DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Wirtschafts-NewsSchuldenkrise

Griechenland-Soli nicht notwendig

Clemens Fuest, Chef des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), fordert, den Solidaritätszuschlag in Deutschland von 5,5 auf 8 Prozent zu erhöhen. Damit soll das dritte Hilfspaket für Griechenland finanziert werden. Doch diese Forderung überzeugt nicht.

Die griechische Flagge weht vor grau-blauem Himmel.

Griechenland-Soli nicht notwendig
Köln, 22.07.2015 (iw) - In der Diskussion um eine Lösung der Griechenlandkrise gibt es nahezu täglich neue Vorschläge und Forderungen. Clemens Fuests Soli-Idee gehört dabei sicherlich zu den außergewöhnlicheren. Mit den Mehreinnahmen aus dem höheren Soli soll der deutsche Beitrag an dem 84 Milliarden schweren Hilfspaket finanziert werden.

Doch gleich drei Punkte sprechen gegen den Vorschlag:

  1. Transfer statt Kredit: Fuest geht davon aus, dass das dritte Hilfspaket nicht zurückgezahlt werden kann. Somit wäre es ein Transfer nach und kein Kredit für Griechenland. Allerdings gibt es gute Gründe, die dafür sprechen, dass die Griechen die Zahlungen aus dem Hilfspaket zurückzahlen können: Die geplanten Reformen werden die griechische Wirtschaft beleben. Weil das Land neue, verlässliche Institutionen schafft, wird das Vertrauen in den Standort wiederhergestellt und die dringend benötigten Investitionen kommen ins Land.
     
  2. Laufzeiten: Ein weiterer Grund, der gegen die Annahme spricht, dass es sich um eine Transferzahlung handelt, ist die Laufzeit. Bei sehr langen Laufzeiten –beispielsweise 30 Jahren – gibt es mehr Spielraum für wirtschaftliches Wachstum und die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass Gelder zurückgezahlt werden können. Zudem würden jährliche Ausfälle sich in einer Größenordnung bewegen, die mit dem normalen deutschen Staatshaushalt ohne große Steuererhöhungen zu stemmen sein sollten.
     
  3. Benötigte Mehreinnahmen: Selbst wenn es dazu kommt, dass Gelder aus dem dritten Hilfspaket nicht zurückgezahlt werden können, bedeutet das noch lange nicht, dass die Zahlungen komplett ausfallen. Wahrscheinlicher ist es, dass ein Teil der Summe ausfällt. Zudem ist nicht klar, warum jetzt – also ex ante – die Steuern erhöht werden sollen für eine eventuelle, der Höhe nach völlig unklare Belastung in der Zukunft. Insbesondere in einem Umfeld, in dem die Steuereinnahmen in Deutschland seit 2005 bereits um fast 38 Prozent gestiegen sind, das reale Bruttoinlandsprodukt jedoch lediglich mit gut 12 Prozent im Plus dasteht. Somit sind insbesondere Erwerbstätige bereits stark mit Steuern und Sozialabgaben belastet. Zudem laufen Steuererhöhungen konträr zu den aktuellen wirtschaftspolitischen Reformbestrebungen.

 

Im Forum zu Schuldenkrise

2 Kommentare

Griechenland-Krise: Wirtschaftsweisen legen Sondergutachten vor

WiWi Gast

Alle Achtung! Ich finds spitze, dass man in dem Gutachten auch mal eine gegensätzliche Meinung veröffentlicht und nicht wie so oft auf Biegen und Brechen ein gemeinsamer Konsenz her muss. TOP!

1 Kommentare

Griechenland-Krise und Folgen für Deutschland

WiWi Gast

Hi, Ich soll eine Ausarbeitung zu folgenden Thema machen: Ursachen der Griechenland-Krise Und der Folgen für den Euro, die EWWU und Deutschland bzw. dem deutschen Export. Für Die Themen Euro und EWWU ...

1 Kommentare

Griechische "income Balance"

jackson joe

LINK was verbirgt sich hinter dieser Bilanz? ist die Teil der Leistungs- oder Kapitalbilanz? beispielsweise portfolio investment? ich bin bis jetzt davon ausgegangen, dass sich dahinter Zahlungen ver ...

1 Kommentare

Staatsverschuldung Griechenland

patrick127

Hallo liebes Forum, ich habe mal eine Frage zur der Zusammensetzung der Staatsverschuldung von Griechenland. Ist es richtig, wenn ich sagen würde, dass die Nettoauslandsverschuldung Griechenlands v ...

1 Kommentare

Literaturempfehlung Rentensysteme (Altersarmut)

WiWi Gast

Hey, Ich suche (wie oben beschrieben) nach Literatur in der verschiedene Rentensysteme v.a. das deutsche Rentensystem beschrieben werden. Alles im Rahmen einer Wissenschaftlichen Arbeit.

5 Kommentare

Die Wahlprogramme in Kurzform

WiWi Gast

Bitte senden sie mir die wahlprogramme in kurzform.

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Schuldenkrise

Griechenland-Krise: Auf dem Weg zum Dauerkrisenherd

Nach den dramatischen Verhandlungen über die Zukunft Griechenlands ist beschlossen worden, ein neues Hilfsprogramm auf den Weg zu bringen. Was bedeutet das für die Zukunft der Eurozone insgesamt? ZEW-Präsident Fuest erläutert, was auf einen Dauerkrisenherd in Griechenland hindeutet. Vor einigen Wochen hatte der Chefökonom der ZEW mit seinem Vorschlag eines Griechenland-Solis bereits für Aufsehen gesorgt.

Präsident ifo Institut Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest

Griechenland-Soli: ZEW-Chefökonom Fuest kritisiert den Beginn einer Transferunion

Der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Prof. Dr. Clemens Fuest fordert einen klaren Ausweis der Kosten des Griechenland Hilfspakets gegenüber den Steuerzahlern. In dem neuen Hilfsprogramm sieht er den Einstieg in die Transferunion und hält die Finanzierung dafür über einen höheren Solidaritätszuschlag von 8 statt 5,5 Prozent für denkbar.

E-Book: Die griechische Tragödie

Griechenland hat bisher 325 Milliarden Euro an Krediten von den Rettungseinrichtungen der EU, dem IWF und der EZB erhalten, und doch ist die Arbeitslosenquote mehr als doppelt so hoch wie vor fünf Jahren. Die Sonderausgabe "Die griechische Tragödie" des ifo Institut für Wirtschaftsforschung München widmet sich zentralen Fragen rund um die Griechenland-Krise.

Weiteres zum Thema Wirtschafts-News

Jahreswirtschaftsbericht 2017 - Bruttoinlandsprodukt wächst um 1,4 Prozent

Nach dem Verzicht auf seine Kanzlerkandidatur stellte Sigmar Gabriel den aktuellen Jahresbericht 2017 vor. Aus dem Bericht mit dem Titel „Für inklusives Wachstum in Deutschland und Europa“ geht hervor, dass das Bundeskabinett eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Grund für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 auf 1,4 Prozent ist die geringere Anzahl von Arbeitstagen.

Wirtschaftsweisen - Der Sachverständigenrat für Wirtschaft zur wissenschaftlichen Politikberatung.

Wirtschaftsweisen legen Jahresgutachten 2016/17 »Zeit für Reformen« vor

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sein Jahresgutachten 2016/17 vorgelegt. Das Jahresgutachten trägt den Titel »Zeit für Reformen«. Das neue Jahresgutachten hat drei Schwerpunktthemen: die Bewältigung der Flüchtlingsmigration, die Stärkung der Architektur der Europäischen Währungsunion und die Schaffung von Voraussetzungen für mehr Wachstum in Deutschland.

Ein Fenster mit einem Aufkleber: Made in Germany.

Herbstprojektion 2016 der Bundesregierung - Deutsche Wirtschaft wächst solide

In der aktuellen Herbstprojektion erwartet die Bundesregierung einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt 1,8 Prozent im Jahr 2016, im Jahr 2017 um 1,4 Prozent und im Jahr 2018 um 1,6 Prozent. Die deutsche Wirtschaft wächst solide weiter, etwas weniger, als noch im Frühjahr angenommen. Der niedrige Ölpreis, der Wechselkurs und die Anstrengungen zur Bewältigung des Flüchtlingszustroms haben dazu beigetragen.

Screenshot Homepage w-wie-wachstum.de

w-wie-wachstum.de - Portal zum Thema Wirtschaftswachstum

Das Bruttoinlandsprodukt ist in Deutschland seit 1991 zwar langsamer gestiegen als im Schnitt der Industrieländer. Doch in mancherlei Hinsicht war und ist das deutsche Wachstum nachhaltiger - zum Beispiel, weil viel Geld in die Forschung fließt. Zu den Schwachstellen zählen die eher niedrige Investitionsquote und der hohe Energieverbrauch. Fakten, Analysen, Grafiken und Videos zum Thema Wachstum bietet ein neues Portal des Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Beliebtes zum Thema News

Eine Frau mit blonden, langen Haaren hält ein Handy in der Hand.

Arbeitswelt 4.0: Digitalisierung im Job belastet Familienleben und Gesundheit

Die Digitalisierung und permanente Erreichbarkeit für E-Mails und Anrufe per Smartphone belastet die Gesundheit und schadet dem Familienleben. Das Risiko an Burnout zu erkranken steigt und knapp ein Viertel der Beschäftigten fühlen sich durch die Arbeit emotional erschöpft. Dies sind Ergebnisse der Studie „Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeit auf die Gesundheit von Beschäftigten“.

Ein Mann mit Kopftaschenlampe sieht sich den Sternenhimmel an.

Digitalstrategen: Chief Digital Officer (CDO) – das Einhorn unter den Top-Managern

Das Berufsbild des Chief Digital Officer (CDO) ist brandneu. Aktuell haben erst lediglich zwei Prozent der großen Unternehmen die Position eines CDO geschaffen. Der digitale Wandel muss jedoch in der Unternehmensspitze verankert werden. Dies ist Aufgabe des Chief Digital Officers, welcher eine Digitalstrategie erarbeiten und die Digitalisierung von Unternehmen und Geschäftsmodellen vorantreiben und gestalten soll.

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Weltweite Rekord-Investitionen bis 2020 von 900 Milliarden US-Dollar pro Jahr

Für die Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette wollen branchenbezogene Unternehmen bis 2020 mehr als 900 Milliarden US-Dollar investieren. Von der Industrie 4.0 versprechen sich die Unternehmen signifikante Vorteile bei Kosten, Effizienz und Gewinn; das zeigt die neue globale Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Jahreswirtschaftsbericht 2017 - Bruttoinlandsprodukt wächst um 1,4 Prozent

Nach dem Verzicht auf seine Kanzlerkandidatur stellte Sigmar Gabriel den aktuellen Jahresbericht 2017 vor. Aus dem Bericht mit dem Titel „Für inklusives Wachstum in Deutschland und Europa“ geht hervor, dass das Bundeskabinett eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Grund für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 auf 1,4 Prozent ist die geringere Anzahl von Arbeitstagen.

Drei übereinander gestapelte Pakete von adidas,amazon und outletcity.

Unternehmensranking 2016: Die Top 100 deutschen E-Commerce-Händler

Im Bereich E-Commerce ist Amazon weiterhin der umsatzstärkste Onlinehändler in Deutschland. Mit 7,8 Mrd. Euro Umsatz befindet sich der Internet-Gigant weit vor Otto.de mit 2,3 Mrd. Euro und Zalando.de mit 1 Mrd. Euro Umsatz. Alle Top 100 E-Commerce-Händler erwirtschafteten 2015 zusammen einen Jahrsumsatz von 24,4 Mrd. Euro und eine Umsatzsteigerung von 13 Prozent. Das geht aus der aktuellen EHI-Studie "E-Commerce-Markt Deutschland 2016" hervor.

Ein Mann im grauen Pullover stützt sich auf einer Fensterbank ab und schaut nach draußen.

Beraterhonorare: Tagessätze von Unternehmensberatern gestiegen

Deutsche Unternehmensberater verzeichneten 2015 und 2016 einen Anstieg ihrer Honorare von durchschnittlich 1,3 Prozent. Für 2017 wird von einer ähnlichen Erhöhung der Tagessätze ausgegangen. In der Strategieberatung variiert der Tagessatz für einen Projektleiter der Hierarchiestufe Manager und Senior Manager über alle Größenklassen gesehen von 1.150 bis 2.275 Euro. Vergleichbare Tagessätze in der IT-Beratung liegen zwischen 950 und 1.800 Euro, wie die Studie "Honorare in der Unternehmensberatung 2015/2016" vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) zeigt.

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Viele deutsche Unternehmen ohne Strategie

Neun von zehn deutschen Unternehmen sehen Industrie 4.0 als Chance. Aber nur jedes fünfte Unternehmen hat eine Strategie und Verantwortlichkeiten für die Industrie 4.0 definiert. 44 Prozent können zudem keine Fortschritte beim Thema verzeichnen. Vorreiter investieren im Schnitt 18 Prozent ihres Forschungs- und Entwicklungsbudgets im Bereich Industrie 4.0, wie eine aktuelle McKinsey-Studie zeigt.

Feedback +/-

Feedback