DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
WirtschaftssimulationenWirtschaftswissen

Wirtschaftswissen junger Leute mit bedenklichen Lücken

Das Interesse der Jugendlichen an Wirtschaft hat in den letzten Jahren wieder zugenommen und ökonomisches Wissen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Obwohl sich die Wirtschaftskenntnisse junger Leute deutlich verbessert haben, weist ihr ökonomisches Wissen noch immer bedenkliche Lücken auf. So zeigt ein Index des Bankenverbandes, dass vier von zehn jungen Befragten nur schlechte oder sehr schlechte Kenntnisse haben.

Der Wirtschaftsteil einer Tageszeitung und eine Arbeitsmarktstatistik zur Jugendarbeitslosigkeit liegen auf einer schwarzen Computer-Tastatur.

Wirtschaftswissen junger Leute mit bedenklichen Lücken
Berlin, 13.08.2015 (bdb) - „Digitalisierung ist bei jungen Leuten ein absolutes Positiv-Thema: Fast drei Viertel der 14- bis 24-Jährigen sehen in Internet und Digitalisierung hauptsächlich Vorteile für die Gesellschaft, für sich persönlich sogar 85 %“, stellt Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, bei der Vorstellung der aktuellen Jugendstudie fest. Das bedeute aber keineswegs, dass   Jugendliche und junge Erwachsene sorglos mit dem Internet umgehen würden, „denn 6 von 10 jungen Befragten (63 %)“, so Kemmer zu einem weiteren Ergebnis der repräsentativen Studie, „haben ein ´ungutes Gefühl`, wenn sie persönliche Daten im Internet angeben müssen.“

„Die jungen Leute sind sich also des Risikos eines Missbrauchs ihrer Daten durchaus bewusst“, stellt Kemmer fest. Neun von zehn der Befragten sei daher die Sicherheit ihrer persönlichen Daten im Netz „sehr wichtig“ (63 %) oder zumindest „wichtig“ (28 %). Ein Signal für die weitere digitale Entwicklung im Bankgeschäft ist das Ergebnis, wonach junge Leute inzwischen häufiger „sicheres Online-Banking“ für ein sehr wichtiges Kriterium (53 %) für die Wahl ihrer Bank halten als die Nähe zu ihrer Filiale (43 %). Kemmer: „Das zeigt, in welche Richtung sich die Banken weiterentwickeln müssen. Viele Kundenkontakte sind heute schon digital, und künftig werden es noch mehr sein. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Bankfiliale völlig verschwinden wird.“ Selbst von den 14- bis 24-jährigen Kunden besuche noch immer mehr als die Hälfte (56 %) mindestens einmal im Monat die Filiale oder den SB-Bereich ihrer Bank.

Positiv bewertet Kemmer, dass das Interesse der Jugendlichen an Wirtschaft in den letzten Jahren wieder zugenommen hat. Rund ein Drittel (34 %) der Jugendlichen und jungen Erwachsenen interessiere sich stark oder sehr stark für wirtschaftliche Themen. 2012 waren nur 22 % der Befragten an Wirtschaftsthemen interessiert. „Damals haben wir deutlich die Folgen der Finanzmarktkrise gespürt. Die komplexen und für viele nur schwer verständlichen Negativthemen hatten viele Jugendliche eher abgeschreckt, sich mit ökonomischen Fragen und Finanzthemen zu befassen“, bewertet Kemmer diese Entwicklung.

Obwohl sich die Wirtschaftskenntnisse der jungen Leute nun deutlich verbessert haben, weist ihr ökonomisches Wissen noch immer bedenkliche Lücken auf. So zeigt ein auf sieben Wissensfragen basierender Index des Bankenverbandes, dass vier von zehn jungen Befragten (39 %) auf diesem Feld nur schlechte oder gar sehr schlechte Kenntnisse haben.

Deshalb findet es Kemmer richtig und wichtig, dass sich die große Mehrheit (81 %) der Jugendlichen und jungen Erwachsenen auch selbst mehr „Wirtschaft in der Schule“ und ein eigenes Schulfach Wirtschaft (73 %) wünscht. „Der Bankenverband setzt sich seit fast 30 Jahren für ein solches Fach ein. In einigen Bundesländern gibt es zwar Schritte in die richtige Richtung, aber die bundesweite Einführung eines verpflichtenden Schulfachs ist leider noch immer nicht in Sicht“, bedauert Kemmer.

Dabei gewinne ökonomisches Wissen immer mehr an Bedeutung: „Die jungen Menschen müssen gewappnet sein, um als ´mündige Verbraucher`– und auch als Bankkunden - ihre finanziellen Entscheidungen treffen zu können.“ Denn nur wer die alltäglichen wirtschaftlichen Vorgänge um sich herum verstehe, könne sein Leben eigenverantwortlich gestalten und sinnvolle Konsum- und Anlageentscheidungen treffen.

Vor diesem Hintergrund hat der Bankenverband in seiner Studie auch die Finanzkultur und das Finanzverhalten der jungen Generation untersucht. Ein wichtiges Ergebnis: Jugendliche kümmern sich gern um ihr Geld; sie tun dies aber eher spontan und unregelmäßig. Zwei Drittel der jungen Leute (65 %) macht es nach eigenen Angaben Spaß, sich mit ihren Finanzen zu befassen.

Und: Die Jugendlichen sind trotz Niedrigzinsen eifrige Sparer, die regelmäßig und ihrem Budget entsprechend durchaus ansehnliche Beträge zurücklegen. Über die Hälfte der jungen Leute (53 %) spart regelmäßig, ein weiteres Drittel (32 %) noch sporadisch „ab und zu“. Dabei legen die 21- bis 24-Jährigen durchschnittlich immerhin 236 € im Monat zurück, bei den 14- bis 17-Jährigen sind es durchschnittlich 36 € im Monat. „Und das, obwohl in der aktuellen und historischen Niedrigzinsphase natürlich auch viele daran zweifeln, ob sich Sparen wirklich noch lohnt.“

Download Jugendstudie 2015 [PDF, 38 Seiten - 264 KB]
https://bankenverband.de/files/Charts_Jugendstudie.pdf


Die aktuelle Studie zur Digitalisierung, zum Wirtschaftsverständnis und zur Finanzkultur von Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat die GfK Marktforschung im Auftrag des Bankenverbandes durchgeführt. Anfang Juni 2015 wurden dafür 651 repräsentativ ausgewählte 14- bis 24-Jährige in Deutschland telefonisch befragt.

Es ist die seit 2003 inzwischen fünfte Jugendstudie des Bankenverbands. Als neuartiges Element gibt es in diesem Jahr ein interaktives Online-Modul („Jugendstudie inter/aktiv“), bei dem Jugendliche und junge Erwachsene ausgewählte Fragen der Originalstudie am Bildschirm beantworten können. Auf diese Weise können die Jugendlichen ihre Wirtschaftskenntnisse selbst testen und ihr Wissen mit den repräsentativen Ergebnissen der Befragten ihrer Altersgruppe vergleichen.

Im Forum zu Wirtschaftswissen

5 Kommentare

Interessiert euch Wirtschaft?

WiWi Gast

Hier spricht jemand der eig. mal soziale Arbeit studieren wollte um Menschen zu helfen aber sich dann im letzten Moment für BWL umentschieden hat, weil es dort eben auch Interessen gab (vorrangig Kapi ...

1 Kommentare

Expansive Geldpolitik als Mittel zur Stabilisierung eines adversen Nachfrageschocks

Blindhands

Hey, Ich bin nebenfachstudierender und habe dieses Thema als Kurzessay. Jedoch habe ich kaum Ahnung, kann mir jemand auf die Sprünge helfen? Die genaue Aufgabe ist: Diskutieren Sie expansive Gel ...

9 Kommentare

Economics Aufgabe

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 05.01.2021: Hey, natürlich habe ich meine Antwort schon ausgearbeitet, mich würde aber eure Meinung interessieren. Ich bin zu dem folgenden Schluss gekommen: ...

5 Kommentare

Schweizer Franken

WiWi Gast

Eine starke Währung hat den Vorteil, dass die Industrie effizienter werden muss: Mehr Automatisierung, mehr Fachpersonal, mehr Kompetenz, weniger Personal dafür aber höhere Gehälter mit hoher Kaufkraf ...

9 Kommentare

Geldmenge - Inflation / Szenario 2021

WiWi Gast

Der Warenkorb mit dem Inflation gemessen wird, ist oftmals auch wenig aussagekräftig und ungenau. Zusätzlich haben wir aktuell durch den niedrigen Ölpreis und herabgesetzte MwSt. zwei Effekte, die Güt ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Wirtschaftswissen

Weiteres zum Thema Wirtschaftssimulationen

Geldpolitische Online-Wirtschaftssimulation „€CONOMIA”

„€conomia” ist ein geldpolitisches Simulationsspiel, das die Zusammenhänge zwischen Leitzins und Inflationsrate verdeutlicht. Ziel der Wirtschaftssimulation ist es, die Inflationsrate über einen fiktiven Zeitraum von acht Jahren so gut wie möglich unter, aber nahe zwei Prozent zu halten.

Online-Wirtschaftsspiel »Be Boss«

Im Online-Wirtschaftsspiels »Be Boss« vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gilt es eine eigenen Firma zu gründen und aufzubauen. Die Firmensimulation zeigt den wirtschaftlichen Alltag: Aufträge gehen ein, müssen bearbeitet werden, das Marketing und Kapazitäten müssen geplant sowie Aufgaben delegiert werden.

Wirtschaftsimulation: Top Floor – Hoch hinaus!

Die Europäische Zentralbank und die nationalen Zentralbanken des Eurosystems haben ein neues Online-Lernspiel freigeschaltet. Die Spieler haben die Aufgabe, sieben Sitzungsdokumente zusammenzutragen und sie dem EZB-Rat zu bringen, der im obersten Stockwerk des Hochhauses im Top Floor tagt.

Börsen-Simulation »Informunity«

Die Börsen-Simulation Informunity ist eine realistische Börsen-Simulation aus Deutschland und eine Talentschmiede für private Aktienanleger. Kostenlos und risikofrei stellen aktuell fast 44.000 Teilnehmer über 82.000 virtuelle Aktien- Portfolios mit einem fiktivem Start-Kapital von 100.000 Euro zusammen.

Online-Wirtschaftssimulation »Ars Regendi«

Die Welten im politischen Browserspiel und Wirtschaftssimulation Ars Regendi bieten den Spielern die einmalige Möglichkeit, einen eigenen Staat innerhalb einer realistisch simulierten Welt zu führen. Aktuell sind neue Features dazugekommen.

Online-Wirtschaftssimulation und Strategiespiel »Forge of Empires«

Forge of Empires ist gleichzeitig eine browser-basierte Wirtschaftssimulation und ein Strategiespiel, bei dem ein Dorf in Echtzeit durch verschiedene Zeitalter von der Steinzeit über die Bronzezeit bis hin zur Kolonialzeit zu führen ist. Das Basisspiel ist kostenlos.

Online-Wirtschaftssimulation »Town Tycoon«

Bei dem Game Town Tycoon bauen die Spieler Ihre eigene Stadt online auf. Die Spieler haben die Möglichkeit aus einem kleinen Dorf eine blühende Metropole zu erschaffen. Der Spieler baut Häuser, Straßen & Schienen, sorgt für Sicherheit und Ordnung mit der Polizei, Feuerwehr und Krankenhäusern und fördert Rohstoffe und erwirtschaftet Geld mit Industrie- und Dienstleistungsgebäuden.

Beliebtes zum Thema Wissen

E-Book: Schüler- und Lehrerheft Wirtschaftslehre »Finanzen & Steuern«

E-Book: Schüler- und Lehrerheft Wirtschaftslehre »Finanzen & Steuern«

Die aktuelle Neuauflage des kostenlosen Unterrichtsmaterials "Finanzen und Steuern" für Lehrkräfte, Schüler und Schülerinnen steht wieder zum Download. Das Themenheft vermittelt ein Grundwissen über das deutsche Steuersystem, den Staatshaushalt und die internationale Finanzpolitik.

Regal mit Lehrbücher und Lexika der Wirtschaftswissenschaften.

Die professionelle WiWi-Literaturrecherche - Teil 1: Datenbank finden

WiWi-TReFF liefert in Zusammenarbeit mit der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) exklusive Profi-Tipps für die erfolgreiche Literaturrecherche in den Wirtschaftswissenschaften. Der erste Teil der Serie zeigt die wissenschaftliche Recherche in Datenbanken und Katalogen. Eine Liste der wichtigsten WiWi-Datenbanken liefert bewährte Recherche-Quellen.

Eine große, alte Bibliothek.

Die verborgenen Potenziale der Bibliotheken

Die Alternative zu Fernleihe oder Bücherkauf: Anschaffungsvorschläge für die Bibliotheken. Was nur wenigen bekannt ist: Fast jeder kann Universitäts-, Fach-, Instituts- und Stadtbibliotheken Bücher zur Anschaffung vorschlagen.

Statistik: Datenkarte Deutschland 2017

Statistik: Datenkarte Deutschland 2017

Das Wichtigste im Taschenformat: Die Hans Böckler Stiftung hat wieder eine kostenlose Datenkarte mit einer Reihe wichtiger Daten zu Wirtschaft und Arbeitsmarkt der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2017 herausgegeben. Darüber hinaus stehen auch für alle Bundesländer entsprechende Datenblätter und eine englische Datenkarte für Deutschland zum Download bereit.

Das Aldischild mit seinem Emblem in den typischen Farben weiß, rot und blau, hägt an dem Filialengiebel.

Wer-zu-wem.de - Markenhersteller von Aldi, Lidl & Co.

Datenbank mit über 3.500 Marken, der Markenhersteller und 3.000 Adressen von Vertriebsfirmen, Händlern und Dienstleistern wie Aldi und Lidl.

Virtuelle Bibliothek Wirtschaftswissenschaften

Virtuelle Bibliothek Wirtschaftswissenschaften

Umfangreiche WiWi-Linksammlung - Der Internetkatalog der Düsseldorfer Bibliothek umfasst die wichtigsten Verweise im Bereich der Wirtschaftswissenschaften.

Zentralbibliothek Wirtschaftswissenschaften ZBW

ZBW – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften

Die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften ist mit über vier Millionen Publikationen und 25.000 abonnierten Zeitschriften die größte Fachbibliothek für Wirtschaftswissenschaften weltweit.