiter nachhaken können.

antworten
WiWi Gast

Irritierende Frage im Interview (TAS)

Seit ihr hier alle nicht viel zu technisch? Marge, Turnover und Wacc sollte doch gut reichen für eine Beschreibung

antworten
WiWi Gast

Irritierende Frage im Interview (TAS)

TE hier:
Ich würde gerne auf die zitierte und eine andere Antwort eingehen. Vielen Dank erstmal für eure Kommentare!

Zuerst folgender Kommentar eines Users: "Aus der Sicht einer Due Diligence hätte ich auf jeden Fall anders geantwortet."

Inwieweit? Durch das Anschneiden von Quality of Earnings habe ich versucht neben der Valuations-Sicht auch eine (F)DD-Sichtweise durchscheinen zu lassen. Insbesondere relevant ist eben eine saubere PnL (hist. Ertragslage) um eine Basis für Forecasts/Business Plan zu haben. Wärst du hier eher auf eine NetDebt/WC-Diskussion eingangen? Das sind meiner Meinung zwar treibende Kräfte bei der Kaufpreisverhandlung, nicht jedoch bei der technischen Bewertung als solche.

Dann nochmal zu der zitierten Antwort:

1) Selbstverständlich ergibt sich der CF nicht aus der PnL. Falls das so rüberkam, kann es das vielleicht gewesen sein. Jedoch ist eine saubere PnL absolut bedeutend für einen reliablen CF. Wenn deine PnL Inhalte trash bzw. stark verzerrt sind, dann wird auch der CF keine Hand und Fuß haben.

2) Von ausschließen kann keine Rede sein, ich wollte lediglich die einzelnen Komponenten darstellen.

5) Habe ich doch explizit angesprochen?

Ich danke euch allen schonmal, aber inhaltlich bin ich noch nicht wirklich schlauer. Ich gehe davon aus, dass ich es vermutlich nicht gut artikuliert habe und ggf. solche Punkte wie "der denkt wir lesen den CF aus der PnL ab, der depp" dann eine Rolle gespielt haben.

WiWi Gast schrieb am 05.06.2020:

Die Antwort beinhaltet die richtigen Schlagworte insofern is Sie schon iO für ein Praktikum. Sie zeigt aber eben auch, dass du die Materie nicht richtig durchdrungen hast. Hier ein paar Punkte die mir aufgefallen sind:

1) Cashflow ergibt sich nicht nur aus der P&L
2) Multiple und DCF sind (in einer perfekten Welt) keine Bewertungsmethoden die sich ausschließen. Die Multiplebewertung dient der Plausibilisierung der DCF oder Ertragswertmethode (Siehe IDW S1) sollte also annähernd zu einem ähnlichen Ergebnis kommen. DCF und Ertragswert führen im übrigen zu dem gleichen Ergebnis.
3) nach IFRS 13 Fair Value Hierarchie ist es umgedreht da sind Multiples vorzuziehen (sofern möglich)
4) Die Wahl des Multiples hängt mit dem Geschäftmodell zusammen (Stichwort Abschreibungspolitik).
5) TV (ewige Rente) hat den höchsten Anteil am Unternehmenswert. Die Komponenten hieraus kommen aus der Detailplanungsphase. Bei DCF sind das CF WACC und Wachstumsrate auf letztere bist du garnicht eingegangen. Diese ist nämlich im TV Jahr eine andere als in der Detailplanung (Stichwort Inflation und Wachstumsabschläge)

Cheers

WiWi Gast schrieb am 05.06.2020:

Hallo zusammen,

ich hatte vor zwei Tagen ein Video-Interview für ein Intern im Bereich TAS. Neben anderen Technicals wurde auch diese Frage gestellt:

"Welche Komponenten bestimmen den Wert eines Unternehmens am meisten?"

Hierauf habe ich (sinngemäß) geantwortet:

Das kommt auf die Art der Bewertung an. Bspw. sind es bei einer DCF-Methode natürlich der FCF aber auch der Diskontierungsfaktor und das ewige Wachstum. Bei einer Bewertung mit Multiples ist es A) die Höhe des Multiples und B) selbstverständlich der Bezug, also bspw. EBIT(DA), Sales, whatever für einen Multiple ich eben nehme. Grundlage bei beiden ist aber immer die Quality of Earnings, da sich auf Grundlage einer "sauberen" PnL sowohl EBIT(DA) als auch der FCF ergibt.

Die kurze Antwort darauf war "naja, das recherchieren Sie vielleicht lieber nochmal."

Am Ende des Gesprächs wollte ich nochmal hierauf zurück und ich wurde wieder auf eine "eigene Recherche" verwiesen.

Ich muss ehrlich gestehen, mir ist schleierhaft was hier eine adäquate Antwort hätte sein können. Habt ihr vielleicht Ideen?

antworten

Artikel zu TAS

Case Interviews: Tipps zur Vorbereitung auf Fallstudien im Consulting-Interview

Screenshot von der PDF-Datei zu Consulting Case-Interviews

Was sind Case Interviews? Wo werden Case Interviews durchgeführt? Wie sind sie aufgebaut? Der Ratgeber der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners liefert interessante Tipps zur Vorbereitung auf Fallstudien im Consulting-Interview.

Das Vorstellungsgespräch 1 - Die Serie

Ein dargestelltes Vorstellungsgespräch mit Holzfiruren an einem Schreibtisch in einem Raum.

Authentizität und eine positive Einstellung sind die Grundvoraussetzungen für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch. Doch auch auf die Details im Vorstellungsgespräch kann man sich vorbereiten. Wir zeigen euch wie.

Tipps zum Telefoninterview – was jeder wissen sollte

Telefoninterview - Eine geschminkte Frau mit schwarzer Mütze hält sich ein Handy ans Ohr.

Das Telefoninterview gehört bei vielen Unternehmen zum Vorauswahlprozess für das Vorstellungsgespräch. Innerhalb von 20 bis 60 Minuten müssen Bewerberinnen und Bewerber dabei überzeugen, um zum persönlichen Interview eingeladen zu werden. Das Telefoninterview sollte nicht unterschätzt werden. Die kurze, wertvolle Zeit gilt es zu nutzen, um die eigene Qualifikation und Motivation für das Praktikum oder den Job zu signalisieren.

Bewerbungsgespräch: Künstliche Intelligenz analysiert angehende Führungskräfte

Thomas Belker, Vorstandssprecher Talanx Service AG

Thomas Belker, Vorstandssprecher der Talanx Service AG, sprach im Interview mit dem Tagesspiegel über Precire – einer Software, die in zehn Minuten die Persönlichkeit eines Bewerbers durchanalysiert. Der Algorithmus kann 42 Dimensionen einer Persönlichkeit messen. Talanx nutzt die Software, um Bewerber für den Vorstand und die beiden Führungsebenen darunter auszuwählen, sowie für die Weiterentwicklung des Top-Managements.

Das Vorstellungsgespräch 11 - Das passende Outfit

Ein dargestelltes Vorstellungsgespräch mit Holzfiruren an einem Schreibtisch in einem Raum.

Kleider machen Leute. Dies gilt besonders im Bewerbungsinterview: Mit dem geeigneten Outfit hat man bessere Karten.

Körpersprache: Die 10 größten Fehler im Vorstellungsgesprächen

Gut ein Drittel der Arbeitgeber erkennen innerhalb der ersten fünf Minuten, ob ein Kandidat gut in ihr Unternehmen passt. 75 Prozent geben an, dass mangelnder Augenkontakt, ein zu ernster Blick und nervöses Zappeln zu den häufigsten Fehlern im Hinblick auf die Körpersprache gehören.

Vorstellungsgespräch: Bewerber reden zu wenig über sich selbst

Drei Frauen sitzen sich im Gespräch gegenüber.

Im Bewerbungsgespräch gilt es, den Personalentscheider von sich als idealem Kandidaten zu überzeugen. Jedoch begehen viele Bewerber den Fehler, im Vorstellungsgespräch zu wenig über die eigenen Kompetenzen und Erfahrungen zu sprechen. Das zeigt die aktuelle Studie des Personaldienstleisters Robert Half unter 200 HR-Managern in Deutschland.

Social Media im Bewerbungsgespräch weiterhin kein Thema

Persönliche Inhalte aus sozialen Netzwerken spielen im Bewerbungsgespräch keine Rolle. Das ist das Ergebnis einer aktuellen StepStone Umfrage unter 1.595 Fach- und Führungskräften.

Keine Fahrtkostenerstattung bei Verspätung zum Vorstellungsgespräch

Bahnschienen mit weitem Blick und einer heranfahrenden Eisenbahn.

Das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz hat entschieden, dass Bewerber bei einem verspäteten Erscheinen oder Nichterscheinen keinen Anspruch auf eine Erstattung der Fahrtkosten hat.

Special: »Mathemakustik« - Gratis Leser-Lizenzen für Kopfrechnen-Trainer

Ein Schaufensterpuppenkopf in silber ohne Haare mit einem grünen Oberteil.

»Mathemakustik« ist ein akustischer Kopfrechnen-Trainer, der zur Vorbereitung auf Einstellungstests, Assessment Center und Case Study Interviews dient. WiWi-TReFF Leser erhalten die unbefristete Vollversion von Mathemakustik bis zum 30. August 2015 gratis.

Personaler schätzen ehrliches Auftreten

Portrait-Ausschnitt von Kravatte und Schulterbereich eines Business-Anzugs im Schaufenster eines Herrenausstatters in London..

Bewerbungen vermitteln nicht immer ein objektives Bild ihres Autors. Bereits jeder dritte Personalmanager (30 Prozent) beklagt sich, dass Kandidaten falsche Angaben zu ihren bisherigen Tätigkeiten machen.

Das Vorstellungsgespräch 2 - Vorbereitung

Ein dargestelltes Vorstellungsgespräch mit Holzfiruren an einem Schreibtisch in einem Raum.

Wie bereitet man sich optimal auf ein Vorstellungsgespräch vor? Worüber sollte man sich informieren und welche Informationsquellen können genutzt werden? Zudem: drei häufige Fragen im Vorstellungsgespräch kommentiert

Das Vorstellungsgespräch 3 - Ablauf I

Ein dargestelltes Vorstellungsgespräch mit Holzfiruren an einem Schreibtisch in einem Raum.

Die ersten Minuten sind im Vorstellungsgespräch entscheidend: Wie man den besten Einstieg findet. Zudem: drei häufige Fragen im Vorstellungsgespräch kommentiert

Literatur-Tipp: Fangfragen im Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräch Fragen Interview

Wie man Fragen im Bewerbungsinterview souverän beantwortet, zeigt der Ratgeber von Horst H. Siewert mit einer Vielzahl von Tipps, Übungen und Musterfragen.

Optimal vorbereitet aufs Bewerbungsgespräch

Die beste Vorbereitung auf das Bewerbungsgespräch und vermeidbare Fehler im Bewerbungsgespräch.

Antworten auf Irritierende Frage im Interview (TAS)

Als WiWi Gast oder Login

Forenfunktionen

Kommentare 9 Beiträge

Diskussionen zu TAS

Weitere Themen aus Vorstellungsgespräch