DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Wirtschafts-NewsMittelstand

Mittelstand war 2008 tragende Säule der Konjunktur

Der Mittelstand hat auch im Jahr 2008 trotz der aufkommenden Wirtschaftskrise seine Funktion als Stabilisator der Konjunktur erfüllt. So haben mittelständische Unternehmen im vergangenen Jahr - anders als die Großunternehmen - ihre Investitionen gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht.

Eine Wand mit Graffitischmiererei mit einem Mann auf seinem Fahrrad und einer großen Säule.

Mittelstand war 2008 tragende Säule der Konjunktur
Frankfurt/Main, 03.12.2009 (kfw) - Der Mittelstand hat auch im Jahr 2008 trotz der aufkommenden Wirtschaftskrise seine Funktion als Stabilisator der Konjunktur erfüllt. So haben mittelständische Unternehmen im vergangenen Jahr - anders als die Großunternehmen - ihre Investitionen gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht. Insbesondere die Bruttoanlageinvestitionen sind im Mittelstand um nominal 12,3  Prozent gestiegen, während Großunternehmen nominal sogar 6,1  Prozent weniger investiert haben als im Jahr zuvor. Stark investiert haben die regional verankerten, am Binnenmarkt orientierten Unternehmen. Diese haben ihre Investitionen zwischen 2007 und 2008 um nominal 8 Mrd. EUR (14,2  Prozent) gesteigert. Die Investitionen überwiegend exportierender Mittelständler sind hingegen nahezu stagniert.

Im Unterschied zu den Investitionen zeigten sich bei den Innovationsaktivitäten deutliche Wirkungen der heraufziehenden Finanz- und Wirtschaftskrise. Entsprechend ist der Anteil der Unternehmen, die in den zurückliegenden drei Jahren Innovationen eingeführt haben, zwischen 2006 und 2008 von 43 auf 36  Prozent gesunken. Dies sind die zentralen Ergebnisse des KfW-Mittelstandspanels 2009 der KfW Bankengruppe. »Der Mittelstand ist mehr denn je eine tragende Säule für die Wirtschaftskraft der Bundesrepublik Deutschland. Mit ihren Investitionen und Innovationen leisten die mittelständischen Unternehmen einen unverzichtbaren Beitrag zur Überwindung der Krise. Für die KfW bleibt die Stärkung des Mittelstandes eine zentrale Aufgabe«, erklärte der Vorstandsvorsitzende der KfW Bankengruppe Dr. Ulrich Schröder.

Die Investitionsausgaben des Mittelstandes betrugen im vergangenen Jahr 165 Mrd. EUR. Auf mittelständische Unternehmen entfallen 55  Prozent der gesamten Unternehmensinvestitionen und 35  Prozent der gesamtwirtschaftlichen Bruttoanlageinvestitionen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise hatte im Jahr 2008 deutliche Auswirkungen auf die Finanzierungssituation der KMU. So greifen die mittelständischen Unternehmen bei der Finanzierung ihrer Investitionen verstärkt auf Eigenmittel anstelle von Bankkrediten zurück. Ein möglicher Grund hierfür könnte der schwieriger gewordene Kreditzugang sein. Konnten 2007 nur geschätzte sechs Prozent des benötigten Kreditbedarfs aufgrund eines fehlenden Angebots der Bank nicht realisiert werden, waren es 2008 16  Prozent. Bei sehr kleinen Unternehmen (< 10 Beschäftigte) ist dieser Anteil sogar von 10 auf 26  Prozent gestiegen. Die Entwicklung der Finanzierungssituation ist auch deshalb bedenklich, da Finanzierungsprobleme zunehmend die Investitionstätigkeit eingeschränkt haben. Diejenigen Unternehmen, die im Jahr 2008 eine Kreditablehnung durch die Bank erfahren haben, konnten nur noch 36  Prozent ihrer geplanten Investitionen realisieren. (2007 waren es noch 43  Prozent). Auch hier sind vor allem kleine Unternehmen betroffen, denen es offenbar in geringerem Umfang gelingt, alternative Finanzierungsquellen zu erschließen.

Eine Entspannung der Finanzierungssituation im Mittelstand für das Jahr 2010 ist derzeit nicht zu erwarten. Für eine nachhaltige Erholung der deutschen Wirtschaft und insbesondere für mehr Wachstum ist aber das Investitionsvolumen und die Innovationsfähigkeit der mittelständischen Unternehmen und damit die Bereitstellung ausreichender und adäquater Finanzierungen unerlässlich. Durch ihre Beteiligung am Maßnahmenpaket der Bundesregierung und insbesondere durch das KfW-Sonderprogramm, leistet die KfW hierzu einen wichtigen Beitrag.

Download Ergebnisbericht 2008

Im Forum zu Mittelstand

3 Kommentare

Praktikum im Mittelstand

WiWi Gast

Hallo, ich studiere gerade BWL im ersten Semester und überlege mir, wo ich mein erstes Praktikum machen werde (in den Ferien). Denkt ihr, es ist für das erste Praktikum ansehnlich, einen Mittelständ ...

2 Kommentare

Firmenliste Mittelstand in Deutschland

bjoernshw

Hallo Leute, im Rahmen meiner Masterarbeit suche ich derzeit nach Firmen aus dem Mittelstand. Hierzu brauche ich eine Liste mit Firmenname und bestenfalls Umsatz (so wie hier: LINK). Leider finde ic ...

8 Kommentare

Wirtschaftsprüfer im Mittelstand - Zukunft

WiWi Gast

Servus, ich werde dieses Semester mein Bachelorstudium beenden und machd im Anschluss ein 4-monatiges Praktikum in der Wirtschaftsprüfung einer Nicht-Big4. Kategorie: Ebner Stolz, WKGT, PKF Gerne wü ...

4 Kommentare

Wechsel von Big 4 zu Mittelstand

WiWi Gast

Hallo! Viel ist hier geschrieben über die Frage Big 4 ODER Mittelstand, wenig finde ich jedoch zu der Frage, ob man von einer Big 4 zu einer (kleinen) mittelständischen Gesellschaften wechseln sollte ...

5 Kommentare

International Tax beim Mittelstand vs. Big 4

WiWi Gast

Hallo zusammen, ich stehe kurz vor dem Abschluss meines M.Sc.. Mein universitärer Schwerpunkt lag auf Unternehmensbesteuerung und das Ziel, das StB-Exmanen abzulegen steht für mich fest (bitte keine ...

5 Kommentare

Mittelstand - Senior-Senior-Chef gibt sinnlose Anweisungen

WiWi Gast

Ich habe vor vier Monaten den Einstieg im Controlling eines Süddeutschen Mittelstandsunternehmens (200MA) geschafft und alles ist eigentlich ganz cool und spannend. Problematisch ist allerdings der S ...

8 Kommentare

Jobwechsel als Karriereschritt nach Erfolg im Mittelstand

WiWi Gast

Ich würde mich gerne mit Euch über ein Thema austauschen, welches hier vielleicht auch schon einige erlebt haben. "Jobwechsel als nächster Karriereschritt...". Ich habe vor 8 Jahren nach dem ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Mittelstand

DIHK Jahresmittelstandsbericht 2013

DIHK-Jahresmittelstandsbericht 2013

In den regelmäßig veröffentlichten Jahresmittelstandsberichten zieht die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand jeweils Bilanz im Hinblick auf die wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Lage. Zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen werden konkrete Forderungen, Anregungen und Vorschläge mit dem Ziel der Verbesserung der wirtschaftlichen Perspektiven des Mittelstands in Deutschland benannt.

Ein freigelegter Motor.

Mittelstand bleibt Jobmotor in Deutschland

Institut für Mittelstandsforschung Bonn weist positiven Beschäftigungseffekt durch Neugründungen nach. Um 34,8 Prozent nahm die Zahl an Arbeitsplätzen zwischen 2001 und 2009 in kleinen und mittleren Unternehmen zu, die unternehmensnahe Dienstleistungen anbieten. Hierzu gehören beispielsweise Beratungsunternehmen, PR- und Werbeagenturen, Ingenieurbüros oder Zeitarbeitsfirmen.

Weiteres zum Thema Wirtschafts-News

Jahreswirtschaftsbericht 2017 - Bruttoinlandsprodukt wächst um 1,4 Prozent

Nach dem Verzicht auf seine Kanzlerkandidatur stellte Sigmar Gabriel den aktuellen Jahresbericht 2017 vor. Aus dem Bericht mit dem Titel „Für inklusives Wachstum in Deutschland und Europa“ geht hervor, dass das Bundeskabinett eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Grund für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 auf 1,4 Prozent ist die geringere Anzahl von Arbeitstagen.

Wirtschaftsweisen - Der Sachverständigenrat für Wirtschaft zur wissenschaftlichen Politikberatung.

Wirtschaftsweisen legen Jahresgutachten 2016/17 »Zeit für Reformen« vor

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sein Jahresgutachten 2016/17 vorgelegt. Das Jahresgutachten trägt den Titel »Zeit für Reformen«. Das neue Jahresgutachten hat drei Schwerpunktthemen: die Bewältigung der Flüchtlingsmigration, die Stärkung der Architektur der Europäischen Währungsunion und die Schaffung von Voraussetzungen für mehr Wachstum in Deutschland.

Ein Fenster mit einem Aufkleber: Made in Germany.

Herbstprojektion 2016 der Bundesregierung - Deutsche Wirtschaft wächst solide

In der aktuellen Herbstprojektion erwartet die Bundesregierung einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt 1,8 Prozent im Jahr 2016, im Jahr 2017 um 1,4 Prozent und im Jahr 2018 um 1,6 Prozent. Die deutsche Wirtschaft wächst solide weiter, etwas weniger, als noch im Frühjahr angenommen. Der niedrige Ölpreis, der Wechselkurs und die Anstrengungen zur Bewältigung des Flüchtlingszustroms haben dazu beigetragen.

Screenshot Homepage w-wie-wachstum.de

w-wie-wachstum.de - Portal zum Thema Wirtschaftswachstum

Das Bruttoinlandsprodukt ist in Deutschland seit 1991 zwar langsamer gestiegen als im Schnitt der Industrieländer. Doch in mancherlei Hinsicht war und ist das deutsche Wachstum nachhaltiger - zum Beispiel, weil viel Geld in die Forschung fließt. Zu den Schwachstellen zählen die eher niedrige Investitionsquote und der hohe Energieverbrauch. Fakten, Analysen, Grafiken und Videos zum Thema Wachstum bietet ein neues Portal des Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Beliebtes zum Thema News

Eine Frau mit blonden, langen Haaren hält ein Handy in der Hand.

Arbeitswelt 4.0: Digitalisierung im Job belastet Familienleben und Gesundheit

Die Digitalisierung und permanente Erreichbarkeit für E-Mails und Anrufe per Smartphone belastet die Gesundheit und schadet dem Familienleben. Das Risiko an Burnout zu erkranken steigt und knapp ein Viertel der Beschäftigten fühlen sich durch die Arbeit emotional erschöpft. Dies sind Ergebnisse der Studie „Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeit auf die Gesundheit von Beschäftigten“.

Ein Mann mit Kopftaschenlampe sieht sich den Sternenhimmel an.

Digitalstrategen: Chief Digital Officer (CDO) – das Einhorn unter den Top-Managern

Das Berufsbild des Chief Digital Officer (CDO) ist brandneu. Aktuell haben erst lediglich zwei Prozent der großen Unternehmen die Position eines CDO geschaffen. Der digitale Wandel muss jedoch in der Unternehmensspitze verankert werden. Dies ist Aufgabe des Chief Digital Officers, welcher eine Digitalstrategie erarbeiten und die Digitalisierung von Unternehmen und Geschäftsmodellen vorantreiben und gestalten soll.

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Weltweite Rekord-Investitionen bis 2020 von 900 Milliarden US-Dollar pro Jahr

Für die Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette wollen branchenbezogene Unternehmen bis 2020 mehr als 900 Milliarden US-Dollar investieren. Von der Industrie 4.0 versprechen sich die Unternehmen signifikante Vorteile bei Kosten, Effizienz und Gewinn; das zeigt die neue globale Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Jahreswirtschaftsbericht 2017 - Bruttoinlandsprodukt wächst um 1,4 Prozent

Nach dem Verzicht auf seine Kanzlerkandidatur stellte Sigmar Gabriel den aktuellen Jahresbericht 2017 vor. Aus dem Bericht mit dem Titel „Für inklusives Wachstum in Deutschland und Europa“ geht hervor, dass das Bundeskabinett eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Grund für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 auf 1,4 Prozent ist die geringere Anzahl von Arbeitstagen.

Drei übereinander gestapelte Pakete von adidas,amazon und outletcity.

Unternehmensranking 2016: Die Top 100 deutschen E-Commerce-Händler

Im Bereich E-Commerce ist Amazon weiterhin der umsatzstärkste Onlinehändler in Deutschland. Mit 7,8 Mrd. Euro Umsatz befindet sich der Internet-Gigant weit vor Otto.de mit 2,3 Mrd. Euro und Zalando.de mit 1 Mrd. Euro Umsatz. Alle Top 100 E-Commerce-Händler erwirtschafteten 2015 zusammen einen Jahrsumsatz von 24,4 Mrd. Euro und eine Umsatzsteigerung von 13 Prozent. Das geht aus der aktuellen EHI-Studie "E-Commerce-Markt Deutschland 2016" hervor.

Ein Mann im grauen Pullover stützt sich auf einer Fensterbank ab und schaut nach draußen.

Beraterhonorare: Tagessätze von Unternehmensberatern gestiegen

Deutsche Unternehmensberater verzeichneten 2015 und 2016 einen Anstieg ihrer Honorare von durchschnittlich 1,3 Prozent. Für 2017 wird von einer ähnlichen Erhöhung der Tagessätze ausgegangen. In der Strategieberatung variiert der Tagessatz für einen Projektleiter der Hierarchiestufe Manager und Senior Manager über alle Größenklassen gesehen von 1.150 bis 2.275 Euro. Vergleichbare Tagessätze in der IT-Beratung liegen zwischen 950 und 1.800 Euro, wie die Studie "Honorare in der Unternehmensberatung 2015/2016" vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) zeigt.

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Viele deutsche Unternehmen ohne Strategie

Neun von zehn deutschen Unternehmen sehen Industrie 4.0 als Chance. Aber nur jedes fünfte Unternehmen hat eine Strategie und Verantwortlichkeiten für die Industrie 4.0 definiert. 44 Prozent können zudem keine Fortschritte beim Thema verzeichnen. Vorreiter investieren im Schnitt 18 Prozent ihres Forschungs- und Entwicklungsbudgets im Bereich Industrie 4.0, wie eine aktuelle McKinsey-Studie zeigt.

Feedback +/-

Feedback