DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
WissenschaftskarriereWirtschaftsbibliothek

Informatikprofessor übernimmt Ruder der weltgrößten Wirtschaftsbibliothek

Erstmalig übernimmt ein Informatiker die Leitung einer wissenschaftlichen Nationalbibliothek. Professor Klaus Tochtermann startet heute als Direktor der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften.

Ein Ruderer auf einem See mit einem türkisem Tshirt.

Informatikprofessor übernimmt Ruder der weltgrößten Wirtschaftsbibliothek
Kiel, 07.06.2010 (ZBW) - Erstmalig übernimmt ein Informatiker die Leitung einer wissenschaftlichen Nationalbibliothek. Professor Klaus Tochtermann startet heute als Direktor der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften, einer der bedeutenden Spezialbibliotheken in Deutschland. Der Experte für Wissensmanagement und Web 2.0 will die ZBW in Zukunft als Partner der akademischen Forschung aufstellen, der mit völlig neuen IT-Lösungen Akzente für die Wissenschaftsproduktivität setzt.

Das Internet hat die Arbeitsplatzumgebungen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern revolutioniert. Einerseits bringt das Web Wissenschaftler/innen Informationen per Mausklick schnell auf den Schreibtisch und eröffnet neue Chancen der Selbstorganisation, zum Beispiel über Web-2.0-Tools. Andererseits liefert es Forschende einer großen unsortierten Informationsflut aus, in denen die meisten nur mit viel Mühe den Überblick behalten. Gutes Wissensmanagement wird so zum Karrierefaktor, auch um die Spreu vom Weizen zu trennen. Zugleich wird es nach wie vor peer-review-Prozesse geben müssen, um die wissenschaftlichen Standards weiter hoch zu halten.

 

Vor diesem Hintergrund wird sich die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften (ZBW) als eine der bedeutendsten Wissenschaftsbibliotheken in Europa als Serviceeinrichtung für die Wissenschaftscommunity neu aufstellen.

 

Klaus Tochtermann will für die ZBW den Weg ins digitale Zeitalter bereiten und die Bibliothek als zukünftigen Gestalter des Web 3.0 formen: „Aufgrund der rasanten Weiterentwicklung des Internets befindet sich die Medienbranche in einem noch nie da gewesenen Umbruch. Mein Ziel ist nicht nur, dass die ZBW diesen Umbruch erfolgreich meistert, sondern sich zukünftig als international anerkannter Innovator positioniert.“

 

Tochtermanns Forschungsschwerpunkte sind Wissensmanagement, Web 2.0, Semantische Technologien und Future Internet. Für seine Forschungstätigkeit übernimmt der neue ZBW-Direktor zugleich eine Professur für Medieninformatik an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Universitätspräsident Professor Gerhard Fouquet begrüßt diese Verknüpfung: „Wir freuen uns, mit Klaus Tochtermann einen international anerkannten Forscher für die neue Professur für Medieninformatik gewonnen zu haben, der durch zahlreiche preisgekrönte Projekte mit großen Wirtschaftsunternehmen ausgewiesene Erfahrung in der angewandten Forschung hat und die Vernetzung zwischen der Kieler Universität und der ZBW stärkt.“

 

Klaus Tochtermann, geboren 1964, kehrt gewissermaßen nach Kiel heim. Nach dem Abitur an der Kieler Gelehrtenschule studierte er an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Informatik bis zum Vordiplom. Diplom und Promotion an der Universität Dortmund folgten sowie ein Postdoc an der Texas A&M University, Center for the Studies of Digital Libraries, circa 120 Kilometer nördlich von Houston. Von 1997 bis 2000 war Professor Tochtermann am Forschungsinstitut für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung (FAW) in Ulm tätig, bis er 2001 die wissenschaftliche Leitung der neu gegründeten wirtschaftsnahen Forschungseinrichtung Know Center an der TU Graz übernahm. 2002 habilitierte sich Klaus Tochtermann für das Fach „Angewandte Informationsverarbeitung“ und wurde 2004 zum Universitätsprofessor und Vorstand des Instituts für Wissensmanagement der TU Graz berufen, wo er bis 2010 den Lehrstuhl für Wissensmanagement innehatte.

 

Auch von Seiten der Landesregierungen wird diese innovative Stellenbesetzung befürwortet. Der für die Wissenschaft zuständige Minister des Landes Schleswig-Holstein Jost de Jager sagte: „Wir sind hocherfreut, mit Klaus Tochtermann einen herausragenden deutschen Forscher aus dem Ausland wieder zurück nach Schleswig-Holstein geholt zu haben.“ Die Hamburger Senatorin für Wissenschaft und Forschung Dr. Herlind Gundelach ergänzte: „Diese Berufung ist ein wichtiger Schritt, um den Norden als Wissenschaftsstandort in Deutschland besser zu positionieren.“

 

Über die ZBW:

Die ZBW – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft mit ihren beiden Standorten Kiel und Hamburg ist mit über vier Millionen Publikationen in gedruckter und elektronischer Form und 27.300 abonnierten Zeitschriften die weltweit größte Spezialbibliothek für Wirtschaftswissenschaften. Die Bibliothek sammelt neben wirtschaftswissenschaftlicher Literatur und Fachinformation aus aller Welt auch Fachbücher, Zeitschriften und digitale Medien aus der Managementpraxis. Sie ist ein An-Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

 

Zu den ZBW-Online-Lösungen zählen das Portal EconBiz (www.econbiz.de), der Dokumentenserver EconStor (www.econstor.eu) und der Auskunftsdienst EconDesk (www.econdesk.eu).

Im Forum zu Wirtschaftsbibliothek

3 Kommentare

Professur oder Wirtschaft?

WiWi Gast

Guten Morgen Allerseits, ich habe Ende 2014 promoviert und anschließend an der gleichen Universität einen Ruf auf eine Juniorprofessur erhalten. Damals war ich mir schon sehr unsicher, ob es der ri ...

22 Kommentare

Arbeitszeiten und Arbeit eines FH-Professors?

WiWi Gast

Hallo zusammen, mich würde mal interessieren, wie die genau Arbeitszeit eines FH-Professors und dessen Arbeit aussieht? Soweit mir bekannt muss man min. 18 SWS an Lehrveranstaltungen abhalten. Natürl ...

2 Kommentare

Promotion Voraussetzung für Festanstellung und als Dozent in BWL

racinggreen61

Hallo zusammen, ich arbeite inzwischen bei mehreren privaten Hochschulen als Dozent. Die Fächer, die ich gebe, stammen aus dem Bereich, BWL, Marketing, digitale Wirtschaft und Management, interkulture ...

48 Kommentare

Wer hat mehr Prestige - Uni-Professor, Dax Manager oder UB Partner?

WiWi Gast

Im Gespraech mit Freunden ueber Berufswahl kam obige Frage auf. Wie seht ihr es, und wie glaubt ihr, sieht es die allgemeine Bevoelkerung? Dabei geht es explizit um Prestige, nicht Gehalt (wobei das ...

6 Kommentare

Vergütung Dozent IHK

WiWi Gast

Hallo zusammen! Ich bin jetzt schon öfters über Anzeigen gestolpert, dass die IHK Dozenten für verschiedene Kurse sucht. Hat jemand Erfahrungen was man da pro Stunde/Tag/Kurs verdient? Vielen Dank i ...

14 Kommentare

Lehrkraft für besondere Aufgaben? Karriere? Danach?

MrXYZ

Ist es möglich nach der Tätigkeit als Lehrkraft für besondere Aufgaben einen Job zu finden? Liebe Community, seit Tagen liegt ein Vertrag auf dem Tisch für die Tätigkeit als Lehrkraft für besondere A ...

7 Kommentare

Juniorprofessur - Vorteile, Nachteile?

WiWi Gast

Hallo Im Parallelthread wird ja über eine potenzielle FH-Professur diskutiert. In meinem Fall stehe ich nach meiner Promotion am Scheideweg. Ich wollte einfach mal in die Runde fragen, wie ihr die Ei ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Wirtschaftsbibliothek

Econbiz App-Anwendung auf dem iPad

Recherchieren mit EconBiz.de

Die kostenfreie ZBW-Suchmaschine EconBiz bietet für Forschung, Lehre oder Studium Zugriff auf die wichtigsten Arbeiten aus BWL, VWL und angrenzenden Wissenschaften. EconBiz enthält über neun Millionen wirtschaftswissenschaftliche Aufsätze, elektronische Volltexte, Dissertationen, Working Paper und Lehrbücher. Die EconBiz App bietet unterwegs Zugang zu wirtschaftswissenschaftlichen Fachinformationen.

Weiteres zum Thema Wissenschaftskarriere

Eine aufsteigende Treppe mit einem Pfeil in weiss nach oben zeigend.

Wissenschaftskarriere: Rechtsgrundlage für klare Karrierewege geschaffen

Bessere Berufsperspektiven für Doktoranden, wissenschaftlichen Mitarbeitern und Post-Docs sind mit dem neuen Wissenschaftszeitvertragsgesetz in Sicht. Weniger Befristungen und verlässlichere, planbare Karrierewege verspricht die Bundesregierung für den wissenschaftlichen Nachwuchs. Damit sollen sich zukünftig mehr junge Forscherinnen und Forscher für eine akademische Karriere entscheiden. Eine Milliarde Euro in zehn Jahren will der Bund zudem für zusätzliche Tenure-Track-Professuren ausgeben.

Gossen-Preis 2015 geht an Ökonomie-Professor Uwe Sunde

VWL-Professor Uwe Sunde, Leiter des Seminars für Bevölkerungsökonomie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, bekommt den renommierten Gossen-Preis 2015. Der mit 10.000 Euro dotierte Gossen-Preis des Vereins für Socialpolitik wird jährlich einer Wirtschaftswissenschaftlerin oder einem Wirtschaftswissenschaftler aus dem deutschen Sprachraum verliehen, die oder der mit seinen Arbeiten internationales Ansehen gewonnen hat.

Beliebtes zum Thema Karriere

Ein schwarzer Kompass mit einem weißen Zifferblatt und grünen Richtungsanzeigern.

Moderne Managementtechniken sichern Unternehmenserfolg

Die aktuellen Managementtechniken sind meist langfristige Wachstumsstrategien. In Deutschland sind Kundenmanagement, Outsourcing und Benchmarking die meistgenutzten Managementinstrumente. Neue Werkzeuge wie Big-Data-Analyse oder die digitale Transformation werden von deutschen Managern seltener als in anderen Ländern eingesetzt. Eine wachsende Komplexität, Cyber-Attacken und die abnehmende Kundenloyalität sind weltweit große Herausforderungen.

Frau, Boss, Chefin, Führungskraft, Managerinnen,

Führungskräfte-Monitor 2017: Mehr Managerinnen jedoch mit Gehaltsnachteil

Der Frauenanteil unter den Führungskräften ist in den Jahren von 1995 bis 2015 um rund zehn Prozentpunkte auf etwa 30 Prozent gestiegen. Aktuell nimmt der Frauenanteil bei den Führungskräften allerdings nur noch langsam zu. Der Gehaltsnachteil von Managerinnen beträgt durchschnittlich 23 Prozent, so der „Führungskräfte-Monitor 2017“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung.

New-York, Freiheitsstatur,

CEO Challenge 2017: Die Sorgen der Chefs

Die unsichere politische Lage rund um den Globus ist aus Sicht deutscher Unternehmen derzeit die größte Herausforderung. Das geht aus einer gemeinsamen Umfrage von IW Consult und The Conference Board hervor. Sorgen vor einer globalen Rezession sind bei hiesigen Managern dagegen weniger verbreitet als in anderen Ländern.

Eltern mit zwei Kindern auf den Schultern am Strand. Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Mehr Müttern und Vätern gelingt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Die Voraussetzungen für erwerbstätige Mütter haben sich in Deutschland verbessert. Aus der OECD-Studie „Dare to Share“ zur Partnerschaftlichkeit in Familie und Beruf geht hervor: 70 Prozent der Mütter sind erwerbstätig, davon arbeiteten mit 39 Prozent überdurchschnittlich viele Mütter in Deutschland in Teilzeit. Die hohe Teilzeitquote bei Müttern zeigt jedoch, dass eine wirklich ausgeglichene Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit innerhalb von Familien noch nicht die Regel ist.

Markus Thomas Münter

Professor des Jahres 2016: Volkswirt Markus Thomas Münter siegt in Wirtschaftswissenschaften

Prof. Dr. Markus Thomas Münter von der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes gewinnt im Rennen um den Titel "Professor des Jahres 2016" in den Wirtschaftswissenschaften. Auf den 2. Platz wurde Prof. Dr. Marcus Labbé von der Hochschule Augsburg gewählt. Platz drei belegt die Professorin für Allgemeine Betriebswirtschafslehre Michaela Hönig von der Hochschule Frankfurt.

Feedback +/-

Feedback