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EZB-Chefvolkswirt Stark warnt vor Stagflation in Europa

Capital-Interview mit Jürgen Stark: EZB-Chefvolkswirt warnt vor Stagflation in Europa und stellt Ende der Niedrigzinsen in den Raum. Zudem wird eine Ausweitung der Staatsschuldenkrise erwartet.

Die Flagge der Europäischen Union hängt nach unten.

EZB-Chefvolkswirt Stark warnt vor Stagflation in Europa
Frankfurt, 22.04.2010 (ots) - Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte die Leitzinsen früher erhöhen als bisher erwartet. »Es ist gefährlich, zu lange an niedrigen Zinsen festzuhalten«, sagte EZB-Chefvolkwirt Jürgen Stark im Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Capital (Heft 5/2010, EVT 22. April). »Wir müssen und wir werden rechtzeitig handeln.« Der starke Aufschwung in den Schwellenländern könne auch in Deutschland die Preise nach oben treiben - und zwar bevor die Wirtschaft auf einen stabilen Wachstumspfad zurückgekehrt sei. »Das könnte dann Stagflation bedeuten«, sagte Stark.

Stark warnte die Regierungen, dass sich kein Staat auf günstige Finanzierungsbedingungen für seine Schulden verlassen könne. »Um es klar zu sagen: Ich fürchte, dass viele Regierungen Probleme bei der Finanzierung ihrer Schulden bekommen, wenn die Zinsen über alle Laufzeiten hinweg steigen.« Jeder Prozentpunkt mehr werde die Zinslast im Euro-Raum um 25 bis 30 Milliarden Euro erhöhen. Alle Länder seien gut beraten, mit der Haushaltskonsolidierung zu beginnen.

Als Konsequenz aus der Krise forderte Stark eine verschärfte Überwachung der Finanzpolitik in den Euro-Mitgliedstaaten. »Wir müssen Disziplin erzwingen«, sagte er gegenüber Capital und forderte dafür ein neues Gremium: »Wir müssen den Kontrollprozess entpolitisieren. Gut wäre, wenn eine unabhängige Expertengruppe die Finanzpolitik der einzelnen Staaten kontrolliert und eine verbindliche Bewertung an die EU-Kommission und die Finanzminister gibt«, sagte Stark.

Stark sprach sich gegen neue Solidaritätsmechanismen wie einen Europäischen Währungsfonds aus. »Ich sehe mit Sorge, dass sowohl auf nationaler wie auf internationaler Ebene finanzielle Sicherheitsnetze aufgespannt werden sollen. Dieser Ansatz geht in die völlig falsche Richtung», sagte er. Solche Netze führten dazu, dass sich das Verhalten der Marktteilnehmer nicht ändert. Denn sie wüssten ja, dass sie im Notfall aufgefangen werden. Stark lehnte auch die in Deutschland geplante Bankenabgabe ab. »So sehr es politisch attraktiv sein mag, die Banken zu bestrafen: Ich sehe ein Problem darin, an schärferen Eigenkapitalregeln zu arbeiten und gleichzeitig eine Bankensteuer einzuführen«, sagte er. »Damit laufen wir Gefahr, das Bankensystem zu überfordern. Am Ende bestrafen wir nicht die Banken, sondern die Unternehmen und die Kunden.«  

Im Forum zu Geldpolitik

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Quantitative Easing

kuve

Hat jemand Literaturempfehlungen zum Thema Quantitative Easing als Instrument der Geldpolitik?

7 Kommentare

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WiWi Gast

Das Geld liegt im Dax und im Immo-Markt.

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Hey, ich habe einen Bachelor in BWL mit dem Schwerpunkt Finance gemacht und einen Master in Wirtschaftswissenschaft mit dem Schwerpunkt Geldpolitik. Auf welche Jobs könnte ich mich erfolgreich bewer ...

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WiWi Gast

Mittlerweile hängt ja fast alles von allem ab. Der dollar/euro Währungskurs beeiflusst die Entscheidungen der Notenbanken und deren Aktionen die Wechselkurse??

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WiWi Gast

hey :) kommt etwas spät, aber danke für die antworten! da ich nicht am thema vorbeischreiben möchte... ...Institutionelle Änderungen der EZB, was genau ist unter institutionellen änderungen zu ver ...

7 Kommentare

Bachelorarbeit "Geldpolitik EZB/FED in der Finanzkrise"

WiWi Gast

Nobelpreis vllt. - den für Frieden bekommt man ja auch hinterhergeschmissen. Als "intellektuelle Spielerei" ist es sicher ein gutes Thema, an dem Du Dich wissenschaftlich-handwerklich abarb ...

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Geldpolitik/Fiskalpolitik

WiWi Gast

geldpolitik ist primär für die inflationsbekämpfung fiskalpolitik eher für konjunktursteuerung

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