DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
WiWi-NewsMittelstand

BDI-Mittelstandspanel Frühjahr 2012: Lage gut, Perspektive unsicher

Mehr als jedes zweite mittelständische Industrieunternehmen schätzt die aktuelle wirtschaftliche Lage als sehr gut oder gut ein. Laut BDI-Mittelstandspanel beurteilen 53 Prozent der befragten Unternehmen die gegenwärtige Situation positiv.

Industriebehälter in weiß mit blauem Streifen von der Firma Elskes.

BDI-Mittelstandspanel Frühjahr 2012: Lage gut, Perspektive unsicher
Berlin, 18.06.2012 (bdi) - Mehr als jedes zweite mittelständische Industrieunternehmen schätzt die aktuelle wirtschaftliche Lage als sehr gut oder gut ein. Laut BDI-Mittelstandspanel beurteilen 53 Prozent der befragten Unternehmen die gegenwärtige Situation positiv. Die Erwartungen der Befragung aus dem Herbst 2011 wurden diesmal deutlich übertroffen, wie der BDI am Dienstag in Berlin mitteilte.

Als größtes Konjunkturrisiko sehen die Unternehmen mehrheitlich die Schuldenkrise in Europa (68 Prozent). Die Entwicklung der Energie- (67 Prozent) und Rohstoffpreise (62 Prozent) gilt ebenfalls als Risiko für die nähere Zukunft. Trotz der konjunkturellen Risiken bleibt die Bewertung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen stabil: Aktuell bezeichnen 43 Prozent der Industrieunternehmen die Rahmenbedingungen als „gut“ bis „sehr gut“.

„Die Unternehmen verlangen jedoch verstärkte Anstrengungen im Bereich der Energiepolitik – vor allem Verlässlichkeit und Planungssicherheit“, sagte Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses. „Zugleich fordert der industrielle Mittelstand im Interesse eines nachhaltigen Wachstums stärkere Impulse in der Innovationspolitik. Ein geeignetes Instrument ist die steuerliche Forschungsförderung.“

Im Hinblick auf die Investitionsaktivitäten der Unternehmen deuten die Panel-Ergebnisse für 2012 auf ein schwächeres Wachstum als im vorigen Jahr hin. Kurt Demmer, Chefvolkswirt der IKB Deutsche Industriebank AG, führt diese Entwicklung auf eine Taktik der „kontrollierten Offensive“ zurück, die wegen der aktuellen Konjunkturrisiken nicht überraschen könne. Grundsätzlich aber sei die Investitionsbereitschaft nach wie vor hoch, vor allem angesichts weiterhin günstiger Geschäftsaussichten in wichtigen außereuropäischen Wachstumsmärkten. „Nur mit ständiger Modernisierung von Produktion, Entwicklung und Logistik werden die Unternehmen in der Lage sein, die großen Absatzchancen auf den globalen Märkten wahrzunehmen“, sagte Demmer. Insofern sei es keineswegs unwahrscheinlich, dass die Investitionen stärker als geplant zunehmen, wenn die Konjunktursignale wieder eindeutiger auf Grün stehen.

Unternehmen falle es immer schwerer, qualifiziertes Personal zu finden, sagte Peter Englisch, Partner bei Ernst & Young GmbH. Jedes zweite Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten berichte von entsprechenden Schwierigkeiten. Am stärksten seien die Probleme bei den Fachkräften mit Berufsausbildung. Sieben von zehn Unternehmen mit offenen Stellen berichten von Schwierigkeiten in diesem Feld. Aber auch im akademischen Bereich sei die Situation kritisch. Hier sind es rund sechs von zehn Unternehmen, die von Problemen berichten. Mittel- und langfristig besonders besorgniserregend sei jedoch die Situation bei den Auszubildenden. Mittlerweile klagen drei von zehn Unternehmen mit freien Ausbildungsplätzen über Schwierigkeiten bei deren Besetzung. Das seien knapp doppelt so viele wie im Jahr 2008. Englisch: „Der Schaden, der durch den Fachkräftemangel verursacht wird, ist bereits heute beträchtlich. Er wird aber in Zukunft noch deutlich steigen und sich zu einem erheblichen Problem für die deutsche Wirtschaft auswachsen. Und gerade die mittelständischen Unternehmen drohen im verschärften Wettbewerb um ein knapper werdendes Arbeitskräftepotenzial ins Hintertreffen zu geraten.“

Die gute Stimmung im industriellen Mittelstand basiert auf dem positiven Abschluss des Geschäftsjahres 2011. Neben der Auslandsnachfrage zog die Inlandsnachfrage an. „Die positive Geschäftsentwicklung zeigte auch Auswirkungen auf den Beschäftigtenstand: Nach zwei Jahren des Abbaus wurde 2011 wieder ein Beschäftigungsplus erzielt“, analysierte Professor Frank Wallau aus dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn. „Nach wie vor sorgen die Konjunkturrisiken für Unsicherheit, die sich in vorsichtigen Umsatz- und Beschäftigungsprognosen für das aktuelle Geschäftsjahr widerspiegeln.“

Download [PDF, 29 Seiten - 923 KB]
BDI-Mittelstandspanel Frühjahr 2012



 

Im Forum zu Mittelstand

12 Kommentare

M&A Mittelstand oder Big4 Audit

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 24.05.2018: Hier geht es um Senior Manager, nicht um die normalen Manager. ...

5 Kommentare

Keine Karriere möglich- Wechsel?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 22.05.2018: Danke dir

5 Kommentare

W-Info sucht int. Mittelstandsunternehmen

WiWi Gast

würde mich auch interessieren.

4 Kommentare

Re: Praktikum im Mittelstand

WiWi Gast

Besonders sinnvoll ist es, wenn dein Praktikum bei einem Marketingstudium mit deinem Studiengang konsistent ist.

2 Kommentare

Firmenliste Mittelstand in Deutschland

WiWi Gast

Die Daten liegen meistens einfach nicht vor. Wer soll das denn erfassen, bei 1 Mio in Frage kommenden Firmen? Und die erste Liste bezieht noch Kriterien wie Hochschulkooperationen mit ein.. als würd ...

8 Kommentare

Wirtschaftsprüfer im Mittelstand - Zukunft

WiWi Gast

Eine Automatisierung wie sie sich viele vorstellen funktioniert (und korrigiert mich falls ich falsch liege) doch sowieso nur wenn jede/r einzelne Maschine/Computer/Server eines Unternehmens mit jedem ...

4 Kommentare

Wechsel von Big 4 zu Mittelstand

WiWi Gast

Noch jemand?

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Mittelstand

DIHK Jahresmittelstandsbericht 2013

DIHK-Jahresmittelstandsbericht 2013

In den regelmäßig veröffentlichten Jahresmittelstandsberichten zieht die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand jeweils Bilanz im Hinblick auf die wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Lage. Zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen werden konkrete Forderungen, Anregungen und Vorschläge mit dem Ziel der Verbesserung der wirtschaftlichen Perspektiven des Mittelstands in Deutschland benannt.

Ein freigelegter Motor.

Mittelstand bleibt Jobmotor in Deutschland

Institut für Mittelstandsforschung Bonn weist positiven Beschäftigungseffekt durch Neugründungen nach. Um 34,8 Prozent nahm die Zahl an Arbeitsplätzen zwischen 2001 und 2009 in kleinen und mittleren Unternehmen zu, die unternehmensnahe Dienstleistungen anbieten. Hierzu gehören beispielsweise Beratungsunternehmen, PR- und Werbeagenturen, Ingenieurbüros oder Zeitarbeitsfirmen.

Weiteres zum Thema WiWi-News

Jahreswirtschaftsbericht 2017 - Bruttoinlandsprodukt wächst um 1,4 Prozent

Nach dem Verzicht auf seine Kanzlerkandidatur stellte Sigmar Gabriel den aktuellen Jahresbericht 2017 vor. Aus dem Bericht mit dem Titel „Für inklusives Wachstum in Deutschland und Europa“ geht hervor, dass das Bundeskabinett eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Grund für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 auf 1,4 Prozent ist die geringere Anzahl von Arbeitstagen.

Wirtschaftsweisen - Der Sachverständigenrat für Wirtschaft zur wissenschaftlichen Politikberatung.

Wirtschaftsweisen legen Jahresgutachten 2016/17 »Zeit für Reformen« vor

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sein Jahresgutachten 2016/17 vorgelegt. Das Jahresgutachten trägt den Titel »Zeit für Reformen«. Das neue Jahresgutachten hat drei Schwerpunktthemen: die Bewältigung der Flüchtlingsmigration, die Stärkung der Architektur der Europäischen Währungsunion und die Schaffung von Voraussetzungen für mehr Wachstum in Deutschland.

Ein Fenster mit einem Aufkleber: Made in Germany.

Herbstprojektion 2016 der Bundesregierung - Deutsche Wirtschaft wächst solide

In der aktuellen Herbstprojektion erwartet die Bundesregierung einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt 1,8 Prozent im Jahr 2016, im Jahr 2017 um 1,4 Prozent und im Jahr 2018 um 1,6 Prozent. Die deutsche Wirtschaft wächst solide weiter, etwas weniger, als noch im Frühjahr angenommen. Der niedrige Ölpreis, der Wechselkurs und die Anstrengungen zur Bewältigung des Flüchtlingszustroms haben dazu beigetragen.

Screenshot Homepage w-wie-wachstum.de

w-wie-wachstum.de - Portal zum Thema Wirtschaftswachstum

Das Bruttoinlandsprodukt ist in Deutschland seit 1991 zwar langsamer gestiegen als im Schnitt der Industrieländer. Doch in mancherlei Hinsicht war und ist das deutsche Wachstum nachhaltiger - zum Beispiel, weil viel Geld in die Forschung fließt. Zu den Schwachstellen zählen die eher niedrige Investitionsquote und der hohe Energieverbrauch. Fakten, Analysen, Grafiken und Videos zum Thema Wachstum bietet ein neues Portal des Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Beliebtes zum Thema News

Cover: Die Unternehmensberatung: Von der strategischen Konzeption zur praktischen Umsetzung

Die Unternehmensberatung

Der Beratungsbranche boomt durch die Digitalisierung. Welche Anforderungen stellt die Digitalisierung an die Beratungsbranche? Was fasziniert so viele Absolventen der Wirtschaftswissenschaften an der Unternehmensberatung? Berater-Flüsterer Dirk Lippold zeigt in der am 20. April 2018 erschienen dritten Auflage seines Consulting-Klassikers »Die Unternehmensberatung«, wie sich die Beratung zukünftig verändern wird.

BDU-Studie Consultingbranche 2018: Ein Unternhemensberater arbeitet an einem Notebook an einem Businessplan.

Consultingbranche im Höhenflug: Perfekte Jobaussichten für Beratertalente in 2018

Im Beratermarkt ist der Branchenumsatz im Jahr 2017 um 8,5 Prozent auf 31,5 Milliarden Euro gestiegen. Auch 2018 soll die Consultingbranche ähnlich stark wachsen, so lautet die Prognose der Branchenstudie „Facts & Figures zum Beratermarkt 2018“ des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU). Die Jobaussichten für Beratertalente sind aktuell entsprechend ausgezeichnet. 80 Prozent der größeren und Zweidrittel der mittelgroßen Unternehmensberatungen planen, in 2018 zusätzliche Juniorberater und Seniorberater einzustellen.

Der Ausschnitt einer Computertastatur zeigt die Buchstaben CDO für Chief Digital Officer.

Chief Digital Officer: Digitalchefs definieren Rolle selbst

Bis 2025 muss jede Führungskraft ein digitales Verständnis mitbringen. Verantwortlich für die Digitalstrategie und den digitalen Wandel von Unternehmen ist der Chief Digital Officer (CDO). Die Digitalchefs definieren ihre Rolle und ihre Aufgaben dabei meist selbst. Zentrale Aufgaben sind das Trendscouting, das Formulieren einer Digitalstrategie und und die Digitalisierung interner Prozesse. Die wichtigsten Kompetenzen des CDO sind Innovationskraft, Veränderungswillen und die Fähigkeit zur Kollaboration. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Kienbaum zu Profil, Rolle und Kernkompetenzen des CDO.

Ein Kompass symbolisiert die Digitalstrategien von Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung.

3,4 Millionen Jobs von Digitalisierung bedroht

Jedes vierte deutsche Unternehmen sieht seine Existenz durch die Digitalisierung gefährdet und 60 Prozent sehen sich bei der Digitalisierung als Nachzügler. 85 Prozent der Unternehmen erwarten von der Bundesregierung eine klare Digitalstrategie und dass die Digitalisierung zum Top-Thema gemacht wird. So lauten die Ergebnisse einer Studie vom Digitalverband Bitkom. "Die Digitalisierung wartet nicht auf Deutschland.", warnt Bitkom-Präsident Berg.

McKinsey-Jobs: Eine Unternehmenberaterin und eine Berater arbeiten gemeinsam an einem Businessplan.

Digitalberatung: McKinsey stellt 400 neue Berater in 2018 ein

Digitale Beratertalente gesucht: McKinsey verzeichnet einen Rekord bei den Neueinstellungen. In Deutschland und Österreich stellt die Strategieberatung im Jahr 2018 gut 400 neue Beraterinnen und Berater und 120 Praktikantinnen und Praktikanten ein. Ein zentraler Wachstumstreiber ist die Digitalisierung, daher werden verstärkt Beraterinnen und Berater mit digitalen Kompetenzprofilen gesucht. Ein starker Fokus liegt 2018 im Aufbau von Fähigkeiten bei den Klienten.