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Deutsche Wirtschaft wächst bis 2012 um 1,5 Prozent im Jahr

Das ifo Institut schätzt für die Zeit bis zum Jahr 2012 ein konjunkturbereinigtes Potenzialwachstum von etwa 1,5 Prozent im Jahr. Dies zeigt die ifo-Projektion des mittelfristigen Wachstumspfades, die das Institut erstmalig vorstellt.

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Deutsche Wirtschaft wächst bis 2012 um 1,5 Prozent im Jahr

 

München, 23.03.2008 (ifo) - Das ifo Institut schätzt für die Zeit bis zum Jahr 2012 ein konjunkturbereinigtes Potenzialwachstum von etwa 1,5 Prozent im Jahr. Dies zeigt die ifo-Projektion des mittelfristigen Wachstumspfades, die das Institut erstmalig vorstellt. Der bis 2003 zu beobachtende trendmäßige Rückgang der Wachstumsraten des BIP-Potenzials ist aus Sicht der Forscher damit vorläufig zu einem Stillstand gekommen. »Vor allem das Arbeitsvolumen leistet hierfür einen positiven Beitrag«, erklärt ifo-Konjunkturchef Kai Carstensen anlässlich der CESifo International Spring Conference in Berlin. Er geht davon aus, dass der zu erwartende Bevölkerungsrückgang bis 2012 von einem trendmäßigen Anstieg der Partizipationsrate, also einer stärkeren Arbeitskräftemobilisierung, und der Arbeitszeit überkompensiert wird. Bei der Prognose wird unterstellt, dass die arbeitsmarktpolitischen Reformen der letzten Jahre nicht zurück genommen werden und keine weiteren branchenbezogenen oder gar flächendeckenden Mindestlöhne in Deutschland eingeführt werden, so dass die Beschäftigungsquote aufrecht erhalten werden kann. Darüber hinaus wird unterstellt, dass die Wachstumsrate der Arbeitsproduktivität nicht weiter fällt. In welchem Umfang die tatsächliche Wachstumsrate die Potenzialwachstumsrate erreicht oder temporär gar überschreitet, hängt von konjunkturellen Faktoren ab, die nicht Gegenstand der Projektion sind.

Neben ihrer Projektion erklären die Forscher die Ursachen des gesamtwirtschaftlichen Wachstums in der Vergangenheit (1970-2005/07) anhand einer sektoralen Wachstumsbilanzierung. Das sinkende Potenzialwachstum in den Jahren nach der Wiedervereinigung war vor allem auf rückläufige Produktivitätssteigerungen zurückzuführen; aber auch der trendmäßige Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden trug dazu bei. Der durchschnittliche Anteil des technischen Fortschritts an der Zunahme der Arbeitsproduktivität in Deutschland lag nach diesen Berechnungen in den Jahren 1995 bis 2005 nur bei 29 Prozent. Der Löwenanteil, nämlich 67 Prozent der Zunahme der Arbeitsproduktivität, wird durch eine Erhöhung des Kapitaleinsatzes pro Arbeitsstunde erklärt. Der verbleibende Rest kann auf eine zunehmende Qualifikation des Arbeitskräfteeinsatzes zurückgeführt werden.

 

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