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Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im 2. Quartal 2015 um 0,4 Prozent gestie­gen

Die deutsche Wirtschaft setzt ihren positiven Wachstumskurs fort. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war im zweiten Quartal 2015 preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,4 Prozent höher als im ersten Quartal 2015. Bereits zum Jahresbeginn 2015 hatte es einen moderaten Anstieg des BIP von 0,3 Prozent gegeben.

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Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im 2. Quartal 2015 um 0,4 Prozent gestie­gen
Wiesbaden, 25.08.2015 (destatis) – Die deutsche Wirtschaft hat ihren Wachstumskurs weiter fortgesetzt: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) bereits in seiner Schnellmeldung am 14. August 2015 mitgeteilt hatte, war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal 2015 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 0,4 Prozent höher als im ersten Quartal. Zu Jahresbeginn hatte es einen moderaten Anstieg von 0,3 Prozent gegeben. 

Grafik zeigt den Verlauf des Bruttoinlandsprodukt in Deutschland von 2010 bis zum 2. Quartal 2015 im Balkendiagramm als Veränderung gegenüber dem Vorjahresquartal.

Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts kamen die positiven Impulse im Vorquartalsvergleich (preis-, saison- und kalenderbereinigt) vor allem vom Außenbeitrag. Insgesamt wurden vorläufigen Berechnungen zufolge 2,2 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland exportiert als im ersten Quartal 2015. Die Importe legten im selben Zeitraum um 0,8 Prozent zu. Dadurch war der Außenbeitrag – also die Differenz aus Exporten und Importen – mit einem Beitrag von plus 0,7 Prozentpunkten der größte Wachstumsmotor für das BIP im Berichtszeitraum.

Tabelle mit den Quartalswerten des Bruttoinlandsprodukt in Deutschland von 2013 bis zum 2. Quartal 2015 preisbereinigt und verkettet, saisonbereingt und kalenderbereinigt.

Aus dem Inland kamen gemischte Signale. Die privaten Haushalte steigerten ihre Konsumausgaben geringfügig um 0,2 Prozent, die staatlichen Konsumausgaben waren um 0,3 Prozent höher als im Vorquartal. Dagegen gingen die Anlageinvestitionen im Vergleich zum ersten Quartal um 0,4 Prozent zurück. Zusätzlich gab einen merklichen Vorratsabbau, der sich negativ auf das BIP-Wachstum auswirkte (– 0,4 Prozentpunkte). Insgesamt verzeichnete die inländische Verwendung im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres einen leichten Rückgang und dämpfte das Wirtschaftswachstum rechnerisch um – 0,3 Prozentpunkte.

Tabelle mit den Quartalswerten des Bruttoinlandsprodukt in Deutschland von 2013 bis zum 2. Quartal 2015 preisbereinigt und verkettet.


Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:
Im Vorjahresvergleich hat sich die Wirtschaftsleistung ebenfalls erhöht: Das preisbereinigte BIP stieg im zweiten Quartal 2015 um 1,6 Prozent, nach + 1,2 Prozent im ersten Quartal 2015. Die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2015 wurde von 42,8 Millionen Erwerbstätigen mit Arbeitsort in Deutschland erbracht. Das waren 175 000 Personen oder 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (siehe Pressemitteilung 293/15 vom 14. August 2015). Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität ist ersten vorläufigen Berechnungen zufolge gegenüber dem Vorjahr gestiegen – gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde um 1,0 Prozent, je Erwerbstätigen um 1,2 Prozent.

Auch im Vorjahresvergleich kamen die Wachstumsimpulse im zweiten Quartal 2015 vor allem vom Außenhandel: Es wurden preisbereinigt 6,6 % mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als vor einem Jahr. Die Importe stiegen im selben Zeitraum mit + 5,6 % nicht ganz so stark. Dadurch ergibt sich für den Außenbeitrag als Saldo zwischen Exporten und Importen ein rechnerischer Wachstumsbeitrag zum BIP von + 0,9 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Die privaten Konsumausgaben stiegen um 1,8 Prozent, die staatlichen um 1,9 Prozent. In Ausrüstungen – darunter fallen hauptsächlich Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge – wurde preisbereinigt 3,0 Prozent mehr investiert als im zweiten Quartal 2014. Die Bauinvestitionen nahmen leicht um 0,8 Prozent zu. Der Vorratsabbau bremste das BIP-Wachstum (– 1,0 Prozentpunkte). Insgesamt stieg die inländische Verwendung im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Prozent.

Tabelle mit den Quartalswerten des Bruttoinlandsprodukt in Deutschland von 2011 bis zum 2. Quartal 2015 in Mrd. Euro.

Auf der Entstehungsseite des Bruttoinlandsprodukts war die preisbereinigte Bruttowertschöpfung im Vorjahresvergleich in den meisten Wirtschaftsbereichen höher als ein Jahr zuvor: Die größten Zuwachsraten gab es im Bereich der Informations- und Kommunikationsdienstleister (+ 2,8 %) sowie im produzierenden Gewerbe (+ 2,4 %). Auch die Unternehmensdienstleister steigerten ihre Wirtschaftsleistung um 2,4 Prozent. Einen Rückgang der Bruttowertschöpfung gab es unter anderem bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern (– 1,0 %). Insgesamt war die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche um 1,6 Prozent höher als im zweiten Quartal 2014.

In jeweiligen Preisen gerechnet war das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2015 um 3,7 Prozent und das Bruttonationaleinkommen um 3,3 % höher als im zweiten Quartal 2014. Das Volkseinkommen nahm insgesamt um 3,7 Prozent zu, wobei das Arbeitnehmerentgelt den ersten Berechnungen zufolge mit + 3,8 Prozent etwas stärker stieg als die Unternehmens- und Vermögenseinkommen (+ 3,3 %). Die Bruttolöhne und -gehälter der Arbeitnehmer waren um 4,0 Prozent, die Nettolöhne und -gehälter um 3,3 Prozent höher als vor einem Jahr. Im Durchschnitt je Arbeitnehmer stiegen die Löhne und Gehälter weniger stark (brutto um 3,2 % und netto um 2,5 %), da auch die Anzahl der Arbeitnehmer im Vergleich zum Vorjahresquartal zunahm (+ 0,7 %). Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte erhöhte sich um 2,9 Prozent und damit etwas stärker als die privaten Konsumausgaben in jeweiligen Preisen (+ 2,7 %).

Neben der Erstberechnung des zweiten Quartals 2015 hat das Statistische Bundesamt die bisher veröffentlichten Ergebnisse der letzten vier Jahre (ab 2011) – wie jedes Jahr im August – überarbeitet und revidiert. Im Rahmen dieser turnusmäßigen Jahresrechnung wurden auch die Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) für alle Zeitreihen ab 1991 aktualisiert. Durch die Neuberechnungen kann es zu Änderungen in allen Zeitreihen kommen. Die Änderungen betreffen aber eher die detaillierten Untergliederungen und nicht das makroökonomische Gesamtbild. Für das Bruttoinlandsprodukt ergibt sich für die Vergangenheit (1991 bis 2010) lediglich eine geringfügige Niveauerhöhung um maximal 0,1 Prozent; die Veränderungsraten bleiben davon in den meisten Fällen unberührt.

Tiefer gegliederte Ergebnisse bietet die Fachserie 18, Reihe 1.2 "Vierteljahresergebnisse" sowie Reihe 1.3 "Saisonbereinigte Vierteljahresergebnisse nach Census X-12-ARIMA und BV 4.1".

Download Bruttoinlandsprodukt 2015 [PDF, 55 Seiten - 261 KB]
Fachserie 18, Reihe 1.2 "Vierteljahresergebnisse"

Download Bruttoinlandsprodukt 2015 [PDF, 69 Seiten - 393 KB]
Fachserie 18 Reihe 1.3 - 2. Saisonbereinigt Vierteljahresergebnisse

Im Forum zu BIP

2 Kommentare

BIP niedrig, BWS hoch ? Interpretation?

WiWi Gast

Na, überleg doch mal, was im BIP so alles registriert wird, was in der BWS nicht drin ist und du hast die Antwort.

2 Kommentare

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WiWi Gast

Kurs vom 31.12.2012 nehmen

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WiWi Gast

Hallo Marli, die ersten beiden Fragen kann ich dir (hoffentlich) beantworten: zur 1. Frage: Das BIP stellt ja das Einkommen der Inländer dar, d.h. aller Wirtschaftssubjekte mit (Wohn- bzw. Firmen-) ...

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Literaturempfehlung Rentensysteme (Altersarmut)

WiWi Gast

Hey, Ich suche (wie oben beschrieben) nach Literatur in der verschiedene Rentensysteme v.a. das deutsche Rentensystem beschrieben werden. Alles im Rahmen einer Wissenschaftlichen Arbeit.

5 Kommentare

Die Wahlprogramme in Kurzform

WiWi Gast

der ist allerdings erst ab dem 30. August mit den ganzen Parteiprogrammen "gefüttert" LINK

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