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M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Hi,

ich will hier mal kurz einerseits meinen Frust ablassen, anderseits mal nach einem Warum fragen und Diskussionen diesbezüglich eröffnen.

Vorweg: Nein, ich wurde nicht abgelehnt und bin deswegen nicht sauer. Darum soll es hier auch null gehen, auch wenn ich weiß, dass so Unterstellungen kommen werden.
Ich komme damit klar. ;)

Was mich nervt und bedrückt ist, dass ich zunehmend fest stelle in welcher Sinnlosigkeit Bewerbungsprozesse ihren Lauf nehmen. Auf mich wirkt es so als gäbe es einen schier endlosen Überbietungswettbewerb, wer jetzt einen noch heftigeren Einstiegsprozess hat. So quasi als eine Art Warnschild und um sich selbst eine "High Potentials only"-Marke aufzukleben.
In meinem Audit und TAS Praktikum hatte ich jeweils ein Gespräch mit jeweils zwei fachlichen Mitarbeitern und alles war völlig angenehm gestaltet. Etwa eine halbe Stunde persönliche Dinge, eine halbe Stunde fachlich. Da sag ich überhaupt nichts. Dass der fachliche Teil eine Rolle spielt ist mir auch bewusst. Man will jetzt keinen der eine Bilanz nicht von einer PL unterscheiden kann. Sag ich überhaupt nichts dagegen, dass sowas mit herangezogen wird.

Aber je mehr ich mich Richtung IB und PE bewerbe, desto affiger finde ich alles. Und mit affiger meine ich das nicht böse, sondern ich finde es wirklich lachhaft und es war nicht selten, dass ich in einem Gespräch schon leicht lachen musste, weil ich die Frage sowas von irrelevant und als reine Schikane empfand. Sogar bei kleinen M&A Buden oder MicroCap PE Firmen bekommt man von ehemaligen Investment Bankern Brainteaser, Kopfrechenaufgaben und irgendwelche Case Studies hingeschmissen, die man dann bitte unter Zeitdruck vor seinen Augen zu lösen hat. Wenn ich mich bei einer etwas größeren Firma oder Bank in dem Bereich bewerbe muss ich ungefähr durch 1 Telefoninterview und 1 (oder 2) weitere Interviews und eine Case Study, dass ich eine Einladung für ein 8-wöchiges PRAKTIKUM erhalte, wo ich im Grunde nur schauen will ob das ganze was für mich ist und ich mir die Arbeit vorstellen könnte für den Festeinstieg?

Meine Frage: Was soll das ganze? Mir braucht keiner erzählen, dass sich die Eignung eines Praktikanten daran festmacht, indem er CaseStudy X etwas schneller gelöst hat als der andere Kandidat und BrainTeaser Y etwas schlauer angegangen hat. Das sagt mir der gesunde Menschenverstand, dass das sinnlos ist, Leute NUR nach sowas zu beurteilen. Sowas wie emotionale Intelligenz wird hier ja zu 100% vernachlässigt. Es ist gewiss nicht weniger wichtig, wie sich ein potenzieller Praktikant vor einem Mandanten oder Kunden verhält. Wir sind Menschen und keine Maschinen. Außerdem ist die Arbeit im M&A und PE wirklich kein Hexenwerk oder Rocket Science. Die Hauptaufgabe besteht aus Excel und PPT. Teilweise komme ich mir vor als würde ich einen Einstellungstest als Pilot machen, der im schlimmsten Fall Menschenleben retten muss.

Was mich am meisten stört: Wo bleibt das persönliche? Wo bleibt der verdammte Personal Fit? Ich verbringe einen Großteil meiner kommenden Lebenszeit mit dem Team im Büro, wieso lernt man sich nicht erstmal in einer angenehmen Atmosphäre gegenseitig kennen ob das persönlich und in die Kultur überhaupt passt? Das muss doch immer die oberste Prämisse sein, auch für mich als Bewerber. Das fachliche kommt doch sowieso on the job. (Ja, die Basics müssen natürlich sitzen wie gesagt. Aber da reicht eine halbe bis Dreiviertel Stunde in einer angenehmen Atmosphäre das festzustellen.)

Mich würde mal eure Meinung dazu interessieren, ob ich der einzige bin der das so sieht. Und weshalb so ein Aufriss betrieben wird für Praktikanten.

Mir selbst gehts nämlich mittlerweile so, dass mich dieses elitäre Getue an dem Sektor einfach zunehmend ank*tzt und mir wirklich jede Freude raubt mich da noch zu bewerben, wenn so wenig auf das persönliche und quasi nur auf irgendwas nebensächliches fachliches geschaut wird. Ich habe auch schon vielen Firmen wo ich mich beworben hab selbst eine Absage erteilt, weil ich es einfach als Schikane sehe, was man sich als Bewerber zum Teil gefallen lassen muss.

VG

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Hast generell natürlich absolut recht, aber so ist der Sektor halt leider. In Deutschland ist es zwar nochmal schlimmer, was die fachlichen Anforderungen angeht, aber bei Boutiquen in NY oder London kann es dir genauso passieren, dass du Case Studies und Brainteaser rauf und runter bekommst.

Entweder man passt sich da halt an oder man entscheidet, dass der Bereich nichts für einen ist. Wenn du emotionale Intelligenz so wichtig findest und elitäres Getue nicht abkannst, dann sind du und der Bereich vielleicht einfach kein "Fit".

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WiWi Gast

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Ich hatte für ein 8-Wochen (!!!) Praktikum im Inhouse Consuling eines Dax Unternehmens einen ganzen Bewerbertag inklusive 3 Case studies :D Da dauert der ganze Prozess ja gefühlt so lange wie das Praktikum.

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WiWi Gast

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Künstliches und aufgebauschtes elitäres Gehabe, um den Beruf/die Branche aufzupolieren.
Die, die weiterkommen fühlen sich dann damit als besonders bestätigt.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Habe ähnliche Erfahrungen gemacht und fand viele Interviews auch absolut affig, genau wie die länge des Bewerbungsprozesses.
Welche Bank mir dabei allersings positiv aufgefallen ist, war Goldman Sachs. Dort hatte ich wirklich das Gefühl, dass extrem auf Personal Fit geachtet wurde. Klar, auch GS fragt Fachliches, aber der Anteil an Personal Fit war bei meinen Interviews weitaus höher als bei anderen Banken.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Wenn Du spaeter selbst Kandidaten interview en wirst, dann stellst Du Dir 2 Fragen:

  1. Willst Du mit dem Kandidaten arbeiten?
  2. Will der Kandidate wirklich fuer Dich arbeiten - und versteht er, was das eigentlich bedeutet.

Wenn Du Deine ersten Erfahrungen im IBD gemacht hast, dann weisst Du, dass irgendwann um 23.45 Uhr noch ein MD anrufen kann, und Dich bittet, dass Modell zu aendern und den neuen Pitch morgen frueh zum Flughafen/ Kunden zu bringen. Der MD will sich dabei auf Dich verlassen koennen; ein Fehler im Pitch-Buch waere peinlich.

Solche Situationen koennen Dir in den ersten 6 Jahren Deiner Karriere andauernd passieren (daher auch das hohe Gehalt = Schmerzensgeld).

Ich wollte daher immer wissen, wie Kandidaten mit Stress umgehen. Was macht der Kandidat, wenn er das Modell um Mitternach noch aendern muss? Wie geht er mit den Knock-On Effects um, ueberprueft er das Ergebnis etc.

Die Frage ob der Kandidat wirklich weiss, worauf er sich einlaesst, und ob das wirklich will und damit umgehen kann, ist die wichtigste Frage. Auch fuer Dich ... hast Du es mal so herum betrachtet?

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WiWi Gast

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Naja siehe es mal so:

  1. Regel: M&A auch langweilige Tätigkeiten mit Fleiß und Perfektion erledigen (besonders als Prakti, wer nichtmal ein Salat ohne Tomaten bestellen kann, der wird nicht an das DCF Model gelassen)

  2. Technicals lernen und Case studies üben = Fleißaufgabe vor dem Interview

Hypothese:
Wer Fleiß bei der Vorbereitung zeigt, macht dies auch Im Praktikum selbst wenn er die Aufgabe langweilig oder nicht-sinnstiftend findet

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WiWi Gast

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Wenn sich 20 Praktis auf eine Stelle bewerben muss die Firma halt irgendwie aussortieren.

Verstehe deine Gedanke( hat mich im Consulting auch genervt), aber Case Studies sind halt „objektiver“ zu vergleichen als Personal Fit.

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WiWi Gast

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RBS und insbesondere HL sind Paradebeispiele!

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WiWi Gast

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Ich glaube da kommt einiges zusammen:

  • Die die dich interviewen mussten als sie eingestellt wurden auch da durch, da kann es doch nicht sein, dass die neuen es jetzt einfacher haben.

  • Es geht nicht immer direkt um die direkte Antwort. Häufig auch darum wie du mit bestimmten Situationen oder auch Stress umgehst.

  • Auch damit, dass du durch so ein Gespräch durch kommst, zeigst du in gewisser Weise, dass du rein passt (und vielleicht ist es vielen in der Branche einfach wichtiger, dass du funktionierst als dass du ein netter Kerl bist).

Ich kann deinen Frust und Unverständnis aber nachvollziehen. Mein angenehmstes Bewerbungsgespräch war bei einem DAX 30 wo ich jetzt bin. Musste einen Vortrag über ein Uniprojekt halten und danach ging es nur noch um persönliches und mich als Menschen.
Hab dann später meinen Chef drauf angesprochen, dass ich verwundert war gar nichts fachliches gefragt worden zu sein. Darauf meinte er, dass ich fachlich geeignet bin hätte ich mit meinen Noten und meinem Vortrag gezeigt. Wichtiger wäre wie ich ticke und dass ich ins Team und in die Firma passe.

Das war mir super sympathisch und ich finde es immer noch ein sehr gutes Vorgehen.

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WiWi Gast

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Ja, als analyst kann dir das passieren. Aber ein Praktikum dient doch dessen, zu gucken ob die Person geeignet ist für einen solchen stress oder ähnliches.... bin deshalb zu 100% beim TE

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

WiWi Gast schrieb am 04.02.2021:

Ich hatte für ein 8-Wochen (!!!) Praktikum im Inhouse Consuling eines Dax Unternehmens einen ganzen Bewerbertag inklusive 3 Case studies :D Da dauert der ganze Prozess ja gefühlt so lange wie das Praktikum.

dhl consulting?

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

In meiner Studentenzeit hatte ich mal einen Nebenjob gesucht. Hab eine Stelle als Kellner in einer Gaststätte gefunden. Beim Vorstellungsgespräch fragte mich die Chefin ernsthaft, wo ich mich in fünf Jahren sehe. Nach meiner Antwort darauf, bekam ich den Job natürlich nicht. Offenbar bildete sie sich ein, dass es professionell wäre, für so einen studentischen Nebenjob so eine Frage zu stellen.

Aber auch sonst finde ich das dämlich und nichts-sagend. Eigentlich befasst man sich doch auch im BWL Studium kritisch mit solchen Themen. Nur sobald sie irgendwo im Berufsleben stehen, machen sie das gleiche sinnloses Zeug.

Und wenn sich noch so viele Leute auf eine Stelle bewerben, macht es keinen Sinn, die Auswahl anhand bezugloser Kriterien oder anhand von vorurteilartigen Annahmen zu machen. Offensichtlich ist HR schnell an einem Punkt der Ahnungslosigkeit gekommen. Genau so dämlich sind diese Tests, die die Persönlichkeit etc. messen. Z.B. bei Red Bull. Die sagen, dass das wissenschaftlich fundiert sei. Ist es aber nicht. Die Leute, die an so was entwickeln gehen auch nur von ihren eigenen abstrakten Annahmen aus und Unternehmen lassen sich von Leuten, die studiert haben auch jeden Unsinn andrehen. Es gibt sogar Unternehmen, die die Mitarbeiter anhand des Sternzeichens auswählen.

So wie ich das sehe, bekomme viele geeignete Leute eine Absage, weil sie die falsch angesetzten Anforderungskriterien nicht erfüllen konnten.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Bayer Ic ist auch:
1* personal Fit
1*Rollenspiel
1*Case Study

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Ich gebe dem TE einfach nur Recht.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

WiWi Gast schrieb am 04.02.2021:

In meiner Studentenzeit hatte ich mal einen Nebenjob gesucht. Hab eine Stelle als Kellner in einer Gaststätte gefunden. Beim Vorstellungsgespräch fragte mich die Chefin ernsthaft, wo ich mich in fünf Jahren sehe. Nach meiner Antwort darauf, bekam ich den Job natürlich nicht. Offenbar bildete sie sich ein, dass es professionell wäre, für so einen studentischen Nebenjob so eine Frage zu stellen.

HAHAHA, ich hatte bei einem Kellnerjob mal 1 VG (mit beiden Chefs), 1 VG mit dem Serviceleiter und 3 Probearbeiten (Wochentag abends, Wochenende mittags, Wochenende abends) mit anschließenden Feedbackrunden seitens aller Kollegen. War so ne Food-Startup-Hipster-Bude.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

WiWi Gast schrieb am 04.02.2021:

(...)So wie ich das sehe, bekomme viele geeignete Leute eine Absage, weil sie die falsch angesetzten Anforderungskriterien nicht erfüllen konnten.

Du schreibst viel Wahres, aber der Teil sieht aus Unternehmenssicht leider anders aus:

Bewerbungsverfahren sind nicht dafür da, jeden Bewerber darauf zu prüfen, ob er geeignet wäre. Es geht darum so viele geeignete Bewerber zu finden wie Stellen zu besetzen sind. Und wenn dabei ein eigentlich geeigneter Kandidat durch ein doof gesetztes Kriterium raus fliegt, ist das egal, so lange noch genug andere geeignete überbleiben.

Ist auch nur eine Kosten-Nutzen-Optimierung. Es ist zu aufwändig alle, teilweise hunderte, Bewerber im Detail anzugucken und zu prüfen ob es der beste sein könnte. Es reicht mit vertretbarem Aufwand genug geeignete zu finden.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

WiWi Gast schrieb am 05.02.2021:

WiWi Gast schrieb am 04.02.2021:

(...)So wie ich das sehe, bekomme viele geeignete Leute eine Absage, weil sie die falsch angesetzten Anforderungskriterien nicht erfüllen konnten.

Du schreibst viel Wahres, aber der Teil sieht aus Unternehmenssicht leider anders aus:

Bewerbungsverfahren sind nicht dafür da, jeden Bewerber darauf zu prüfen, ob er geeignet wäre. Es geht darum so viele geeignete Bewerber zu finden wie Stellen zu besetzen sind. Und wenn dabei ein eigentlich geeigneter Kandidat durch ein doof gesetztes Kriterium raus fliegt, ist das egal, so lange noch genug andere geeignete überbleiben.

Ist auch nur eine Kosten-Nutzen-Optimierung. Es ist zu aufwändig alle, teilweise hunderte, Bewerber im Detail anzugucken und zu prüfen ob es der beste sein könnte. Es reicht mit vertretbarem Aufwand genug geeignete zu finden.

Bei teilweise 4 Interviewrunden für ein 10-Wochen Praktikum kann aus Unternehmenssicht von Kosten-Nutzen-Optimierung wohl kaum die Rede sein.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Befinde mich selbst gerade in der Bewerbungsphase für ein Praktikum und gebe dir einfach nur in allem zu 100% recht. Motivationsschreiben/CV exakt auf die Stelle und das Unternehmen anpassen, in der Bewerbungsoberfläche nochmals wie ein Affe sämtliche Daten aus dem CV eintippen, nach ein paar Tagen online Mathe-und Situational Judgement tests, nach 2 Wochen dann Einladung zum HireVue, nach weiteren 2 Wochen das erste mal mit Menschen reden dürfen um dann nach weiteren 2 Wochen entweder ein Angebot oder halt eine Standardabsage zu erhalten, in der nochmals ausdrücklich betont wird, wie leid es ihnen doch tut.

Am Ende geht der Bewerbungsprozess gut und gerne 8 bis 10 Wochen, und das für irgendeine x-belibige Praktikumsstelle bei weltweit führenden Unternehmen mit 50.000+ Mitarbeitenden, bei der man sowieso nur Grafiken in ppt von A nach B schiebt und darauf achtet, dass die auch ja schön aLiGnEd sind. Ich sage ja echt nichts wenn sich Menschen auf Senior Positionen mit Personalverantwortung usw. bewerben, aber bei Praktika... come on. Klar gibt es eine viel höhere Nachfrage als Angebot, klar müssen die Unternehmen irgendwie aussortieren. Aber die Entwicklung, die das Praktikums-Recruiting in den letzten paar Jahren gemacht hat ist einfach nur noch lachhaft.

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WiWi Gast

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Die ganze Branche besteht leider zu einem nicht unerheblichen Teil aus aufgeblasenen Gegockeln. Es ist daher sinnvoll zu überprüfen, ob Du diesen Eiertanz mitspielst oder eben nicht.

Das ist zwar jetzt übertrieben dargestellt, aber gerade in Konzernen oder lowperformer Boutiquen läuft viel über oberflächliches Gehabe. Ein guter Schauspieler zu sein, gehört ein Stück weit zur Jobanforderung.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Ihr habt die 3-4 Online Tests, die man machen muss, um zu einem 30min Telefoninterview eingeladen zu werden. Und dann die zwei Assessmentcentertage für die man extra nach London geflogen wird... Unfassbar

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

WiWi Gast schrieb am 05.02.2021:

(...)So wie ich das sehe, bekomme viele geeignete Leute eine Absage, weil sie die falsch angesetzten Anforderungskriterien nicht erfüllen konnten.

Du schreibst viel Wahres, aber der Teil sieht aus Unternehmenssicht leider anders aus:

Bewerbungsverfahren sind nicht dafür da, jeden Bewerber darauf zu prüfen, ob er geeignet wäre. Es geht darum so viele geeignete Bewerber zu finden wie Stellen zu besetzen sind. Und wenn dabei ein eigentlich geeigneter Kandidat durch ein doof gesetztes Kriterium raus fliegt, ist das egal, so lange noch genug andere geeignete überbleiben.

Ist auch nur eine Kosten-Nutzen-Optimierung. Es ist zu aufwändig alle, teilweise hunderte, Bewerber im Detail anzugucken und zu prüfen ob es der beste sein könnte. Es reicht mit vertretbarem Aufwand genug geeignete zu finden.

Bei teilweise 4 Interviewrunden für ein 10-Wochen Praktikum kann aus Unternehmenssicht von Kosten-Nutzen-Optimierung wohl kaum die Rede sein.

Da es keine feste Arbeitszeit für die Interviewer gibt schon

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Ich kann den Prozess auch wenig nachvollziehen. Das Auditbeispiel ist mir auch direkt in den Sinn gekommen, starke fachliche unterschiede an die Anforderungen kann ich zwischen Audit, Consulting und IB nicht feststellen (jeweils andere Bereiche wobei ich Audit relativ deckend mit den anderen Bereichen finde), gleichzeitig ist das Bewerbungsverfahren im Audit relativ einfach, im Consulting und IB (Natürlich bei beiden nicht die Klitsche XY, aber auch manchmal da...) ein Studium für sich selber (wortwörtlich, wenn ich mir überlege dass ich einen Finance Master gemacht habe und mich trotzdem parallel auf die Bewerbungen vorbereite). Es ist leider nichts was ich allein in meiner Position ändern kann.

Ich kann mich noch gut an die HR / Führungsvorlesung erinnern in der verschiedene Bewerbungsverfahren verglichen wurden (Einfaches Anschreiben / Assesment Center / Strukturiertes Bewerbungsgespräch / Unstrukturiertes Bewerbungsgespräch) und obwohl ein AC regelmäßig gut abgeschnitten hat, war es selten besser bei der Filterung der Geeignetheit als ein strukturiertes Bewerbungsgespräch (Geprüft halbes Jahr und ein Jahr nach Stellenbesetzung nach verschiedenen Anforderungen).

Trotzdem obwohl, das ja nicht unbekannt ist, werden hohe Kosten für ACs genutzt oder für zahlreiche Bewerbungsgespräche, die die Geeignetheit nicht besser prüfen. Ich denke es ist typisch für die starre, konservative, hierachische Bankenwelt an tradierten Verhalten sehr festzuhalten und das zeigt sich eben nicht nur in vielen Produktprozessen, sondern eben auch in Bewerbungsgesprächen.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

WiWi Gast schrieb am 04.02.2021:

Ich glaube da kommt einiges zusammen:

  • Die die dich interviewen mussten als sie eingestellt wurden auch da durch, da kann es doch nicht sein, dass die neuen es jetzt einfacher haben.

  • Es geht nicht immer direkt um die direkte Antwort. Häufig auch darum wie du mit bestimmten Situationen oder auch Stress umgehst.

  • Auch damit, dass du durch so ein Gespräch durch kommst, zeigst du in gewisser Weise, dass du rein passt (und vielleicht ist es vielen in der Branche einfach wichtiger, dass du funktionierst als dass du ein netter Kerl bist).

Ich kann deinen Frust und Unverständnis aber nachvollziehen. Mein angenehmstes Bewerbungsgespräch war bei einem DAX 30 wo ich jetzt bin. Musste einen Vortrag über ein Uniprojekt halten und danach ging es nur noch um persönliches und mich als Menschen.
Hab dann später meinen Chef drauf angesprochen, dass ich verwundert war gar nichts fachliches gefragt worden zu sein. Darauf meinte er, dass ich fachlich geeignet bin hätte ich mit meinen Noten und meinem Vortrag gezeigt. Wichtiger wäre wie ich ticke und dass ich ins Team und in die Firma passe.

Das war mir super sympathisch und ich finde es immer noch ein sehr gutes Vorgehen.

So sollte es sein !

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Ich komme zwar aus der UB, aber selbst hier finde ich die herangehensweise an Case Interviews oft affig. Klar, strukturiertes Arbeiten und schnelles Verarbeiten von Infos ist sehr wichtig.

Was mich aber stört ist dass manche UBs enormen Wert auf den Mathe Teil legen, dh mit Stift und Papier rechnen. Bisher habe ich in 3 Jahren in einer T2 UB kein einziges mal etwas ohne Excel oder Taschenrechner am Smartphone ausgerechnet. Ich kann mich aber noch erinnern, dass in meinem Interview bei RB bei einer Rechnung der Größenordnung "138976 Kunden mit je 13,40 Tagesumsatz, Gewinnmarge 7%, was ist der Gewinn über 5 Jahre bei einem Zinssatz von 4,5%" auf meine Frage, ob ich denn sinnvoll Runden darf, geantwortet wurde "Ich hoffe, Sie müssen bei solch einer einfachen Rechnung nicht runden". Nach dem Interview habe ich proaktiv der HR geschrieben, dass ich ein Angebot nicht annehmen würde und mich nicht mehr für Roland Berger interessiere. Lächerlich, wirklich.

Ich empfehle jedem, der in Covid Zeiten ein Remote Interview macht, einfach einen Taschenrechner neben den Laptop zu legen, und diesen diskret zu verwenden. Kommt niemand drauf, und ihr erspart euch sinnloses tagelanges Training im schnellen & genauen Rechnen ohne TR.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

ACs dienen denke ich zu einem gewissen Teil auch dazu den Wettbewerbscharakter zu betonen. Und ich könnte mir auch vorstellen, dass jemand der sich im AC durchsetzt das als größere Leistung empfindet als bei einem strukturierten Bewerbungsprozess wo man gar nicht weiß wie viele andere es gibt geschweige denn die je sieht.

Passt halt gerade bei IM und M&A gut ins Mindset, dass da nur die geilsten und härtesten Arbeiten. Dafür muss dann auch die Bewerbung hart sein.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Ist doch eigentlich fair. Sehr viele Leute wollen die Jobs/Internships, also wer bekommt diese? Soll man da ein strenges Punktesystem einführen?

Ich finde es toll, dass man mehrere Interviews mit mehreren Personen hat, weil dadurch schnell klar wird, ob man hier überhaupt rein passt.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

WiWi Gast schrieb am 04.02.2021:

RBS und insbesondere HL sind Paradebeispiele!

HL ist auch die wahrscheinlich schlimmste Adresse zum Arbeiten. War da vor ein paar Jahren für ein Praktikum, so eine heftige Arbeitsatmosphäre hatte ich davor und danach nirgends erlebt.

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WiWi Gast

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Warst du im RX bei HL oder im M&A, ist ja getrennt? Was hat dich da so aufgewühlt?
LG

WiWi Gast schrieb am 05.02.2021:

RBS und insbesondere HL sind Paradebeispiele!

HL ist auch die wahrscheinlich schlimmste Adresse zum Arbeiten. War da vor ein paar Jahren für ein Praktikum, so eine heftige Arbeitsatmosphäre hatte ich davor und danach nirgends erlebt.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Kann ich persönlich nicht bestätigen, hab aber bis jetzt auch immer nur mit T2-Firmen zu tun gehabt. Eine größere aus Hamburg zum Beispiel hat kurz den Prozess eines Mandats abgefragt, wie die 3 Konten zusammenhängen (das mit den 10€ Abschreibung) und welche drei Bewertungsformen verwendet werden. Der "heftigste" Brainteaser war bei einer größeren Bank im Studium, wie viel Umsatz macht die Lufthansa im Jahr, und warum. War lustig, und Stellen hab ich beide gekriegt.
Ihr bewerbt euch wahrscheinlich einfach auf die falschen Stellen lol

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Es ist einfach eine typische U-Kurve. Die BB/EB müssen natürlich komplexe Interviews abhalten, weil sie Unmengen exzellenter Bewerber bekommen und um dort wirklich aussieben zu können, muss man eben ein hohes Niveau anlegen. In der Mitte sind die Leute meist weit entspannter, da es ja auch weniger Bewerber gibt und das Niveau niedriger ist, gleichzeitig muss man sich nichts beweisen. Dann kommen die kleinen Schuppen mit Egoproblemen, wo man das BB/EB Erlebnis nachbilden möchte, weil man es selber nicht geschafft hat und man sich so einreden kann, man wäre elitär.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Als jemand der selbst im M&A arbeitet und daher auch schon oft mit Praktikanten zu tun hatte kann ich die Kritik zum Teil verstehen, allerdings möchte ich auch einen anderen Blickpunk teilen, der noch nicht erwähnt wurde.

  1. Wenn man viele gute Bewerber kriegt, muss man einfach einen Weg finden auszusortieren. Man hat keine Zeit jeden zu interviewen und auf die Lebensgeschichte einzugehen. Außerdem verwendet man im Idealfall, objektive Kriterien für die Bewertung. Hierfür bieten sich "standartisierte" Cases etc. an.
    Aber noch viel wichtiger

  2. Die hohen Anforderungen bei den technicals gewährleisten zumindest, dass derjenige Bewerber sich mit der Materie auseinander gesetzt hat, es in der Theorie verstanden hat und nicht von 0 (= ich weiß was eine P&L, BS und CFS ist) anfängt. Wieso ist das im m&a besonders wichtig?
    Ich als Analyst bekomme oftmals Aufgaben die hohen Zeitdruck haben oder adhoc und zu später Uhrzeit reinkommen. Wenn ich jetzt einen Praktikanten hinzuziehe oder auch Aufgaben weiter delegiere, weil ich ohnehin schon viel auf dem Schreibtisch mit ebenfalls Zeitdruck habe, kann ich mich nicht 1-2 Stunden mit dem Prakti hinsetzen und ihm erstmal den theoretischen Hintergrund, von was ist das EBITDA, was ist der FCFF, wie führt man eine Multiple Bewertung durch, Ratio Berechnungen etc., erklären. Ich erwarte, dass das sitzt und die Einführung in die Aufgabe entsprechend kurz ausfällt und dann auch erledigt werden kann ohne das er sich selbst erstmal Stunden alles anlesen muss. Wenn man neue Praktis bekommt und merkt, dass diese Grundlagen nicht gut sind, geht man in solchen Stress Situation natürlich zu dem Prakti, wo man weiß, der ist im Thema und da kann man gut drauf Aufbauen ohne das erst das Fundament errichten zu müssen.
    Wenn man genügend Zeit hat ist alles natürlich kein Problem und man nimmt sich gerne die Zeit und erklärt aber häufig gibt es im m&a nunmal die Aufgaben zu später Uhrzeit oder unter Zeitdruck.

Sehe es auch immer wieder bei unseren Praktis. Die, die technisch sehr fit sind, bekommen bessere/interessantere Aufgaben, weil man hier nicht von 0 anfangen muss. Die die nicht so fit sind, bekommen dann halt andere Aufgaben bei denen man nicht viel erklären muss, aber das ist dann eher etwas wie Logos irgendwo reinkopieren oder Unternehmen profilieren ;)

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WiWi Gast

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WiWi Gast schrieb am 05.02.2021:

RBS und insbesondere HL sind Paradebeispiele!

HL ist auch die wahrscheinlich schlimmste Adresse zum Arbeiten. War da vor ein paar Jahren für ein Praktikum, so eine heftige Arbeitsatmosphäre hatte ich davor und danach nirgends erlebt.

Ich weiß der Beitrag ist schon paar Monate her, aber vllt. liest du das ja noch.
Was war so schlimm an HL? Kannst du eventuell näher drauf eingehen?

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WiWi Gast

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Die Zeiten sind jedenfalls in den USA vorbei. Die Absolventen haben dort deutlich weniger Lust auf eine 80h Woche, egal ob das Gehalt zum Einstieg bereits 90-100k USD beträgt.
Die BBs mussten deshalb durch die Bank die Einstiegsgehälter um 20% erhöhen.

WiWi Gast schrieb am 06.02.2021:

Es ist einfach eine typische U-Kurve. Die BB/EB müssen natürlich komplexe Interviews abhalten, weil sie Unmengen exzellenter Bewerber bekommen und um dort wirklich aussieben zu können, muss man eben ein hohes Niveau anlegen. In der Mitte sind die Leute meist weit entspannter, da es ja auch weniger Bewerber gibt und das Niveau niedriger ist, gleichzeitig muss man sich nichts beweisen. Dann kommen die kleinen Schuppen mit Egoproblemen, wo man das BB/EB Erlebnis nachbilden möchte, weil man es selber nicht geschafft hat und man sich so einreden kann, man wäre elitär.

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WiWi Gast

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Sehr interessanter Beitrag. Ohne zu sehr darauf einzugehen (aus zeitlichen Gründen), muss man leider sagen, dass vieles in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft überholungsbedürftig und nicht mehr zeitgemäß ist. Es gibt tolle Ideen, die optimieren würden, finden aber leider keine Mehrheit. Bewerbungsgespräche sind da nur die Spitze des Eisbergs. Viele Unternehmen machen das absichtlich so. Sie wollen elitär, exklusiv wirken und spielen hard to get. Am Ende kochen sie alle mit Wasser. Sie haben aber kein Handlungsbedarf, weil sie immer noch genügend kompetente Arbeitssoldaten bekommen. Darum gehts. Grüße aus T3.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

WiWi Gast schrieb am 28.09.2021:

Die Zeiten sind jedenfalls in den USA vorbei. Die Absolventen haben dort deutlich weniger Lust auf eine 80h Woche, egal ob das Gehalt zum Einstieg bereits 90-100k USD beträgt.
Die BBs mussten deshalb durch die Bank die Einstiegsgehälter um 20% erhöhen.

Es ist einfach eine typische U-Kurve. Die BB/EB müssen natürlich komplexe Interviews abhalten, weil sie Unmengen exzellenter Bewerber bekommen und um dort wirklich aussieben zu können, muss man eben ein hohes Niveau anlegen. In der Mitte sind die Leute meist weit entspannter, da es ja auch weniger Bewerber gibt und das Niveau niedriger ist, gleichzeitig muss man sich nichts beweisen. Dann kommen die kleinen Schuppen mit Egoproblemen, wo man das BB/EB Erlebnis nachbilden möchte, weil man es selber nicht geschafft hat und man sich so einreden kann, man wäre elitär.

Ja, die goldenen Zeiten sind vorbei. Aber jetzt hast du halt überspitzt gesagt nur noch 20 Bewerber auf eine Full-time position, anstelle von 50. Die Konkurrenz ist immernoch extrem hoch, gerade bei BB/EB/PE. Gibt halt doch auch weiterhin deutlich mehr Geld als woanders. Bei meiner letzten Praktika (nicht top-notch) gab es für A1 eher $120-130+, da sind auch in Euro beinahe das doppelte was man bei vielen Trainee-Programmen kriegt. Und selbst die sind schon beliebt und umkämpft.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

WiWi Gast schrieb am 07.02.2021:

Als jemand der selbst im M&A arbeitet und daher auch schon oft mit Praktikanten zu tun hatte kann ich die Kritik zum Teil verstehen, allerdings möchte ich auch einen anderen Blickpunk teilen, der noch nicht erwähnt wurde.

  1. Wenn man viele gute Bewerber kriegt, muss man einfach einen Weg finden auszusortieren. Man hat keine Zeit jeden zu interviewen und auf die Lebensgeschichte einzugehen. Außerdem verwendet man im Idealfall, objektive Kriterien für die Bewertung. Hierfür bieten sich "standartisierte" Cases etc. an.
    Aber noch viel wichtiger

  2. Die hohen Anforderungen bei den technicals gewährleisten zumindest, dass derjenige Bewerber sich mit der Materie auseinander gesetzt hat, es in der Theorie verstanden hat und nicht von 0 (= ich weiß was eine P&L, BS und CFS ist) anfängt. Wieso ist das im m&a besonders wichtig?
    Ich als Analyst bekomme oftmals Aufgaben die hohen Zeitdruck haben oder adhoc und zu später Uhrzeit reinkommen. Wenn ich jetzt einen Praktikanten hinzuziehe oder auch Aufgaben weiter delegiere, weil ich ohnehin schon viel auf dem Schreibtisch mit ebenfalls Zeitdruck habe, kann ich mich nicht 1-2 Stunden mit dem Prakti hinsetzen und ihm erstmal den theoretischen Hintergrund, von was ist das EBITDA, was ist der FCFF, wie führt man eine Multiple Bewertung durch, Ratio Berechnungen etc., erklären. Ich erwarte, dass das sitzt und die Einführung in die Aufgabe entsprechend kurz ausfällt und dann auch erledigt werden kann ohne das er sich selbst erstmal Stunden alles anlesen muss. Wenn man neue Praktis bekommt und merkt, dass diese Grundlagen nicht gut sind, geht man in solchen Stress Situation natürlich zu dem Prakti, wo man weiß, der ist im Thema und da kann man gut drauf Aufbauen ohne das erst das Fundament errichten zu müssen.
    Wenn man genügend Zeit hat ist alles natürlich kein Problem und man nimmt sich gerne die Zeit und erklärt aber häufig gibt es im m&a nunmal die Aufgaben zu später Uhrzeit oder unter Zeitdruck.

Sehe es auch immer wieder bei unseren Praktis. Die, die technisch sehr fit sind, bekommen bessere/interessantere Aufgaben, weil man hier nicht von 0 anfangen muss. Die die nicht so fit sind, bekommen dann halt andere Aufgaben bei denen man nicht viel erklären muss, aber das ist dann eher etwas wie Logos irgendwo reinkopieren oder Unternehmen profilieren ;)

schön, dass du das so erwartest, aber den sinn eines praktikums hast du nicht verstanden.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

WiWi Gast schrieb am 06.02.2021:

Es ist einfach eine typische U-Kurve. Die BB/EB müssen natürlich komplexe Interviews abhalten, weil sie Unmengen exzellenter Bewerber bekommen und um dort wirklich aussieben zu können, muss man eben ein hohes Niveau anlegen. In der Mitte sind die Leute meist weit entspannter, da es ja auch weniger Bewerber gibt und das Niveau niedriger ist, gleichzeitig muss man sich nichts beweisen. Dann kommen die kleinen Schuppen mit Egoproblemen, wo man das BB/EB Erlebnis nachbilden möchte, weil man es selber nicht geschafft hat und man sich so einreden kann, man wäre elitär.

Zur Mitte gehören dann was, T2, Mid-Market? Würde jetzt nicht sagen, dass die Interviews dort einfacher sind...

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

Was ist denn dein Verständnis von dem Sinn eines M&A Praktikums?

WiWi Gast schrieb am 28.09.2021:

Als jemand der selbst im M&A arbeitet und daher auch schon oft mit Praktikanten zu tun hatte kann ich die Kritik zum Teil verstehen, allerdings möchte ich auch einen anderen Blickpunk teilen, der noch nicht erwähnt wurde.

  1. Wenn man viele gute Bewerber kriegt, muss man einfach einen Weg finden auszusortieren. Man hat keine Zeit jeden zu interviewen und auf die Lebensgeschichte einzugehen. Außerdem verwendet man im Idealfall, objektive Kriterien für die Bewertung. Hierfür bieten sich "standartisierte" Cases etc. an.
    Aber noch viel wichtiger

  2. Die hohen Anforderungen bei den technicals gewährleisten zumindest, dass derjenige Bewerber sich mit der Materie auseinander gesetzt hat, es in der Theorie verstanden hat und nicht von 0 (= ich weiß was eine P&L, BS und CFS ist) anfängt. Wieso ist das im m&a besonders wichtig?
    Ich als Analyst bekomme oftmals Aufgaben die hohen Zeitdruck haben oder adhoc und zu später Uhrzeit reinkommen. Wenn ich jetzt einen Praktikanten hinzuziehe oder auch Aufgaben weiter delegiere, weil ich ohnehin schon viel auf dem Schreibtisch mit ebenfalls Zeitdruck habe, kann ich mich nicht 1-2 Stunden mit dem Prakti hinsetzen und ihm erstmal den theoretischen Hintergrund, von was ist das EBITDA, was ist der FCFF, wie führt man eine Multiple Bewertung durch, Ratio Berechnungen etc., erklären. Ich erwarte, dass das sitzt und die Einführung in die Aufgabe entsprechend kurz ausfällt und dann auch erledigt werden kann ohne das er sich selbst erstmal Stunden alles anlesen muss. Wenn man neue Praktis bekommt und merkt, dass diese Grundlagen nicht gut sind, geht man in solchen Stress Situation natürlich zu dem Prakti, wo man weiß, der ist im Thema und da kann man gut drauf Aufbauen ohne das erst das Fundament errichten zu müssen.
    Wenn man genügend Zeit hat ist alles natürlich kein Problem und man nimmt sich gerne die Zeit und erklärt aber häufig gibt es im m&a nunmal die Aufgaben zu später Uhrzeit oder unter Zeitdruck.

Sehe es auch immer wieder bei unseren Praktis. Die, die technisch sehr fit sind, bekommen bessere/interessantere Aufgaben, weil man hier nicht von 0 anfangen muss. Die die nicht so fit sind, bekommen dann halt andere Aufgaben bei denen man nicht viel erklären muss, aber das ist dann eher etwas wie Logos irgendwo reinkopieren oder Unternehmen profilieren ;)

schön, dass du das so erwartest, aber den sinn eines praktikums hast du nicht verstanden.

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WiWi Gast

M&A Interviews - Wieso übertreibt man so?

WiWi Gast schrieb am 28.09.2021:

Als jemand der selbst im M&A arbeitet und daher auch schon oft mit Praktikanten zu tun hatte kann ich die Kritik zum Teil verstehen, allerdings möchte ich auch einen anderen Blickpunk teilen, der noch nicht erwähnt wurde.

  1. Wenn man viele gute Bewerber kriegt, muss man einfach einen Weg finden auszusortieren. Man hat keine Zeit jeden zu interviewen und auf die Lebensgeschichte einzugehen. Außerdem verwendet man im Idealfall, objektive Kriterien für die Bewertung. Hierfür bieten sich "standartisierte" Cases etc. an.
    Aber noch viel wichtiger

  2. Die hohen Anforderungen bei den technicals gewährleisten zumindest, dass derjenige Bewerber sich mit der Materie auseinander gesetzt hat, es in der Theorie verstanden hat und nicht von 0 (= ich weiß was eine P&L, BS und CFS ist) anfängt. Wieso ist das im m&a besonders wichtig?
    Ich als Analyst bekomme oftmals Aufgaben die hohen Zeitdruck haben oder adhoc und zu später Uhrzeit reinkommen. Wenn ich jetzt einen Praktikanten hinzuziehe oder auch Aufgaben weiter delegiere, weil ich ohnehin schon viel auf dem Schreibtisch mit ebenfalls Zeitdruck habe, kann ich mich nicht 1-2 Stunden mit dem Prakti hinsetzen und ihm erstmal den theoretischen Hintergrund, von was ist das EBITDA, was ist der FCFF, wie führt man eine Multiple Bewertung durch, Ratio Berechnungen etc., erklären. Ich erwarte, dass das sitzt und die Einführung in die Aufgabe entsprechend kurz ausfällt und dann auch erledigt werden kann ohne das er sich selbst erstmal Stunden alles anlesen muss. Wenn man neue Praktis bekommt und merkt, dass diese Grundlagen nicht gut sind, geht man in solchen Stress Situation natürlich zu dem Prakti, wo man weiß, der ist im Thema und da kann man gut drauf Aufbauen ohne das erst das Fundament errichten zu müssen.
    Wenn man genügend Zeit hat ist alles natürlich kein Problem und man nimmt sich gerne die Zeit und erklärt aber häufig gibt es im m&a nunmal die Aufgaben zu später Uhrzeit oder unter Zeitdruck.

Sehe es auch immer wieder bei unseren Praktis. Die, die technisch sehr fit sind, bekommen bessere/interessantere Aufgaben, weil man hier nicht von 0 anfangen muss. Die die nicht so fit sind, bekommen dann halt andere Aufgaben bei denen man nicht viel erklären muss, aber das ist dann eher etwas wie Logos irgendwo reinkopieren oder Unternehmen profilieren ;)

schön, dass du das so erwartest, aber den sinn eines praktikums hast du nicht verstanden.

Meine Meinung: Der Sinn eines Praktikums im Top UB/IB/PE ist nicht der gleiche wie jener eines Praktikums, dass sagen wir mal, in einem "normalen" Bereich angesiedelt ist, in den man früher im Studium schon reinkommt a la Accounting, Audit, Controlling etc. Ebenso ist die Erwartungshaltung eine andere.
Klar, bei beiden will ich das Unternehmen/den Inhalt kennenlernen, Erfahrung sammeln, schauen, ob es was für mich ist und meine Chancen auf einen Einstieg erhöhen.

Jedoch

  1. Ein Praktikum bei McK, GS, JPM, KKR etc. kommt idR ja erst später im Studium, nachdem man bereits etliches an Praktika gemacht hat, d.h. ich mache also nicht ein Praktikum, weil ich "mal reinschnuppern will", sondern ich arbeite ganz gezielt darauf hin. Die Erwartungshaltung ist auch dementsprechend.
  2. Man muss viel können und wissen: Soft Skills, Accounting, CF, Rechnungslegungsstandards bla bla bla, auch speziellere Fragen wie: Wie bilanziert man Leasing/Pensionsrückstellungen etc. Mit PPP, Excel etc. so arbeiten, dass man das einem Kunden präsentieren kann und keine Fehler drinnen sind... können viele Studenten einfach nicht. Wirklich. Habe ich schon erlebt. Slides mit Fremdschämfaktor 100 und wenn eine Rückfrage kommt: äh äh äh...
  3. Verantwortung: Wenn du Arbeiten für Kunden unter Zeitdruck machst, willst du keine Kollegen, die es mit Layout nicht so genau nehmen, Fehler einbauen oder erst noch fragen müssen, was ein Multiple ist.

-> Für mich ist das selbstverständlich und ich würde als Interviewer auch so vorgehen. Wenn ich jemanden 70k aufwärts in die Hand drücke und der auf Kundenprojekten dabei sein soll, dann will ich checken, dass er mehr drauf hat als grobe Accountingkenntnisse und Standard Excelfunktionen

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