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Zwei Drittel der Wertschöpfung gehen an den Staat

Ergebnis einer ifo-Studie über Grenzbelastungsquote verschiedener Haushaltstypen: In Deutschland gehen rund zwei Drittel der Wertschöpfung, die durch zusätzliches Arbeitseinkommen entsteht, als Abgaben an den Staat.

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Zwei Drittel der Wertschöpfung gehen an den Staat
München, 24.12.2005 (ifo) - In Deutschland gehen rund zwei Drittel der Wertschöpfung, die durch zusätzliches Arbeitseinkommen entsteht, als Abgaben an den Staat, und zwar in Form der persönlichen Einkommensteuer, der Sozialabgaben des Arbeitnehmers und des Arbeitgebers sowie der Mehrwertsteuer, die auch eine Steuer auf die Wertschöpfung der menschlichen Arbeit ist. Zu diesem Ergebnis kommt das ifo-Institut in einer neuen Studie, die die Grenzbelastungsquote für verschiedene Haushaltstypen untersucht. Die Aussage trifft - bei nur geringer Schwankungsbreite der Einzelergebnisse - für alle untersuchten Haushaltstypen mit durchschnittlichem Einkommen zu (Alleinstehende oder Doppelverdiener-Ehepaare mit zwei Kindern; West- oder Ostdeutschland).

Auch unter Berücksichtigung der Koalitionsvereinbarung ändert sich an der Situation nicht viel. Im Jahr 2007 wird im Westen Deutschlands die Grenzabgabenlast für einen allein stehenden Durchschnittsverdiener 68,1 Prozent (2005: 68,0) betragen, während sie für eine Familie mit zwei Einkommen (Durchschnittseinkommen und ein Drittel davon) und zwei Kindern bei 63,8 Prozent (2005: 64,2) liegen wird. In den neuen Ländern wird sich ein allein stehender Arbeitnehmer einer Grenzabgabenlast von 64,9 Prozent (2005: 65,1) und eine Familie einer solchen von 64,2 Prozent (2005: 63,7) gegenübersehen. Die Reformen der großen Koalition haben selbst keinen positiven Effekt auf die Grenzabgabenlast. Ohne die Koalitionsvereinbarungen läge die Grenzabgabenlast der Musterfamilie bei 63,7 Prozent, also bei einem nur minimal niedrigeren Wert als den 63,8 Prozent, die sich durch die Koalitionsvereinbarungen ergeben. Der Grund liegt darin, dass die Mehrwertsteuererhöhung etwas stärker wirkt als die Senkung der Sozialversicherungsbeiträge. Von einer Belebung des Arbeitsmarktes und einer Senkung der Anreize, in die Schwarzarbeit zu gehen, kann also insofern nicht die Rede sein.

Viel günstiger stellt sich die Grenzabgabenlast für die betrachteten typischen Arbeitnehmerhaushalte in den USA (knapp 38 Prozent) und in Großbritannien (rund 49%) dar. Selbst Schweden, die Niederlande und Dänemark haben niedrigere Grenzabgabenlasten. Lediglich in Frankreich streicht der Staat mit etwa 70 Prozent der zusätzlichen Wertschöpfung noch mehr ein als in Deutschland.

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