DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Wirtschafts-News

Notbremse gezogen - Das Beben in der US-Finanzbranche

Westfalenpost: Kommentar von Stefan Pohl

Großaufnahme der Notbremse in einer Berliner U-Bahn.

Notbremse gezogen - Das Beben in der US-Finanzbranche
Hagen, 17.09.2008 (ots) - Ob der Ausdruck Schwarzer Montag für das Beben am US-Finanzmarkt gerechtfertigt ist, muss die Zukunft zeigen - auf jeden Fall war kürzlich einer der dramatischsten Tage in der gewiss nicht ereignisarmen Geschichte des Welt-Finanzzentrums Wall Street. Und was, wie die Pleite des Investmentbank-Riesen Lehman Brothers, die Wall Street erschüttert, das macht sich natürlich auch in Europa und Asien bemerkbar. Umso mehr seit dem stetigen Zusammenwachsen der Weltwirtschaft und der Welt-Finanzströme. Der kurzzeitige Fall des Deutschen Aktien-Index auf unter 6000 Punkte hat es bewiesen. Die auf eine sich selbst erfüllende Prophezeiung angelegte demonstrative Zuversicht einiger Top-Banker, die Finanzkrise sei im Grunde erledigt, wurde damit jedenfalls aufs Eindrücklichste widerlegt. 85.000 gefährdete Jobs sprechen eine klare Sprache.

Um es gleich vorwegzunehmen: Die erste Frage der deutschen Sparer - sind meine Einlagen in Gefahr? - kann aus heutiger Sicht mit einem klaren Nein beantwortet werden. Dazu ist das System der Einlagensicherung im deutschen Finanzwesen zu solide. Da Wirtschaft zu einem großen Teil Psychologie ist, werden Politik und Wirtschaft in der nächsten Zeit aber auch in Deutschland nicht müde werden, die durchaus vorhandenen Gefahren herunterzuspielen - das Schlimmste wäre eine sich verstärkende Kettenreaktion verunsicherter Bankkunden. Was kommt als nächstes, fragen sich jetzt viele. In gewisser Weise war es das Pech von Lehman Brothers, durch die Spekulation mit schlecht besicherten Hypothekenpapieren zum falschen Zeitpunkt vor der Pleite zu stehen. Noch im März hatte die US-Notenbank dem Käufer des Lehman-Konkurrenten Bear Stearns einen Milliarden-Kredit eingeräumt, hatte die Regierung bei der Verstaatlichung der beiden Immobilienfinanzierer Fannie May und Freddie Mac Garantien übernommen, um einem befürchteten Kollaps des Finanzsystems vorzubeugen. Die Bundesregierung handelte bei der Mittelstandsbank IKB nicht anders. Doch offenbar hat Washington jetzt die Notbremse gezogen. Selbst US-Wählern - im November sind Wahlen - ist nur noch schwer zu vermitteln, dass die Regierung Finanzinstitute herauspaukt, deren Manager sich auf der Jagd nach noch mehr Reichtum verspekuliert haben.

Außerdem könnte eine weitere Hilfe Führungskräfte zu einem noch sorgloseren Verhalten animieren - nach dem Motto: Der Staat lässt uns aus Sorge um die Konjunktur schon nicht hängen. Irgendwann musste Washington eine große Bank scheitern lassen - aus ordnungspolitischen Gründen. Denn auch die US-Autoindustrie ist notleidend und ruft nach staatlicher Hilfe. Es ist nur zu hoffen, dass der Fall Lehman Brothers der letzte Anstoß ist, dem Wildwuchs in der US-Finanzbranche Einhalt zu gebieten. Strengere Regeln und mehr Aufsicht sind das Gebot der Stunde. Wann, wenn nicht jetzt? 

Im Forum zu

1 Kommentare

Was Ökonomen von Hirnforschern lernen

WiWi Gast

ich fands ganz interessant... falls es jemand lesen will LINK

1 Kommentare

Der Einfluss langfristiger Zinsen (Kapitalmaktzinsen ) auf die Mitglieder des Euro

Floko11

Demnächst muss ich eine Hausarbeit in meinem Leistungskurs zu dem Thema schreiben meine frage wäre ob jemand Literaturvorschläge hätte die mir weiterhelfen könnten. [%sig%]

2 Kommentare

Alternative Ökonomik: Philip Mirowskis Literatur als Einstieg in ein neues Denken

Markomata

Jungs, ihr macht einen 6-semestrigen Schnupper-Bachelor in BWL-Kram und kein Studium mit Promotion zum Raketenwissenschaftler... es ist so was von egal wo das ist.

1 Kommentare

"Totales" Durchschnittsprodukt? Verhältnis von Grenzprodukt und Durchschnittsprodukt

wiwi_Q

Hallo liebes Forum, bei Untersuchung einer partiellen Produktionsfunktion setzt man häufig Grenzprodukt und Durchschnittsprodukt eines Faktors in Beziehung, um zu sehen, welches höher liegt. Die gl ...

1 Kommentare

Neue Institutionenökonomik

JulesWe

Hallo zusammen, kennt sich hier wer besonders mit dem oben genannten Thema aus? Ich muss einen Zusammenhang zwischen der Make or Buy Entscheidung und u.a. der Transaktionskostenökonomik herstellen und ...

2 Kommentare

Macro-Frage zur Verbriefung von Krediten

Cybershot94

Servus Leute, heute haben wir eine Klausur geschrieben in Macro II und hier folgende Multiple-Choice-Frage, welche ich durchs googlen nicht beantworten konnte. Die Verbriefung von Krediten: a. mach ...

4 Kommentare

Tertiärisierung Aufgabe, Definition

rengl

Hallo an alle! Büffel gerade meinen Fragenkatalog für WWL durch und komm bei einer Frage nicht weiter ev. habt ihr eine Idee: Tertiärisierung: Welche Aussage trifft zu? Tertiärisierung ist eine Fo ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema

OECD-Wirtschaftsbericht Deutschland 2014

OECD-Wirtschaftsbericht Deutschland 2014

Der OECD-Wirtschaftsbericht Deutschland 2014 untersucht die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen, Maßnahmen und Aussichten. Der vorliegende Bericht ermutigt Deutschland zu Reformen für nachhaltiges Wachstum mit mehr sozialer Teilhabe beim Steuersystem, im Dienstleistungs- und Finanzsektor sowie auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt.

Ein Schild mit der roten Aufschrift: Komplett-Preis.

Business Technology Award 2013

Oliver Krancher (31) von der Universität Bern ist der diesjährige Gewinner des mit 7.500 Euro dotierten Business Technology Award. Mit diesem Preis zeichnet die Unternehmensberatung McKinsey & Company Nachwuchswissenschaftler für herausragende Arbeiten im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Technologie aus.

Weiteres zum Thema Wirtschafts-News

Jahreswirtschaftsbericht 2017 - Bruttoinlandsprodukt wächst um 1,4 Prozent

Nach dem Verzicht auf seine Kanzlerkandidatur stellte Sigmar Gabriel den aktuellen Jahresbericht 2017 vor. Aus dem Bericht mit dem Titel „Für inklusives Wachstum in Deutschland und Europa“ geht hervor, dass das Bundeskabinett eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Grund für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 auf 1,4 Prozent ist die geringere Anzahl von Arbeitstagen.

Wirtschaftsweisen - Der Sachverständigenrat für Wirtschaft zur wissenschaftlichen Politikberatung.

Wirtschaftsweisen legen Jahresgutachten 2016/17 »Zeit für Reformen« vor

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sein Jahresgutachten 2016/17 vorgelegt. Das Jahresgutachten trägt den Titel »Zeit für Reformen«. Das neue Jahresgutachten hat drei Schwerpunktthemen: die Bewältigung der Flüchtlingsmigration, die Stärkung der Architektur der Europäischen Währungsunion und die Schaffung von Voraussetzungen für mehr Wachstum in Deutschland.

Ein Fenster mit einem Aufkleber: Made in Germany.

Herbstprojektion 2016 der Bundesregierung - Deutsche Wirtschaft wächst solide

In der aktuellen Herbstprojektion erwartet die Bundesregierung einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt 1,8 Prozent im Jahr 2016, im Jahr 2017 um 1,4 Prozent und im Jahr 2018 um 1,6 Prozent. Die deutsche Wirtschaft wächst solide weiter, etwas weniger, als noch im Frühjahr angenommen. Der niedrige Ölpreis, der Wechselkurs und die Anstrengungen zur Bewältigung des Flüchtlingszustroms haben dazu beigetragen.

Screenshot Homepage w-wie-wachstum.de

w-wie-wachstum.de - Portal zum Thema Wirtschaftswachstum

Das Bruttoinlandsprodukt ist in Deutschland seit 1991 zwar langsamer gestiegen als im Schnitt der Industrieländer. Doch in mancherlei Hinsicht war und ist das deutsche Wachstum nachhaltiger - zum Beispiel, weil viel Geld in die Forschung fließt. Zu den Schwachstellen zählen die eher niedrige Investitionsquote und der hohe Energieverbrauch. Fakten, Analysen, Grafiken und Videos zum Thema Wachstum bietet ein neues Portal des Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Beliebtes zum Thema News

Eine Frau mit blonden, langen Haaren hält ein Handy in der Hand.

Arbeitswelt 4.0: Digitalisierung im Job belastet Familienleben und Gesundheit

Die Digitalisierung und permanente Erreichbarkeit für E-Mails und Anrufe per Smartphone belastet die Gesundheit und schadet dem Familienleben. Das Risiko an Burnout zu erkranken steigt und knapp ein Viertel der Beschäftigten fühlen sich durch die Arbeit emotional erschöpft. Dies sind Ergebnisse der Studie „Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeit auf die Gesundheit von Beschäftigten“.

Ein Mann mit Kopftaschenlampe sieht sich den Sternenhimmel an.

Digitalstrategen: Chief Digital Officer (CDO) – das Einhorn unter den Top-Managern

Das Berufsbild des Chief Digital Officer (CDO) ist brandneu. Aktuell haben erst lediglich zwei Prozent der großen Unternehmen die Position eines CDO geschaffen. Der digitale Wandel muss jedoch in der Unternehmensspitze verankert werden. Dies ist Aufgabe des Chief Digital Officers, welcher eine Digitalstrategie erarbeiten und die Digitalisierung von Unternehmen und Geschäftsmodellen vorantreiben und gestalten soll.

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Weltweite Rekord-Investitionen bis 2020 von 900 Milliarden US-Dollar pro Jahr

Für die Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette wollen branchenbezogene Unternehmen bis 2020 mehr als 900 Milliarden US-Dollar investieren. Von der Industrie 4.0 versprechen sich die Unternehmen signifikante Vorteile bei Kosten, Effizienz und Gewinn; das zeigt die neue globale Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Jahreswirtschaftsbericht 2017 - Bruttoinlandsprodukt wächst um 1,4 Prozent

Nach dem Verzicht auf seine Kanzlerkandidatur stellte Sigmar Gabriel den aktuellen Jahresbericht 2017 vor. Aus dem Bericht mit dem Titel „Für inklusives Wachstum in Deutschland und Europa“ geht hervor, dass das Bundeskabinett eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Grund für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 auf 1,4 Prozent ist die geringere Anzahl von Arbeitstagen.

Drei übereinander gestapelte Pakete von adidas,amazon und outletcity.

Unternehmensranking 2016: Die Top 100 deutschen E-Commerce-Händler

Im Bereich E-Commerce ist Amazon weiterhin der umsatzstärkste Onlinehändler in Deutschland. Mit 7,8 Mrd. Euro Umsatz befindet sich der Internet-Gigant weit vor Otto.de mit 2,3 Mrd. Euro und Zalando.de mit 1 Mrd. Euro Umsatz. Alle Top 100 E-Commerce-Händler erwirtschafteten 2015 zusammen einen Jahrsumsatz von 24,4 Mrd. Euro und eine Umsatzsteigerung von 13 Prozent. Das geht aus der aktuellen EHI-Studie "E-Commerce-Markt Deutschland 2016" hervor.

Ein Mann im grauen Pullover stützt sich auf einer Fensterbank ab und schaut nach draußen.

Beraterhonorare: Tagessätze von Unternehmensberatern gestiegen

Deutsche Unternehmensberater verzeichneten 2015 und 2016 einen Anstieg ihrer Honorare von durchschnittlich 1,3 Prozent. Für 2017 wird von einer ähnlichen Erhöhung der Tagessätze ausgegangen. In der Strategieberatung variiert der Tagessatz für einen Projektleiter der Hierarchiestufe Manager und Senior Manager über alle Größenklassen gesehen von 1.150 bis 2.275 Euro. Vergleichbare Tagessätze in der IT-Beratung liegen zwischen 950 und 1.800 Euro, wie die Studie "Honorare in der Unternehmensberatung 2015/2016" vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) zeigt.

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Viele deutsche Unternehmen ohne Strategie

Neun von zehn deutschen Unternehmen sehen Industrie 4.0 als Chance. Aber nur jedes fünfte Unternehmen hat eine Strategie und Verantwortlichkeiten für die Industrie 4.0 definiert. 44 Prozent können zudem keine Fortschritte beim Thema verzeichnen. Vorreiter investieren im Schnitt 18 Prozent ihres Forschungs- und Entwicklungsbudgets im Bereich Industrie 4.0, wie eine aktuelle McKinsey-Studie zeigt.

Feedback +/-

Feedback