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HWWI-Studie: Verdeckte Staatsschulden vielfach höher

Die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise beschert Deutschland eine Phase sprunghafter Staatsverschuldung - dies ist das Ergebnis der Studie »Strategie 2030 - Staatsverschuldung«, die gemeinsam von der Berenberg Bank und dem Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut HWWI erarbeitet wurde.

Großaufnahme eines goldenen Sparschweins in dem sich die Sonne und ein Wohnhaus spiegelt.

HWWI-Studie: Verdeckte Staatsschulden vielfach höher
Hamburg, 02.07.2009 (ots) - Die historische Entwicklung der deutschen Staatsschulden weist zwei prägende Phasen auf, in denen sich der Schuldenstand drastisch erhöht hat: Phase 1 fiel in die 70er-Jahre, als der deutsche Wohlfahrtsstaat auf- bzw. ausgebaut wurde. In Phase 2 wurde die deutsche Wiedervereinigung finanziert. Die Bewältigung der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise wird den deutschen Staatsschulden einen dritten Schub geben: Die Große Koalition hat Staatshilfen für ganze Branchen bis hin zur Abwrackprämie für einzelne Autos bewilligt. »Mit einer Flucht in die Staatsschulden sollen die Folgen der schwersten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit abgefedert werden«, sagt HWWI-Direktor Prof. Dr. Thomas Straubhaar. Die deutschen Staatsschulden werden damit 1,8 Billionen Euro erreichen und von 66 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) 2008 auf 80 % im Jahr 2010 steigen. Zum Vergleich: Schulden-Weltmeister Japan liegt bei 200 %, die USA gehen auf 100 % zu, allerdings ist dank niedriger Steuer- und Abgabenlast dort das Potential zur Einnahmensteigerung groß.

»Neben diesen offiziellen Zahlen gibt es in fast allen Industrienationen verdeckte bzw. implizite Schulden«, sagt Dr. Jörn Quitzau, Volkswirt der Berenberg Bank. Bei deren Ermittlung wird berechnet, welcher Teil von Leistungsversprechen und Verpflichtungen nicht durch entsprechende künftige Einnahmen gedeckt sind. »Auch wenn der Konsolidierungsbedarf der Staaten deshalb noch höher ist, als die offiziellen Zahlen suggerieren, ist die Sorge vor kurzfristigen Staatsbankrotten großer Industrienationen überzogen.« Dennoch: Vertrauen ist ein Grundpfleiler für die Finanzierung von Staatsdefiziten. »Die Politik muss klarmachen, dass sie bereit ist, die Staatsverschuldung konsequent zurückzuführen«, fordert Quitzau.

Die Staatsfinanzen sind zum Streitthema des Bundestagswahlkampfs geworden, konstatiert auch Straubhaar: »Die einen wollen Steuern erhöhen, um die Schulden einzufangen; die anderen wollen die Steuern senken, um die Konjunktur anzukurbeln.« Beides ist schwierig. Eines steht jedoch fest: Es wird kein Weg daran vorbeiführen, die Staatsausgaben von ihren Höchstständen herunterzuholen. »Der Staat wird sich als Nothelfer zurückziehen müssen - lieber früher als später.« Langfristig wird es nicht ohne eine ganz grundlegende Steuerreform gehen, fordert Straubhaar. »Sie wird zu deutlich mehr Steuereinnahmen, einem weiteren Abbau von Subventionen und wesentlich weniger Staatsausgaben führen müssen.«

Wenngleich die Angst vor einer liquiditätsgetriebenen Inflation kurzfristig übertrieben ist, so kann der Liquiditätsüberhang bei Anspringen der Konjunktur zu stärkerem Preisdruck führen. »Wir rechnen spätestens 2011 damit«, so Berenberg-Volkswirt Quitzau. Im Rahmen breit diversifizierter Portfolios sind folgende Sicherungsstrategien für Kapitalanleger ratsam:

Download HWWI-Studie [PDF, 71 Seiten - 2,9 MB]
»Strategie 2030 - Vermögen und Leben in der nächsten Generation«  

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