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Digitalisierung bedroht die meisten Berufe nur bedingt

Computer können die Menschen nicht vom Arbeitsmarkt verdrängen. Gerade einmal 0,4 Prozent der Arbeitnehmer arbeiten in Jobs, die von der fortschreitenden Digitalisierung bedroht sind. Dazu gehören vor allem Berufe im Bereich der industriellen Produktion. Soziale und kulturelle Jobs sind dagegen selten durch Computer ersetzbar, wie eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt.

Auf einem Computerbildschirm ist ein Hirschkopfsymbol zu sehen.

Digitalisierung bedroht die meisten Berufe nur bedingt
Nürnberg, 17.12.2015 (iab) - Die aktuellen Wirtschaftsberichte sind zunehmenden von Begriffen wie „Industrie 4.0“ oder „Arbeitswelt 4.0“ geprägt. In dem Zusammenhang kommt auch immer häufiger die Frage nach den Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf die zukünftige Arbeitswelt auf. Wird die Digitalisierung die Menschen zukünftig vom Arbeitsmarkt verdrängen? Wie stark sind Berufe bereits heute gefährdet?

Grafik zur Substituierbarkeit von Berufen durch Computer in Prozent.Insgesamt sind 15 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland dem Risiko ausgesetzt, dass innerhalb ihres Berufs mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten durch Computer oder computergesteuerte Maschinen übernommen werden könnten. Der größte Teil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, etwa 45 Prozent, arbeitet in Berufen mit einer mittleren Substituierbarkeit. Das heißt, dass zwischen 30 und 70 Prozent der Tätigkeiten eines Berufs potenziell durch Computer erledigt werden können. Bei 40 Prozent der Berufe können der IAB-Studie zufolge weniger als 30 Prozent der Tätigkeiten innerhalb des jeweiligen Berufs automatisiert werden. Darunter fallen mit einem Anteil von acht Prozent auch die Beschäftigten in Berufen, die keine Tätigkeiten aufweisen, die durch Computer ersetzbar sind.

Die Anteile der Tätigkeiten, die innerhalb eines Berufs bereits heute potenziell durch den Einsatz von Computern oder computergestützten Maschinen ersetzt werden könnten, wurden anhand der Tätigkeitsbeschreibungen in der Datenbank BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit berechnet. Es sei aber nicht anzunehmen, dass dies in vollem Umfang geschehen werde, betonen die IAB-Forscherinnen Katharina Dengler und Britta Matthes. So können beispielsweise Kostengründe oder rechtliche Hürden dazu führen, dass nur ein Teil des technisch möglichen Automatisierungspotenzials ausgeschöpft wird.

Die Studie zeigt auch, dass Bildung und Qualifikation erst ab einem bestimmten Punkt dem Risiko entgegenwirken, dass berufliche Tätigkeiten von Computern übernommen werden könnten. So weisen Helferberufe, für die typischerweise keine berufliche Ausbildung erforderlich ist, mit 45 Prozent ein etwa gleich hohes Substituierbarkeitspotenzial auf wie Fachkraftberufe, für die eine mindestens zweijährige Ausbildung absolviert werden muss. Dagegen ist bei Berufen, für die man eine Meister- oder Technikerqualifikation braucht, das Substituierbarkeitspotenzial mit rund 30 Prozent deutlich geringer. Bei Berufen, für die mindestens ein vierjähriges Hochschulstudium erforderlich ist, liegt das Substituierbarkeitspotenzial bei weniger als 20 Prozent.

Insgesamt sprächen die Ergebnisse dafür, dass die Befürchtungen eines massiven Beschäftigungsabbaus im Zuge der Digitalisierung derzeit unbegründet seien, erläutern Dengler und Matthes. Es würden keineswegs nur Tätigkeiten wegfallen, sondern auch neue entstehen. In der Gesamtbilanz könnte es daher sogar einen positiven Beschäftigungseffekt geben.

Grafik zur Substituierbarkeit von kaufmännischen Berufen durch Computer in Prozent. Es erfolgt zum einen eine Unterteilung nach Handelsberufen, Berufen in der Unternehmensführung und Unternehmensorganisation und nach Dienstleistungen. Zum anderen für die drei Bereiche jeweils nach Helfer, Fachkraft, Spezialist und Experte.

Innerhalb der Berufe werde es aber große Umbrüche geben. Entscheidend sei daher, Ausbildungen so zu gestalten, dass alle Auszubildenden mit den neuesten technologischen Innovationen in ihrem Beruf vertraut gemacht werden. „Um das Wissen und Können auf dem neuesten technologischen Stand zu halten, wird (Weiter-)Bildung immer wichtiger – nicht nur für Geringqualifizierte, sondern auch für Fachkräfte“, schreiben die Forscherinnen.

Download IAB-Kurzbericht 24/2015 [PDF, 8 Seiten - 398 KB]
Folgen der Digitalisierung für die Arbeitswelt

Download IAB Forschungsbericht 11/2015 [PDF, 34 Seiten - 338 KB]
Forschungsbericht - Folgen der Digitalisierung für die Arbeitswelt

Im Forum zu Digitalisierung

13 Kommentare

Wo BWL studieren

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WiWi Gast

Danke für die ganzen Tipps bislang!

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