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Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

Hi,

kurz zu meinem Werdegang:
Ich habe nach der Realschule eine Ausbildung in einem großen Industrieunternehmen (>18.000 Mitarbeiter) zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung absolviert und mich danach dafür entschieden, das Abitur auf dem 2. Bildungsweg (TO) nachzuholen.
Jetzt stehe ich kurz vor dem Abschluss und bin am überlegen, was ich danach studieren möchte.
Der Abischnitt wird vermutlich/hoffentlich zwischen 1,5-2,0 liegen, aber man weiß ja nie.
Nach langem Recherchieren und Informieren, bin ich entschlossen, entweder klassisch Jura(Heidelberg/Mannheim/Frankfurt) oder Wirtschaftsrecht an der FH Pforzheim zu studieren.

WiRe in Pforzheim fände ich eine schöne Alternative zu Jura, da das Ganze ja wesentlich kürzer geht und auch wesentlich safer ist, als klassisch Jura mit StEx. Außerdem finde ich die Kombination BWL + Jura super spannend und möchte später auch in dem wirtschaftlichen Bereich arbeiten.
Mir ist klar, dass die Studiengänge unterschiedliche berufliche Ziele haben und man mit Wirtschaftsrecht nicht zwingend mit Volljuristen um die Stellen konkurriert (kommt natürlich schon vor, aber vermutlich nicht die Regel).

Nachdem ich mir einige Forenposts dazu durchgelesen habe, scheint es so, dass man mit Wirtschaftsrecht primär die Berufsfelder WP/StB/HR/Compliance/Datenschutz/Contract-Management anstrebt.
Ich habe mich dann mal zu den verschiedenen Feldern schlau gemacht, jedoch kann ich mir zB. unter Compliance keinen konkreten Arbeitsalltag vorstellen.
WP/StB hört sich an sich schon interessant für mich an, allerdings weiß ich nicht ob ich dafür zahlenaffin genug bin.
Ich denke am liebsten wäre mir der Beruf als Unternehmensjurist bei dem dann quasi in der Rechtsabteilung eines Unternehmens arbeitet.
Dazu habe ich jedoch schon öfter gelesen, dass man dafür wohl mit Wirtschaftsrecht nicht die besten Chancen hat - stimmt das?.

TL;DR: Was habt ihr für Erfahrungen mit Wirtschaftsrecht (LL.B/LL.M) auf dem Jobmarkt gemacht und denkt ihr, dass Wirtschaftsrecht für eine Stelle in einer Rechtsabteilung realistische Chancen hat?
Falls jemand Infos/Erfahrung in einem wirtschaftsrechtlichen Bereich (WP/StB/HR/Compliance/Datenschutz/) bezüglich typischen Aufgaben, Arbeitszeit, Gehalt, Tagesablauf hat, dann würde ich mich freuen diese zu hören :).
Die meisten Forenbeiträge zu WiRe sind schon echt deprimierend.

antworten
WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

Die Entscheidung ist doch ganz einfach. Wenn du Jura in Mannheim in Betracht ziehst, dann mach dort doch einfach den Bachelor Unternehmensjurist. Da hast du alles drin was du willst, und auch alles was du brauchst, plus die maximale Flexibilität. Thread kann zu.

antworten
WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

WiWi Gast schrieb am 31.01.2021:

Die Entscheidung ist doch ganz einfach. Wenn du Jura in Mannheim in Betracht ziehst, dann mach dort doch einfach den Bachelor Unternehmensjurist. Da hast du alles drin was du willst, und auch alles was du brauchst, plus die maximale Flexibilität. Thread kann zu.

Hey, danke für die Antwort,
ja Mannheim finde ich vom Modell her sehr ansprechend, jedoch habe ich schon öfter gehört, dass durch den Bachelor die Absolventen durchschnittlich schlechter abschneiden als zB. die in Heidelberg und das Studium durch den BWL Anteil noch Zeitaufwendiger als das „klassische Jura“ ist.
Prinzipiell hast du recht, in Mannheim hätte ich die maximale Flexibilität und alles drin, aber Mannheim wäre für mich im Vergleich zu WiRe in Pforzheim unpraktischer, weil ich umziehen müsste.

Und wenn mir WiRe reichen würde, würde das die Sache einfacher machen.

antworten
WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

In Heidelberg hat vor ein paar Jahren jemand das erste Staatsexamen nach 4 Semestern geschafft. Ok, der Typ war ein Überflieger und hat nebenher auch noch Mathe studiert, aber damit zieht dein Argument mit der Studiendauer nicht.

antworten
TH5315

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

WiWi Gast schrieb am 01.02.2021:

Die Entscheidung ist doch ganz einfach. Wenn du Jura in Mannheim in Betracht ziehst, dann mach dort doch einfach den Bachelor Unternehmensjurist. Da hast du alles drin was du willst, und auch alles was du brauchst, plus die maximale Flexibilität. Thread kann zu.

Hey, danke für die Antwort,
ja Mannheim finde ich vom Modell her sehr ansprechend, jedoch habe ich schon öfter gehört, dass durch den Bachelor die Absolventen durchschnittlich schlechter abschneiden als zB. die in Heidelberg und das Studium durch den BWL Anteil noch Zeitaufwendiger als das „klassische Jura“ ist.
Prinzipiell hast du recht, in Mannheim hätte ich die maximale Flexibilität und alles drin, aber Mannheim wäre für mich im Vergleich zu WiRe in Pforzheim unpraktischer, weil ich umziehen müsste.

Und wenn mir WiRe reichen würde, würde das die Sache einfacher machen.

Ich habe WiRe auf Bachelor studiert und erfolgreich abgeschlossen. Wenn du noch jung bist, dann mach ruhig Jura. Das Standing ist besser und die Lehre viel intensiver.

Jobaussichten sind gegeben aber das Gehalt ist meistens ein Witz.
Die Kombi aus BWL und Jura hat mich damals auch gelockt allerdings ist ein BWLer mit juristischen Inhalten „ebenbürtig“. Letztendlich lässt sich feststellen, dass die BWL Inhalte deutlich zu kurz kommen.

Die kürzere Dauer sind meiner Meinung nach das einzige Argument was für ein Wirtschaftsrecht Studium spricht.

antworten
WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

WiWi Gast schrieb am 01.02.2021:

In Heidelberg hat vor ein paar Jahren jemand das erste Staatsexamen nach 4 Semestern geschafft. Ok, der Typ war ein Überflieger und hat nebenher auch noch Mathe studiert, aber damit zieht dein Argument mit der Studiendauer nicht.

Hi, allerdings ist das ja schon eher eine Ausnahme und in der Regel ist die Studienzeit ja doch beträchtlich länger. Ich würde mich jetzt auch nicht als Überflieger bezeichnen, der da jetzt in 4-5 Semestern durchsprintet.

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

TH5315 schrieb am 01.02.2021:

WiWi Gast schrieb am 01.02.2021:

Die Entscheidung ist doch ganz einfach. Wenn du Jura in Mannheim in Betracht ziehst, dann mach dort doch einfach den Bachelor Unternehmensjurist. Da hast du alles drin was du willst, und auch alles was du brauchst, plus die maximale Flexibilität. Thread kann zu.

Hey, danke für die Antwort,
ja Mannheim finde ich vom Modell her sehr ansprechend, jedoch habe ich schon öfter gehört, dass durch den Bachelor die Absolventen durchschnittlich schlechter abschneiden als zB. die in Heidelberg und das Studium durch den BWL Anteil noch Zeitaufwendiger als das „klassische Jura“ ist.
Prinzipiell hast du recht, in Mannheim hätte ich die maximale Flexibilität und alles drin, aber Mannheim wäre für mich im Vergleich zu WiRe in Pforzheim unpraktischer, weil ich umziehen müsste.

Und wenn mir WiRe reichen würde, würde das die Sache einfacher machen.

Ich habe WiRe auf Bachelor studiert und erfolgreich abgeschlossen. Wenn du noch jung bist, dann mach ruhig Jura. Das Standing ist besser und die Lehre viel intensiver.

Jobaussichten sind gegeben aber das Gehalt ist meistens ein Witz.
Die Kombi aus BWL und Jura hat mich damals auch gelockt allerdings ist ein BWLer mit juristischen Inhalten „ebenbürtig“. Letztendlich lässt sich feststellen, dass die BWL Inhalte deutlich zu kurz kommen.

Die kürzere Dauer sind meiner Meinung nach das einzige Argument was für ein Wirtschaftsrecht Studium spricht.

Hi, danke für die Antwort :). Die Module im WiRe Studiengang fand ich eigentlich alle sehr interessant, allerdings habe ich mir auch Gedanken gemacht ob man - falls einem die Juristerei liegt und Spaß macht - nicht doch Lust auf mehr Jura hat und dann letztlich doch beim Jurastudium landet. Hast du schonmal was von der FernUni Hagen gehört, bzw. der Möglichkeit dort das erste Staatsexamen trotz WiRe-Studium zu machen und würdest du das prinzipiell als Möglichkeit für dich selber sehen, um doch Volljurist zu werden und die Berufsaussichten und das Standing zu verbessern?.
Da du ja deinen Bachelor bereits abgeschlossen hast, wie geht es bei dir weiter? Bist du aktuell am Master dran/hast ihn schon, oder bist du Berufstätig. Falls du Berufstätig bist, wäre es cool, wenn du vielleicht berichten könntest, als was du arbeitest und wie für dich der Bewerbungsprozess war.

LG

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

WiWi Gast schrieb am 31.01.2021:

Hi,

kurz zu meinem Werdegang:
Ich habe nach der Realschule eine Ausbildung in einem großen Industrieunternehmen (>18.000 Mitarbeiter) zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung absolviert und mich danach dafür entschieden, das Abitur auf dem 2. Bildungsweg (TO) nachzuholen.
Jetzt stehe ich kurz vor dem Abschluss und bin am überlegen, was ich danach studieren möchte.
Der Abischnitt wird vermutlich/hoffentlich zwischen 1,5-2,0 liegen, aber man weiß ja nie.
Nach langem Recherchieren und Informieren, bin ich entschlossen, entweder klassisch Jura(Heidelberg/Mannheim/Frankfurt) oder Wirtschaftsrecht an der FH Pforzheim zu studieren.

WiRe in Pforzheim fände ich eine schöne Alternative zu Jura, da das Ganze ja wesentlich kürzer geht und auch wesentlich safer ist, als klassisch Jura mit StEx. Außerdem finde ich die Kombination BWL + Jura super spannend und möchte später auch in dem wirtschaftlichen Bereich arbeiten.
Mir ist klar, dass die Studiengänge unterschiedliche berufliche Ziele haben und man mit Wirtschaftsrecht nicht zwingend mit Volljuristen um die Stellen konkurriert (kommt natürlich schon vor, aber vermutlich nicht die Regel).

Nachdem ich mir einige Forenposts dazu durchgelesen habe, scheint es so, dass man mit Wirtschaftsrecht primär die Berufsfelder WP/StB/HR/Compliance/Datenschutz/Contract-Management anstrebt.
Ich habe mich dann mal zu den verschiedenen Feldern schlau gemacht, jedoch kann ich mir zB. unter Compliance keinen konkreten Arbeitsalltag vorstellen.
WP/StB hört sich an sich schon interessant für mich an, allerdings weiß ich nicht ob ich dafür zahlenaffin genug bin.
Ich denke am liebsten wäre mir der Beruf als Unternehmensjurist bei dem dann quasi in der Rechtsabteilung eines Unternehmens arbeitet.
Dazu habe ich jedoch schon öfter gelesen, dass man dafür wohl mit Wirtschaftsrecht nicht die besten Chancen hat - stimmt das?.

TL;DR: Was habt ihr für Erfahrungen mit Wirtschaftsrecht (LL.B/LL.M) auf dem Jobmarkt gemacht und denkt ihr, dass Wirtschaftsrecht für eine Stelle in einer Rechtsabteilung realistische Chancen hat?
Falls jemand Infos/Erfahrung in einem wirtschaftsrechtlichen Bereich (WP/StB/HR/Compliance/Datenschutz/) bezüglich typischen Aufgaben, Arbeitszeit, Gehalt, Tagesablauf hat, dann würde ich mich freuen diese zu hören :).
Die meisten Forenbeiträge zu WiRe sind schon echt deprimierend.

Werd doch einfach Anwalt mit WiRe. Wo ist das Problem?

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

Nicht jeder wohnt in Österreich

WiWi Gast schrieb am 01.02.2021:

Werd doch einfach Anwalt mit WiRe. Wo ist das Problem?

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

Es ist egal was du studierst, solange du dich später für das Berufsfeld interessierst und die grobe Richtung stimmt. Die von dir genannten Tätigkeitsfelder sind mit WiRe gut erreichbar.

Klar, mit WiRe wirst du kein Volljurist, aber willst du das wirklich? Deren Arbeit ist recht trocken und im IGM Konzern nicht unbedingt besser bezahlt.

Von dieser Konstellation in Mannheim würde ich abraten.
Ich habe einige Werdegänge zu Jura und WiRe mitverfolgt und ich würd jedem zu WiRe empfehlen. Das fängt schon während des Studiums an, durch das du entspannter jnd glücklichee durchkommst. Das sind immerhin 5 Jahre deines Lebens.
Will nicht sagen, dass die Juristen unglücklich sind, aber wenn das nicht absolut dein Ding ist, und das ist es bei den meisten nicht, dann ist wird es eine eher unglückliche Entscheidung.

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

WiWi Gast schrieb am 01.02.2021:

WiWi Gast schrieb am 31.01.2021:

Hi,

kurz zu meinem Werdegang:
Ich habe nach der Realschule eine Ausbildung in einem großen Industrieunternehmen (>18.000 Mitarbeiter) zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung absolviert und mich danach dafür entschieden, das Abitur auf dem 2. Bildungsweg (TO) nachzuholen.
Jetzt stehe ich kurz vor dem Abschluss und bin am überlegen, was ich danach studieren möchte.
Der Abischnitt wird vermutlich/hoffentlich zwischen 1,5-2,0 liegen, aber man weiß ja nie.
Nach langem Recherchieren und Informieren, bin ich entschlossen, entweder klassisch Jura(Heidelberg/Mannheim/Frankfurt) oder Wirtschaftsrecht an der FH Pforzheim zu studieren.

WiRe in Pforzheim fände ich eine schöne Alternative zu Jura, da das Ganze ja wesentlich kürzer geht und auch wesentlich safer ist, als klassisch Jura mit StEx. Außerdem finde ich die Kombination BWL + Jura super spannend und möchte später auch in dem wirtschaftlichen Bereich arbeiten.
Mir ist klar, dass die Studiengänge unterschiedliche berufliche Ziele haben und man mit Wirtschaftsrecht nicht zwingend mit Volljuristen um die Stellen konkurriert (kommt natürlich schon vor, aber vermutlich nicht die Regel).

Nachdem ich mir einige Forenposts dazu durchgelesen habe, scheint es so, dass man mit Wirtschaftsrecht primär die Berufsfelder WP/StB/HR/Compliance/Datenschutz/Contract-Management anstrebt.
Ich habe mich dann mal zu den verschiedenen Feldern schlau gemacht, jedoch kann ich mir zB. unter Compliance keinen konkreten Arbeitsalltag vorstellen.
WP/StB hört sich an sich schon interessant für mich an, allerdings weiß ich nicht ob ich dafür zahlenaffin genug bin.
Ich denke am liebsten wäre mir der Beruf als Unternehmensjurist bei dem dann quasi in der Rechtsabteilung eines Unternehmens arbeitet.
Dazu habe ich jedoch schon öfter gelesen, dass man dafür wohl mit Wirtschaftsrecht nicht die besten Chancen hat - stimmt das?.

TL;DR: Was habt ihr für Erfahrungen mit Wirtschaftsrecht (LL.B/LL.M) auf dem Jobmarkt gemacht und denkt ihr, dass Wirtschaftsrecht für eine Stelle in einer Rechtsabteilung realistische Chancen hat?
Falls jemand Infos/Erfahrung in einem wirtschaftsrechtlichen Bereich (WP/StB/HR/Compliance/Datenschutz/) bezüglich typischen Aufgaben, Arbeitszeit, Gehalt, Tagesablauf hat, dann würde ich mich freuen diese zu hören :).
Die meisten Forenbeiträge zu WiRe sind schon echt deprimierend.

Werd doch einfach Anwalt mit WiRe. Wo ist das Problem?

Das Problem ist, dass man mit dem LL.B keine Zulassung zum Rechtsanwalt bekommt => da keine 2 Staatsexamen. Somit ist man "nur" Jurist. An sich wäre das ja nicht unbedingt ein Problem (WiRe hat ja nicht das Ziel Anwälte auszubilden), jedoch höre ich jetzt immer wieder, dass von den Berufsaussichten her, von WiRe abzuraten sei. Evtl. würde mir eine Laufbahn in der UB/WP/StB/HR gefallen, jedoch kenne ich keine Leute die in diesen Bereichen arbeiten und auf Google/Yt findet man auch nicht gerade gute Einblicke in typische Aufgaben und den Arbeitsalltag.

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

WiWi Gast schrieb am 01.02.2021:

Es ist egal was du studierst, solange du dich später für das Berufsfeld interessierst und die grobe Richtung stimmt. Die von dir genannten Tätigkeitsfelder sind mit WiRe gut erreichbar.

Klar, mit WiRe wirst du kein Volljurist, aber willst du das wirklich? Deren Arbeit ist recht trocken und im IGM Konzern nicht unbedingt besser bezahlt.

Von dieser Konstellation in Mannheim würde ich abraten.
Ich habe einige Werdegänge zu Jura und WiRe mitverfolgt und ich würd jedem zu WiRe empfehlen. Das fängt schon während des Studiums an, durch das du entspannter jnd glücklichee durchkommst. Das sind immerhin 5 Jahre deines Lebens.
Will nicht sagen, dass die Juristen unglücklich sind, aber wenn das nicht absolut dein Ding ist, und das ist es bei den meisten nicht, dann ist wird es eine eher unglückliche Entscheidung.

Ich stimme dir zu, dass WiRe vermutlich deutlich "entspannter" und für mich persönlich auch mit weniger Aufwand (Umzug etc.) verbunden wäre, allerdings müsste ich mir da schon sicher sein mit den Berufsfeldern WP/StB/HR/UB/Compliance und genau da liegt mein Problem. Mir fehlen dazu einfach die Infos bzw. die Erfahrungsberichte die man eher sporadisch im Forum/Google/Yt findet und Schülerpraktika in den Bereichen kann man vergessen. Ich denke wenn man Volljurist ist, muss die Arbeit nicht zwigend trocken sein, wobei trocken ja auch wieder im Auge des Betrachters liegt.

Man kann mit entsprechenden Vertiefungen und Weiterbildungen ja sicherlich auch in ähnliche Bereiche wie mit dem WiRe-Studium. Nur dann vermutlich mit besseren Einstellungschancen zB. in Rechtsabteilungen von Unternehmen.

Wenn ich mir bei den Berufsbildern sicher wäre, würde ich mich vermutlich für WiRe entscheiden.

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

WiWi Gast schrieb am 01.02.2021:

Hi,

kurz zu meinem Werdegang:
Ich habe nach der Realschule eine Ausbildung in einem großen Industrieunternehmen (>18.000 Mitarbeiter) zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung absolviert und mich danach dafür entschieden, das Abitur auf dem 2. Bildungsweg (TO) nachzuholen.
Jetzt stehe ich kurz vor dem Abschluss und bin am überlegen, was ich danach studieren möchte.
Der Abischnitt wird vermutlich/hoffentlich zwischen 1,5-2,0 liegen, aber man weiß ja nie.
Nach langem Recherchieren und Informieren, bin ich entschlossen, entweder klassisch Jura(Heidelberg/Mannheim/Frankfurt) oder Wirtschaftsrecht an der FH Pforzheim zu studieren.

WiRe in Pforzheim fände ich eine schöne Alternative zu Jura, da das Ganze ja wesentlich kürzer geht und auch wesentlich safer ist, als klassisch Jura mit StEx. Außerdem finde ich die Kombination BWL + Jura super spannend und möchte später auch in dem wirtschaftlichen Bereich arbeiten.
Mir ist klar, dass die Studiengänge unterschiedliche berufliche Ziele haben und man mit Wirtschaftsrecht nicht zwingend mit Volljuristen um die Stellen konkurriert (kommt natürlich schon vor, aber vermutlich nicht die Regel).

Nachdem ich mir einige Forenposts dazu durchgelesen habe, scheint es so, dass man mit Wirtschaftsrecht primär die Berufsfelder WP/StB/HR/Compliance/Datenschutz/Contract-Management anstrebt.
Ich habe mich dann mal zu den verschiedenen Feldern schlau gemacht, jedoch kann ich mir zB. unter Compliance keinen konkreten Arbeitsalltag vorstellen.
WP/StB hört sich an sich schon interessant für mich an, allerdings weiß ich nicht ob ich dafür zahlenaffin genug bin.
Ich denke am liebsten wäre mir der Beruf als Unternehmensjurist bei dem dann quasi in der Rechtsabteilung eines Unternehmens arbeitet.
Dazu habe ich jedoch schon öfter gelesen, dass man dafür wohl mit Wirtschaftsrecht nicht die besten Chancen hat - stimmt das?.

TL;DR: Was habt ihr für Erfahrungen mit Wirtschaftsrecht (LL.B/LL.M) auf dem Jobmarkt gemacht und denkt ihr, dass Wirtschaftsrecht für eine Stelle in einer Rechtsabteilung realistische Chancen hat?
Falls jemand Infos/Erfahrung in einem wirtschaftsrechtlichen Bereich (WP/StB/HR/Compliance/Datenschutz/) bezüglich typischen Aufgaben, Arbeitszeit, Gehalt, Tagesablauf hat, dann würde ich mich freuen diese zu hören :).
Die meisten Forenbeiträge zu WiRe sind schon echt deprimierend.

Werd doch einfach Anwalt mit WiRe. Wo ist das Problem?

Das Problem ist, dass man mit dem LL.B keine Zulassung zum Rechtsanwalt bekommt => da keine 2 Staatsexamen. Somit ist man "nur" Jurist. An sich wäre das ja nicht unbedingt ein Problem (WiRe hat ja nicht das Ziel Anwälte auszubilden), jedoch höre ich jetzt immer wieder, dass von den Berufsaussichten her, von WiRe abzuraten sei. Evtl. würde mir eine Laufbahn in der UB/WP/StB/HR gefallen, jedoch kenne ich keine Leute die in diesen Bereichen arbeiten und auf Google/Yt findet man auch nicht gerade gute Einblicke in typische Aufgaben und den Arbeitsalltag.

Ok ja, das wusste ich nicht. In Österreich kann man mit WiRe problemlos Anwalt werden

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

WiWi Gast schrieb am 01.02.2021:

Ich stimme dir zu, dass WiRe vermutlich deutlich "entspannter" und für mich persönlich auch mit weniger Aufwand (Umzug etc.) verbunden wäre, allerdings müsste ich mir da schon sicher sein mit den Berufsfeldern WP/StB/HR/UB/Compliance und genau da liegt mein Problem. Mir fehlen dazu einfach die Infos bzw. die Erfahrungsberichte die man eher sporadisch im Forum/Google/Yt findet und Schülerpraktika in den Bereichen kann man vergessen. Ich denke wenn man Volljurist ist, muss die Arbeit nicht zwigend trocken sein, wobei trocken ja auch wieder im Auge des Betrachters liegt.

Man kann mit entsprechenden Vertiefungen und Weiterbildungen ja sicherlich auch in ähnliche Bereiche wie mit dem WiRe-Studium. Nur dann vermutlich mit besseren Einstellungschancen zB. in Rechtsabteilungen von Unternehmen.

Wenn ich mir bei den Berufsbildern sicher wäre, würde ich mich vermutlich für WiRe entscheiden.

Also vor allem bei tax/audit/HR/UB findest du hier/auf youtube/google doch tausende von Erfahrungsberichten bzw. Arbeitsalltage, bei compliance/contract management gebe ich dir aber recht

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

WiWi Gast schrieb am 01.02.2021:

Ich stimme dir zu, dass WiRe vermutlich deutlich "entspannter" und für mich persönlich auch mit weniger Aufwand (Umzug etc.) verbunden wäre, allerdings müsste ich mir da schon sicher sein mit den Berufsfeldern WP/StB/HR/UB/Compliance und genau da liegt mein Problem. Mir fehlen dazu einfach die Infos bzw. die Erfahrungsberichte die man eher sporadisch im Forum/Google/Yt findet und Schülerpraktika in den Bereichen kann man vergessen. Ich denke wenn man Volljurist ist, muss die Arbeit nicht zwigend trocken sein, wobei trocken ja auch wieder im Auge des Betrachters liegt.

Man kann mit entsprechenden Vertiefungen und Weiterbildungen ja sicherlich auch in ähnliche Bereiche wie mit dem WiRe-Studium. Nur dann vermutlich mit besseren Einstellungschancen zB. in Rechtsabteilungen von Unternehmen.

Wenn ich mir bei den Berufsbildern sicher wäre, würde ich mich vermutlich für WiRe entscheiden.

Also vor allem bei tax/audit/HR/UB findest du hier/auf youtube/google doch tausende von Erfahrungsberichten bzw. Arbeitsalltage, bei compliance/contract management gebe ich dir aber recht

Ja ich muss zugeben, bei Tax/Audit/HR und besonders auch UB findet man eigentlich echt genug Einblicke und Berichte, da war ich wohl etwas zu voreilig. Compliance fände ich persönlich auch sehr spannend jedoch ist da Infomaterial rar.
Tax und Audit finde ich etwas schwerer greifbar, aber gehe ich richtig in der Annahme, dass man gerade bei Audit/WP viel unterwegs bzw. Vorort beim Mandaten/Kunden ist?

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

TE hier:
Kann jemand Erfahrungen bezüglich Berufsaussichten nach dem Studium und on the Job berichten?

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

WiWi Gast schrieb am 02.02.2021:

TE hier:
Kann jemand Erfahrungen bezüglich Berufsaussichten nach dem Studium und on the Job berichten?

Ich bin Absolvent des LL.B. und LL.M. an der Universität Mannheim. Besonders der Bachelor ist sehr intensiv und aufwendig. Der Master dagegen super entspannt und problemlos mit hervorragenden Noten abschließbar.
Gut wäre es allerdings, wenn du schnell rausfindest, in welchem Bereich du dich eher sehen wirst. Mannheim bietet hier sowohl Tax als auch HR als Schwerpunkte an und vor allem im Master die relevanten juristischen Module dazu. Machst du nebenbei noch relevante Praktika oder Werkstudententätigkeiten, sind die Berufsaussichten definitiv rosig. Es gibt mittlerweile viele Stellenbeschreibungen, besonders im HR, die auch einen wirtschaftsrechtlichen Hintergrund bevorzugen.

Viele von meinen Kommilitonen haben im Tax bei EY, PWC etc. oder in größeren HR-Abteilungen angefangen. Den Unternehmen wird immer mehr bewusst, dass es sich lohnt auf (Wirtschafts-)Juristen zu setzen. Warum? Klarer Kostenfaktor, ein Volljurist verlangt immer ein höheres Gehalt allein schon aufgrund der längeren Ausbildungszeit, und auch durch die jeweilige Spezialisierung. Nach dem 2.Staatsexamen haben Volljuristen nicht zwingend einen besseren Durchblick im relevanten Bereich, sondern erreichen diesen oftmals erst durch Praxiserfahrung oder den Fachanwalt. Die Zusatzqualifikation des Volljuristen ist vor allem auf Unternehmensebene "unnötig", denn in erster Instanz darf sich jeder vor Gericht selbst vertreten. Erst in der zweiten Instanz herrscht Anwaltszwang und da darf sich das Unternehmen dann nicht selbst vertreten lassen sondern muss ohnehin auf eine externe Kanzlei zugreifen.

Ich kann daher definitiv für Mannheim sprechen. Schaue doch einfach mal auf LinkedIN, welche Profile die Absolventen des LL.M. der Uni Mannheim haben und wie sich der Werdegang gestaltet hat.

antworten
WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

WiWi Gast schrieb am 04.02.2021:

TE hier:
Kann jemand Erfahrungen bezüglich Berufsaussichten nach dem Studium und on the Job berichten?

Ich bin Absolvent des LL.B. und LL.M. an der Universität Mannheim. Besonders der Bachelor ist sehr intensiv und aufwendig. Der Master dagegen super entspannt und problemlos mit hervorragenden Noten abschließbar.
Gut wäre es allerdings, wenn du schnell rausfindest, in welchem Bereich du dich eher sehen wirst. Mannheim bietet hier sowohl Tax als auch HR als Schwerpunkte an und vor allem im Master die relevanten juristischen Module dazu. Machst du nebenbei noch relevante Praktika oder Werkstudententätigkeiten, sind die Berufsaussichten definitiv rosig. Es gibt mittlerweile viele Stellenbeschreibungen, besonders im HR, die auch einen wirtschaftsrechtlichen Hintergrund bevorzugen.

Viele von meinen Kommilitonen haben im Tax bei EY, PWC etc. oder in größeren HR-Abteilungen angefangen. Den Unternehmen wird immer mehr bewusst, dass es sich lohnt auf (Wirtschafts-)Juristen zu setzen. Warum? Klarer Kostenfaktor, ein Volljurist verlangt immer ein höheres Gehalt allein schon aufgrund der längeren Ausbildungszeit, und auch durch die jeweilige Spezialisierung. Nach dem 2.Staatsexamen haben Volljuristen nicht zwingend einen besseren Durchblick im relevanten Bereich, sondern erreichen diesen oftmals erst durch Praxiserfahrung oder den Fachanwalt. Die Zusatzqualifikation des Volljuristen ist vor allem auf Unternehmensebene "unnötig", denn in erster Instanz darf sich jeder vor Gericht selbst vertreten. Erst in der zweiten Instanz herrscht Anwaltszwang und da darf sich das Unternehmen dann nicht selbst vertreten lassen sondern muss ohnehin auf eine externe Kanzlei zugreifen.

Ich kann daher definitiv für Mannheim sprechen. Schaue doch einfach mal auf LinkedIN, welche Profile die Absolventen des LL.M. der Uni Mannheim haben und wie sich der Werdegang gestaltet hat.

Weil ich das schon öfters hier im Forum gelesen habe, dass Syndikusanwälte den Arbeitgeber, also das Unternehmen, nicht selbst vor Gerichtsinstanzen vertreten dürfen, bei denen Anwaltszwang herrscht. Ich bin selbst Volljurist und diese Rechtsansicht stimmt zwar, allerdings nur für die alte Rechtslage. In 2016 gab es ein Gesetz für die Regelung von Syndikusanwälten und da wurde deren Kompetenz im Unternehmen in Abgrenzung zu Nichtanwälten erweitert. Es gibt seit 2016 die Möglichkeit einer sog. Doppelzulassung, d.h. ein und derselbse Volljurist ist sowohl als Syndikusrechtsanwalt und als "normaler" Rechtsanwalt zugelassen. In seiner Funktion als Syndikusanwalt darf er den Arbeitgeber weiterhin nicht vor Gerichtsinstanzen mit Anwaltszwang vertreten, in seiner Funktion als "normaler" Rechtsanwalt darf er es aber jetzt. Diese Doppelzulassung nehmen sich auch über 90 % der neu zugelassenen Syndikusanwälte, weil das bis auf ein paar Euro mehr Anmeldegebühr bei der Anwaltskammer keine Nachteile hat.

Also das kann für den Arbeitgeber durchaus eine Rolle spielen, ob derjenige in seiner Rechtsabteilung eine Anwaltszulassung hat oder nicht. Vor allem auch aus der Praxis raus, ist es in Rechtsabteilungen so, dass dort zu den grundlegenden Aufgaben auch die Begleitung von Gerichtsprozessen gehört, selbst wenn die von einer externen Kanzlei durchgeführt werden. Das ist ohne vertiefte Prozessrechtskenntnisse so nicht möglich, also ich brauche in meiner täglichen Arbeit schon auch immer mal wieder den Kram aus dem Referendariat und dem 2. Stex.

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

WiWi Gast schrieb am 06.02.2021:

TE hier:
Kann jemand Erfahrungen bezüglich Berufsaussichten nach dem Studium und on the Job berichten?

Ich bin Absolvent des LL.B. und LL.M. an der Universität Mannheim. Besonders der Bachelor ist sehr intensiv und aufwendig. Der Master dagegen super entspannt und problemlos mit hervorragenden Noten abschließbar.
Gut wäre es allerdings, wenn du schnell rausfindest, in welchem Bereich du dich eher sehen wirst. Mannheim bietet hier sowohl Tax als auch HR als Schwerpunkte an und vor allem im Master die relevanten juristischen Module dazu. Machst du nebenbei noch relevante Praktika oder Werkstudententätigkeiten, sind die Berufsaussichten definitiv rosig. Es gibt mittlerweile viele Stellenbeschreibungen, besonders im HR, die auch einen wirtschaftsrechtlichen Hintergrund bevorzugen.

Viele von meinen Kommilitonen haben im Tax bei EY, PWC etc. oder in größeren HR-Abteilungen angefangen. Den Unternehmen wird immer mehr bewusst, dass es sich lohnt auf (Wirtschafts-)Juristen zu setzen. Warum? Klarer Kostenfaktor, ein Volljurist verlangt immer ein höheres Gehalt allein schon aufgrund der längeren Ausbildungszeit, und auch durch die jeweilige Spezialisierung. Nach dem 2.Staatsexamen haben Volljuristen nicht zwingend einen besseren Durchblick im relevanten Bereich, sondern erreichen diesen oftmals erst durch Praxiserfahrung oder den Fachanwalt. Die Zusatzqualifikation des Volljuristen ist vor allem auf Unternehmensebene "unnötig", denn in erster Instanz darf sich jeder vor Gericht selbst vertreten. Erst in der zweiten Instanz herrscht Anwaltszwang und da darf sich das Unternehmen dann nicht selbst vertreten lassen sondern muss ohnehin auf eine externe Kanzlei zugreifen.

Ich kann daher definitiv für Mannheim sprechen. Schaue doch einfach mal auf LinkedIN, welche Profile die Absolventen des LL.M. der Uni Mannheim haben und wie sich der Werdegang gestaltet hat.

Weil ich das schon öfters hier im Forum gelesen habe, dass Syndikusanwälte den Arbeitgeber, also das Unternehmen, nicht selbst vor Gerichtsinstanzen vertreten dürfen, bei denen Anwaltszwang herrscht. Ich bin selbst Volljurist und diese Rechtsansicht stimmt zwar, allerdings nur für die alte Rechtslage. In 2016 gab es ein Gesetz für die Regelung von Syndikusanwälten und da wurde deren Kompetenz im Unternehmen in Abgrenzung zu Nichtanwälten erweitert. Es gibt seit 2016 die Möglichkeit einer sog. Doppelzulassung, d.h. ein und derselbse Volljurist ist sowohl als Syndikusrechtsanwalt und als "normaler" Rechtsanwalt zugelassen. In seiner Funktion als Syndikusanwalt darf er den Arbeitgeber weiterhin nicht vor Gerichtsinstanzen mit Anwaltszwang vertreten, in seiner Funktion als "normaler" Rechtsanwalt darf er es aber jetzt. Diese Doppelzulassung nehmen sich auch über 90 % der neu zugelassenen Syndikusanwälte, weil das bis auf ein paar Euro mehr Anmeldegebühr bei der Anwaltskammer keine Nachteile hat.

Also das kann für den Arbeitgeber durchaus eine Rolle spielen, ob derjenige in seiner Rechtsabteilung eine Anwaltszulassung hat oder nicht. Vor allem auch aus der Praxis raus, ist es in Rechtsabteilungen so, dass dort zu den grundlegenden Aufgaben auch die Begleitung von Gerichtsprozessen gehört, selbst wenn die von einer externen Kanzlei durchgeführt werden. Das ist ohne vertiefte Prozessrechtskenntnisse so nicht möglich, also ich brauche in meiner täglichen Arbeit schon auch immer mal wieder den Kram aus dem Referendariat und dem 2. Stex.

Sehr interessant mit dem Gesetz aus 2016, das kannte ich so noch nicht! Da stimm ich dir definitiv zu, dass es sich für den Arbeitgeber in der Hinsicht lohnt einen Volljuristen einzustellen. In den meisten Fällen wird allerdings trotzdem einfach aus Kapazitätsgründen auf externe Kanzleien zurückgegriffen. Ich kann hier nur aus dem Arbeitsrecht berichten, aber die Mitarbeiter in den Arbeitsrechtsabteilungen sind ohnehin schon gut beschäftigt mit den täglich anfallenden Aufgaben, da sind häufig auftretende Gerichtsprozesse zum Teil dann einfach zu stressig. Zudem enden die meisten Fälle (im Arbeitsrecht) im Vergleich in der 1. Instanz.

Ohnehin bin ich davon überzeugt, dass es hier einfach die gute Mischung macht - Volljuristen als Syndikus in Rechtsabteilungen die sich eher auf die prozessrechtlichen Anfragen konzentrieren und zusätzlich dazu LL.B. oder LL.M. Absolventen die die wirtschaftsrechtlicheren Aufgaben betreuen. Schaut man zudem aktuell in ausgeschriebene Stellenanzeigen, die auf das Arbeitsrecht im Unternehmen ausgerichtet sind, findet man auch immer mehr den wirtschaftsrechtlichen akademischen Hintergrund - die Unternehmen passen sich also auch an und wollen hier (wie bereits oben geschrieben) natürlich vor allem Personalkosten einsparen. Natürlich ist die gerichtliche Vertretung ein durchaus wichtiger Punkt, in meinen Augen zählen aber viel mehr Skills wie beispielsweise Verhandlungsgeschick und präzises Recherchieren und Arbeiten - und das weisen definitiv auch Juristen mit LL.B. oder LL.M. Abschluss auf.

Um nochmal auf das ursprüngliche Thema zurückzukommen: jeder sollte sich bewusst sein, wie anspruchsvoll und anstrengend der Weg zum Volljuristen sein kann - wer also die Befähigung zum Richteramt (die man mit dem 2. Stex erhält) nicht zwingend benötigt, sollte sich wirklich gut überlegen, ob es dann nicht auch gleich ein wirtschaftlich ausgerichteter LL.B. oder LL.M. sein kann. Deutlich entspannter und (zumindest in meinen Augen) mindestens genauso gute Berufsaussichten in der Wirtschaft wie Volljuristen.

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

Studiert Wirtschaftsrecht nicht. Ihr werdet in einer Sinnkrise enden und wenn ihr den Bachelor habt , dann werdet ihr eure naive Entscheidung bereuen. Viele die Wirtschaftsrecht studieren, studieren danach Jura. Dieses Studium ist eher ein Klotz am Beim als eine Hilfe. Ich zum Beispiel habe das Studium beendet und weiß nicht was ich machen soll.

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

Meinem Vorschreiber stimme ich zu. Ich habe auch Wirtschaftsrecht studiert und mich danach noch entschieden Jura zu studieren. Ich würde auch keinem raten Wirtschaftsrecht zu studieren, ganz ehrlich.
Nach meiner Erfahrung sieht das ganze so aus: Unternehmen, die einen Juristen haben wollen, stellen Volljuristen ein. Davon gibt es eine Menge und die bekommt man auch relativ "günstig", wenn sie unterdurchschnittliche Staatsexamina haben.
Unternehmen, die auf betriebswirtschaftlicher Ebene suchen, stellen BWLer ein. Der Wirtschaftsrechtler hat weder das tiefe Wissen eines Volljuristen, noch eines BWLers. Und das wissen Unternehmen auch. Ich habe es bei einer Freundin selbst miterlebt. Die hat monatelang Bewerbungen geschrieben und hat nichts bekommen. Nichts. Obwohl sie sehr gute Noten hatte.

Aus meinem damaligen Umfeld der Wirtschaftsrechts-Absolventen sind Kommilitonen wie folgt untergekommen:

  1. die, die Beziehungen hatten (Vit B) sind sofort in dem Vit B-Bereich eingestiegen.
  2. ein paar haben bei mittelständischen Unternehmen Praktika gemacht, und sind dort übernommen worden. Viele andere sind bei ihren Praktika-Stellen nicht übernommen worden.
  3. ein Teil hat schlecht bezahlte Jobs angenommen (Sachbearbeiter in einer Kanzlei etc)
  4. ein sehr großer Teil hat sich umorientiert, BWL studiert, einen BWL bzw. Finance Master gemacht und danach einen Einstieg im BWL-Bereich gefunden
  5. ein weiterer großer Teil hat lange nichts gefunden, ist über Zeitarbeit letztlich untergekommen, oder hat unbezahlte Praktika in einem Unternehmen angenommen in der Hoffnung, später dort einsteigen zu können.

Jeder in meinem Umfeld, der mich fragt, ob er Wirtschaftsrecht oder Jura studieren soll, bekommt folgende Antwort: Jura, aber nur, wenn du bereit bist, dich voll reinzuhängen, stundenlanges Lernen nicht scheust, dich die Themen wirklich interessieren, und ganz wichtig: du Druck aushalten und Rückschläge einstecken kannst.

Das ist meine persönliche Meinung, und ich will meine Meinung zu Wirtschaftsrecht nicht verallgemeinern. Ich kenne auch Leute, die sehr erfolgreich wurden nach dem Studium. Die sich bei Mittelständlern hochgearbeitet haben, die (zwar über Vit. B) zu Wirtschaftsprüfungsgesellschaften kamen und ihren Steuerberater machten. Vor allem im Steuer- und Finance-Bereich sind Leute gesucht, und da kommt man auch als Wirtschaftsrechtler sehr gut unter.
Aber in WiRe kannst und wirst du nie die Expertise haben, die ein Volljurist hat.

Daher meine Meinung: wenn Recht, dann Jura. Aber dann voll reinhängen.

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

WiWi Gast schrieb am 31.01.2021:

Hi,

kurz zu meinem Werdegang:
Ich habe nach der Realschule eine Ausbildung in einem großen Industrieunternehmen (>18.000 Mitarbeiter) zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung absolviert und mich danach dafür entschieden, das Abitur auf dem 2. Bildungsweg (TO) nachzuholen.
Jetzt stehe ich kurz vor dem Abschluss und bin am überlegen, was ich danach studieren möchte.
Der Abischnitt wird vermutlich/hoffentlich zwischen 1,5-2,0 liegen, aber man weiß ja nie.
Nach langem Recherchieren und Informieren, bin ich entschlossen, entweder klassisch Jura(Heidelberg/Mannheim/Frankfurt) oder Wirtschaftsrecht an der FH Pforzheim zu studieren.

WiRe in Pforzheim fände ich eine schöne Alternative zu Jura, da das Ganze ja wesentlich kürzer geht und auch wesentlich safer ist, als klassisch Jura mit StEx. Außerdem finde ich die Kombination BWL + Jura super spannend und möchte später auch in dem wirtschaftlichen Bereich arbeiten.
Mir ist klar, dass die Studiengänge unterschiedliche berufliche Ziele haben und man mit Wirtschaftsrecht nicht zwingend mit Volljuristen um die Stellen konkurriert (kommt natürlich schon vor, aber vermutlich nicht die Regel).

Nachdem ich mir einige Forenposts dazu durchgelesen habe, scheint es so, dass man mit Wirtschaftsrecht primär die Berufsfelder WP/StB/HR/Compliance/Datenschutz/Contract-Management anstrebt.
Ich habe mich dann mal zu den verschiedenen Feldern schlau gemacht, jedoch kann ich mir zB. unter Compliance keinen konkreten Arbeitsalltag vorstellen.
WP/StB hört sich an sich schon interessant für mich an, allerdings weiß ich nicht ob ich dafür zahlenaffin genug bin.
Ich denke am liebsten wäre mir der Beruf als Unternehmensjurist bei dem dann quasi in der Rechtsabteilung eines Unternehmens arbeitet.
Dazu habe ich jedoch schon öfter gelesen, dass man dafür wohl mit Wirtschaftsrecht nicht die besten Chancen hat - stimmt das?.

TL;DR: Was habt ihr für Erfahrungen mit Wirtschaftsrecht (LL.B/LL.M) auf dem Jobmarkt gemacht und denkt ihr, dass Wirtschaftsrecht für eine Stelle in einer Rechtsabteilung realistische Chancen hat?
Falls jemand Infos/Erfahrung in einem wirtschaftsrechtlichen Bereich (WP/StB/HR/Compliance/Datenschutz/) bezüglich typischen Aufgaben, Arbeitszeit, Gehalt, Tagesablauf hat, dann würde ich mich freuen diese zu hören :).
Die meisten Forenbeiträge zu WiRe sind schon echt deprimierend.

In Österreich: Ja (weil Volljurist). In Deutschland: Eher nicht

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

Wirtschaftsjurist ist eigentlich nur für Personen, die ins Steuerbüro wollen und später den Steuerberater machen möchten, meine Meinung.

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WiWi Gast

Wirtschaftsrecht - Das richtige Studium?

Na ja, ganz so schlecht ist der Wirtschaftsjurist nicht. In Behörden wird er gesucht, dann habe ich auch Stellenausschreibungen für Beteiligungscontrolling gesehen sowie ist er der Klassiker für Steuerkanzleien.

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