DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Wirtschafts-News

Wirtschaftsriesen aus Schwellenländern schließen zur Weltspitze auf

Den etablierten westlichen Marktführern erwächst immer heftigere Konkurrenz durch neue Wirtschaftsriesen aus Schwellenländern. Unter 19 Neuzugängen sind auch fünf Unternehmen aus dem Mittleren Osten.

Wirtschaftsriesen Schwellenländer Weltspitze
Wirtschaftsriesen aus Schwellenländern schließen zur Weltspitze auf
München, 25.02.2009 (bcg) - Den etablierten westlichen Marktführern erwächst immer heftigere Konkurrenz durch neue Wirtschaftsriesen aus Schwellenländern. The Boston Consulting Group hat in ihrer aktuellen Studie »The 2009 BCG 100 New Global Challengers«, die auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt wurde, die hundert wichtigsten Herausforde­rer identifiziert. Die 19 Neuzugänge stammen vor allem aus China (Suntech Power, Sinosteel), Indien (Tata Chemicals, United Spirits, Vedanta Resources) und Osteuropa (Evraz Group, Gedeon Richter). Erstmals sind mit Agility, Dubai World, Emaar Properties, Emirates Airline und Etisalat auch fünf Unterneh­men aus dem Mittleren Osten vertreten.

Die von BCG identifizierten Herausforderer sind in den wachstumsstarken Heimatmärkten von BRIC-Ländern stark geworden und streben nun auch auf dem Weltmarkt an die Spitze. Auch wenn ihr Börsenwert durch die Finanzkrise im vergangenen Jahr teilweise massiv reduziert wurde, so verkörpern sie eine beeindruckende Wirtschaftskraft: Im Jahr 2007 erwirtschafteten die »BCG 100 New Global Challengers« Umsätze von mehr als 1,5 Billionen US-Dollar - was von 2005 bis 2007 einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 29 Prozent entspricht. Damit lag ihr Umsatzwachstum weit über jenem der Unternehmen, die etwa im S&P 100, Nikkei 225 oder Dax 30 gelistet sind. Mit einer Rendite von durchschnittlich 17 Prozent im Jahr 2007 wuchsen die neuen Herausforderer zudem äußerst profitabel.

Multinationale Konzerne aus Europa, den USA oder Japan sollten nicht damit rechnen, dass die Wirtschaftskrise die neue Konkurrenz aus Schwellenländern existenziell schwächt: »Selbst wenn einige der Herausforderer ins Straucheln geraten soll­ten, stehen viele andere in zweiter Reihe bereit, um ihren Platz einzunehmen«, erklärt David Michael, BCG-Senior-Partner in Peking und Studienautor. »Westliche Unternehmen, die schnell handeln, können neue Kunden, Zulieferer oder gar strategische Partner gewinnen. Wer die Herausforderer jedoch unterschätzt, dem drohen aggressive neue Konkurrenten.« Die meisten neuen Wirtschaftsriesen stammen aus China (36), gefolgt von Indien (20), Brasilien (14), Mexiko (7) und Russland (6). Erstmals haben es vier Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie ein Unterneh­men aus Kuwait auf die BCG-Liste geschafft. Dies spiegelt wider, wie schnell sich die Golfregion weg von der Ölförderung in neue Geschäftsfelder rund um Immobilien, Logistik oder Tourismus diversifiziert. Die Herausforderer repräsentieren sehr unterschiedliche Industrien: von Rohstoffen und Metallen (20 Unternehmen) über Getränke und Lebensmittel (13) bis hin zu Automobilherstellern und Komponentenzulieferern (10). Neben manchen bekannten Vertretern wie beispielsweise Chinas Lenovo Group oder Indiens Tata Group finden sich unter den »BCG 100 New Global Challengers« auch einige im Westen noch weithin unbekannte Unternehmen. Dazu zählen Agility aus Kuwait, einer der zehn weltgrößten Logistikdienstleister, sowie die Dalian Machine Tool Group, Chinas größter Werkzeughersteller.

Trotz ihrer eindrucksvollen Expansion sind die neuen Herausforderer keines­wegs immun gegenüber dem wirtschaftlichen Abschwung - wie ihre Abwertungen an der Börse belegen. Doch diese Unternehmen sind agile Meister der Wandels und passen sich geschickt und schnell an ein verändertes Umfeld an. Arindam Bhattacharya, BCG-Senior-Partner in Delhi, beschreibt dies so: »Die Herausforderer kämpfen mit einer zunehmend unberechenbaren Kostenentwicklung. Um diese in den Griff zu bekommen, optimieren sie ihre Lieferketten, breiten sich geografisch aus, verbessern ihre Produktivität, geben Kosten soweit möglich an andere weiter oder setzen auf Regierungsunterstützung. Auf diese Weise steigern die Herausforderer ihre globale Wettbewerbsfähigkeit und werden gestärkt aus der Krise hervorgehen.«

Download [PDF, 38 Seiten - 1,46 MB]
The 2009 BCG 100 New Global Challengers  

Im Forum zu

1 Kommentare

Was Ökonomen von Hirnforschern lernen

WiWi Gast

ich fands ganz interessant... falls es jemand lesen will LINK

1 Kommentare

Der Einfluss langfristiger Zinsen (Kapitalmaktzinsen ) auf die Mitglieder des Euro

Floko11

Demnächst muss ich eine Hausarbeit in meinem Leistungskurs zu dem Thema schreiben meine frage wäre ob jemand Literaturvorschläge hätte die mir weiterhelfen könnten. [%sig%]

2 Kommentare

Alternative Ökonomik: Philip Mirowskis Literatur als Einstieg in ein neues Denken

Markomata

Jungs, ihr macht einen 6-semestrigen Schnupper-Bachelor in BWL-Kram und kein Studium mit Promotion zum Raketenwissenschaftler... es ist so was von egal wo das ist.

1 Kommentare

"Totales" Durchschnittsprodukt? Verhältnis von Grenzprodukt und Durchschnittsprodukt

wiwi_Q

Hallo liebes Forum, bei Untersuchung einer partiellen Produktionsfunktion setzt man häufig Grenzprodukt und Durchschnittsprodukt eines Faktors in Beziehung, um zu sehen, welches höher liegt. Die gl ...

1 Kommentare

Neue Institutionenökonomik

JulesWe

Hallo zusammen, kennt sich hier wer besonders mit dem oben genannten Thema aus? Ich muss einen Zusammenhang zwischen der Make or Buy Entscheidung und u.a. der Transaktionskostenökonomik herstellen und ...

2 Kommentare

Macro-Frage zur Verbriefung von Krediten

Cybershot94

Servus Leute, heute haben wir eine Klausur geschrieben in Macro II und hier folgende Multiple-Choice-Frage, welche ich durchs googlen nicht beantworten konnte. Die Verbriefung von Krediten: a. mach ...

4 Kommentare

Tertiärisierung Aufgabe, Definition

rengl

Hallo an alle! Büffel gerade meinen Fragenkatalog für WWL durch und komm bei einer Frage nicht weiter ev. habt ihr eine Idee: Tertiärisierung: Welche Aussage trifft zu? Tertiärisierung ist eine Fo ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema

OECD-Wirtschaftsbericht Deutschland 2014

OECD-Wirtschaftsbericht Deutschland 2014

Der OECD-Wirtschaftsbericht Deutschland 2014 untersucht die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen, Maßnahmen und Aussichten. Der vorliegende Bericht ermutigt Deutschland zu Reformen für nachhaltiges Wachstum mit mehr sozialer Teilhabe beim Steuersystem, im Dienstleistungs- und Finanzsektor sowie auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt.

Ein Schild mit der roten Aufschrift: Komplett-Preis.

Business Technology Award 2013

Oliver Krancher (31) von der Universität Bern ist der diesjährige Gewinner des mit 7.500 Euro dotierten Business Technology Award. Mit diesem Preis zeichnet die Unternehmensberatung McKinsey & Company Nachwuchswissenschaftler für herausragende Arbeiten im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Technologie aus.

Weiteres zum Thema Wirtschafts-News

Jahreswirtschaftsbericht 2017 - Bruttoinlandsprodukt wächst um 1,4 Prozent

Nach dem Verzicht auf seine Kanzlerkandidatur stellte Sigmar Gabriel den aktuellen Jahresbericht 2017 vor. Aus dem Bericht mit dem Titel „Für inklusives Wachstum in Deutschland und Europa“ geht hervor, dass das Bundeskabinett eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Grund für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 auf 1,4 Prozent ist die geringere Anzahl von Arbeitstagen.

Wirtschaftsweisen - Der Sachverständigenrat für Wirtschaft zur wissenschaftlichen Politikberatung.

Wirtschaftsweisen legen Jahresgutachten 2016/17 »Zeit für Reformen« vor

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sein Jahresgutachten 2016/17 vorgelegt. Das Jahresgutachten trägt den Titel »Zeit für Reformen«. Das neue Jahresgutachten hat drei Schwerpunktthemen: die Bewältigung der Flüchtlingsmigration, die Stärkung der Architektur der Europäischen Währungsunion und die Schaffung von Voraussetzungen für mehr Wachstum in Deutschland.

Ein Fenster mit einem Aufkleber: Made in Germany.

Herbstprojektion 2016 der Bundesregierung - Deutsche Wirtschaft wächst solide

In der aktuellen Herbstprojektion erwartet die Bundesregierung einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt 1,8 Prozent im Jahr 2016, im Jahr 2017 um 1,4 Prozent und im Jahr 2018 um 1,6 Prozent. Die deutsche Wirtschaft wächst solide weiter, etwas weniger, als noch im Frühjahr angenommen. Der niedrige Ölpreis, der Wechselkurs und die Anstrengungen zur Bewältigung des Flüchtlingszustroms haben dazu beigetragen.

Screenshot Homepage w-wie-wachstum.de

w-wie-wachstum.de - Portal zum Thema Wirtschaftswachstum

Das Bruttoinlandsprodukt ist in Deutschland seit 1991 zwar langsamer gestiegen als im Schnitt der Industrieländer. Doch in mancherlei Hinsicht war und ist das deutsche Wachstum nachhaltiger - zum Beispiel, weil viel Geld in die Forschung fließt. Zu den Schwachstellen zählen die eher niedrige Investitionsquote und der hohe Energieverbrauch. Fakten, Analysen, Grafiken und Videos zum Thema Wachstum bietet ein neues Portal des Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Beliebtes zum Thema News

Eine Frau mit blonden, langen Haaren hält ein Handy in der Hand.

Arbeitswelt 4.0: Digitalisierung im Job belastet Familienleben und Gesundheit

Die Digitalisierung und permanente Erreichbarkeit für E-Mails und Anrufe per Smartphone belastet die Gesundheit und schadet dem Familienleben. Das Risiko an Burnout zu erkranken steigt und knapp ein Viertel der Beschäftigten fühlen sich durch die Arbeit emotional erschöpft. Dies sind Ergebnisse der Studie „Auswirkungen der Digitalisierung der Arbeit auf die Gesundheit von Beschäftigten“.

Ein Mann mit Kopftaschenlampe sieht sich den Sternenhimmel an.

Digitalstrategen: Chief Digital Officer (CDO) – das Einhorn unter den Top-Managern

Das Berufsbild des Chief Digital Officer (CDO) ist brandneu. Aktuell haben erst lediglich zwei Prozent der großen Unternehmen die Position eines CDO geschaffen. Der digitale Wandel muss jedoch in der Unternehmensspitze verankert werden. Dies ist Aufgabe des Chief Digital Officers, welcher eine Digitalstrategie erarbeiten und die Digitalisierung von Unternehmen und Geschäftsmodellen vorantreiben und gestalten soll.

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Weltweite Rekord-Investitionen bis 2020 von 900 Milliarden US-Dollar pro Jahr

Für die Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette wollen branchenbezogene Unternehmen bis 2020 mehr als 900 Milliarden US-Dollar investieren. Von der Industrie 4.0 versprechen sich die Unternehmen signifikante Vorteile bei Kosten, Effizienz und Gewinn; das zeigt die neue globale Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Jahreswirtschaftsbericht 2017 - Bruttoinlandsprodukt wächst um 1,4 Prozent

Nach dem Verzicht auf seine Kanzlerkandidatur stellte Sigmar Gabriel den aktuellen Jahresbericht 2017 vor. Aus dem Bericht mit dem Titel „Für inklusives Wachstum in Deutschland und Europa“ geht hervor, dass das Bundeskabinett eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Grund für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 auf 1,4 Prozent ist die geringere Anzahl von Arbeitstagen.

Drei übereinander gestapelte Pakete von adidas,amazon und outletcity.

Unternehmensranking 2016: Die Top 100 deutschen E-Commerce-Händler

Im Bereich E-Commerce ist Amazon weiterhin der umsatzstärkste Onlinehändler in Deutschland. Mit 7,8 Mrd. Euro Umsatz befindet sich der Internet-Gigant weit vor Otto.de mit 2,3 Mrd. Euro und Zalando.de mit 1 Mrd. Euro Umsatz. Alle Top 100 E-Commerce-Händler erwirtschafteten 2015 zusammen einen Jahrsumsatz von 24,4 Mrd. Euro und eine Umsatzsteigerung von 13 Prozent. Das geht aus der aktuellen EHI-Studie "E-Commerce-Markt Deutschland 2016" hervor.

Ein Mann im grauen Pullover stützt sich auf einer Fensterbank ab und schaut nach draußen.

Beraterhonorare: Tagessätze von Unternehmensberatern gestiegen

Deutsche Unternehmensberater verzeichneten 2015 und 2016 einen Anstieg ihrer Honorare von durchschnittlich 1,3 Prozent. Für 2017 wird von einer ähnlichen Erhöhung der Tagessätze ausgegangen. In der Strategieberatung variiert der Tagessatz für einen Projektleiter der Hierarchiestufe Manager und Senior Manager über alle Größenklassen gesehen von 1.150 bis 2.275 Euro. Vergleichbare Tagessätze in der IT-Beratung liegen zwischen 950 und 1.800 Euro, wie die Studie "Honorare in der Unternehmensberatung 2015/2016" vom Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) zeigt.

Industrie 4.0

Industrie 4.0: Viele deutsche Unternehmen ohne Strategie

Neun von zehn deutschen Unternehmen sehen Industrie 4.0 als Chance. Aber nur jedes fünfte Unternehmen hat eine Strategie und Verantwortlichkeiten für die Industrie 4.0 definiert. 44 Prozent können zudem keine Fortschritte beim Thema verzeichnen. Vorreiter investieren im Schnitt 18 Prozent ihres Forschungs- und Entwicklungsbudgets im Bereich Industrie 4.0, wie eine aktuelle McKinsey-Studie zeigt.

Feedback +/-

Feedback