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DIW-Modell für Bad Bank: Staat soll toxische Papiere zum Null-Wert übernehmen

Das DIW Berlin dringt auf die schnelle Schaffung einer Bad Bank in Deutschland. »Bisher ist es in Deutschland nicht gelungen, die Krise im Finanzsektor, zu beherrschen«, sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann. »Wir müssen die giftigen Wertpapiere schnell aus dem System herauslösen, damit die Banken endlich wieder ihre dienende Rolle für die Realwirtschaft einnehmen können.«

Ohne Bad Bank droht Bankenkrise zu eskalieren
In Deutschland drängt das DIW Berlin auf eine schnelle Bad-Bank-Lösung - die Bankenkrise betrachtet das Institut noch nicht als bewältigt. Dies zeigt auch ein Blick auf die Zahlen:

Das gesamte Kapital der hiesigen Banken beträgt mit Rücklagen derzeit etwa 415 Milliarden Euro. Allein die Ausfälle aus den Problemaktiva werden hingegen auf 200 bis 300 Milliarden Euro geschätzt - das sind zwischen acht und zwölf Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Ausfälle in dieser Größenordnung - derzeit keineswegs unrealistisch - würden eine starke Erosion der Kapitalbasis der Banken bedeuten. Und sie würden die gesamte Wirtschaft schwer treffen.

Werden die drohenden Ausfälle nicht beherrscht, so droht folgendes Szenario: Die Aufsichtsbehörden sind gezwungen, eine Bank zu schließen, deren Kernkapital unter die Grenze von vier Prozent fällt. Die Erwartung einer drohenden Schließung würde die Marktteilnehmer verunsichern und die betroffenen Banken von den Kapitalströmen weiter isolieren. Banken müssen ihre Kreditvergabe reduzieren, wenn ihnen das nötige Eigenkapital zur Unterlegung fehlt. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass Unternehmen außerhalb des Bankensektors in eine Kreditklemme geraten. Außerdem tendieren Bankmanager überschuldeter Institute dazu, ein sehr riskantes Investitionsverhalten an den Tag legen - in der Hoffnung, sich mit einem Erfolg doch noch retten zu können. Denn die eingeschränkte Haftung sorgt dafür, dass das Verlustrisiko nicht auf den Bankmanager zurückfällt.

Angesichts dieser drohenden Entwicklung verfolgt das DIW Berlin mit seinem Modell für eine Bad Bank drei zentrale Ziele: »Im Vordergrund steht, dass die Banken endlich wieder ihren Job machen - dies gelingt nur, wenn wir die unkalkulierbaren Risiken aus dem System herauslösen«, sagte DIW-Forschungsdirektorin Dorothea Schäfer. Zweitens sind die Gesamtkosten aus der Bankenrettung für den Steuerzahler zu minimieren. »Drittens schließlich dürfen wir Bankmanagern keinerlei Anreiz bieten, sich bei hoch riskanten Geschäften auf den Staat als Retter zu verlassen,« so Dorothea Schäfer. Verluste für den Steuerzahler sollen so gering wie möglich sein

  1. Seite 1: Ohne Bad Bank droht Bankenkrise zu eskalieren
  2. Seite 2: Das DIW-Modell sieht fünf Eckpfeiler für die geforderte Bad Bank vor
  3. Seite 3: So funktioniert eine Bad Bank
  4. Seite 4: Vorbild Schweden und Berlin

Leser-Kommentare

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WiWi Gast

DIW-Modell für Bad Bank: Staat soll toxische Papiere zum Null-Wert übernehmen

das ist so, als wenn man den Misthaufen von links nach rechts schaufelt. Tatsache ist doch, dass wir Pleite sind und alles bis 2013 den Bürgern aufgehalst wird. Es traut sich keiner den gau zu verkünden,

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