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Sind Immobilienangebote realistisch?

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Hallo,

ich plane noch nichts, aber denke ein wenig nach und schaue mir die Angebote so an.
Bei uns (40km Umkreis von Hamburg, aber nicht Hamburg selbst) kostet grad ein "normales" Haus ca. 700.000. zzgl.Makler usw.

Für mich ist ein normales Haus in erster Linie so definiert:

Lage:

  1. bitte kein Dorf mit 1200 Einwohnern. Möchte für die Kinder kein Taxifahrer sein.
  2. soll schon eine Stadt sein
  3. nicht an einer Hauptstrasse gelegen

Haus:

  1. Baujahr ab 2010
  2. Garage (am besten doppelt)
  3. Grundstück ab 600qm

Das war es eigentlich schon.
Keine speziellen Wünsche zur Ausstattung usw.

Da ich keine Erfahrung mit Immobilien habe, wollte ich von euch gerne, vielleicht etwas sehr komisches wissen:
sind die Preise, zu den die Objekte bei den ganzen immoscouts inseriert sind, wirklich die Preise, zu den die Immobilien gehandelt und gekauft werden?
Oder wäre ich der einzige Vollidiot, der ein normales Haus für fast eine Million im Fall der Fälle kaufen würde?

Achja.. Grundstücke von der Gemeinde gibt es keine. Makler verkaufen da einige, aber auch zu abnormalen Preisen. Umziehen ist leider keine Option.

Vielen Dank und liebe Grüße

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Also ich baue gerade ein Haus in unmittelbarer Nähe einer ostdeutschen Landeshauptstadt auf einem ca. 570qm großen Grundstück. Der Spaß kostet all-in etwa 580k. Finde da deine 700k schon fast grenzwertig niedrig. Plus Makler und Grunderwerbsteuer (!) wirst du sicher noch deutlich drüber landen ... Also bei der Lage bist du definitiv mit 700k nicht verkehrt unterwegs, gefühlt müsste es sogar noch mehr sein.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Das kommt doch ganz auf den Preis an. Natürlich kannst du ein Angebot für pauschal 5-10% weniger abgeben, dann siehst du ja, ob man darauf eingeht.

Geht auch anders herum, bei Freunden von mir wurde das Haus zu günstig angeboten. Es gab zu viele Zusagen für den Preis, daher sollte man ein Gebot abgeben. Ergebnis waren dann mehr als 20% höherer Preis als bei Immoscout. Meine Freunde haben den Zuschlag nicht bekommen, trotz 10% höherem Angebot. Die 20% kamen als Info vom Makler, mindestens über 10% müssen es aber gewesen sein.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Für mehr als den Inseratspreis wird wohl auch heute kein Objekt verkauft ...

Ich habe um 2011 die Erfahrung gemacht, daß ein teuer angebotenes Objekt nach längerer Inseratsdauer für die Hälfte des angegebenen Preises verkauft wurde.

Bei einem nicht überteuert angebotenen Objekt sollten sich auch heute 10% bis 20% Preisnachlaß heraushandeln lassen.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Bevor jetzt wieder die Meckerfraktion kommt, es kann nun mal nicht jeder ein Einfamilienhaus haben. Dazu ist und war schon immer ein weit überdurchschnittliches Einkommen notwendig.

Bedenke mal, irgendwann mit Ende 40 oder Anfang 50 ist die Immobilie abgezahlt. Wert heutzutage 400k bis tlw. 800k-900k und mehr.

Denkst du, dieses Vermögen kann jeder bis 50 gebildet haben? Nee, das war schon immer wenigen vorbehalten.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Vielen Dank für die Antworten,

also wie ich verstanden habe, sind die angegebenen Preise doch halbwegs realistisch.

"Finde da deine 700k schon fast grenzwertig niedrig."
700k finde ich auch ok, aber nicht für DAS, was dafür verkauft wird.

"Bei einem nicht überteuert angebotenen Objekt sollten sich auch heute 10% bis 20% Preisnachlaß heraushandeln lassen."
Mein Problem ist noch zusätzlich, dass es auch kein wirklich perfektes Objekt gibt, wie ich mir den vorstelle.
Und selbst für (günstige) 500k etwas kaufen, was man eigentlich nicht haben wollte, ist eine Menge Geld für das, was man nicht wirklich will.

Am liebsten würde ich selbst bauen, aber leider kein Bauland. Gemeinden alle abgeklappert, die Antwort lautet - nichts geplant.

Grundstücke aus den Inseraten sind leider für die Tonne.
Habe einige angeschaut.
Mal sind die von 90 Jahre alten Häusern umgeben, wo die Atmosphäre schon gruselig ist
Oder mit Altbestand und eh nicht ansprechend
und dazu noch ca. 450-600k für 700qm.

Also alles schwierig :(

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

WiWi Gast schrieb am 06.03.2020:

Für mehr als den Inseratspreis wird wohl auch heute kein Objekt verkauft ...

Ich habe um 2011 die Erfahrung gemacht, daß ein teuer angebotenes Objekt nach längerer Inseratsdauer für die Hälfte des angegebenen Preises verkauft wurde.

Bei einem nicht überteuert angebotenen Objekt sollten sich auch heute 10% bis 20% Preisnachlaß heraushandeln lassen.

Gerade in dem überhitzten Markt heute ist es alles andere als ungewöhnlich, dass Häuser über dem Inseratspreis verkauft werden. Im Grunde ist es unmöglich, vorab den richtigen Preis für ein Haus zu bestimmen, da jedes Objekt einfach zu individuell ist. Von daher kann es am Ende Abweichungen nach unten und oben geben.
Was heute definitiv häufig zu beobachten ist sind ältere Häuser, die zu völlig überhöhten Preisen angeboten werden. In meiner Stadt sind gerade mehrere solcher Objekte inseriert. Häuser aus den 60ern oder 70ern, oft mit Renovierungsbedarf, aber zu Preisen wie Neubauten.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Ja, der Markt ist überall leergegrast. Das was jetzt verkauft wird ist (gefühlt) oft Schrott oder überteuert.

Ich würde Dir folgenden Tipp geben: Beobachte die Annoncen auf den einschlägigen Portalen mal für eine Weile. Du wirst feststellen, dass es Objekte gibt, die drei Tage nach dem sie erstmals auftauchten sofort wieder weg sind und auf der Homepage des Maklers als "verkauft" oder "reserviert" geführt werden. Und dann gibt es noch die anderen, die sind monatelang drin und werden wie sauer Bier angeboten.

Im ersten Fall wird man natürlich nichts runterhandeln können, im zweiten Fall vielleicht aber auch nicht immer. Mir hat ein Makler mal gesagt "Wenn Sie den geforderten Preis nicht zahlen wollen, dann stehlen Sie mir nicht die Zeit, es dauert nicht lange dann kommt einer der ihn zahlt".

Und mach mal Termine und besichtige ein paar Häuser. Du wirst staunen, selbst die Hütten die im Netz ganz nett aussehen entpuppen sich als Sanierungsfälle, in die erstmal etliche Zenhtausend Euro investiert werden müssen.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

"Ich würde Dir folgenden Tipp geben: Beobachte die Annoncen auf den einschlägigen Portalen mal für eine Weile. Du wirst feststellen,"

Danke für die Tipps,
ich schaue schon regelmäßig seit 2 Jahren, und ca. seit 1 Jahr sogar mit mittelgroßer Kaufabsicht.
Leider kommen die Angebote mit meinen eingestellten, erst mal nicht zu strengen Filtern so schon recht selten. Und fast alles was kommt, ist falsch.

Es kommt etwa 1 mal in 1-2 Monaten vor, wo ich denke "ok, der Preis ist zwar etwas hoch, aber wäre noch bezahlbar. Lohnt sich an zu schauen"
Kontaktiere dann SOFORT den Makler, und bis er sich meldet ist entweder schon weg, oder reserviert, oder ich habe es mir genauer angeschaut, und habe selbst keine Interesse mehr.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

WiWi Gast schrieb am 06.03.2020:

Für mehr als den Inseratspreis wird wohl auch heute kein Objekt verkauft ...

Ich habe um 2011 die Erfahrung gemacht, daß ein teuer angebotenes Objekt nach längerer Inseratsdauer für die Hälfte des angegebenen Preises verkauft wurde.

Bei einem nicht überteuert angebotenen Objekt sollten sich auch heute 10% bis 20% Preisnachlaß heraushandeln lassen.

Was heute definitiv häufig zu beobachten ist sind ältere Häuser, die zu völlig überhöhten Preisen angeboten werden. In meiner Stadt sind gerade mehrere solcher Objekte inseriert. Häuser aus den 60ern oder 70ern, oft mit Renovierungsbedarf, aber zu Preisen wie Neubauten.

Genau mein Problem :(
Und für Neubau kein Bauland.
Sehe es nicht ein, ein altes Haus wegen dem Grundstück für 650k (zzgl Makler, Nebenkosten, Abrisskosten) zu kaufen und dann noch ein Haus für 300k drauf zu bauen.

Besonders stark versaut mir die Laune, wenn die Nachbaren oder Bekannte erzählen, vor 8 Jahren deren Haus für 400k all-inklusive (Grundstück von der Gemeinde, Neubaugebiet) gebaut zu haben.
Und ich bräuchte für das Gleiche 900k. Kann ich mit mir nicht verhandeln.
Selbstverständlich verstehe ich, dass die Preise steigen... aber trotzdem kann ich es schwer akzeptieren. Besonders wenn man sich von Maklern und Verkäufern wegen der Situation von keinem Bauland ausgenutzt fühlt.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Der Markt ist überhitzt. Ich komme mir schon seit JAhren verarscht vor. Habe immer gespart und versucht die Nebenkosten zusammenzubekommen und siehe da, ich habe am Ende gegen einen Preissteigerung gespart die ich einfach nie erreichen konnte.

Ein Professor von uns hat mal gesagt: Inflation liegt nicht bei 1-2 Prozent sonder eher bei 3-4 % da die alte Formel. GM3- BIP = Inflation immer noch zählt lt. Ihm.

Heute muss man sagen, dass die Preise teilweise 60 % (plattes Land) bis 100-150 % (München) über den Verkaufspreisen von 2007 ...

Wenn man das ummützt sind dan mal schnell (4,2 % bis zu 7,14 % oder 10,71 %). Das packt man ohne EK oder Erbe einfach nicht. Man hätte einfach kaufen müssen und fertig, fuck off auf Schulden.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

WiWi Gast schrieb am 06.03.2020:

Man hätte einfach kaufen müssen und fertig

Nur war ich damals grad mal 19.

Werde noch weiter beobachten, aber langsam verliere ich einfach die Hoffnung.
Und es gibt keine Aussicht, dass es besser wird.

Wohnen seit einigen Jahren in einem EFH und jetzt eine Wohnung kaufen kommt nicht mehr in Frage.
Bleibt weiter zur Miete zu wohnen.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Es stimmt nicht, dass alles teurer wird; man muss nur einmal versuchen, etwas zu verkaufen.

Robert Lembke

    1. September 1913 † 14. Januar 1989
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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Du bist wirklich auf dem Stand von 2011. Natürlich werden Immobilien manchmal über Angebotspreis verkauft. Auch im Osten. Auch ich selbst hatte schon mal ein Objekt so gekauft. Gruss von einem älteren Makler!!

WiWi Gast schrieb am 06.03.2020:

Für mehr als den Inseratspreis wird wohl auch heute kein Objekt verkauft ...

Ich habe um 2011 die Erfahrung gemacht, daß ein teuer angebotenes Objekt nach längerer Inseratsdauer für die Hälfte des angegebenen Preises verkauft wurde.

Bei einem nicht überteuert angebotenen Objekt sollten sich auch heute 10% bis 20% Preisnachlaß heraushandeln lassen.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

WiWi Gast schrieb am 06.03.2020:

Vielen Dank für die Antworten,

also wie ich verstanden habe, sind die angegebenen Preise doch halbwegs realistisch.

"Finde da deine 700k schon fast grenzwertig niedrig."
700k finde ich auch ok, aber nicht für DAS, was dafür verkauft wird.

"Bei einem nicht überteuert angebotenen Objekt sollten sich auch heute 10% bis 20% Preisnachlaß heraushandeln lassen."
Mein Problem ist noch zusätzlich, dass es auch kein wirklich perfektes Objekt gibt, wie ich mir den vorstelle.
Und selbst für (günstige) 500k etwas kaufen, was man eigentlich nicht haben wollte, ist eine Menge Geld für das, was man nicht wirklich will.

Am liebsten würde ich selbst bauen, aber leider kein Bauland. Gemeinden alle abgeklappert, die Antwort lautet - nichts geplant.

Grundstücke aus den Inseraten sind leider für die Tonne.
Habe einige angeschaut.
Mal sind die von 90 Jahre alten Häusern umgeben, wo die Atmosphäre schon gruselig ist
Oder mit Altbestand und eh nicht ansprechend
und dazu noch ca. 450-600k für 700qm.

Also alles schwierig :(

Also es gibt bei dir Häuser für 700k und Grundstücke für 450k-600k? Das Haus abzüglich des Grundstücks liegt dann bei 100k bis 250k? Das wäre verdammt preiswert.

Beispiel aus Ostdeutschland, etwa 40 Kilometer bis zur nächsten Großstadt. Bauland kostet etwa 30 Euro je Quadratmeter. Ein Grundstück mit 1.000 qm und Bauernhaus mit 2,10 Meter Deckenhöhe, in den Dreck gebaut ohne Bodenplatte, alles alt, alles muss raus, Komplettsanierung notwendig. Verkaufspreis 210.000 Euro. Verkauft.

Für einen Neubau rechnet man heutzutage etwa Wohnfläche x 2.000 Euro = Herstellungskosten vom Haus bei mittlerem Standard. Dazu etwa 30.000 Euro Baunebenkosten und 30.000 Euro für den Garten bei einfachem Grundstück (kein Hang).

Wenn du ein Haus gebraucht kaufst, dann würde ich das mal mit den sogenannten Wiederherstellungskosten vergleichen, abzüglich eventuell zerstörter Substanz bzw. bald fälligen Reparaturen.

Nehmen wir mal an, die Hütte ist 150 qm groß, Garten, Wege, Terrasse und Stellplätze sind angelegt. Dann sind die Wiederherstellungskosten etwa 360.000 Euro. Rechnen wir mal großzügig 30.000 Euro Sanierungsstau ab. Bleiben 330.000 Euro Hauswert.

Dazu 450.000 Euro für das Grundstück, ergibt 780.000 Euro.

Und ja, mittlerweile nähern sich die Preise alte Immobilie (20-30 Jahre) und Neubau stark an. Es ist einfach eine extreme Übernachfrage. Ich kenne da auch so ein Fall, Grundstück gekauft, Haus gebaut, war dann aus den Lebensumständen heraus doch nichts, mit fettem Gewinn verkauft. Das war aber in einer gefragten Gegend.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Das, was man heute an den Verkäufer zahlt, hat man früher als Zinsen an die Bank gezahlt.

WiWi Gast schrieb am 06.03.2020:

Vielen Dank für die Antworten,

also wie ich verstanden habe, sind die angegebenen Preise doch halbwegs realistisch.

"Finde da deine 700k schon fast grenzwertig niedrig."
700k finde ich auch ok, aber nicht für DAS, was dafür verkauft wird.

"Bei einem nicht überteuert angebotenen Objekt sollten sich auch heute 10% bis 20% Preisnachlaß heraushandeln lassen."
Mein Problem ist noch zusätzlich, dass es auch kein wirklich perfektes Objekt gibt, wie ich mir den vorstelle.
Und selbst für (günstige) 500k etwas kaufen, was man eigentlich nicht haben wollte, ist eine Menge Geld für das, was man nicht wirklich will.

Am liebsten würde ich selbst bauen, aber leider kein Bauland. Gemeinden alle abgeklappert, die Antwort lautet - nichts geplant.

Grundstücke aus den Inseraten sind leider für die Tonne.
Habe einige angeschaut.
Mal sind die von 90 Jahre alten Häusern umgeben, wo die Atmosphäre schon gruselig ist
Oder mit Altbestand und eh nicht ansprechend
und dazu noch ca. 450-600k für 700qm.

Also alles schwierig :(

Also es gibt bei dir Häuser für 700k und Grundstücke für 450k-600k? Das Haus abzüglich des Grundstücks liegt dann bei 100k bis 250k? Das wäre verdammt preiswert.

Beispiel aus Ostdeutschland, etwa 40 Kilometer bis zur nächsten Großstadt. Bauland kostet etwa 30 Euro je Quadratmeter. Ein Grundstück mit 1.000 qm und Bauernhaus mit 2,10 Meter Deckenhöhe, in den Dreck gebaut ohne Bodenplatte, alles alt, alles muss raus, Komplettsanierung notwendig. Verkaufspreis 210.000 Euro. Verkauft.

Für einen Neubau rechnet man heutzutage etwa Wohnfläche x 2.000 Euro = Herstellungskosten vom Haus bei mittlerem Standard. Dazu etwa 30.000 Euro Baunebenkosten und 30.000 Euro für den Garten bei einfachem Grundstück (kein Hang).

Wenn du ein Haus gebraucht kaufst, dann würde ich das mal mit den sogenannten Wiederherstellungskosten vergleichen, abzüglich eventuell zerstörter Substanz bzw. bald fälligen Reparaturen.

Nehmen wir mal an, die Hütte ist 150 qm groß, Garten, Wege, Terrasse und Stellplätze sind angelegt. Dann sind die Wiederherstellungskosten etwa 360.000 Euro. Rechnen wir mal großzügig 30.000 Euro Sanierungsstau ab. Bleiben 330.000 Euro Hauswert.

Dazu 450.000 Euro für das Grundstück, ergibt 780.000 Euro.

Und ja, mittlerweile nähern sich die Preise alte Immobilie (20-30 Jahre) und Neubau stark an. Es ist einfach eine extreme Übernachfrage. Ich kenne da auch so ein Fall, Grundstück gekauft, Haus gebaut, war dann aus den Lebensumständen heraus doch nichts, mit fettem Gewinn verkauft. Das war aber in einer gefragten Gegend.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Eindeutig falsch. der Immobilienmarkt hatte sich 2011 nur wenig vom Tief erholt. Kein Vergleich zu heute. Ich habe selbst auch eine Wohnung über dem Angebotspreis gekauft. Es gab viel Konkurrenz, die Maklerin hatte mehrere Interessenten auf einen Termin gelegt. Trotzdem war das dann mein bisher bestes Investment! Ich hätte sogar noch mehr bezahlt.

WiWi Gast schrieb am 06.03.2020:

Für mehr als den Inseratspreis wird wohl auch heute kein Objekt verkauft ...

Ich habe um 2011 die Erfahrung gemacht, daß ein teuer angebotenes Objekt nach längerer Inseratsdauer für die Hälfte des angegebenen Preises verkauft wurde.

Bei einem nicht überteuert angebotenen Objekt sollten sich auch heute 10% bis 20% Preisnachlaß heraushandeln lassen.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Leider sind die Preise real. Ich hab mitbekommen, dass ein Mieter in einer Wohnung gestorben ist, dann hab ich einen Zettel in den Briefkasten geworfen. Der Besitzer ist in die Wohnung gekommen, wollte nur kurz reinschauen und direkt zum Makler gehen. Davor ist er noch kurz zu mir gekommen und wollte 200k für die 50 Jahre alte 57 m² Wohnung haben. Er wollte mit dem Preis nicht runter gehen und meinte ich habe ich nur einen Tag Bedenkzeit, sonst ist die Wohnung morgen beim Makler. Also habe ich sie Zähne knirrschend genommen und auch erst später gesehen, dass man da drin einfach ALLES neu machen musste.

Jedenfalls war grad die baugleiche Wohnung 11 Monate später nochmal inseriert, jetzt für 240k auch nur in mittelmäßigem Zustand. Ich hab da zum Spaß angerufen aber der Verkäufer wollte keinen einzigen € runter gehen, er meinte er hat mehr als genug Angebote.

Genau da liegt ja das Problem, Wohnungen zumindest in meiner Gegend werden jedes Jahr ca. 10% teurer. Keiner braucht mit dem Preis runter zu gehen. Man wartet einfach und im Zweifel wird die Wohnung nur noch wertvoller.

Ein Kumpel hat ein Haus besichtigt, eher eine Ruine. (50 km von Stuttgart) Er hat dann 330k € geboten, jemand anders hat dann aber 360k geboten und die Zusage bekommen. Aber die Bankfinanzierung ist dann geplatzt, weil die Bank das Haus nur mit 300k bewertet. Und nun steht es für 390k auf Immo scout.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Wenn sich die aktuelle Krise zu einer Rezession ausweitet, so daß die Arbeitslosigkeit ansteigt, platzt auch die deutsche Immobilienblase. Zumal sich niemand in einer derartigen Lage jahrzehntelange Zahlungsverpflichtungen aus Immobiliefinanzierungen für einen Blasenpreis auferlegt.

antworten
WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Ich bin 28 und würde natürlich gerne in einem Haus wohnen wenn ich Kinder bekomme. Allerdings spekuliere ich auch, dass die Immobilienpreise in den nächsten 15 Jahren stark einbrechen werden (Abschwung, Generationswechsel etc.). Momentan spare ich viel Eigenkapital und kann dann später ohne Kredit kaufen.

antworten
WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

WiWi Gast schrieb am 07.03.2020:

Wenn sich die aktuelle Krise zu einer Rezession ausweitet, so daß die Arbeitslosigkeit ansteigt, platzt auch die deutsche Immobilienblase. Zumal sich niemand in einer derartigen Lage jahrzehntelange Zahlungsverpflichtungen aus Immobiliefinanzierungen für einen Blasenpreis auferlegt.

  1. Es gibt keine Immobilienblase. Im Gegensatz vielen, auch osteuropäischen Ländern, haben wir eher moderate Immobilienpreise.

  2. Die Krise ist vor allem eine Krise vom Mangel an Arbeitsangebot. In China werden manche wohl sogar zur Arbeit gezwungen. In Europa natürlich nicht möglich. Wenn in Deutschland ein Betrieb zwei Wochen in Quarantäne geht, bekommt jeder Mitarbeiter sein Gehalt weiter. Die Arbeit bleibt liegen und wird dann durch zusätzliche Einstellungen oder bezahlte Überstunden später abgearbeitet. Sollte es gar so schlimm kommen, dass viele Menschen sterben werden, ich hoffe es passiert nicht, dann sinkt das Arbeitskräftepotential weiter, während die Arbeit natürlich da ist. Zudem denken viele Unternehmen über ihre internationalen Lieferketten nach. Insbesondere das Sourcing von China wieder zurück nach Europa zu verschieben ist ein Thema. Großes Potential für viele gut qualifizierte Arbeitsplätze in hochautomatisierten Fabriken.

Aber gehen wir mal nicht vom schlimmsten aus. Einige Betriebe werden hier und da für einige Wochen schließen. Die Mitarbeiter bekommen 6 Wochen volles Gehalt (der Arbeitgeber holt es sich am Ende vom Amt wieder) weiter gezahlt und sobald die Produktion wieder anläuft, muss massiv nachgearbeitet werden. Bezahlte Überstunden und ein temporärer Aufschwung nach dem Virus.

Ebenso wenn einzelne Mitarbeiter 2-3 Wochen krank oder in Quarantäne sind, bekommen diese das volle Gehalt weiter gezahlt. Die Arbeit bleibt liegen (denkt man an Industrieunternehmen und nicht nur an Bürojobs) und muss nachgeholt werden. Bezahlte Überstunden oder einige Monate mehr Zeitarbeiter.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Rein theoretisch hast Du ja recht. In der Realität werden aber sehr viele Objekte ohne Finanzierung gekauft. Weil die Käufer das in cash verfügbar haben.

WiWi Gast schrieb am 07.03.2020:

Wenn sich die aktuelle Krise zu einer Rezession ausweitet, so daß die Arbeitslosigkeit ansteigt, platzt auch die deutsche Immobilienblase. Zumal sich niemand in einer derartigen Lage jahrzehntelange Zahlungsverpflichtungen aus Immobiliefinanzierungen für einen Blasenpreis auferlegt.

antworten
WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

Immos sind der letzte safe haven für den deutschen Michel in der German Angst. Sinkende Zinsen führen zu steigenden Immopreisen

WiWi Gast schrieb am 07.03.2020:

Wenn sich die aktuelle Krise zu einer Rezession ausweitet, so daß die Arbeitslosigkeit ansteigt, platzt auch die deutsche Immobilienblase. Zumal sich niemand in einer derartigen Lage jahrzehntelange Zahlungsverpflichtungen aus Immobiliefinanzierungen für einen Blasenpreis auferlegt.

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WiWi Gast

Sind Immobilienangebote realistisch?

WiWi Gast schrieb am 07.03.2020:

Ich bin 28 und würde natürlich gerne in einem Haus wohnen wenn ich Kinder bekomme. Allerdings spekuliere ich auch, dass die Immobilienpreise in den nächsten 15 Jahren stark einbrechen werden (Abschwung, Generationswechsel etc.). Momentan spare ich viel Eigenkapital und kann dann später ohne Kredit kaufen.

Ich bin mir nicht sicher, denke aber dass es mehr als die Hälfte, die überhaupt in der Lage WÄREN sich ein Haus zu leisten, vor 15 Jahren genau so oder ähnlich gedacht haben.

Und jetzt, die der Kollege paar Nachrichten vorher geschrieben hat
„ habe am Ende gegen einen Preissteigerung gespart die ich einfach nie erreichen konnte.“

Wer weiß, wer weiß...
Das ist wie mit einigen Aktien. Das denkt sich „ey, die KÖNNEN nicht mehr weiter Fallen“, und kauft welche. Dann fallen die „unvorhersehbar“ so tief, dass man sich in Arsch beißt.

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