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Arbeitsleben & HR-NewsArbeitswelt 4.0

Experten erwarten Arbeitswelt 4.0 bis 2025 etabliert

Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit werden fließend, Personen und elektronische Arbeitsmittel grenzenlos vernetzt und Arbeitsmodelle hinsichtlich Zeit und Ort entgrenzt – Arbeitsfreiheit ohne Grenzen? Die fortschreitende Digitalisierung wird die Arbeitsbedingungen vieler verbessern und für mehr Diversity und Chancengleichheit sorgen, birgt aber auch Risiken.

Mobiles Arbeiten zuhause am macbook mit Kaffee. Ein Laptop, ein Glas Wasser, ein Notizbuch und ein Sift auf einem Tisch.

Experten erwarten Arbeitswelt 4.0 bis 2025 etabliert
Berlin, 14.01.2015 (eco) - Vom Zukunftstrend zum Arbeitsalltag: Die moderne Arbeitswelt 4.0 wird sich bis zum Jahr 2025 in vielen Branchen etablieren. Bis dahin werden sich Arbeit und Freizeit immer mehr verknüpfen, Personen und elektronische Arbeitsmittel umfassend vernetzen und zudem moderne IT-Geräte und Technologien selbstständig miteinander kommunizieren. Zu diesem Ergebnis kam zuletzt eine Expertenrunde im Rahmen des eco Kongresses 2014. Im Zeitalter von Laptop, Tablet und Smartphone können Unternehmen ihren Mitarbeitern immer mehr Freiheit zum Erledigen ihrer Aufgaben einräumen. Nach Expertenmeinung wird es beispielsweise für zwei Drittel der Büroarbeiter in Deutschland bis 2025 selbstverständlich sein, auch von zu Hause aus zu arbeiten. Dies führt dazu, dass Unternehmen weltweit ihre Büroflächen deutlich reduzieren werden. Für zehn Mitarbeiter sind zukünftig nur noch durchschnittlich 6,7 Schreibtische vorgesehen. Im Zuge der Zeit- und Standortunabhängigkeit wird auch das Arbeiten in der Cloud immer wichtiger.

Ressource Mitarbeiter steht im Mittelpunkt
Laut Lucia Falkenberg, HR-Managerin und Expertin der Kompetenzgruppe New Work bei eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V., steht die Digitalisierung im Mittelpunkt der Arbeitswelt 4.0. Spätestens seitdem der demographische Wandel die Anzahl der Fachkräfte schrumpfen lässt und die Globalisierung uns vor stetig neue Herausforderungen stellt, steht die „Ressource Mitarbeiter“ noch stärker im Fokus der Personalabteilungen. „Allein in Deutschland wird die Anzahl an erwerbsfähigen Menschen bis 2025 um bis zu 6,5 Mio. Personen zurückgehen. Durch diese Entwicklung nähern wir uns immer mehr der Vollbeschäftigung, in der sich die meisten der hochqualifizierten sogenannten Wissensarbeiter ihren Arbeitgeber aussuchen können.“ Dieser Wandel hin zum Arbeitnehmermarkt führe zunehmend dazu, dass die zukünftigen Arbeitsbedingungen immer mehr den Bedürfnissen der Mitarbeiter angepasst werden. Dies soll nach Angaben von Falkenberg zu einer besseren Vereinbarkeit von beruflichem Erfolg und Privat- oder Familienleben führen, mehr hochqualifizierten Frauen die Berufstätigkeit ermöglichen und jene psychischen Belastungen reduzieren, die heute der Spagat zwischen Arbeit und Privatleben mit sich bringt. „Jeder, der regelmäßig aus dem Meeting zur Kita hetzt, weiß, wovon die Rede ist“, beschreibt Falkenberg.

Ein Mehr an Flexibilität
Bis 2025 wird es eine starke Nachfrage nach flexiblen Arbeitsformen geben. So gehen in einer empirischen Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) 70 Prozent der Beschäftigten davon aus, das im Jahr 2025 „eine gelebte Work-Life-Balance“ als Status-Symbol gilt. Die moderne Arbeitswelt 4.0 kann jedoch zugleich Fluch und Segen sein: Der Arbeitgeber räumt seinen Mitarbeitern zwar eine größere Flexibilität zum Erledigen der Arbeiten ein, erwartet aber im Gegenzug auch eine größere Flexibilität von den Arbeitnehmern selbst. „Die Experten sind sich darüber einig, dass dies in den allermeisten Fällen zu längeren Arbeitszeiten führt als beim klassischen ‘9 to 5‘. Viele Fachleute warnen daher vor einer ständigen Erreichbarkeit durch die duale Nutzung von Smartphones und Co., die dazu führen kann, dass sich Mitarbeiter rund um die Uhr ‚on duty‘ fühlen “, räumt die HR-Expertin von eco ein.

Arbeitswelt 4.0 benötigt Regeln und Abstimmungsprozesse
Dass immer und überall gearbeitet wird, kann nach Meinung der New Work Spezialistin sogar zu einer Zunahme der psychischen Belastung am Arbeitsplatz und mehr Stress führen. Eben diesen Stress hat die Weltgesundheitsorganisation WHO nicht ohne Grund zu einer der „größten Gefahren des 21. Jahrhunderts“ erklärt. Falkenberg ist sich jedoch sicher, dass die fortschreitende Digitalisierung hauptsächlich zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen führen wird. Die Aussicht, künftig Job und individuelle Lebensgestaltung besser vereinbaren zu können, eröffnet vielen Mitarbeitern neue Chancen. Außerdem wird selbstbestimmteres Arbeiten zu mehr Arbeitszufriedenheit führen. Grundlage hierfür ist aber, dass sich Unternehmen und Mitarbeiter auf die Einhaltung bestimmter Regeln einigen und die Zusammenarbeit vertrauensvoll und mit gegenseitigem Respekt abstimmen – dann werden die Trennung zwischen Beruflichem und Privatem und auch der verdiente Feierabend weiterhin möglich bleiben.

 

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