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Das Berufsbild des Interim-Managers

Die beruflichen Perspektiven für Absolventen eines Wirtschaftsstudiums sind vielfältig. Schließlich werden Wirtschaftswissenschaftler in jedem Bereich benötigt - von der Pharmabranche bis zum Kulturbetrieb. Auch die Entwicklungsmöglichkeiten sind nicht zu verachten, denn mit einem Wirtschaftsstudium lässt sich, sobald genug Berufserfahrung gesammelt ist, auch die Unternehmensführung anstreben. Ein relativ neues und attraktives Berufsbild ist das des Interim-Managers: eine Führungskraft auf Zeit.

Ein Interim-Manager schließt seinen Anzug um zum nächsten zeitlich befristeten Einsatz aufzubrechen.

Was macht ein Interim-Manager?

Ein Interim-Manager arbeitet für einen bestimmten Zeitraum im betriebswirtschaftlichen Management oder ist im Unternehmen für ein bestimmtes, zeitlich befristetes Projekt zuständig. Sobald seine Aufgaben erledigt sind, endet der Vertrag und er kann sich nach einer neuen zeitlich befristeten Stelle umsehen. Der Einsatz von Interim-Managern gehört zu den aktuellen Trends in der globalen Wirtschaft, denn viele Unternehmen haben die Vorteile einer "Führungskraft auf Zeit" erkannt. So können sie die hochqualifizierten Kräfte beispielsweise einsetzen, um offene Stellen übergangsweise zu besetzen oder Kompetenzen "einkaufen", die für bestimmte Projekte dringend benötigt werden. Insbesondere bei Umbrüchen oder Krisen im Unternehmen können sie wertvolle Unterstützung leisten; und so werden zeitlich befristete Manager mitunter auch als "Feuerwehrleute" bezeichnet. Dass dieses Berufsbild immer gefragter ist, zeigt sich an diversen Plattformen für Interim-Manager, auf denen diese nach passenden Ausschreibungen suchen können.
 

Welche Kompetenzen sollten Interim-Manager mitbringen?

Für Berufseinsteiger, die sich für die Arbeit als Interim-Manager interessieren, gilt es natürlich zunächst einmal, Erfahrung zu sammeln. Denn die Aufgabe ist durchaus fordernd. Laut des Interim Management Reports 2017 [PDF, 24 Seiten - 1,3 MB] von Executives Online (EO) müssen Interim-Manager bestimmte Eigenschaften mitbringen, um in ihrem Beruf erfolgreich zu sein. Dazu befragte EO weltweit 2.400 Interim-Manager zu ihrer Rolle und den täglichen Herausforderungen. Dabei zeigte sich, dass der Großteil von ihnen über viel Berufserfahrung verfügt.

Jedoch sollte nicht nur mit der fachlichen Expertise, sondern auch mit sozialen Kompetenzen überzeugt werden. So gaben 10 Prozent der befragten Interim-Manager an, dass es essenziell sei, Mitarbeiter für sich gewinnen zu können. Und das leuchtet ein, schließlich braucht der zeitlich befristete Manager das Vertrauen der Mitarbeiter, um seine Ideen und Strategien umsetzen zu können. Wer bereits einige leitende Positionen ausgefüllt hat, bestenfalls in verschiedenen Branchen, hat gute Chancen, eine Stelle als Interim-Manager zu ergattern. Die Voraussetzung: Man macht sich selbstständig. Auf Portalen für Interim-Manager kann sich jeder anschließend registrieren lassen, um einfacher an Angebote zu kommen.
 

Mit welchen Herausforderungen haben Interim-Manager zu tun?

Die Arbeit als Interim-Manager ist spannend und meist sehr gut bezahlt, aber auch mit vielen Herausforderungen verbunden. Häufig wird den Führungskräften viel Flexibilität abverlangt: So sollten sie beispielsweise bereit sein, für die Dauer ihres jeweiligen Einsatzes umzuziehen beziehungsweise im Hotel zu wohnen. Dies hat große Auswirkungen auf das Familienleben oder die Beziehung, denn Partner und Kinder müssen damit zurechtkommen, dass zumindest zeitweise die Karriere vor der Beziehung kommt. Auch wird ein Interim-Manager nicht von jedem Mitarbeiter im Unternehmen mit offenen Armen empfangen, denn um das Unternehmen bestmöglich zu managen, ist es oftmals notwendig, unpopuläre Entscheidungen zu treffen - also beispielsweise Kündigungen zu veranlassen. Es ist deshalb hilfreich, Ablehnung nicht persönlich zu nehmen. Wer standfest und fachlich kompetent ist, für den kann die Arbeit als Interim-Manager abwechslungsreich und vor allem sehr lehrreich sein.

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