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Verbraucherpreise steigen 2009 um 0,4 Prozent

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im Jahresdurchschnitt 2009 gegenüber 2008 um 0,4 Prozent gestiegen. Dies ist die niedrigste Jahresteuerungsrate im wiedervereinigten Deutschland.

Verbraucherpreise steigen 2009 um 0,4 Prozent
Wiesbaden, 20.01.2010 (destatis) - Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im Jahresdurchschnitt 2009 gegenüber 2008 um 0,4 Prozent gestiegen. Dies ist die niedrigste Jahresteuerungsrate im wiedervereinigten Deutschland. Eine ähnlich
niedrige Teuerungsrate wurde 1999 mit + 0,6 Prozent ermittelt. In den Jahren 2007 und 2008 hatte die Jahresteuerungsrate noch oberhalb des für die Geldpolitik wichtigen Schwellenwertes von zwei Prozent gelegen (2007: +2,3 Prozent; 2008: + 2,6 Prozent). Die durchschnittliche Jahresteuerungsrate seit 1999 liegt bei 1,5 Prozent.

Die niedrige Jahresteuerungsrate 2009 wurde wesentlich durch Preisrückgänge bei Mineralölprodukten und bei Nahrungsmitteln geprägt. Mineralölprodukte verbilligten sich 2009 gegenüber dem Vorjahr um 15,8 Prozent. Am stärksten gingen die Preise für leichtes Heizöl zurück (-30,7 Prozent), die Kraftstoffpreise sanken 2009 gegenüber dem Vorjahr spürbar um 11,0 Prozent (darunter Dieselkraftstoff: -18,4 Prozent; Superbenzin: -8,5 Prozent). Der Preisrückgang bei Nahrungsmitteln (- 1,3 Prozent) wurde für die Konsumenten vor allem bei Molkereiprodukten (- 8,7 Prozent; darunter Quark: - 22,2 Prozent; Süße Sahne: - 18,0 Prozent; Frische Vollmilch: - 17,3 Prozent) deutlich spürbar.

Preissenkungen wurden 2009 gegenüber dem Vorjahr auch bei der Nachrichtenübermittlung (- 2,2 Prozent) festgestellt. Der Preisrückgang im Bildungswesen (- 4,1 Prozent) ist insbesondere auf landesspezifische Preisentwicklungen zurückzuführen, hierzu gehörte die weitere Umsetzung von beitragsfreien Kindergartenjahren in einigen Bundesländern.

Insgesamt waren 2009 gegenüber 2008 in vielen Güterbereichen auch Preisanstiege zu beobachten. Eine leichte Preissteigerung gab es unter anderem im Bereich rund ums Wohnen (+ 0,4 Prozent gegenüber 2008), dort erhöhten sich die Preise für Nettokaltmieten im Jahresvergleich um 1,1 Prozent, die Strompreise sogar um 6,2 Prozent. Eine deutliche Preissteigerung wurde 2009 gegenüber 2008 bei alkoholischen Getränken und Tabakwaren ermittelt (+ 2,7 Prozent; darunter Tabakwaren: + 3,4 Prozent).

Im Dezember 2009 hat sich der Preisauftrieb mit + 0,9 Prozent gegenüber Dezember 2008 wieder verstärkt, bereits im November 2009 hatte die Inflationsrate im positiven Bereich (+ 0,4 Prozent) gelegen. Jedoch wurden in der zweiten Jahreshälfte 2009 auch negative Veränderungsraten zum Vorjahresmonat ermittelt (Juli 2009: - 0,5 Prozent; September: - 0,3 Prozent).

Die Inflationsrate im Dezember 2009 wurde maßgeblich von der Preisentwicklung bei den Energieprodukten geprägt. Energie verteuerte sich im Dezember 2009 gegenüber Dezember 2008 insgesamt um 1,0 Prozent infolge der deutlichen Preisanstiege der Mineralölprodukte (+ 11,1 Prozent): Die Preise für Kraftstoffe lagen den zweiten Monat in Folge über denen des Vorjahres (+ 12,9 Prozent, darunter Superbenzin: + 16,2 Prozent; Dieselkraftstoff: + 2,7 Prozent), die Preise für leichtes Heizöl erstmals seit Oktober 2008 (Dezember 2009: + 4,4 Prozent). Im Jahresvergleich wurde auch im Dezember 2009 weiterhin ein Preisanstieg für Strom (+ 5,8 Prozent) ermittelt. Dagegen waren Gas (- 19,6 Prozent) sowie Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme (- 10,5 Prozent) billiger als ein Jahr zuvor. Vor allem die Mineralölprodukte wirkten damit im Dezember 2009 preistreibend: Ohne Einrechnung der
Mineralölprodukte hätte die Inflationsrate im Dezember 2009 deutlich niedriger bei + 0,5 Prozent gelegen.

Nennenswerte Preisanstiege wurden im Dezember 2009 gegenüber Dezember 2008 auch bei Tabakwaren (+ 5,5 Prozent) sowie bei Bekleidung und Schuhen (+ 2,4 Prozent) beobachtet. Verbraucherfreundlich entwickelten sich dagegen die Preise für Pauschalreisen im Jahresvergleich. Nach den Preisanstiegen in der Sommersaison zeigten sich in der Wintersaison nun rückläufige Preise (Dezember 2009: - 1,1 Prozent gegenüber Dezember 2008).

Nahrungsmittel verbilligten sich im Dezember 2009 gegenüber Dezember 2008 um 2,0 Prozent. Deutlich günstiger war vor allem Gemüse (- 13,3 Prozent; darunter Kopf- und Eisbergsalat: - 41,6 Prozent; Tomaten: - 25,2 Prozent; Kartoffeln: - 18,5 Prozent). Preisrückgänge waren auch bei Molkereiprodukten (- 3,8 Prozent; darunter Schnittkäse: - 7,1 Prozent; Frische Vollmilch: - 5,7 Prozent) zu verzeichnen. Dagegen gab es Preiserhöhungen bei Speisefetten und Speiseölen (+ 4,0 Prozent), insbesondere Butter kostete erheblich mehr als ein Jahr davor (+ 16,4 Prozent). Auch bei Fisch und Fischwaren wurden überdurchschnittliche Preiserhöhungen im Jahresvergleich (+ 3,5 Prozent) festgestellt.

Der Anstieg des Gesamtindex im Dezember 2009 gegenüber dem Vormonat November 2009 lag bei 0,8 Prozent. Wie im Dezember üblich, gab es auch 2009 Teuerungen für Beherbergungsdienstleistungen (+ 22,5 Prozent), Pauschalreisen (+ 19,3 Prozent) und Flugreisen (+ 4,3 Prozent). Ein wesentlicher Grund hierfür waren die Saisonhöhepunkte zu Weihnachten und Silvester. Saisonbedingte Preiserhöhungen waren auch bei Obst (+ 4,8 Prozent) zu beobachten. Die Bahnpreise erhöhten sich zum Ende des Jahres aufgrund der jährlichen Tarifpreisänderungen (+ 1,9 Prozent). Preisrückgänge wurden dagegen für Energieprodukte (- 0,9 Prozent; davon Haushaltsenergie: - 0,7 Prozent; Kraftstoffe: - 0,9 Prozent) ermittelt.

Der für europäische Zwecke berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland ist im Jahresvergleich 2009 gegenüber 2008 um 0,2 Prozent gestiegen. Das ist die niedrigste Jahresteuerungsrate, die bisher für den HVPI für Deutschland ermittelt wurde (berechnet seit 1996). Im Dezember 2009 gegenüber Dezember 2008 erhöhte sich der HVPI um 0,8 Prozent, im Vergleich zum Vormonat stieg der Indexum 0,9 Prozent.  Die Schätzung vom 29. Dezember 2009 für den HVPI und den Verbraucherpreisindex (VPI) wurden damit weitgehend bestätigt, nur für den VPI wurde das Dezember-Ergebnis leicht nach oben korrigiert. 

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