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Bewerbungen: Erfolgschancen sinken mit unseriösen E-Mailadressen

Personalchefs bilden sich innerhalb von Sekunden ein Urteil über eine Bewerbung. Ähnlich wie bei Rechtschreibfehlern leiden der erste Eindruck und die Erfolgsaussichten der Bewerbung bei weniger seriösen E-Mailadressen erheblich, wie erstmals eine Studie zur Cyberpsychologie der Universität Amsterdam zeigt.

Ein Clonekrieger in seiner weißen Rüstung.

Bewerbungen: Erfolgschancen sinken mit unseriösen E-Mailadressen
Amsterdam, 02.04.2015 (vua) - Verschiedene Studien zeigen, dass Personalverantwortliche Lebensläufe überfliegen und sich innerhalb von zehn Sekunden ein Urteil über eine Bewerbung bilden. Ähnlich wie bei Rechtschreibfehlern leiden der erste Eindruck und die Erfolgsaussichten der Bewerbung bei weniger seriösen E-Mailadressen mit Abkürzungen, Slang-Wörtern und Fantasienamen erheblich.

Diesen bislang wenig erforschten Aspekt der Bewerbungsunterlagen hat eine aktuelle Studie in den Niederlanden untersucht. Die Studie zu „Cyberpsychologie, Verhalten und Social Networking“ am Institut für Sozial- und Organisationspsychologie der Freien Universität Amsterdam hat erstmals die Auswirkungen informeller E-Mail-Adressen auf das Screening der Lebensläufen von Personalentscheidern analysiert.

Die Teilnehmer bewerteten die kognitiven Fähigkeiten, die Persönlichkeit und die Einstellungschancen von sechs fiktiven Bewerbungen für die Stelle eines HR-Spezialisten. Die Personaler bewerteten die Erfolgschancen für die Lebensläufe mit formloser E-Mail-Adressen deutlich schlechter als die der Lebensläufe mit einer formellen E-Mail-Adresse mit Vor- und Nachnamen. Die Wirkung der E-Mail-Adressen war dabei so stark, wie die Wirkung von Rechtschreibfehlern und sogar stärker als die der Schrift im Lebenslauf. Die E-Mail-Adresse prägt die Wahrnehmungen der Personalentscheider insbesondere in Bezug auf die Faktoren Gewissenhaftigkeit, Ehrlichkeit und Demut.

Diese Studie zeigt im HR-Bereich zum ersten Mal, dass die Wahl der im Lebenslauf verwendeten E-Mail-Adresse tatsächlichen einen starken Einfluss auf die Einstellungschancen hat.

Download „What a Difference Your E-Mail Makes“ [PDF, 6 Seiten 129 KB]
Effects of Informal E-Mail Addresses in Online Résumé Screening


Zur Studie
Insgesamt 73 Personalverantwortliche (65,8% weiblich) nahmen an der Online-Umfrage teil. Ihr Alter lag zwischen 20 und 65 Jahren ( Durchschnittsalter Alter = 28,10 Jahre; Standardabweichung = 9,16 Jahre). Die Berufserfahrung der Teilnehmer lag zwischen 0 und 420 Monate ( Durchschnitt = 21,75 Monate, Standardabweichung = 54,80 Monate). Die meisten Teilnehmer hatten sowohl einen Bachelor-Abschluss (35,6%) oder einen Master-Abschluss (20,5%). Die Teilnehmer bewerteten insgesamt 6 fiktive Lebensläufe in Bezug auf die Persönlichkeit, die kognitiven Fähigkeiten und Einstellungschancen.

What a Difference Your E-Mail Makes: Effects of Informal E-Mail Addresses in Online Resume Screening
Marlies van Toorenburg, MSc, Janneke K. Oostrom, PhD, and Thomas V. Pollet, PhD
Department of Social and Organizational Psychology, VU University Amsterdam, Amsterdam, The Netherlands.

 

Leser-Kommentare

Autor
Beitrag
WiWi Gast

Re: Bewerbungen: Erfolgschancen sinken mit unseriösen E-Mailadressen

Vielen Dank für den Hinweis. Unten in der Studienbeschreibung hatte sich ein Übersetzungsfehler eingeschlichen. Es muss hier natürlich auch "Personalverantwortliche" statt "Personalvermittler" heissen.

Red. WiWi-TReFF

antworten
WiWi Gast

Bewerbungen: Erfolgschancen sinken mit unseriösen E-Mailadressen

Was ist eine "unseriöse" E-Mailadresse? Gibt es Beispiele - oder phantasieren 20-jährige, dämliche "Personalvermittler" (?) mit Null Jahren Berufpraxis? Was ist ein "Personalvermittler"? Solche kenne ich nur auf dem Sklavenmarkt, nicht jedoch in seriösen Personalabteilungen, die erst beurteilen, nachdem Bewerbungen durch die Fachabteilung vorselektiert wurden.

Es würde mich nicht wundern, wenn aus einer solchen "Studie" einmal mehr schwachsinnige Diplomarbeiten oder gar Dissertationen gebastelt werden.

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