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WiedereinstiegFamilienfreundlichkeit

Unternehmen familienfreundlicher geworden

Familienfreundlichkeit nimmt in der Wirtschaft zu. Aber die Vorteile, die Unternehmen durch eine familienfreundliche Personalpolitik erreichen können, werden bei weitem noch nicht ausgeschöpft.

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Unternehmen familienfreundlicher geworden
Frankfurt/Main, 01.04.2009 (vhu) - Familienfreundlichkeit nimmt in der Wirtschaft zu. Aber die Vorteile, die Unternehmen durch eine familienfreundliche Personalpolitik erreichen können, werden bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Dies ist die Bilanz einer gemeinsamen Online-Umfrage von Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände, Frankfurter Rundschau, Wirtschaftszeitung AKTIV, hessenstiftung Familie hat Zukunft und IGS Organisationsberatung GmbH. 900 Arbeitnehmer haben die bundesweite Online-Umfrage anonym beantwortet. Ein zentrales Ergebnis der Umfrage lautet: Die Geschäftsführungen haben in vielen Fällen die Wichtigkeit des Themas für die Bindung und Gewinnung von Mitarbeitern erkannt. Aber wer Familienfreundlichkeit im Unternehmen propagiere, sollte darauf achten, dass sie konsequent und auf allen Ebenen umgesetzt wird. Wenn Worten keine Taten folgten, führe das zu Enttäuschung bei den Mitarbeitern. Eine klare Positionierung der Geschäftsleitung zum Thema Familienfreundlichkeit bedeute noch keineswegs, dass Personalabteilungen, direkte Vorgesetzte und Betriebsräte das Thema ebenfalls aufgriffen und konsequent umsetzten.

»Es gibt keine günstigere Zeit für Unternehmen als jetzt in der Krise, sich rechtzeitig und konsequent als familienfreundlicher Arbeitgeber zu positionieren. Dies gelte besonders für den Mittelstand. Er hat die Chance, heute Wettbewerbsvorteile für morgen zu sichern. Denn wenn sich die Konjunktur erst wieder erholt hat, ist auch der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte wieder voll entbrannt. Konzerne werden ihre Attraktivität gegenüber hochqualifizierten Berufseinsteigern ausspielen«, erklärte Prof. Dieter Weidemann. Zwar stehe Familienfreundlichkeit in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation nicht an erster Stelle der Aufgaben, aber die Relevanz des Themas nehme signifikant zu.

Über 60 Prozent der Arbeitnehmer gaben an, dass sie bereits einmal der Familie zuliebe ihre berufliche Situation verändert oder auf einen Karriereschritt verzichtet haben. 45 Prozent haben in den letzten zwei bis drei Jahren vermehrt familienfreundliche Maßnahmen bei ihren Arbeitgebern eingefordert, 96 Prozent bezeichneten das Thema als für sie persönlich relevant.

Die Frankfurter Rundschau hat in den zurückliegenden Wochen ausführlich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf thematisiert und ist dabei auf ein außerordentliches Interesse Ihrer Leser und Leserinnen gestoßen. »Dabei ist deutlich geworden«, bilanziert Chefredakteur Uwe Vorkötter, »dass trotz aller ermutigenden Beispiele die Hürden für viele Mütter und Väter noch hoch sind.« Die Unternehmen seien gefordert, die konkrete Lebenssituation der Menschen zu verbessern. »Die Umfrage zeigt klar auf: Betriebe, die das Thema links liegen lassen, laufen Gefahr, deswegen gute Mitarbeiter zu verlieren«, so Ulrich von Lampe, Chefredakteur der Wirtschaftszeitung AKTIV.

Weitere wichtige Ergebnisse der Umfrage sind deutliche Fortschritte. Zwei Drittel der Arbeitnehmer bescheinigten ihrem Arbeitgeber, mindestens teilweise bis sehr familienfreundlich zu sein. 33 Prozent sagten, dass in den letzten zwei bis drei Jahren die Akzeptanz für familienfreundliche Maßnahmen gestiegen sei. 34 Prozent gaben an, selbst davon Gebrauch gemacht zu haben. Überraschend sei, so die Organisatoren der Umfrage, dass Familienfreundlichkeit häufiger durch die Geschäftsleitung als durch die Personalabteilung oder den Betriebsrat thematisiert werde. Nur 28 Prozent der befragten Arbeitnehmer berichten, dass sich der Betriebsrat klar zum Thema Familienfreundlichkeit bekannt habe. Auch die direkten Vorgesetzten meiden eher eine klare Positionierung zugunsten von Familienfreundlichkeit. Nur 40 Prozent der Arbeitnehmer berichten, ihr Vorgesetzter habe dazu Stellung bezogen.

Download der Studie [PDF, 266 KB, 19 Seiten]
Firma und Familie 2009 

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