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ifo-Konjunkturprognose 2006: Deutsche Wirtschaft im Aufschwung

Nach dem Rekordjahr 2004 hat die Weltwirtschaft auch in diesem Jahr mit einer Wachstumsrate von 4,3 Prozent überdurchschnittlich expandiert. Laut ifo befindet sich die deutsche Wirtschaft im konjunkturellen Aufschwung.

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ifo-Konjunkturprognose 2006: Deutsche Wirtschaft im Aufschwung
München, 28.12.2005 (ifo) - Nach dem Rekordjahr 2004 hat die Weltwirtschaft auch in diesem Jahr mit einer Wachstumsrate von 4,3 Prozent überdurchschnittlich expandiert. Der ifo-Index für das Weltwirtschaftsklima liegt weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt und ist im vierten Quartal sogar wieder leicht gestiegen. Auch andere Frühindikatoren wie die OECD leading indicators zeigen nach oben. Im nächsten Jahr dürfte die Wachstumsrate der Weltproduktion leicht höher ausfallen als in diesem Jahr.

Die Expansion der Weltwirtschaft wird an Breite gewinnen. In den Vereinigten Staaten dürfte das Bruttoinlandsprodukt zwar leicht verlangsamt steigen, in Japan und China wird die konjunkturelle Dynamik aber unverändert schwungvoll bleiben. In Europa ist eine deutliche Beschleunigung der wirtschaftlichen Aktivität zu erwarten. Im Euroraum dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt im nächsten Jahr um 2,0 Prozent steigen, nach 1,4 Prozent im laufenden Jahr.

Diese Prognose beruht auf der Annahme, dass die Rohstoff-, insbesondere die Ölpreise in etwa auf dem jetzigen hohen Niveau verharren und dass es bei den Löhnen zu keinen Zweitrundeneffekten kommt. Damit ist ein langsamer Rückgang der Inflationsraten zu erwarten, der die Zentralbanken zu keinem restriktiven Kurs zwingt, auch wenn die Zinsen im Zuge der weiteren konjunkturellen Erholung noch etwas ansteigen werden.

Die deutsche Wirtschaft ist im konjunkturellen Aufschwung. Der ifo-Geschäftsklimaindex und auch die Industrieproduktion sowie der Auftragseingang waren zuletzt deutlich aufwärts gerichtet. Im Jahresdurchschnitt 2005 dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt um 0,9 Prozent (arbeitstäglich bereinigt: 1,1%) expandiert haben, nach 1,6 Prozent im Jahr 2004. Zugpferd ist die Auslandsnachfrage, die nicht zuletzt aufgrund der dynamischen Weltkonjunktur und des wieder günstigeren Euro-Dollar-Kurses eine enorme Schubkraft entfaltet hat. Auch der Investitionsmotor ist endlich angesprungen. Allerdings kam der private Konsum noch immer nicht auf die Beine.

Im nächsten Jahr bleiben die Perspektiven für die deutsche Wirtschaft gut. Die Exporte werden angesichts des weiter günstigen internationalen Umfelds die weiterhin wichtigste Stütze der Konjunktur sein. Die Investitionen in Ausrüstungen und sonstige Anlagen dürften nicht zuletzt aufgrund der verbesserten Abschreibungsbedingungen merklich expandieren, die Bauinvestitionen werden nicht mehr weiter rückläufig sein. Auch der private Konsum wird sich etwas beleben, in der zweiten Jahreshälfte gestützt durch das Vorziehen von Käufen aufgrund der avisierten Mehrwertsteueranhebung 2007. Im Jahresdurchschnitt 2006 dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt um 1,7 Prozent steigen, kalenderbereinigt sogar um 1,9 Prozent. Da das Trendwachstum der gesamtwirtschaftlichen Produktion bei 1 Prozent liegt, wird der gesamtwirtschaftliche Auslastungsgrad spürbar zunehmen. Die Inflationsrate dürfte mit 1,7 Prozent etwas niedriger sein als in diesem Jahr (2,0 %).

Bei alledem wird sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt nur zögernd bessern. Zwar wird die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt 2006 voraussichtlich um 215.000 steigen, allerdings gehen davon allein etwa 100.000 auf die Schaffung von Zusatzjobs zurück. Die Zahl der Arbeitslosen wird im Jahresdurchschnitt um 150.000 sinken; in den Wintermonaten wird sie voraussichtlich erneut die 5-Millionen-Marke überschreiten. Die Finanzlage der öffentlichen Haushalte hat sich im Jahr 2005 nicht wesentlich entspannt. Mit einer Defizitquote von 3,6 Prozent wurde das Maastricht-Defizitkriterium zum vierten Mal in Folge überschritten. Unter Berücksichtigung der von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen dürfte auch im nächsten Jahr der Stabilität- und Wachstumspakt mit einer Defizitquote in Höhe von 3,2 Prozent verletzt werden.

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