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Club of Rome: Weniger Wirtschaftswachstum für soziale Gerechtigkeit, Beschäftigung und Klimaschutz

Gegen soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel haben die zwei Zukunftsforscher Jorgen Randers und Graeme Maxton einen Maßnahmenkatalog zusammengestellt. Die Mitglieder des Club of Rome präsentieren in ihrem neuen Buch „Ein Prozent ist genug“, dass auch mit minimalem Wachstum ein Umbau der sozialen Sicherungssysteme möglich ist. 13 Empfehlungen zeigen auf, wie kurz- und langfristige Ziele Vorteile für die Menschheit bringen.

Club-of-Rome Buch Cover „Ein Prozent ist genug“ - Zukunftsforschung Wachstum

Club of Rome: Weniger Wirtschaftswachstum für soziale Gerechtigkeit, Beschäftigung und Klimaschutz
Zürich, 16.09.2016 (cor) – Soziale Ungerechtigkeit, Arbeitslosigkeit und Klimawandelt sind die drei großen Herausforderungen, denen die wohlhabenden Länder gegenüberstehen. Der neue Bericht vom Club of Rome präsentiert 13 radikale Forderungen an Industrieländer, deren Wirtschaft nur noch im Ein-Prozent-Bereich wächst. Das umfassende Reformprogramm würde Ungleichheit reduzieren, Demokratie fördern und den Klimawandel bremsen.

Trotz des steten Wirtschaftswachstums in den vergangenen 30 Jahren hat sich die Lebenssituation der Mehrheit der Menschen in den Industriestaaten nicht verbessert. Die Schere zwischen arm und reich ist sogar weiter auseinandergegangen. Trotz Wohlstands haben Millionen Menschen keine Arbeit. Die Realeinkommen der meisten Arbeitnehmer sind gesunken. Und trotzdem setzen konventionelle Ökonomen immer noch darauf, das Wachstum anzukurbeln, weil sie glauben, damit neue Arbeitsplätze zu schaffen und den allgemeinen Lebensstandard steigern zu können. Ein fataler Irrtum, warnt das neue Buch »Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen« von den Zukunftsforschern Jorgen Randers und Graeme Maxton, das am 26. September 2016 im oekom verlag erscheint.

EIN PROZENT IST GENUG from Club of Rome

Geht es nach den beiden Autoren Jorgen Randers und Graeme Maxton, widerspricht es jeder Vernunft, die gegenwärtige Wirtschaftsstrategie fortzusetzen. Im neuen Bericht an den Club of Rome entlarven sie nicht nur die Mythen der Wachstumsgläubigen, sondern legen auch maßgeschneiderte Rezepte zur Verminderung der Arbeitslosigkeit, der Ungleichheit und der Erderwärmung vor, etwa

Einige der Vorschläge sind radikal und werden daher auf Widerstand stoßen – dennoch glauben die Autoren daran, bei politischen Entscheidungsträgern Gehör zu finden:

"Unsere Vorschläge dürften für die demokratische Mehrheit der Wähler sehr attraktiv sein, denn so gut wie alle Maßnahmen schaffen nicht nur langfristig eine bessere Welt, sondern auch kurzfristig unmittelbare Vorteile für die meisten Menschen."

13 Vorschläge, die soziale Ungerechtigkeit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen sollen:

  1. Konjunkturpakete: Höhere Geldmengen oder höhere Steuern sollen Maßnahmen gegen den Klimawandel fördern.
  2. Geburtenbeschränkung: Die Ein-Kind-Politik soll die weltweit wachsende Population bremsen. Um das zu erreichen soll jede Frau, die bis 50 höchstens ein Kind zur Welt bringt, 80.000 Dollar bekommen.
  3. Steuererhöhungen: Die Attraktivität für alternative Energien soll durch eine erhöhte Besteuerung auf fossile Energieträge wie Braunkohle gefördert werden.
  4. Renteneintritt: Die Erhöhung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre soll dafür Sorge tragen, dass Menschen lange für sich selbst sorgen können.
  5. Ökologische Transformationen: Arbeitnehmer, die in einen umweltverträglichen Job wechseln, sollen Subventionen erhalten.
  6. Steuersystem: Forderung nach einem Umbau des Steuersystems: Nicht länger das Arbeitseinkommen wird als Basis genutzt, sondern der Rohstoffverbrauch. Das würde den ökologischen Fußabbruch verringern.
  7. Erbschaftssteuer: Ungleichheiten lassen sich durch Erhöhung der Staatseinnahmen über die Erbschaftssteuer reduzieren.
  8. Urlaubstage: Mehr Urlaub, bedeutet mehr Freizeit. Mit der Erhöhung der Urlaubstage von Arbeitnehmern lässt sich die vorhandene Arbeitszeit besser verteilen.
  9. Grundeinkommen: Grundeinkommen für all diejenigen, die aufgrund von Krankheit, Alter oder Arbeitslosigkeit unter das Mindesteinkommen fallen.
  10. Reichensteuer: Mit Blick auf die Robotisierung sollen die Steuern für Reiche und Unternehmen erhöht werden, um eine gerechtere Verteilung der Profite zu ermöglichen.
  11. Definition Arbeit: Die Pflege von Angehörigen soll zur bezahlten Arbeit zählen.
  12. Gewerkschaften: Durch die Förderung von Gewerkschaften soll ein höheres Einkommen erzielt werden, um somit die Arbeitslosigkeit zu verringern.
  13. Außenhandel: Dort, wo Jobs gefährdet sind, soll der Handel beschränkt werden.

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Leseprobe Ein Prozent ist genug

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Vorwort Ein Prozent ist genug

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Inhaltsverzeichnis Ein Prozent ist genug

Das Buch "Ein Prozent ist genug. Mit wenig Wachstum, soziale Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Klimawandel bekämpfen" erscheint am 26. September 2016 beim oekonom Verlag München; 272 Seiten; ISBN-13: 978-3-86581-810-2; 22.95 Euro.


Club of Rome
Der Club of Rome ist eine Vereinigung von Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und Politik aus mehr als 30 Ländern. Er wurde 1968 von dem FIAT-Manager Aurelio Peccei und dem OECD-Generaldirektor Alexander King in Rom ins Leben gerufen, mit dem Ziel, sich für eine lebenswerte und nachhaltige Zukunft der Menschheit einzusetzen. Die Weltöffentlichkeit kennt den CLUB OF ROME seit 1972 durch den viel diskutierten Bericht Limits to Growth (Die Grenzen des Wachstums), dem bisher weitere 30 „Berichte an den CLUB OF ROME“ zu unterschiedlichen Zukunftsfragen der Menschheit folgten.

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