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Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2009

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) bereits in seiner Schnellmeldung vom 13. August 2009 mitgeteilt hat, war das Bruttoinlandsprodukt (BIP)- preis-, saison- und kalenderbereinigt - im zweiten Quartal 2009 um 0,3 Prozent höher als in den ersten drei Monaten des Jahres.

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Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal 2009
Wiesbaden, 26.08.2009 (destatis) - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) bereits in seiner Schnellmeldung vom 13. August 2009 mitgeteilt hat, war das Bruttoinlandsprodukt (BIP)- preis-, saison- und kalenderbereinigt - im zweiten Quartal 2009 um 0,3 Prozent höher als in den ersten drei Monaten des Jahres. Die deutsche Wirtschaft ist damit erstmals wieder leicht gewachsen, nachdem sie zuvor vier Quartale in Folge eine gegenüber dem jeweiligen Vorquartal rückläufige Entwicklung verzeichnet hatte.



Gestützt wurde die Wirtschaftsentwicklung im zweiten Quartal 2009 von den privaten und staatlichen Konsumausgaben, die um 0,7 Prozent beziehungsweise 0,4 Prozent höher waren als im ersten Quartal. Positive Impulse kamen zudem von den Bauinvestitionen, die um 1,4 Prozent gestiegen sind. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Bautätigkeit im ersten Quartal durch den vergleichsweise strengen Winter beeinträchtigt war. Die Ausrüstungsinvestitionen haben sich nach einem scharfen Einbruch im ersten Vierteljahr 2009 (- 18,5 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2008) nur noch geringfügig verändert(- 0,5 Prozent) und sich auf einem niedrigen Niveau stabilisiert. Gebremst wurde die wirtschaftliche Entwicklung von einem massiven Abbau der Lagerbestände (Wachstumsbeitrag: - 1,9 Prozentpunkte). Sowohl die Exporte als auch die Importe waren zwischen April und Juni 2009 niedriger als im ersten Quartal. Da die preisbereinigten Importe mit - 5,1 Prozent aber erheblich stärker zurückgegangen sind als die Exporte (- 1,2 Prozent), trug der daraus resultierende Exportüberschuss (Außenbeitrag) mit 1,6 Prozentpunkten zum BIP-Wachstum bei.

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf den Vorjahresvergleich:

Anders als im Vorquartalsvergleich ist das preisbereinigte BIP im Vorjahresvergleich deutlich gesunken: es war im zweiten Quartal 2009 um 7,1 Prozent niedriger als im gleichen Quartal des Vorjahres. Das war der stärkste Rückgang gegenüber einem Vorjahresquartal seit dem Vorliegen vierteljährlicher BIP-Zahlen ab dem Jahr 1970. Kalenderbereinigt schrumpfte das BIP um 5,9 Prozent, weil im Berichtsquartal drei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen als im zweiten Vierteljahr 2008.



Die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal 2009 wurde von rund 40,2
Millionen Erwerbstätigen erbracht, das waren 25 000 Personen oder 0,1 Prozent
weniger als ein Jahr zuvor.

 

 

Bruttoinlandsprodukt, Bruttonationaleinkommen und Volkseinkommen
Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität, gemessen als preisbereinigtes Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen, ist im zweiten Quartal 2009 um 7,1 Prozent gesunken. Der deutliche Rückgang resultiert daraus, dass die schwierige wirtschaftliche Lage in Deutschland im Berichtsquartal nur begrenzte Auswirkungen auf die Zahl der erwerbstätigen Personen hatte, weil insbesondere die Kurzarbeit erheblich ausgeweitet wurde. Die gesamtwirtschaftliche Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigenstunde ist mit - 2,4 Prozent nicht so stark zurückgegangen wie die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigen. Das liegt neben der vermehrten Inanspruchnahme konjunktureller Kurzarbeit und einem Arbeitstageeffekt - von April bis Juni 2009 standen drei Arbeitstage weniger zur Verfügung als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres - auch an dem Abbau von Überstunden und dem Abschmelzen von Arbeitszeitkonten.

Abgesehen von den öffentlichen und privaten Dienstleistern war die von den einzelnen Wirtschaftsbereichen im zweiten Vierteljahr 2009 erbrachte Leistung zum Teil deutlich geringer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Einen starken Einbruch verzeichnete insbesondere das Produzierende Gewerbe (ohne Baugewerbe), dessen preisbereinigte Bruttowertschöpfung um 23,6 Prozent niedriger war als im zweiten Quartal 2008. Die Bruttowertschöpfung des Baugewerbes ging um 2,9 Prozent zurück. Die im Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr erbrachte Wirtschaftsleistung war um 6,9 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, die des Bereichs Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleister um 1,8 Prozent. Die Bruttowertschöpfung der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei ist geringfügig gesunken (- 0,8 Prozent), während die öffentlichen und privaten Dienstleister als einziger Bereich ein leichtes Wachstum erzielten (+
0,3 Prozent). Die preisbereinigte Bruttowertschöpfung aller Wirtschaftsbereiche war um 8,0 Prozent niedriger als im zweiten Quartal 2008. Zu berücksichtigen
ist, dass diese Zahlen den bereits erwähnten Arbeitstageeffekt enthalten.



Auf der Verwendungsseite des Bruttoinlandsprodukts bremsten sowohl die inländische Verwendung als auch der Außenbeitrag die wirtschaftliche Entwicklung. Die inländische Verwendung, die sich aus den Konsumausgaben und den Bruttoinvestitionen zusammensetzt, war um 2,5 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dieser Rückgang ist auf die Entwicklung der Bruttoinvestitionen zurückzuführen, die um 16,0 Prozent unter dem Wert des entsprechenden Vorjahreszeitraums lagen. Einen massiven Einbruch verzeichneten die realen Ausrüstungsinvestitionen. Die Unternehmen investierten in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge 23,4 Prozent weniger als im zweiten Quartal 2008. Die Bauinvestitionen gingen in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld lediglich um 2,9 Prozent zurück. Dabei verringerten sich die Wohnungsbauinvestitionen etwas stärker (- 3,4 Prozent) als die Investitionen in Nichtwohnbauten, die um 2,2 Prozent unter dem entsprechenden Wert des Vorjahres lagen. Negative Impulse kamen zudem von einem kräftigen Abbau der Lagerbestände (negativer Wachstumsbeitrag: - 0,9 Prozentpunkte). Im Gegensatz zu den Bruttoinvestitionen trugen die Konsumausgaben positiv zur Wirtschaftsentwicklung bei (+ 0,9 Prozent). Die Konsumausgaben des Staates waren um 2,3 Prozent, die privaten Konsumausgaben um 0,5 Prozent höher als im zweiten Quartal 2008. Die positive Entwicklung der (preisbereinigten) privaten Konsumausgaben ist maßgeblich auf vermehrte Kraftfahrzeugkäufe privater Haushalte in Folge der so genannten Abwrackprämie zurückzuführen. Die preisbereinigten Ausgaben für Verkehr und Nachrichtenübermittlung - diesem Verwendungszweck werden auch die privaten Kraftfahrzeugkäufe zugeordnet - waren um 6,0 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das war - abgesehen von einem durch die Umsatzsteuererhöhung induzierten Anstieg im vierten Quartal 2006 - der größte Zuwachs seit dem vierten Quartal 2004. Leicht zugenommen haben die Ausgaben für Nhrungsmittel, Getränke und Tabakwaren (+ 1,3 Prozent) sowie die Ausgaben für übrige Verwendungszwecke (+ 0,9 Prozent), denen beispielsweise Ausgaben für die Gesundheits- und die Körperpflege zugeordnet werden. Für alle anderen Verwendungszwecke waren die realen Ausgaben rückläufig. Vor allem für Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen gaben die
privaten Haushalte deutlich weniger aus als im gleichen Quartal des Vorjahres (- 3,5 Prozent).

 

 

 


Bruttoinlandsprodukt in jeweiligen Preisen
In jeweiligen Preisen gerechnet war das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Vierteljahr 2009 um 5,9 Prozent und das Bruttonationaleinkommen um 5,5 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Das Volkseinkommen, das sich aus dem Arbeitnehmerentgelt und den Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammensetzt, ist um 7,4 Prozent gesunken. Während das Arbeitnehmerentgelt fast unverändert geblieben ist (- 0,1 Prozent), waren die Unternehmens- und Vermögenseinkommen um 20,7 Prozent niedriger als im zweiten Quartal 2008. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte hat sich nur geringfügig um - 0,1 Prozent geändert. Bei einem leichten Anstieg der nominalen Konsumausgaben um 0,2 Prozent, errechnet sich für die Sparquote der privaten Haushalte ein Wert von 10,5 Prozent, das waren 0,2 Prozentpunkte weniger als im zweiten Quartal 2008.

Neben der Erstberechnung des zweiten Quartals 2009 wurden - wie jedes Jahr im August - auch die bisher veröffentlichten Ergebnisse der letzten vier Jahre (ab 2005) überarbeitet. Solche laufenden Revisionen werden routinemäßig durchgeführt, um neu verfügbare statistische Informationen in die Berechungen einzubeziehen.



Die regelmäßige Überarbeitung der Ergebnisse liegt in der Natur der in den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen angewandten Rechenverfahren: Um möglichst frühzeitig aktuelle Zahlen veröffentlichen zu können, basieren die Ergebnisse zunächst auf einer noch unvollständigen Datengrundlage und werden zum Teil anhand von kurzfristigen Indikatoren geschätzt. Diese ersten, vorläufigen Ergebnisse werden bei den nachfolgenden Rechenterminen überarbeitet und sukzessive auf eine statistisch immer besser fundierte Datenbasis gestellt. Als endgültig - vorbehaltlich so genannter großer, konzeptbedingter Revisionen - gelten VGR-Daten nach rund vier Jahren, wenn nahezu alle notwendigen Basisstatistiken vorliegen, wobei allerdings die wichtigsten Änderungen wesentlich früher eingearbeitet werden. Die im August 2009 durchgeführten Neuberechnungen ergaben Veränderungsraten des jährlichen und vierteljährlichen BIP (Ursprungswerte), die um bis zu 0,3 Prozentpunkte von den bisher veröffentlichten Ergebnissen abweichen.

  

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