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Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

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WiWi Gast

Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Hallo,

mich würde mal eure Meinung zu der Zukunftsperspektive von Controllern interessieren. Eigentlich dachte ich, dass es sich beim Controlling um einen relativ anspruchsvollen Job handelt, der damit auch eine Zukunft hat.

Nachdem ich mich intensiver mit der Materie beschäftigt habe und immer nur lese, dass man fast nichts in der Birne haben muss, außer Excel, bin ich nicht mehr davon überzeugt, dass es sich um einen Beruf handelt, den man auch mit 65 in 40 Jahren noch ausführen wird. Das ist zwar etwas kätzerisch formuliert, aber das höre ich von Leuten, die selbst mit Controllern zusammen arbeiten. Wenn ich hier im Forum zudem lese, dass es kein VG im Controlling gibt, in dem nicht gefragt wird, ob man Excel könne und der Rest nebensächlich ist, bestätigt das meine Ahnung.

Ein Berufsbild, das derartige Anforderungen stellt, kann doch keine rosige Zukunft haben. Wenn sich die bestehende Entwicklung im Bereich Cloud, innovative Softwarelösungen, intelligente IKR usw. auch nur minimal fortführen wird, wird doch in max. 10 Jahren bei Konzernen mit min. 20.000 MA höchstens ein Controller benötigt (wenn überhaupt). Unternehmen mit weniger als 20.000 MA werden nicht mal darüber nachdenken müssen, einen "Excel-Bastler" einstellen zu müssen. Halbwegs anspruchsvolle Positionen im Corporate Finance haben dann ehemalige Finance-Berater oder interne Financeleute und für die "Excel-Bastler" bleibt doch nur noch die Arbeitslosigkeit. Ich weiß, dass sich jedes Berufsbild im Zeitverlauf wandelt. Aber beim Controlling sehe ich da trotzdem schwarz.

Sehe ich das richtig?

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Nein.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Aus der Perspektive eines Informatikers im Finanzumfeld: Jein. Einerseits stimmt es, das Berufsbild eines Controllers wird sich ändern, weil viele Analysen automatisiert werden können, und wichtiger: die Schlussfolgerungen aus einigen Analysen. Das wird den Bedarf an Controllern womöglich reduzieren. Das ist aber nur der offensichtliche Schluss.

Es kann auch eine Gegenbewegung geben, und das ist bei wissensintensiven Jobs nicht unüblich. Denn die Software kommt ja letztendlich von Controllern (plus Entwicklern), und wer will schon seinen Beruf zu Grabe tragen? Im Prinzip ist nur die Kreativität gefordert, irgendwelche neuen analytischen Ansätze zu entwickeln, die sich auch in 20, 30 Jahren nicht oder noch nicht von Software erledigen lassen.

Für heutige oder baldige Controller bedeutet das: Im schlimmsten Fall sollte man sich nach einer neuen Karriere umschauen, und im Besten Fall ist Wandlungsfähigkeit in eine neue, ähnliche Rolle nötig.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Das ist ein interessantes Thema.

Es ist doch klar, dass im Controlling nur wenige "Chef" werden können, also Abteilungen und Strukturen aufbauen oder die Zahlen interpretieren oder die Geschäftsführung beraten. Die meisten geben Zahlen in Excel ein und müssen im Grunde nur den "Kontext verstehen, um es richtig einzugeben.

Ökonomen behaupten, dass viele der heutigen "Knowledge-Worker" gerade auf diesen unteren Ebenen in Zukunft arbeitslos werden könnten.

Ich würde das aber auch nicht nur auf das Controlling beziehen. Wenn, dann trifft es genauso viele andere Büroberufe. Es ist doch überall so, dass heute noch ziemlich viele Mitarbeiter an der Basis arbeiten - irgendwelche Zahlen/Texte eingeben, Software bedienen, einfache Abfragen durchführen, Dokumente checken usw. Das alles könnte sich in 10-20 Jahren vom Arbeitsvolumen her deutlich reduzieren, wenn die Technik besser wird. Zahlen sind schon eingegeben, weil sie elektronisch abgerufen werden, die Dokumente können von der Software gecheckt werden, weil überall ein OCR drüberläuft bzw. sind die meisten Dokumente bereits elektronisch ausgestellt und nicht mehr auf Papier. Die Software kann intelligenter mit Daten umgehen usw.

Ich denke, dass man es nicht vorhersagen kann, wie sich die Technik in Zukunft entwickelt. Vielleicht wird die Arbeit nur langsam weiter rationalisiert werden können. Vielleicht werden aber auch viele Berufsbilder auf einen Schlag verschwinden.

Wir wissen es derzeit nicht, was menschliche Intelligenz und Bewusstsein überhaupt ist. Manche glauben, dass man das mit Hilfe von Algorithmen perfekt simulieren kann, andere glauben, dass Maschinen, die Programmen folgen, immer strunzdumm bleiben werden. Stichwort "das Chinesische Zimmer". Wir wissen schlichtweg noch nicht, wie gut Computerprogramme wirklich werden können.

Ich glaube, wenn es so schlimm kommt, dann ist es auch egal, was man für einen Beruf gewählt hat. Die Arbeitslosigkeit wird so massiv sein, dass es direkt oder indirekt Auswirkungen auf alle Arbeitnehmer haben wird.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

ich arbeite zwar nicht im Controlling, habe aber mal ein Praktikum da gemacht und stimmte dir soweit zu 100 % zu!

.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

So ein Quatsch... Vielleicht solltest du dir erstmal anschauen bzw. dich belesen, was Controller so in der Praxis machen

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Und was machen die so in der Praxis - außer Daten aufbereiten?

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Also Controller wird man immer brauchen. Die Tätigkeit wird sich nur verändern. In den letzten 3 Jahren hab ich hauptsächlich stupide Daten aus Datenbanken abgefragt, in Excel kopiert, berechnen lasen und dann die Ergebnisse kommentiert, Tag für Tag. Jetzt hab ich eine neue Firma, die haben ein DWH, also den Report einmal erstellen und den Empfängern einfach einen Link schicken, dann sehen die täglich die aktuellen Zahlen.

Das gibt einem Zeit für andere Dinge: Zur Zeit werte ich Angebote aus, diese kommen meist im pdf Format, sind hunderte Seiten lang und haben tausend Sonderbedingungen. Ich wüsste nicht wie man das automatisieren soll. Jeder Lieferant erstellt andere Angebote und jede Firma hat spezifische Anforderungen. Daneben soll ich Standortverlagerungen und Prozessveränderungen auswerten.

Excel ist halt unglaublich flexibel und Auswertungen sind schnell gemacht, damit kann man alles berechnen was man will, daran scheitern fast alle anderen Programme, weil es immer irgendwelche Sonderfälle gibt, die nicht abgebildet werden können.

Excel ist als Controller absolute Grundvoraussetzung, aber Datenbankkenntnisse sind genauso wichtig. Vom geistigen Anspruch ist Controlling tatsächlich low, nur Plus, Minus, geteilt und mal. Ab und an mal eine Potenz, das wars aber.

Trotzdem sind Controller genau die, die viel Geld einsparen können und deshalb werden die nie aussterben :)

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Genau das mit den Angeboten im PDF Format ist es aber, was gemeint ist, wenn man sagt, dass in Zukunft viele Arbeitsplätze wegfallen werden.

Als Beispiel werden im Moment große Wirtschaftskanzleien angeführt. Früher haben die Berufsanfänger dort Verträge nach bestimmten Klauseln durchforstet. Z. B. haben sie den Vertrag einer Management GmbH mit ihrem Fonds angeschaut (kann auch 50 Seiten haben) und dann geschaut, ob die Management Fee mit oder ohne Umsatzsteuer vereinbart war. Das kann heute schon die Software. Oder man hat einen Rechtsstreit und muss Berge von Akten sichten, ob in den Dokumenten bestimmte Stichworte vorkommen. Das kann mittlerweile die Software. Die US Kanzleien sollen es im Moment massiv spüren, dass die Kunden mitbekommen haben, dass man solche Fleißarbeiten mittlerweile sehr günstig mit Software erledigen kann und massiv die Beratungsgebühren drücken.

Ich sehe jetzt keinen Grund, warum nicht die Software auch irgendwann so ein Angebot von einem Lieferanten sinnvoll auswerten kann. Digitale Assistenten in Smartphones wirken heute noch wie eine Spielerei. Aber in 10-20 Jahren können die vielleicht wirklich einfachere Aufgaben vollständig allein lösen. Mir ist schon klar, dass man nicht plötzlich gar keine Controller mehr braucht. Aber schon relativ kleine Angebotsüberhänge am Arbeitsmarkt können schlimme Folgen haben. Z. B. ist eine Arbeitslosenquote von 10% eigentlich nicht viel (ist ja bloß jede 11. AN überflüssig). Aber 10% Arbeitslosigkeit hat schon massive Folgen für Arbeitnehmer und Sozialstaat.

Sollte in Zukunft auch nur jeder 5. Job an der Basis wegfallen, dann hat das große Folgen für den Arbeitsmarkt. Und auch wenn man im Prinzip höher qualifiziert ist, dann wird es so viele arbeitslose Controller etc. geben, dass der Konkurrenzdruck massiv zunehmen wird. Auch die höherwertige Arbeit wird dann nicht mehr gut bezahlt werden.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Als Controller kann ich nur eins sagen: Es gibt Zahlen,die wir von der Produktion bekommen, die werden weiter innerhalb der Controlling Abteilung bearbeitet, danach von der Werkleitung geändert und am Ende eine ganz andere Zahl kommt bei Kunden an.

Wenn keine interne Politik in einem Unternehmen geben würde, dann werden auch keine Controller mehr gebraucht.
Also, Controller werden immer gebraucht.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Nur um einen Teilbereich zu nehmen: Planungen. Diese lassen sich technisch recht leicht erstellen, die Schwierigkeit liegt darin, sich mit der Zukunft, den Unternehmenszielen etc auseinanderzusetzen. Controlling muss u.a. die Leistung der Mitarbeiter quantifizierbar machen, dazu gehören soziale Kompetenzen. Durch die Informationsflutt, die sicherlich noch weiter zunehmen wird, braucht es jemanden, der das Wichtigste bereinigt, insofern werden gute Controller, die über den Tellerrand hinausschauen und obige Dinge mit berücksichtigen, sicherlich nicht rationalisiert. Wenn dieses geschiet, dann zieht es sich durch viele Berufsgruppen: StB & WP, alles was mit Berichtserstattung zu tun hat u.v.m. Die Wirtschaft wird letzten endes noch immer von Menschen und nicht von Maschinen geführt, daher werden intermenschliche soziale Aspekte immer wichtig bleiben. Außerdem bewegen wir uns hier auf sehr hohem Niveau: In vielen mittelständischen Betrieben in Deu. besteht das Controlling aus einer Buchhalterin...

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Gibt es nicht auch viele Stellen im Controlling, wo Mitarbeiter einfach nur irgendwelche Zahlen ins Excel eintippen oder Excel Blätter lediglich aufbereiten? Das ist denke ich damit gemeint, wenn man vom Wegfall der Controlling-Arbeitsplätze redet. Dass es auch in Zukunft einen Controller geben muss, ist klar. Die Frage ist nur, wie viele Mitarbeiter dieser Controller dann noch braucht.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Viele Controlling Jobs bestehen tatsächlich aus stupider Dateneingabe, immer der gleichen Analyse und Interpretation falls nötig. Wobei es auch recht anspruchsvolle Controlling Jobs gibt wo man nicht nach Schema F arbeiten kann.

Ich erlebe gerade aus erster Hand was sich im Controlling alles automatisieren lässt und wie das System danach aussehen wird. Im Endeffekt führt es dazu dass man besser qualifiziertes Personal braucht und davon weniger. Der Job wandelt sich vom klassischen Controlling zum Daten Analysten (und diese werden sehr gut bezahlt). Dieser muss im vorhandenen Big Data Pool Muster erkennen, Hypothesen aufstellen, darauf basieren Analysen durchführen um die Hypothesen zu belegen und dann schließlich Handlungsempfehlungen für das Management ableiten.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Ich habe auch gemerkt das ich der Beruf des Controllers und auch viele ähnliche Berufe stark verändern. In Zeiten von ERP,CRM und das ganze dann in eine schöne BI-Lösung gepackt brauch man von diesen Berufen einfach deutlich weniger.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Nicht nur Controlling, sondern auch andere Bereiche sind eig. gefährdet. Softwares werden viele ersetzen, deshalb werden halt weniger Kräfte gebraucht, auch wenn sie weiterhin "gebraucht" werden. Halt weniger.

Die einzigen Bereiche, wo immer "mehr" Fachkräfte benötigen, sind für mich Corporate Finance und Marketing.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Ich tippe keine Zahlen in Excel ein, entwickle aber neue und verbessere bestehende Reports. Für das tägliche, wöchentliche und monatliche einspielen der Daten aus dem System in die Excel-Modelle beschäftigen wir einen Praktikanten.

Aber diese Excel-Modelle wollen ja erst mal entwickelt werden.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

An den Threadersteller:

Anscheinend haben sie sich überhaupt nicht mit der Materie eines Controllers befasst, denn dann würden Sie nicht diese Behauptung in den Raum werfen, diese würden stupide Excel-Arbeiten erledigen. Ihre Ansichtsweise trifft auf eine alte und verfälschte Definition des Controllings zu. Wie x-fach in der Wirtschaftsliteratur aufgeschrieben, stammt Controlling zwar von dem Wort "to control" ab und suggeriert damit für den Deutschen Laien, dass dieser sich hauptsächlich um Kontrollaufgaben im Unternehmen kümmern muss. Kurzum Zahlen prüfen. Schauen sie aber mal über den Tellerrand, also außerhalb Deutschlands, dann können sie feststellen, dass es die Berufsbezeichnung "Controller" dort nicht gibt. Was bei uns gerne über einen Kamm geschert wird, wird im Ausland in verschiedene Bereiche gesplittet. Deshalb gibt es nicht "den" Controller dort. So ist es eigentlich auch in Deutschland. Zwar betreiben viele KMU heute immer noch viel Excel Arbeit, aber es gibt auch schon sehr viele, die die meisten Aufgaben automatisiert habe. Dadurch sind deren Controller eben nicht mehr damit beschäftigt Zahlen dumm in Excel einzutippen. Ihrer Logik nach müssten diese Stellen dann doch wegfallen. Tun sie aber nicht. Warum? Nun, weil die Controller eventuell doch keine hohle Birne haben, wie sie es vermuten lassen.

Bei diesen Unternehmen, die ihre Zahlenwelt vollautomatisch arbeiten lassen, müssen die Controller unter anderem Analysen erstellen und Maßnahmen entwickeln. Sie benötigen dadurch eine hohe Sozialkompetenz, da sie ggf. weltweit Einsatzbereit sein müssen und dadurch auf unterschiedliche Kulturen treffen. Kontrollieren im eigentlichen Sinne ist das dann nicht mehr. Es ist viel mehr eine ganzheitliche Steuerung, die voran getrieben wird. Sie können das Ganze auch als Strategieorientiertes Arbeiten bezeichnen. Hierfür benötigt der Controller aber eine Weitsicht, die viele Menschen einfach nicht besitzen oder es nicht erlernt haben. Aus diesem Grund werden gute Controller auch gut bezahlt, weil sie eben nicht stupide Aufgaben erledigen.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Das ist einer der besten Antworten, die ich je in diesem Forum gelesen haben. Super Erklärung ;)

Mir fällt das auch öfters auf, dass viele überhaupt nicht verstanden haben was Controlling überhaupt ist. Excel-Tabellen füllen ist dabei eher die unterste Aufgabe im ganzen Controlling, falls das überhaupt noch von Menschen eingetippt wird. Man könnte es vllt. auch so erläutern, dass strategische Ziele des Unternehmens u.a. irgendwie messbar gemacht werden müssen. Dazu braucht man sogar durchaus einen gewissen Grad an Kreativität und Weitsicht, was viele nicht wissen.

Lounge Gast schrieb:

An den Threadersteller:

Anscheinend haben sie sich überhaupt nicht mit der Materie
eines Controllers befasst, denn dann würden Sie nicht diese
Behauptung in den Raum werfen, diese würden stupide
Excel-Arbeiten erledigen. Ihre Ansichtsweise trifft auf eine
alte und verfälschte Definition des Controllings zu. Wie
x-fach in der Wirtschaftsliteratur aufgeschrieben, stammt
Controlling zwar von dem Wort "to control" ab und
suggeriert damit für den Deutschen Laien, dass dieser sich
hauptsächlich um Kontrollaufgaben im Unternehmen kümmern
muss. Kurzum Zahlen prüfen. Schauen sie aber mal über den
Tellerrand, also außerhalb Deutschlands, dann können sie
feststellen, dass es die Berufsbezeichnung
"Controller" dort nicht gibt. Was bei uns gerne
über einen Kamm geschert wird, wird im Ausland in
verschiedene Bereiche gesplittet. Deshalb gibt es nicht
"den" Controller dort. So ist es eigentlich auch in
Deutschland. Zwar betreiben viele KMU heute immer noch viel
Excel Arbeit, aber es gibt auch schon sehr viele, die die
meisten Aufgaben automatisiert habe. Dadurch sind deren
Controller eben nicht mehr damit beschäftigt Zahlen dumm in
Excel einzutippen. Ihrer Logik nach müssten diese Stellen
dann doch wegfallen. Tun sie aber nicht. Warum? Nun, weil die
Controller eventuell doch keine hohle Birne haben, wie sie es
vermuten lassen.

Bei diesen Unternehmen, die ihre Zahlenwelt vollautomatisch
arbeiten lassen, müssen die Controller unter anderem
Analysen erstellen und Maßnahmen entwickeln. Sie benötigen
dadurch eine hohe Sozialkompetenz, da sie ggf. weltweit
Einsatzbereit sein müssen und dadurch auf unterschiedliche
Kulturen treffen. Kontrollieren im eigentlichen Sinne ist das
dann nicht mehr. Es ist viel mehr eine ganzheitliche
Steuerung, die voran getrieben wird. Sie können das Ganze
auch als Strategieorientiertes Arbeiten bezeichnen. Hierfür
benötigt der Controller aber eine Weitsicht, die viele
Menschen einfach nicht besitzen oder es nicht erlernt haben.
Aus diesem Grund werden gute Controller auch gut bezahlt,
weil sie eben nicht stupide Aufgaben erledigen.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Dass alle großen Unternehmen die Routinetätigkeiten bereits automatisiert haben, kann nicht so ganz stimmen. Bei meinem Fernstudium gab es einige Kommilitonen, die bei der Audi AG "im Controlling" beschäftigt waren. Das waren junge Industriekaufleute. Dass das keine "jetsettenden Analysten" waren, liegt wohl auf der Hand.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Kreativität und Weitsicht - erklär das mal deinem board! ;) schön, die definition was controlling nicht ist aus meinem studium wiederzufinden - fand ich damals fragwürdig, finde ich heute immernoch -.-

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Lounge Gast schrieb:

Das ist einer der besten Antworten, die ich je in diesem
Forum gelesen haben. Super Erklärung ;)

Wobei auch diese Definition im Grunde schon seit 20 Jahren überholt ist. Analysieren und Maßnahmen ableiten war schon immer Aufgabe des Controllers, das ist ganz gewiss nichts Neues.
Stufe drüber wäre die eines internen Beraters, auch das ist absolut üblich. Wieder drüber wäre die Aufgabe des Sparringspartners, wo der Controller bewusst eine Gegenposition zum Management einnimmt und für Reibung sorgt. Dazu muss man mit Konflikten eben gut umgehen können und auch bei der Geschäftsführung gegenhalten. Auch das ist in Unternehmen mittlerweile nicht unüblich. Die aktuelle Diskussion bei Controllern geht in Richtung Change Agent, das hat es denke ich bisher in den seltensten Fällen in die Unternehmen geschafft.

Wie man sieht, es geht kontinuierlich voran und es gibt noch viel Potential für die Weiterentwicklung des Controllings, entsprechend auch die Zukunftsperspektiven.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Ich sehe das nicht ganz so düster. 1. Sind das alles Begebenheiten die man als Person fast nicht beeinflussen kann. 2. Gehen ab 2020 dermaßen viele Arbeitnehmer in Rente, das ich davon ausgehe das die Technik eher aufholen muss damit der Arbeitsmarkt wieder im Gleichgewicht ist. Nur so als Beispiel: 2034 gehen etwa 2,5%(kleingerechnet) aller Erwerbstätigen in Rente. Die heutigen Zahlen sind zum Teil um 50% niedriger. 3. Von aller Kristallkugelschauerei mal abgesehen sind alle Dinge die mehr als 5 Jahre in die Zukunft liegen eher als Humbug abzusehen. Schaut man in die Weltgeschichte was alles in 20 Jahren passieren kann so sind das dermaßen viele Variablen da mache ich mir eher um das Wetter nächste Woche sorgen. Das kann ich wenigstens ein bisschen abschätzen. (Falls jetzt wieder ein kommt von wegen blabla Rente und Blabla Kurzsichtigkeit, ich sorge trotzdem vor und behalte die Zukunft im Auge leben tue ich aber im hier und jetzt)

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Schön, dass du genau weißt was Controlling ist, weil du in deinem Studium natürlich ganz nah an der Praxis warst ^^ Ich habe jedenfalls langjährige Berufserfahrung und meine es besser beurteilen zu können.

Lounge Gast schrieb:

Kreativität und Weitsicht - erklär das mal deinem board! ;)
schön, die definition was controlling nicht ist aus meinem
studium wiederzufinden - fand ich damals fragwürdig, finde
ich heute immernoch -.-

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Sparring-Partner heißt doch nicht, dass man stur die Gegenmeinung vertritt. Es heißt doch vielmehr, dass man die Schwächen in der Strategie des Managements aufzeigt und eigene Strategien vorschlägt.

Wenn sich aber die Zukunft des Controllings nur ins solchen high-end Bereichen abspielt, sehe ich eher schwarz für den Bereich. Mir kommt es ungefähr so vor, wie wenn man sagen würde, dass Germanistik supertolle Berusperspektiven bietet, weil der Reich-Ranicki so erfolgreich mit seinen Literaturbesprechungen war.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Wenn sich aber die Zukunft des Controllings nur ins solchen
high-end Bereichen abspielt ...

Was ist den daran high end? Das ist eine ganz normale Entwicklung eines Berufsfelder. Wer nur Zahlen eintippen will, ist vielleicht mit einem Hauptschulabschluss besser bedient...

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Schön, dass du genau gelesen hast. Ich arbeite mittlerweile seit 5+ Jahren im CO Bereich .. wer sich einbildet kreativität + weitsicht sind hier wirklich gefragt der hat entweder ein definitionsproblem für die 2 o.g. dinge o belügt sich selbst :)

Lounge Gast schrieb:

Schön, dass du genau weißt was Controlling ist, weil du in
deinem Studium natürlich ganz nah an der Praxis warst ^^ Ich
habe jedenfalls langjährige Berufserfahrung und meine es
besser beurteilen zu können.

Lounge Gast schrieb:

Kreativität und Weitsicht - erklär das mal deinem board!
;)
schön, die definition was controlling nicht ist aus meinem
studium wiederzufinden - fand ich damals fragwürdig, finde
ich heute immernoch -.-

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Woher soll ich wissen wie lange du wo arbeitest? Es posten hier alle möglichen Leute ohne eingeloggt zu sein.

Wenn dein Unternehmen Controlling so auslegt wie du es beschreibst, dann tut es mir für dich echt leid. Viel Erfolg noch ;)

Lounge Gast schrieb:

Schön, dass du genau gelesen hast. Ich arbeite mittlerweile
seit 5+ Jahren im CO Bereich .. wer sich einbildet
kreativität + weitsicht sind hier wirklich gefragt der hat
entweder ein definitionsproblem für die 2 o.g. dinge o belügt
sich selbst :)

Lounge Gast schrieb:

Schön, dass du genau weißt was Controlling ist, weil du in
deinem Studium natürlich ganz nah an der Praxis warst ^^
Ich
habe jedenfalls langjährige Berufserfahrung und meine es
besser beurteilen zu können.

Lounge Gast schrieb:

Kreativität und Weitsicht - erklär das mal deinem
board!
;)
schön, die definition was controlling nicht ist aus
meinem
studium wiederzufinden - fand ich damals
fragwürdig, finde
ich heute immernoch -.-

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Auch die Stellen für Akademiker beinhalten ganz oft viel Routinetätigkeiten. Wenn man diese Routinetätigkeiten wirklich automatisieren kann, dann bekommt man auf dem Arbeitsmarkt ein Problem, nicht nur für die Hauptschüler, sondern auch für Akademiker. Wie viele "Sparring-Partner" braucht man denn im Unternehmen? Das kannst du doch an einer Hand abzählen und wird nie die große Masse beschäftigen können.

Außerdem bekommst du ein Problem mit dem Nachwuchs. Um überhaupt so ein toller Controller zu werden, wie ihn manchen so blumig beschreiben, braucht man erst mal einige Jahre an Berufserfahrung. Und die sammeln eben auch Hochschulabsolventen größtenteils mit Routinetätigkeiten. Wenn diese Möglichkeit wegfällt, dann kriegst du junge Leute gar nicht mehr auf den Track für die höheren Aufgaben.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Bei uns haben gute Excel-Makros 10 Controller ersetzt.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Ich kam bei den ganzen Controlling VG auch ins Grübeln ob das etwas ist, was man in 5-10 Jahren noch braucht. Alle Stellenangebote waren mit "Controller" überschrieben, aber keine Stelle hatte etwas mit Sparringspartner, Navigator, Stratege usw. zu tun. Das sind Begriffe, die der Prof. in der Klausur lesen will, mehr aber auch nicht.

In einem VG hat man mich ganz komisch angesehen, als ich sagte, was ich mir unter Controllertätigkeiten so vorstelle, d.h. Navigator, Sparringspartner usw. Man sagte mir klipp und klar, dass die jemanden suchen, der viel weiter unten in der operativen Schiene tätig ist und zu über 90 % Routine Zeugs erledigt, d.h. von morgens bis abends Daten aufbereiten und der Geschäftsführung mundgerecht weitergeben. In einem VG sagte man mir sogar, dass man es nicht gerne sieht, wenn Controller sich etwas darauf "einbilden" Zahlen interpretieren zu wollen und irgendetwas "steuern" bzw. navigieren zu wollen. Man wolle, dass man Zahlen auswertet und weitergibt, mehr nicht. Das hat sich bei den anderen VG auch ähnlich angehört. Man konnte strategisch und analytisch noch so fit sein und kluge Vorschläge haben. Wenn man nicht in Excel dieses oder jenes auf Anhieb verformeln konnte, war das Gespräch gelaufen. Da wusste man auch sofort was die suchten.

Die Tätigkeiten, die man im Lehrbuch so liest, übernimmt höchstens der Leiter Controlling. Ein "normaler Controller" hat von morgens bis abends Excel offen und klickt darin herum. Und da bin ich mir auch sicher, dass es diesen "Zuarbeiter" bzw. "Vorarbeiter" Controller nicht mehr lange geben wird. Das sieht man ja jetzt schon. Die Einstiegsgehälter für Controller sinken von Jahr zu Jahr, weil der Job nun mal nicht besonders anspruchsvoll ist und für die Zukunft des UN nicht entscheidend.

Es gibt Leute, denen das Spaß macht, keine Frage. Ich habe mich schon ein bisschen betrogen gefühlt, als es im Gespräch um die tatsächlichen Tätigkeiten ging und nicht um das was in der Stellenanzeige stand.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Kommt wirklich drauf an, wie man Kreativität definiert. ;)
Natuerlich ist es etwas anderes, als ein Bild zu malen oder Musik zu komponieren, aber im Vergleich zu anderen Buerojobs ist man im Controlling sicherlich eher auf der Kreativen Seite. Ich bin seit 7 Jahren in dem Berufsfeld unterwegs, mittlerweile stellv. Leiter Controlling Deutschland meines Konzerns. Man merkt bei Mitarbeiter klare Unterschiede darin, wie sie sich einbringen und wie sie von sich aus kreativ werde. Die, welche das werden, sind die guten. ;)
Ich hab z.B. in meiner Anfangszeit extrem viel selber getueftelt, versucht, Dinge aus dem Studium umzusetzen, Auswertungen gebaut, die ich fuer sinnvoll hielt, etc. Von vielem hat mein Chef damals gar nichts gewusst, manchmal hab ich meine Arbeit tagelang liegen lassen, weil ich Bock auf was anderes hatte. Mein Chef hat das absolut toleriert, denn er wusste, selbst wenn dreimal nur Mist dabei rauskommt, beim vierten Mal ist dafür was dabei, das wirklich etwas bringt und das nie gemacht worden waere, hatte er nur Aufgaben verteilt. So wird eine Firma nach vorne gebracht und nur so nutzt man aktuelles Wissen der Hochschulen, nicht indem man Aufgaben verteilt und diese nur abgearbeitet werden.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Strategisches Controlling gehört mMn. eher in den Bereich Strategie als zu Controlling und dieses wird generell in den (mittelständischen) Firmen vernachlässigt bzw. rar besetzt. Wer Zahlen abtippen möchte, ist in der Tat fehl am Platz. Es gibt jedoch sehr viele spannende, operative Controllingthemen wie bsw. Preiskalkulationen, Deckungsbeitragsrechnungen und Bedarfsplanungen - nur um einige zu nennen. Hier muss man zunächst wissen, was man braucht, dieses dann (exceltechnisch) umsetzen und an das Unternehmen anpassen und implementieren. Einige Sachen müssen lediglich initiiert und gepflegt werden, andere ständig aktualisiert. Genauso wie kein Betrieb sich eine 10-Mann Strategieabteilung leisten kann, braucht man keine dicke Controllingabteilung - dieses gilt jedoch für alle internen, betriebswirtschaftlichen Abteilungen (HR, QM etc.)

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Ich arbeite nicht im Controlling, finde es aber total logisch, dass sich das "Führungsteam" von einem "Junior-Controller" nichts sagen lassen möchte. Der soll eben nur seine Auswertungen nach Anweisung abliefern und sonst seinen Mund halten. Das ist in anderen Bereichen auch nicht anders, glaubt mir. Mund halten, Anweisungen folgen, Arbeit abliefern und wer ein nur ein Fünkchen Intelligenz zeigt, wird von den etablierten Führungskräften als Gefahr wahrgenommen. Solche "Führungskräfte" haben mehr Angst um ihren Job, als ihr glaubt. Auf der anderen Seite stellt man riesige Anforderungen an die formale Qualifikation und wundert sich dann, wenn die Leute, die man einstellt, selbständig denken, Hochschulerfahrung haben und eben nicht nur bis zur ihrer eigenen Nasenspitze denken...

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Alles absoluter Quatsch. Leute, erzählt keinen Schwachsinn.
Die Controller sind die einzigen Köpfe im Unternehmen, die etwas bewirken können. Ein Controller muss sämtliche Unternehmensprozesse verstehen -vor allem aber Accounting und IT.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Der Controller ist doch nur ein Zuarbeiter für das Management. Nur das Management trifft die Entscheidungen und macht sich in dem Sinne die Gedanken.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Die Sachbearbeiter können tolle Ideen haben, entscheiden tun aber die Manager. Das erleben auch die Ingenieure so.

Lounge Gast schrieb:

Alles absoluter Quatsch. Leute, erzählt keinen Schwachsinn.
Die Controller sind die einzigen Köpfe im Unternehmen, die
etwas bewirken können. Ein Controller muss sämtliche
Unternehmensprozesse verstehen -vor allem aber Accounting und
IT.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Interessantes Thema.
Ich frage mich v.a. was die zukünftige Tätigkeit für Controller sein wird, wenn durch IT alles per "klick" geht?

Mehr und mehr Unternehmen haben doch BI-Systeme; also ein Datawarehouse aus dem alle möglichen Reports für das Management per Mausklick in verschiedensnten Skalierungen verfügbar sind. Wozu brauch man dann einen Controller?

Die IT wird immer wichtiger im CO und ich vermute daher, dass Wirtschaftsinformatiker immer mehr den Oldschool-Controller ersetzen werden und die Aufgaben sich dahingehend wandeln, dass der Wirtschaftsinformatikcontroller eher für das Customizing/Skalierung/Harmonisierung der Systeme/Datenbanken zuständig sein wird, aber das nötige Backgroundwissen im Bereich Accounting/KLR trotzdem benötigt.

Der Controller wird wichtiger werden ("der Einzige" der Accounting, IT und Kostenrechnung/Kennzahlen so integrativ versteht) und die Anforderungen werden steigen (mehr Datenbanken, Programmierung etc.), aber es werden weniger Controller insgesamt benötigt, da die Zuarbeiter-Tätigkeiten wie Excel-Tabletten füllen weg fallen werden.

Mmn wird das gesamte Controlling näher mit der IT-Abteilung zusammenschmlezen, bzw. organisatorisch der IT zugeteilt sein.

Was meint ihr?

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Das Controlling kann und darf gar nicht der IT zugeordnet werden, da dann Äpfel und Gurken in einen Salat geworfen werden. Ob das schmeckt? Fraglich.

Eine IT Abteilung ist in der Regel (ich arbeite nicht in der IT, gehe aber davon aus) mit der Hardware, der Software und Programmierung beschäftigt. Es obligt nicht dem ITler Zahlen zu analysieren, da dieser ggf. auch gar kein Interesse daran hat. Das Controlling wird auch in Zukunft sich zwischen dem Top-Level Management und dem mittleren Management bewegen als eigenständige Unit innerhalb des Unternehmens. Es ist dennoch eindeutig, dass ein Controller ein höheres Maß an IT-Kenntnissen mitbringen muss in der Zukunft.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Dass in Zukunft vor allem die Fähigkeit zum richtigen Konfigurieren der Software gefragt sein, wird und die Kontrolle der automatisch generierten Ergebnisse, trifft sicher nicht nur für das Controlling zu.

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Denke ich auch mal, unser ITler hat von den Prozessen und Zahlen im Unternehmen nicht wirklich einen Plan. Andererseits kann ich auch mehr SQL, VBA, Data-Warehouse & Co. als er. Dafür kann er halt sowas wie IT-Administration, Backups, Server-Wartung, ERP-Patches einspielen, IT-Leasing managen...

Lounge Gast schrieb:

Das Controlling kann und darf gar nicht der IT zugeordnet
werden, da dann Äpfel und Gurken in einen Salat geworfen
werden. Ob das schmeckt? Fraglich.

Eine IT Abteilung ist in der Regel (ich arbeite nicht in der
IT, gehe aber davon aus) mit der Hardware, der Software und
Programmierung beschäftigt. Es obligt nicht dem ITler Zahlen
zu analysieren, da dieser ggf. auch gar kein Interesse daran
hat. Das Controlling wird auch in Zukunft sich zwischen dem
Top-Level Management und dem mittleren Management bewegen als
eigenständige Unit innerhalb des Unternehmens. Es ist dennoch
eindeutig, dass ein Controller ein höheres Maß an
IT-Kenntnissen mitbringen muss in der Zukunft.

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Ich halte die Aussage für unrealistisch.

Organisatorisch wird das controlling immer eigenständig arbeiten.

Ich bin aber ebenfalls der Meinung, dass der controller in Zukunft eine Menge mit der IT zu tun haben wird, da BI eine immense Rolle spielen wird und das Controlling immer mehr zu einem Prozess-Controlling werden wird. (Prozesse - > IT)

Ausnahme ist hier das Group Contrilling / accounting etc.

Aber das Controlling im Business bzw. Projektcontrolling wird sich sehr stark verändern in richtung IT.

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Also ich arbeite im Controlling in der BASF und mit zahlen eintippen, hat das ganze ziemlich wenig zu tun. Wir sehen uns als business Partner für andere Funktionen. wir navigieren, challengen und können selbst unternehmerisch tätig sein. Wir analysieren zahlen, die zumeist automatisiert erstellt werden, ziehen Schlussfolgerungen und definieren Gegenmaßnahmen. Controller arbeiten besonders eng mit dem top Management zusammen und sind in die wichtigsten Entscheidungsprozesse eingebunden. Bei der Personalauswahl wird weniger auf den fachlichen background als auf analytisches Verständnis und sozialkompetenz geachtet. Ich persönlich finde es super spannend-man ist eng am Management, bekommt immer mit was gerade läuft und hat ein super breites Profil. Von wegen excel :)

Lounge Gast schrieb:

Hallo,

mich würde mal eure Meinung zu der Zukunftsperspektive von
Controllern interessieren. Eigentlich dachte ich, dass es
sich beim Controlling um einen relativ anspruchsvollen Job
handelt, der damit auch eine Zukunft hat.

Nachdem ich mich intensiver mit der Materie beschäftigt habe
und immer nur lese, dass man fast nichts in der Birne haben
muss, außer Excel, bin ich nicht mehr davon überzeugt, dass
es sich um einen Beruf handelt, den man auch mit 65 in 40
Jahren noch ausführen wird. Das ist zwar etwas kätzerisch
formuliert, aber das höre ich von Leuten, die selbst mit
Controllern zusammen arbeiten. Wenn ich hier im Forum zudem
lese, dass es kein VG im Controlling gibt, in dem nicht
gefragt wird, ob man Excel könne und der Rest nebensächlich
ist, bestätigt das meine Ahnung.

Ein Berufsbild, das derartige Anforderungen stellt, kann doch
keine rosige Zukunft haben. Wenn sich die bestehende
Entwicklung im Bereich Cloud, innovative Softwarelösungen,
intelligente IKR usw. auch nur minimal fortführen wird, wird
doch in max. 10 Jahren bei Konzernen mit min. 20.000 MA
höchstens ein Controller benötigt (wenn überhaupt).
Unternehmen mit weniger als 20.000 MA werden nicht mal
darüber nachdenken müssen, einen "Excel-Bastler"
einstellen zu müssen. Halbwegs anspruchsvolle Positionen im
Corporate Finance haben dann ehemalige Finance-Berater oder
interne Financeleute und für die "Excel-Bastler"
bleibt doch nur noch die Arbeitslosigkeit. Ich weiß, dass
sich jedes Berufsbild im Zeitverlauf wandelt. Aber beim
Controlling sehe ich da trotzdem schwarz.

Sehe ich das richtig?

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

An BASF'ler:

Im Falle der BASF mag das zutreffen. Ich bezweifle, dass es auf den Mittelstand zutrifft.
Ich wäre im übrigen auch an einer Controlling stelle bei BASF interessiert, was muss ich dafür machen? :D.
Habe 2 Jahre in der Due Diligence einer Big 4 gearbeitet teilweise in der Jahresprüfung. Davor 3x Praktikant/Werkstudent Stationen im IB ... Kann man sich bei euch auch initiativ bewerben? Ich habe damit die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht. manche sehen das nicht so gerne...

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Lounge Gast schrieb:

Also ich arbeite im Controlling in der BASF und mit zahlen
eintippen, hat das ganze ziemlich wenig zu tun. Wir sehen uns
als business Partner für andere Funktionen. wir navigieren,
challengen und können selbst unternehmerisch tätig sein. Wir
analysieren zahlen, die zumeist automatisiert erstellt
werden, ziehen Schlussfolgerungen und definieren
Gegenmaßnahmen. Controller arbeiten besonders eng mit dem
top Management zusammen und sind in die wichtigsten
Entscheidungsprozesse eingebunden. Bei der Personalauswahl
wird weniger auf den fachlichen background als auf
analytisches Verständnis und sozialkompetenz geachtet. Ich
persönlich finde es super spannend-man ist eng am Management,
bekommt immer mit was gerade läuft und hat ein super breites
Profil. Von wegen excel :)

Du berichtest von einer Controlling-Stelle nach Lehrbuch, wie man sie sich als naiver Student bei jedem UN vorstellt. BASF ist aber in Dt. ein Ausnahmeunternehmen in positiver Hinsicht (wie die meisten anderen DAX UN und andere erfolgreiche Weltkonzerne auch). Sag mal während eines VG in einem 500 Mann UN, dass du nicht fit in Excel bist, aber alles was du sonst so aufgezählt hast bestens kannst. Du wirst nie und nimmer genommen, selbst mit 1,0 Abschluss.

Ich kenne keinen Controller mit wenig Berufserfahrung, der in KMU derartige Sachen hauptsächlich!!! macht. Hin und wieder kommt das mal vor und gehört zum Job. Aber das macht vlt. 5-10% der Arbeitszeit aus. 80-90% der Zeit ist Excel Zahlen eintippen angesagt und parallel telefonieren. I.d.R. hat der Leiter Controlling und evtl. der Senior Controller die spannenden Arbeiten. Das Problem ist die Zeit davor. Ich war verzweifelt auf der Suche nach einer "echten" Controlling Stelle zum Einstieg. Alle!!! wollten Leute, die in erster Linie mit Excel alles mögliche anstellen können. Erst dann war interessant, was die Leute sonst noch so können.

In vielen VG kam die Frage, was ich mir unter dem Controlling-Beruf so vorstelle. Ich legte los und erzählte das, was du so schriebst. Die Reaktion der Fachabteilung war jedesmal fast schon Entsetzen, i.S.v. wie kann man nur so naiv sein. Alle erwiderten, dass das etwas sei, was der vor mir sitztende Abteilungsleiter macht, aber nicht die Absolventen in den ersten 3-5 Jahren.

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Lounge Gast schrieb:

In vielen VG kam die Frage, was ich mir unter dem
Controlling-Beruf so vorstelle. Ich legte los und erzählte
das, was du so schriebst. Die Reaktion der Fachabteilung war
jedesmal fast schon Entsetzen, i.S.v. wie kann man nur so
naiv sein. Alle erwiderten, dass das etwas sei, was der vor
mir sitztende Abteilungsleiter macht, aber nicht die
Absolventen in den ersten 3-5 Jahren.

Natürlich ist das so, aber das ist in Konzernen noch viel schlimmer. Bei KMUs hast du wenigstens flache Hierarchien und bist für gewöhnlich fachlich sehr viel breiter aufgestellt, im Konzern besetzt man eine kleine Nische und hat erstmal 5 Ebenen über sich, bevor man an den CFO ran kommt. Aus meiner eigenen Erfahrung und von vielen Controllern in meinem Bekanntenkreis ist die Einschätzung eher so, dass die Aufgaben und auch der Einfluss in KMUs im Durchschnitt besser sind als in Konzernen. In KMUs hat man nur das Problem, dass viel an der Reputation hängt, wenn man da mit alten Holzköpfen zusammenarbeiten muss, wo der Controller eh nichts anderes macht als Stellen streichen und vom Geschäft oder der Produktion rein garnichts versteht, macht es das natürlich schwierig. Wenn das Standing aber passt, dann kann man relativ schnell sowie wie das kaufmännische Gewissen werden, mit viel Einfluss direkt auf die Geschäftsführung.

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

@Übermir:

Ist doch nicht verwunderlich dass die im VG so reagieren: die haben jemand gesucht, der für das Management die benötigten Zahlen liefert.
In KMUs herrscht Diktatatur: der GF möchte sich nicht reinreden lassen und schon garnicht von einem jungen Controller der gerade von der Uni kommt und einem auswendig gelernte Phrasen im VG um die Ohren haut und den erfahrenen Manager "beraten" will als "Co-Pilot". LOL! Der GF sagt was er brauch und der Sachbearbeiter-Controller hat die dazu die Zahlen zusammenzutragen.

Was ist so schlimm daran? Excel ist doch spannend und man hat immerhin die Freiheit, die Auswertungen so zugestalten, wie man es selbst für angemessen hält oder selber Kennzahlen hinzuzufügen.

Die meisten KMUs haben halt keine teure BI-Software, so dass fast alles noch mit Excel gemacht wird weil es sau günstig ist (Einführung von guter ERP-Software mit BI-Moudl kann in die hundertausend gehen!) und relativ effizient sein kann; dann brauch man eben jemand der damit umgehen kann. Dann "knechtet" man sich 3-5 Jahre und wird selber Leiter und hat viel mehr Freiraum und kommandiert seine Excelknechter dann selber herum

zum Thema:
Ich bin auch der Meinung, dass sich durch die IT viel verändern wird, das betrifft aber alle Lebensbereiche nicht nur das Controlling.
Man kann Software aber nie so bauen, dass jedes unternehmen mit seinen Spezifika damit abgebildet werden kann; man brauch immer leute die das System kooridnieren/customizen. Dieser Anteil wird für die Controller zunehmen; dahingehend wird man sich zu eine Art Wirtschaftsinformatiker entwickeln.
Diese Entwicklung wird aber noch sehr lange dauern, denn bisher sind komplexe DW/BI-Systeme einfach noch viel zu teuer für die breite Masse an KMUs. Es wird noch sehr lange ein fragmentiertes System aus verschiednen Softwares und Datenbanken geben und der Controller muss exceln und mit Schnittstellen (wie z.b: Jetreport u.ä.) draufsetzen und in Excel alles zusammentragen.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Ich finde es sogar noch viel naiver, wenn sich die Unternehmen vorstellen, dass sie zum Eintippen von Zahlen in Excel und ähnliche simple Arbeiten einen Hochschulabschluss, Praktika und Pipapo voraussetzen, die Leute dann auch noch gerne, das Excel-Äffchen spielen.

Man wird doch auch ganz stark von seiner Vorbildung geprägt und Abitur und alle Studiengänge haben ja genau das gegenteilige Ziel und bereiten eben nicht auf eine Tätigkeit als Zuarbeiter vor, sondern auf das selbständige Entwickeln von Problemlösungen.

Ich meine, warum soll ich ein Studium absolvieren und viele Jahre Verdienstausfall in Kauf nehmen, wenn ich am Ende einen Job mache, den man auch mit Volkshochschulzertifikat "BWL für Anfänger" und einem anständigen Excel-Kurs machen könnte? Damit die mir auch ja nichts zum Berufseinstieg beibringen müssen? Ich finde diese Einstellung schon sehr übertrieben. Ich soll ein Studium vorfinanzieren, damit der Arbeitgeber ein paar Stunden Einarbeitung spart. Geht's noch?

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

WiWi Gast schrieb am 18.08.2014:

Nicht nur Controlling, sondern auch andere Bereiche sind eig. gefährdet. Softwares werden viele ersetzen, deshalb werden halt weniger Kräfte gebraucht, auch wenn sie weiterhin "gebraucht" werden. Halt weniger.

Die einzigen Bereiche, wo immer "mehr" Fachkräfte benötigen, sind für mich Corporate Finance und Marketing.

Wie kommst du darauf ? Sind doch 2 Bereiche die durch Algorithmen auch gut optimiert reduziert werden können.

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Controller werden weiterhin gebraucht und die Anzahl der Controllingstellen nimmt p. a. um ca. 2% zu! Allerdings ändert sich das Berufsbild des Controllers: Weg vom Zahlenknecht hin zum Spezialisten für BI Systeme, Prozesse und zum betriebswirtschaftlichen Berater.

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Als Controller bei einem Mittelständler kann ich nur sagen, dass die Zukunft, in der alles automatisiert per Knopfdruck funktioniert, noch sehr, sehr weit weg ist.

  1. Diese Lösungen sind extrem teuer und nur für Konzerne realisierbar. Excel ist da nun einmal eine v.a. flexible und effiziente Lösung.
  2. Muss ständig geplant/konzipiert werden: z.B. welche KST gibt es, wie werden sie organisatorisch zugeordnet, wie verrechnet, wie wird die IBLV gestaltet, welche Kostenträger, wie definiert, welche Verrechnungsschlüssel soll es für welche KST geben, sind diese gerecht, wie soll die FiBu welche KTO/KST bebuchen. Das muss am Ende ein Mensch entscheiden, da es dafür keine "mathematisch korrekte Lösung "gibt. Es gibt verschiedene Anspruchsgruppen und Situationen für die Daten aus dem Controlling, man muss alle im Blick haben und durch spielen, welche Auswirkungen es auf die Auswertungen/Zahlen hat wenn man es so oder so abbildet die Fragen mit der GF und der FiBu abstimmen etc.

Wie alle Berufsbilder, wird sich auch das Controlling verändern, aber nicht in diesem Maße und in dieser Geschwindigkeit, wie es sich hier viele vorstellen.

PS: Das es Abstufungen in dem Anspruch der Tätigkeiten in einem Berufsfeld gibt ist ja nicht nur im Controlling so. Der Junior-Anwalt mach auch andere Dinge als der Senior. So hackt man auf operative Ebene eher Zahlen ein bzw. aggregiert sie, während man sich eine Stufe darüber bspw. überlegt, welche Struktur das Zahlenwerk haben soll etc.

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Ich denke auch das es hier enorm viel Potential für Automatisierung gibt. Diese steckt aber momentan noch mehr als in der Anfangsphase. Ich mache gerade ein Praktikum im Controlling eines Dax30 Unternehmens und es ist erschreckend wie hier noch mit den Excelblättern von 2010 gearbeitet wird.

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

WiWi Gast schrieb am 22.01.2018:

Als Controller bei einem Mittelständler kann ich nur sagen, dass die Zukunft, in der alles automatisiert per Knopfdruck funktioniert, noch sehr, sehr weit weg ist.

  1. Diese Lösungen sind extrem teuer und nur für Konzerne realisierbar. Excel ist da nun einmal eine v.a. flexible und effiziente Lösung.
  2. Muss ständig geplant/konzipiert werden: z.B. welche KST gibt es, wie werden sie organisatorisch zugeordnet, wie verrechnet, wie wird die IBLV gestaltet, welche Kostenträger, wie definiert, welche Verrechnungsschlüssel soll es für welche KST geben, sind diese gerecht, wie soll die FiBu welche KTO/KST bebuchen. Das muss am Ende ein Mensch entscheiden, da es dafür keine "mathematisch korrekte Lösung "gibt. Es gibt verschiedene Anspruchsgruppen und Situationen für die Daten aus dem Controlling, man muss alle im Blick haben und durch spielen, welche Auswirkungen es auf die Auswertungen/Zahlen hat wenn man es so oder so abbildet die Fragen mit der GF und der FiBu abstimmen etc.

Wie alle Berufsbilder, wird sich auch das Controlling verändern, aber nicht in diesem Maße und in dieser Geschwindigkeit, wie es sich hier viele vorstellen.

PS: Das es Abstufungen in dem Anspruch der Tätigkeiten in einem Berufsfeld gibt ist ja nicht nur im Controlling so. Der Junior-Anwalt mach auch andere Dinge als der Senior. So hackt man auf operative Ebene eher Zahlen ein bzw. aggregiert sie, während man sich eine Stufe darüber bspw. überlegt, welche Struktur das Zahlenwerk haben soll etc.

Du hast zwar generell recht...aber...die IT macht rasante Fortschritte. Was früher ein Prozess von 10 Jahren war, ist heute in der IT 1 Jahr. Und die Geschwindigkeit nimmt zu. Vor 10 Jahren schrieben wir SMS, heute Whatsapp.

Die Art und Weise wie wir Menschen kennen lernen, alles erledigen - verlagert sich alles und zwar schnell.

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

WiWi Gast schrieb am 22.01.2018:

Controller werden weiterhin gebraucht und die Anzahl der Controllingstellen nimmt p. a. um ca. 2% zu! Allerdings ändert sich das Berufsbild des Controllers: Weg vom Zahlenknecht hin zum Spezialisten für BI Systeme, Prozesse und zum betriebswirtschaftlichen Berater.

Dieser Beitrag bringt es auf den Punkt. Diese "neuen" Kompetenzen werden auch für andere BWL-Berufe zunehmen (z.B. Steuerberater/WP). Komplett wegfallen werden diese Berufe aber nicht.

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Uff, langer Thread. Habe nur Teilstücke gelesen, aber hier meine Meinung:

Arbeite in einem DAX30 Unternehmen als Controller und zumindest bei uns gibt es nur noch wenige Stellen, die den ganzen Tag nur Zahlen abgleichen und wenn, dann hat das einen ganz speziellen Grund. Diese Ansicht ist wirklich überholt.

Ich verfolge und analysiere das Geschäft von 8 Produktionswerken auf der Welt, telefoniere mit den Kollegen über 4 Zeitzonen hinweg, um mir Hintergründe zu Abweichungen einzuholen, berate die Kollegen bei Fragen zu Controllingmethoden, bin für sie erster Ansprechpartner, wenn es um kaufmännische Fragestellungen geht und diene ihnen als Vermittler/Schnittstelle zu vielen anderen zentralen Funktionen. Und das ist nur die eine Seite der Medaille, auf der anderen bereite ich dieses Wissen und Verständnis als Basis für strategische Entscheidungen auf und bin bei den Diskussionen mit den Entscheidern das Bindeglied zwischen Highlevel-Management und Operative. Mein Job ist sehr abwechslungsreich, intellektuell fordernd und erfordert sehr viel Einfühlungsvermögen, Menschenkenntnis und unternehmerisches Denken. Für mich sehr interessant und erfüllend.

Vielleicht eines noch: Warum hier so viele Excel verteufeln, verstehe ich nicht. EIN Programm, mit dem man sich bei entsprechendem Wissen und Interesse (z.B. VBA) den Controlling-Alltag unglaublich vereinfachen kann. Fragt mal einen Handwerker, ob er gerne ein Werkzeug hätte, mit dem er 90% seiner wiederkehrenden Tätigkeiten geschickt erledigen könnte.

Ich denke nicht, dass meine Stelle durch eine Maschine ersetzt werden könnte. Die Analysen mögen irgendwann (hoffentlich) vollständig maschinell erstellt werden, aber bis zu dem Tage, an dem sich der Entwicklungsleiter von einer Maschine mit verständnisvollem Nicken sein Budget beschränken lässt, kann man Controller gut gebrauchen.

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Würde gerne einen Master Richtung Controlling beginnen. Derzeit gibt es in meiner Region noch Stellen ohne Ende in dem Bereich (mit BE). Jedoch macht mir die Zukunft Bauchschmerzen. Werde ich in 5 Jahren noch gutes Geld im controlling verdienen können um meine Familie zu ernähren?

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Logisch. In 5 Jahren passiert genau: Nichts.

Selbst die größten Unternehmen in Deutschland können zurzeit lediglich davon träumen, die Excel-Benutzung im Controlling um 50% mittels intelligenten Systemen zu drücken...

Das ist dann auch sowieso nur eine Arbeitserleichterung und führt nicht zu radikalem Stellenabbau - die Stellen "zuviel" kann man aufgrund der aktuellen Demographiesituation sowieso "ausschleichen" lassen.

Wenn bei dir im Unternehmen natürlich Controlling nur ein fancy Buzzword für Buchhaltung ist, dann siehts natürlich anders aus.

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WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

WiWi Gast schrieb am 10.09.2018:

Logisch. In 5 Jahren passiert genau: Nichts.

Selbst die größten Unternehmen in Deutschland können zurzeit lediglich davon träumen, die Excel-Benutzung im Controlling um 50% mittels intelligenten Systemen zu drücken...

Das ist dann auch sowieso nur eine Arbeitserleichterung und führt nicht zu radikalem Stellenabbau - die Stellen "zuviel" kann man aufgrund der aktuellen Demographiesituation sowieso "ausschleichen" lassen.

Wenn bei dir im Unternehmen natürlich Controlling nur ein fancy Buzzword für Buchhaltung ist, dann siehts natürlich anders aus.

Und weitere 3 Jahre später ist wieder genau nichts passiert. Controller sind immer noch gesucht und sind bestens bezahlt. Lasst euch keine Angst machen von einigen in diesem Forum ;)
Gerne lass ich ich mich aber vom Gegenteil überzeugen.

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

Ja, das kann ich bestätigen. Bin gerade mit Bachelor bei IGM im Controlling für 66k eingestiegen. Hab jedoch auch 2 Jahre BE.
Ich habe sogar das Gefühl, dass derzeit der Markt für Controller besser denn je aussieht!

antworten
WiWi Gast

Re: Controlling - Ein Beruf mit Zukunft???

WiWi Gast schrieb am 19.07.2021:

WiWi Gast schrieb am 10.09.2018:

Logisch. In 5 Jahren passiert genau: Nichts.

Selbst die größten Unternehmen in Deutschland können zurzeit lediglich davon träumen, die Excel-Benutzung im Controlling um 50% mittels intelligenten Systemen zu drücken...

Das ist dann auch sowieso nur eine Arbeitserleichterung und führt nicht zu radikalem Stellenabbau - die Stellen "zuviel" kann man aufgrund der aktuellen Demographiesituation sowieso "ausschleichen" lassen.

Wenn bei dir im Unternehmen natürlich Controlling nur ein fancy Buzzword für Buchhaltung ist, dann siehts natürlich anders aus.

Und weitere 3 Jahre später ist wieder genau nichts passiert. Controller sind immer noch gesucht und sind bestens bezahlt. Lasst euch keine Angst machen von einigen in diesem Forum ;)
Gerne lass ich ich mich aber vom Gegenteil überzeugen.

Meine Beobachtung ist, dass weiterhin Controller gesucht werden. Allerdings verstärkt mit informatischen Skillzs für BI und Automatisierung von Reportingprozessen.
Den administrativen Zahlenschieber wird man in Großunternehmen aber schwerlich los.

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