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Trends der Wirtschaftsberichterstattung

Wirtschaftsberichterstattung hat in Printmedien einen höheren Stellenwert bekommen. Das Fernsehen informiert immer schlechter - Zeitungen und Zeitschriften polarisieren mittlerweile stärker als elektronische Medien.

Der Wirtschaftsteil einer Tageszeitung und eine Arbeitsmarktstatistik zur Jugendarbeitslosigkeit liegen auf einer schwarzen Computer-Tastatur.

Trends der Wirtschaftsberichterstattung
Köln, 23.10.2006 (ihk) - Wirtschaftsberichterstattung hat in Printmedien einen höheren Stellenwert bekommen. So sind Zeitungen und Zeitschriften in der Behandlung wirtschaftlicher Themen politischer geworden und polarisieren mittlerweile stärker als elektronische Medien. Zu diesem Ergebnis kommt der Ernst Schneider IHK Medienpreis der deutschen Industrie- und Handelskammern e.V. in seiner jährlichen Stellungnahme zur Behandlung von wirtschaftlichen Themen in Hörfunk, Fernsehen und Presse, die sich auf Studien, Programmbeobachtung und die Auswertung von 400 Beiträgen zum Ernst Schneider IHK Medienpreis stützt.

Vor dem Hintergrund der Bundestagswahlen im vergangenen Jahr mit der Dominanz von wirtschaftspolitischen Themen wie Steuern, Hartz IV, Arbeits- und Gesundheitskosten, Staatsfinanzen oder Rente wurde das Thema Wirtschaft nicht nur in den Leitartikeln der Wirtschaftspresse diskutiert, sondern auch nachhaltig in Tageszeitungen und General-Interest-Titeln. Die Forderungen nach wirtschaftspolitischen Reformen gingen dabei mit massiver Kritik an der Regierung einher. Im Fernsehen lässt sich dagegen feststellen, dass die zahlreichen Wirtschafts-Magazine sowohl bei den öffentlich-rechtlichen als auch den privaten Sendern Wirtschaftsthemen zunehmend auf Verbraucheraspekte reduzieren. »Diese Form der Berichterstattung ist konkret und nutzwertig, klammert aber die ebenso wichtige Aufdeckung komplexer Zusammenhänge und wirtschaftspolitischer Hintergründe aus«, kommentiert Dr. Walter Richtberg, Vorsitzender des Ernst-Schneider-Preis der deutschen Industrie- und Handelkammern e.V. »Wir würden uns in diesem Zusammenhang mehr Features und Reportagen zu aktuellen wirtschaftspolitischen Themen wünschen - warum nicht auch in Form einer Themenwoche?«, so Richtberg weiter.

Der Hörfunk bietet ein sehr heterogenes Bild. Von 500 jährlich in Deutschland produzierten Features und Hörspielen thematisiert ein wachsender Teil wirtschaftliche Zusammenhänge. Und auch am diesjährigen Wettbewerb, dessen Preisverleihung am 24. Oktober in der Philharmonie Essen stattfindet, nahmen so viele Hörfunk-Produktionen teil wie noch nie. Gleichzeitig aber wird dabei deutlich, dass wirtschaftsorientierte Beiträge auf der Mehrzahl der populären Wellen, zumal auf denen der Privatsender, trotz ihrer gesellschaftlichen Relevanz praktisch nicht zu hören sind.

Der Ernst Schneider IHK Medienpreis wird seit 1971 von den Industrie- und Handelskammern Deutschlands jährlich an Autoren verliehen. Über die Preisvergabe entscheiden unabhängige Jurys, die aus jeweils drei Angehörigen der Medien und zwei Vertretern der Wirtschaft zusammengesetzt sind. Mit dem höchstdotierten deutschen Medienpreis möchten die IHKs Autoren ermutigen, auch komplizierte Wirtschaftsthemen so darzustellen, dass wirtschaftliche Laien mehr von den Zusammenhängen und Hintergründen unserer Wirtschaftsordnung verstehen können.

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