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DIHK-Konjunkturumfrage: Geschäftslage gut wie nie zum Jahresbeginn 2016

Die Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage Anfang 2016 so gut wie noch nie. Vor allem Handel, Dienstleistungen und Bau machen derzeit gute Geschäfte. Der niedrige Ölpreis, der schwache Euro und die günstige Finanzierungssituation bieten den Unternehmen ungewöhnlich gute Rahmenbedingungen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet für 2016 mit einem Wachstum von 1,3 Prozent.

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DIHK-Konjunkturumfrage: Geschäftslage gut wie nie zum Jahresbeginn 2016
Berlin, 26.02.1016 (dihk) - "Die Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage Anfang 2016 so gut wie noch nie": Das berichtete Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), in Berlin bei der Vorstellung der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage. Gemeinsam mit DIHK-Konjunkturexperte Dirk Schlotböller präsentierte Wansleben die Resultate der Erhebung, die auf den von den Industrie- und Handelskammern ausgewerteten Antworten von mehr als 27.000 Betrieben beruht.

DIHK-Konjunkturprognose 2016 für Deutschland in Veränderung gegenüber Vorjahr, in Prozent für die Jahre 2014, 2015 und 2016. Verwendung des Bruttoinlandsproduktes (BIP), Arbeitsmarkt in Deutschland und Infaltion."Vor allem Handel, Dienstleistungen und Bau machen derzeit gute Geschäfte", sagte er. Der niedrige Ölpreis, der schwache Euro und die günstige Finanzierungssituation böten den meisten Unternehmen "ungewöhnlich gute konjunkturelle Rahmenbedingungen". Das trage auch zur Stabilisierung der Erwartungen für die kommenden Monate bei.

Weitere Verbesserungen würden jedoch schwieriger, so der DIHK-Hauptgeschäftsführer. Denn: "Die wirtschaftliche Schwäche Chinas und vieler Rohstoff-Förderländer trübt den konjunkturellen Ausblick." Zudem erreichten die Sorgen der Wirtschaft um die Faktoren "Wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen" und "Fachkräftemangel" Rekordwerte.

"Für 2016 erwartet der DIHK ein Wachstum von 1,3 Prozent", bestätigte Wansleben die Prognose vom Herbst. Er nannte dies "eine solide Entwicklung, wenn auch nicht mehr so dynamisch wie im vergangenen Jahr mit 1,7 Prozent". Zwar zeigten die jüngsten Börsenentwicklungen die Verunsicherung in den Märkten, unter dem Strich sprächen die positiven Geschäftserwartungen jedoch gegen einen Konjunkturabsturz.

"Auf dem Arbeitsmarkt haben wir durch die große Zahl von Flüchtlingen eine scheinbar gegenläufige Entwicklung", fuhr der DIHK-Hauptgeschäftsführer fort: Die Beschäftigung nehme 2016 zwar abermals um etwa 220.000 Stellen zu, gleichzeitig steige aber auch die Arbeitslosigkeit. "Fehlende Sprachkenntnisse und oft geringe oder fehlende Qualifikationen der Flüchtlinge machen die Arbeitsmarktintegration zu einer Aufgabe für die nächsten fünf bis zehn Jahre", betonte Wansleben.

Später lenkte DIHK-Konjunkturexperte Schlotböller die Aufmerksamkeit auf die Baubranche, die nicht nur vom anhaltenden Boom beim Wohnungsbau profitiere, sondern auch vom wachsenden Bedarf an Flüchtlingsunterkünften. Von Asylbewerbern gingen darüber hinaus durch die Transfer- und Sachleistungen Konjunkturimpulse aus.

Schlotböller beleuchtete in Berlin zudem den Sachstand beim Export und die schwache Investitionsdynamik. Der Ölpreiseinbruch helfe der deutschen Wirtschaft, stellte er fest, sei aber auch ein Krisenindikator.

Geschäftslage
Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle geschäftliche Lage insgesamt so gut wie noch nie. Vor allem in den binnenorientierten Wirtschaftszweigen Handel und Dienstleistungen sind die Unternehmen mit ihrer Situation sehr zufrieden. Die saisonal übliche Eintrübung beim Bau fällt zu Beginn dieses Jahres milde aus. Auch in der Industrie hellen sich die Lageeinschätzungen wieder auf. In dieser Branche bleiben die Bewertungen aber weit hinter Boom-Jahren zurück – zu schwach war zuletzt die Entwicklung der Exporte in viele Schwellenländer. Insgesamt bieten der niedrige Ölpreis, der schwache Wechselkurs und die günstige Finanzierungssituation den meisten Unternehmen derzeit ungewöhnlich gute Rahmenbedingungen.

Geschäftserwartungen
Die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate stabilisieren sich. Vollständig wettmachen können sie die Eintrübung vom Herbst 2015 freilich nicht. Die Industrie gewinnt allmählich wieder Zuversicht, sogar für das Auslandsgeschäft. Die Inlandsnachfrage läuft rund, Zuwächse wie im vergangenen Jahr werden jedoch schwieriger. Händler und Dienstleister erwarten kaum bessere Geschäfte als im Herbst. Der neuerliche Ölpreisrückgang entlastet Unternehmen und verschafft den Verbrauchern zusätzliche Kaufkraft – das Geschäftsrisiko Energie- und Rohstoffpreise sinkt auf einen neuen Tiefstand. Die Sorgen der Unternehmen um die „Wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen“ wachsen jedoch merklich – in keiner vorherigen Umfrage lag der Anteil höher.

Exporterwartungen
Die Stimmung in der Exportindustrie fängt sich nach der Schwächephase vom Herbst 2015. Die Betriebe blicken wieder zuversichtlicher auf ihre Auslandsgeschäfte, so optimistisch wie in den letzten Jahren sind sie aber noch nicht. Vor allem die Aussichten für Europa hellen sich weiter auf, die US-Konjunktur hat den allmählichen Ausstieg aus der Nullzinspolitik gut verkraftet. Die gesunkenen Ölpreise schaffen weltweit Kaufkraft und stützen den Konsum. Zudem stabilisiert sich der Euro-Wechselkurs auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Das kann die schwächere Nachfrage aus Förderländern und aus China zumindest teilweise ausgleichen. Insgesamt sind die Sorgen um die Entwicklung der Auslandsnachfrage im Vergleich zu den letzten Jahren weiterhin hoch, entspannen sich aber zumindest gegenüber dem hohen Niveau vom Herbst 2015.

Investitionsabsichten
Die Investitionsabsichten der Unternehmen verbessern sich kaum. Eine deutliche Investitionsbelebung ist somit auch 2016 nicht zu erwarten. Die Finanzierungsbedingungen sind zwar weiterhin ausgesprochen günstig, allerdings wachsen die wirtschaftspolitischen Sorgen – erfahrungsgemäß ein wichtiger Einflussfaktor für die Investitionstätigkeit. Mit steigenden Investitionsbudgets plant vor allem die Bauwirtschaft – expansiver waren die Pläne zuletzt nur im Vereinigungsboom. Wenig Veränderungen zeigen sich bei Dienstleistern, Handel und Industrie. Allerdings fahren die Investitionsgüterproduzenten ihre Planungen gegen den Trend und trotz leicht anziehender Exporterwartungen etwas zurück.

Umfrageergebnisse DIHK-Konjunkturprognose von 2014 - 2016: Wo sehen Sie die größten Risiken bei der wirtschaftlichen Entwicklung für Ihr Unternehmen in den kommenden 12 Monaten?

Beschäftigungsabsichten
Die Unternehmen wollen im Jahr 2016 weiterhin Personal aufbauen. Die Beschäftigungspläne verbessern sich in der Industrie, im Handel und bei vielen Dienstleistern – und anders als zu Jahresbeginn üblich auch im Bau. Einige wichtige Branchen fahren ihre Planungen aber zurück, beispielsweise der Fahrzeugbau, das Finanzgewerbe oder die Verkehrswirtschaft. Hemmend wirken Sorgen um die Wirtschaftspolitik – einschließlich der immer engeren Arbeitsmarktregulierung – und um steigende Arbeitskosten. Zugleich suchen die Unternehmen händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern – immer öfter vergeblich. So viele Unternehmen wie in keiner bisherigen DIHK-Konjunkturumfrage sehen den Fachkräftemangel als Geschäftsrisiko. Viele Arbeitsuchende, insbesondere Langzeitarbeitslose, können das Anforderungsprofil der Unternehmen nicht erfüllen. Auch der Großteil der Flüchtlinge kommt zumindest kurzfristig nicht als Fachkräfte in Betracht. Mithin dürfte im Jahr 2016 die Arbeitslosigkeit trotz steigender Beschäftigung wachsen.

Grafik zeitg den Verlauf von DAx und Bruttoinlandsprodukt von Deutschland von 2006 bis Anfang 2016.

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[PDF, 71 Seiten - 4,7 MB]
DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2016


Zur DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2016
Mit der Auswertung "Wirtschaftslage und Erwartungen zu Jahresbeginn 2016" präsentiert der DIHK die Ergebnisse seiner aktuellen Konjunkturumfrage bei den 80 Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Deutschland. Die Umfrage wurde erstmals im Herbst 1977 durchgeführt und findet seitdem zweimal jährlich statt. Zusätzlich legt der DIHK seit dem Jahr 2000 mit "Konjunktur im Frühsommer" auch zu einem Zwischentermin eine bundesweite Auswertung von IHK-Konjunkturumfragen vor.

Grundlage für die DIHK-Ergebnisse sind Befragungen der Unternehmen durch die IHKs. Die IHKs befragen jeweils eine repräsentative Auswahl von Mitgliedsunternehmen. Zu Jahresbeginn 2016 werteten sie mehr als 27.000 Antworten aus. Die Antworten verteilen sich auf die Industrie (28 Prozent), die Bauwirtschaft (7 Prozent), den Handel (23 Prozent) und die Dienstleistungen (42 Prozent).

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