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Lebensberatung – ein Job in der boomenden Esoterikbranche

Die Umsätze sind hoch in der Esoterik-Branche, die Berufsbilder vielfältig. Laut dem Bayrischen Rundfunk setzt der Esoterikmarkt jährlich mindestens 25 Mrd. Euro um. Viele vermuten, dass entweder ein Hang zum Übernatürlichen oder aber der Wunsch nach Gewinn die Hauptmotivation für eine Karriere in der Esoterikbranche sind. Doch auch ein Mittelweg ist denkbar, bei dem einfach auf das eigene Interesse an Esoterik aufgebaut wird, um damit Geld zu verdienen.

"Lebensberater" ist in Deutschland keine geschützte berufliche Bezeichnung – anders als beispielsweise Psychotherapeut, Arzt oder Heilpraktiker. Dennoch gibt es eine Vielzahl an Aus- und Weiterbildungen. Man kann sich beispielsweise von bereits praktizierenden "Heilern" und "Schamanen" ausbilden lassen. Ein solcher Schamane könnte auch als "Coach" bezeichnet werden, als Ratgeber in allen Lebenslagen – beispielsweise bei Sorgen in Job und zwischenmenschlichen Beziehungen. In den Niederlanden wird die Ausbildung zum "spirituellen Lebensberater" sogar vom Arbeitsamt mitfinanziert, berichtete Spiegel Online. Die Anzahl der "geistigen Heiler" soll bei etwa 15.000 liegen, so der Esoterik-Experte Harald Wiesendanger. Er fordert einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Kunden: Man dürfe als Berater oder Heiler nicht behaupten, Krankheiten heilen zu können. Zur Qualitätssicherung hat er die Internationale Vermittlungsstelle für herausragende Heiler gegründet, deren Mitglieder sich an einen schriftlich fixierten Ehrenkodex halten (der z. B. beinhaltet, dass Heiler ihre Maßnahmen als Ergänzung zur ärztlichen Behandlung verstehen und ihren Kunden nicht von selbiger abraten).

Auf Messen und im Internet unterwegs

Lebensberater und Wahrsager gehen mit der Zeit. Sie annoncieren schon lange nicht mehr nur in Zeitungen und im TV, sondern zunehmend auch im Internet. Seine Dienste als Lebensberater kann man beispielsweise auch über Online-Portale wie Questico anbieten. Auf Messen und Märkten arbeiten viele Wahrsagerinnen und Kartenleser zu einem Stundensatz von 90 bis 100 Euro. Astrologinnen und Astrologen sind hingegen meist bei Zeitschriftenverlagen angestellt und erarbeiten Horoskope für Leserinnen und Leser. Fachtagungen und Weiterbildungen werden vom Deutschen Astrologen-Verband organisiert. Heilpraktiker, die auch Krankheiten behandeln dürfen, müssen im Gegensatz zu Lebensberatern eine entsprechende Prüfung beim Gesundheitsamt ablegen. Ergänzend gibt es Schulen, die zum Teil mehrjährige Ausbildungen anbieten. Zurzeit arbeiten laut einer Schätzung des Statistischen Bundesamts etwa 43.000 Menschen in Deutschland als Heilpraktiker und Homöopathen.

Esoterik in der Buchbranche

Weitere berufliche Möglichkeiten im esoterischen Bereich bieten spezialisierte Verlagen und Buchhandlungen. Bekanntlich werden die wenigsten mit dem Herausgeben von Büchern reich. Doch bei esoterischen Ratgebern ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher als in anderen Genres. Der Anteil psychologischer, spiritueller und esoterischer Sachliteratur betrug 2015 fast elf Prozent der Sachbuchumsätze, so der Börsenverein des deutschen Buchhandels. Hilfsmittel wie Tarotkarten und Kristalle verkaufen sich bereits seit dem ersten Boom in den 1970er-Jahren auch in Deutschland sehr gut. Autoren von esoterischer Literatur können zudem häufig mit Seminaren und Vorträgen zusätzlich Geld verdienen.

Eine Frau liest ein Buch in den Mauern eines Klosters.

 

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