DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
BewerbungsunterlagenLebenslauf

Lügen im Lebenslauf sind No-Go für Personaler

Eine längere Arbeitslosigkeit mit einer Weltreise kaschieren, Fachkenntnisse aufbauschen oder beim bisherigen Gehalt übertreiben, das mögen Personalentscheider gar nicht: Knapp drei Viertel aller Manager in Deutschland haben schon einmal einen Bewerber aussortiert, nachdem falsche Angaben im Lebenslauf aufgeflogen sind. Das ist im europäischen Vergleich ein Spitzenwert, wie eine aktuelle Studie unter 500 Managern im Auftrag des Personaldienstleisters Robert Half zeigt.

Die Weltreise mit Trip zum Grand Canyon in Amerika als Lüge im Lebenslauf ist gefährlich.

Ehrlichkeit extrem wichtig für deutsche Manager und Personalern
Frankfurt am Main, 09.01.2018 (rh) - Neben den befragten Personalentscheidern hierzulande zeigen nur die Nachbarn in den Niederlanden die selbe Konsequenz bei falschen oder unehrlichen Angaben. Etwas weniger streng hingegen nehmen es Personaler aus Belgien und der Schweiz mit je 68 Prozent, gefolgt von Recruitern im Vereinigten Königreich mit 59 Prozent. Am lockersten sehen es französische Führungskräfte: Dort drückt über die Hälfte der Befragten mit 46 Prozent ein Auge zu, wenn der Bewerber im Lebenslauf unehrlich war.

„Natürlich sollten Bewerber darauf achten, sich im bestmöglichen Licht zu präsentieren. Entscheidend ist aber, dass es sich dabei um die Wahrheit handelt: Lügen fallen einem früher oder später vor die Füße. Spätestens, wenn die vorgegaukelte Erfahrung und das Fachwissen im neuen Job benötigt werden. Theoretisch kann sogar Jahre nach der Probezeit deshalb die Kündigung drohen,“ erklärt Thomas Hoffmann, Director North bei Robert Half. „Zudem schaden sich Arbeitnehmer mit falschen Angaben im Lebenslauf selbst: Wer eine Stelle nur bekommt, weil bei den eigenen Kompetenzen übertrieben wurde, wird im neuen Job nur schwerlich dauerhaft glücklich werden.“

Nur die Schweizer schummeln öfter beim Gehalt
Worüber im Lebenslauf gelogen wird, ist vielfältig: Am häufigsten fliegen Bewerber wegen falscher Angaben über fachliche Kompetenzen auf, so die Befragten (54 %). Auf Platz 2 folgen Falschangaben über die Berufserfahrung, auf dem dritten Platz über Sprachkenntnisse.

Auffällig ist außerdem: Rund ein Fünftel (19 %) der Studienteilnehmer in Deutschland gibt an, schon einmal Kandidaten wegen falscher Gehaltsangaben in früheren Jobs aussortiert zu haben – nur bei den Nachbarn in der Schweiz führt diese Lüge noch öfter zum Aus im Bewerbungsprozess (22 %).

„Bewerber müssen sich nicht davor scheuen, mehr Gehalt zu verlangen als sie aktuell verdienen. Schließlich gehen sie mit dem Wechsel auch ein gewisses Risiko ein und das berücksichtigen die Personaler. Es ist also vollkommen unnötig, beim Gehalt zu schummeln. Viel wichtiger ist es, sich beim Wunschverdienst am marktüblichen Lohnniveau zu orientieren. Dazu gibt es zahlreiche kostenlose Quellen im Internet. Die aktuelle Gehaltsübersicht von Robert Half beispielsweise listet die Löhne für IT-, Finanz- und kaufmännische Berufe nach Berufserfahrung und Standort auf und dient somit als wichtiger Anhaltspunkt für die eigene Gehaltsvorstellung“, empfiehlt Hoffmann.

Bereiche im Lebenslauf, in dem Bewerber schon falsche oder übertriebene Informationen angegeben haben:
(Quelle: Robert Half, Arbeitsmarktstudie 2017, Befragte: 357 Manager in Deutschland)

 

Die eigenen Qualitäten aufzuplustern und falsche Angaben zu machen, ist für viele Bewerber verlockend. Thomas Hoffmann nennt die Gründe, weshalb Bewerber immer bei der Wahrheit bleiben sollten:

  1. Personaler sind geschult, Angaben im Lebenslauf zu prüfen
    Personaler wissen genau, wie Sie Ungereimtheiten im Lebenslauf oder Vorstellungsgespräch aufdecken. Bei Zweifeln an Ihren Angaben haken sie nach. Beliebt sind im Vorstellungsgespräch etwa Fragen zu Nebensächlich-keiten, mit denen Sie nicht gerechnet haben. Denn die Verantwortlichen wissen: Wer lügt, der hat seine Antworten zwar genauestens geplant – kann aber unmöglich alle Details bedacht haben.
     
  2. Falsche Angaben bei der Bewerbung können zur Kündigung führen
    Häufig ist beim Vorstellungsgespräch nicht nur der Personaler, sondern auch Ihr zukünftiger Vorgesetzter mit dabei. Stellt sich in der Praxis heraus, dass Sie ihn durch Unwahrheiten getäuscht haben, riskieren Sie die fristlose Kündigung. Auch lange nach Ende der Probezeit hat Ihr Arbeitgeber das Recht, den Arbeitsvertrag wegen arglistiger Täuschung anzufechten. Schlimmstenfalls verlieren Sie Ihren Arbeitsplatz und müssen Schadensersatz zahlen.
     
  3. Lügen bei unzulässigen Fragen ist kein Vergehen
    Manche Fragen dürfen Arbeitgeber nicht stellen. Dennoch sollten Sie auf unzulässige Fragen, wie etwa nach der Familienplanung, nicht lügen. Erklären Sie lieber ruhig und sachlich, dass Ihnen diese Frage zu privat ist und sie diese deshalb nicht beantworten möchten. Generell Tabu sind mit einzelnen Ausnahmen private und intime Fragen beispielsweise zu:
  1. Keine Sorge vor Lücken im Lebenslauf
    Viele Arbeitnehmer mit häufigen Berufswechseln oder Unterbrechungen im Lebenslauf sorgen sich, schon im Vorhinein aussortiert zu werden und modifizieren ihren Lebenslauf daher. Gerade in solchen Fällen kann der Weg über eine Personalvermittlung wertvoll sein, die darauf spezialisert ist, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammenzubringen, die ideal zueinander passen.

Leser-Kommentare

Autor
Beitrag
wiwigast

Leserkommentare: Lügen im Lebenslauf sind No-Go für Personaler

Weiß hier jemand, wie das Magisterzeugnis an der FU Berlin bei den Geschichtswissenschaftlern Ende der 80er aussah?

antworten
Forendiskussion lesen

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema Lebenslauf

Der Schriftzug Lebenslauf in schwarz auf weißen Papier, leicht verschwommen, mit einem Aktenschrank im Hintergrund.

Der Lebenslauf für Wirtschaftswissenschaftler

Nach dem Studium kommt die Bewerbungsphase und schließlich der Job – im besten Fall der Traumjob. Heißbegehrte Stellen in renommierten Wirtschaftsunternehmen sind allerdings schwierig zu ergattern. Oftmals scheitern Bewerber schon am Lebenslauf. Daher gilt es, diesen zu optimieren. Die Anforderungen der Personaler beim Lebenslauf verändern sich kohärent zu den Problemstellungen der Wirtschaft. Ergo lohnt es sich, regelmäßig zu prüfen, worauf es aktuell ankommt. Form, Stil und Inhalt gewinnen oder verlieren fortwährend an Bedeutung.

Weiteres zum Thema Bewerbungsunterlagen

Eine Person mit dunklem Pullover greift sich bei gesenktem Kopf ins Haar.

Anonyme Bewerbungen ohne Foto

Baden-Württemberg hat bei elf Arbeitgebern anonyme Bewerbungen getestet. Sowohl Personalverantwortliche als auch Bewerber sehen anonymisierte Bewerbungsverfahren als Weg zu mehr Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. Zu diesem Ergebnis kommt das Modellprojekt „Anonymisierte Bewerbungsverfahren“ des Ministeriums für Integration, bei dem knapp 1.000 Bewerbungen anonymisiert eingesehen wurden.

Das kleine blaue Straßenschild: Hölle.

Frustration wenn die Bewerbung ins Leere läuft

Sind die Bewerbungsunterlagen abgesendet, heißt es oft, große Geduld zu bewahren, bis der potenzielle Arbeitgeber sich zur Bewerbung äußert. Eine Umfrage von Monster zeigt, dass die Mehrheit der Bewerber frustriert ist, wenn keine Reaktion auf ihre Bewerbung kommt.

Auf einem kleinen, blauen Schild steht der weiße Buchstabe: B.

Bewerbungsfehler - Rechtschreibung mangelhaft

Die mit Abstand häufigsten Bewerbungsfehler sind heute Tipp- und Grammatikfehler. Weitere gängige Makel sind ein nicht personalisiertes Anschreiben oder ein falscher Firmenname im Anschreiben. Das sind Ergebnisse einer aktuellen StepStone Studie zum Rekrutierungsprozess.

Zwei Knoblauchzehen.

Bewerbungen besser anonym bearbeiten

Mit der Anonymisierung von Bewerbungsverfahren kann unbewusster oder bewusster Diskriminierung erfolgreich entgegengewirkt werden. Zu diesem Ergebnis gelangt ein Pilotprojekt der Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Eine Klingel mit leicht grünem Hintergrund und de, Wort Chefetage.

Schwache Lebensläufe in Bewerbungen vieler Führungskräften

Deutsche Spitzenkräfte präsentieren sich in ihren Bewerbungsunterlagen unerwartet schlecht. Das bestätigen Personalprofis im Expertengespräch mit Experteer. Drei Viertel der Lebensläufe besitzen deutlichen Verbesserungsbedarf und etwa die Hälfte fällt schlichtweg durch.

Bewerber zeigen lieber ihr Gesicht

Trotz jahrelanger intensiver Diskussion um das AGG und der aktuellen Initiative zur anonymen Bewerbung halten die meisten Jobsucher/-innen hartnäckig an einer Bewerbung mit Foto fest. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Online-Jobbörse stellenanzeigen.de.

Zwei Knoblauchzehen.

Anonyme Bewerbungen sollen Chancengleichheit erhöhen

Alexander soll es nicht leichter haben als Ahmet, und wenn Aishe besser ausgebildet ist als Anna, soll sie künftig auch die Stelle bekommen: Anonyme Lebensläufe sollen die Chancengleichheit von Bewerbern erhöhen.

Beliebtes zum Thema Bewerbung

Karriere-Event "women & work 2018" für Frauen.

Karriere-Event »women&work 2019« für Frauen

Das Karriere-Event »women&work 2018« ist Anlaufpunkt für Frauen, die etwas bewegen und ihre Karriere nicht dem Zufall überlassen wollen. Europas größtes Karriere-Event für Frauen findet am 4. Mai 2019 in Frankfurt am Main statt. Die Bewerbungfrist für die vorterminierten Vier-Augen-Gespräche ist der 30. April 2019,

Screenshot von der PDF-Datei zu Consulting Case-Interviews

Case Interviews: Tipps zur Vorbereitung auf Fallstudien im Consulting-Interview

Was sind Case Interviews? Wo werden Case Interviews durchgeführt? Wie sind sie aufgebaut? Der Ratgeber der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners liefert interessante Tipps zur Vorbereitung auf Fallstudien im Consulting-Interview.

20. Hohenheim Consulting Week 2020

20. Hohenheim Consulting Week 2020

Die studentische Unternehmensberatung »Junior Business Team e.V.« veranstaltet vom 08. bis zum 16. Januar 2020 die 20. Hohenheim Consulting Week. Bachelor-, Masterstudierende und Doktoranden aller Fachrichtungen erhalten jeweils einen Tag lang einen exklusiven Einblick in den spannenden Berateralltag. Ende der Bewerbungsfrist ist der 25. November 2019.

Das Bild zum McKinsey Recruiting-Event »Eintauchen« zeigt einen Schwimmer beim Tauchen.

McKinsey Recruiting-Event »Eintauchen 2019«

Unter dem Motto »Eintauchen« veranstaltet die Unternehmensberatung McKinsey & Company vom 19. bis 21. September 2019 in Barcelona in Spanien ein Event. Doktoranden und junge Akademiker mit ausgeprägtem Interesse an Informationstechnologie und Wirtschaft lösen eine reale Fallstudie zum Thema Mobilität der Zukunft in der Automobilindustrie. Bewerbungsschluss ist der 18. August 2019.

Gap-Year-Programm 2019: Vier Jets fliegen synkron steil in den Himmel.

Praktika mit „Power“ bei Audi, Bain, FC Bayern & Deutsche Telekom

Der neue Karriere-Turbo für Spitzentalente mit Bachelorabschluss heißt „The Power of 4“. Gleich vier Praktika der Extraklasse vereint das gemeinsame Gap Year Programm von Audi, Bain, FC Bayern und Deutsche Telekom. Wer sich diese „Lücke“ im Lebenslauf nicht entgehen lassen will, kann sich für das nächste Gap Year bis zum 31. März 2019 bewerben.

Das Bild zeigt einen Bewerber und einen Unternehmensvertreter auf der Jobmesse akademika.

Job-Messe akademika 2019

Die 21. Job-Messe "akademika 2019" rund um den Start in die Karriere findet am 19. und 20. November 2019 in Augsburg statt. Über 150 Unternehmen stellen sich bei dem Karriere-Sprungbrett für Hochschulabsolventen vor und suchen neue Talente für ihre Fachabteilungen. Gesucht werden Studenten, Absolventen und Young Professionals aller Fachrichtungen. Ein Schwerpunkt ist auch in diesem Jahr die Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften.

Bain Private Equity Workshop »Results4Results 2019«

Bain Private Equity Workshop »Results4Returns 2019«

Wer wissen will, wie sich das Geschäft mit Private Equity zukünftig entwickelt, für den dürfte der Workshop »Results4Returns« interessant sein. Der PE-Workshop der Strategieberatung Bain findet vom 27.-28. Juni 2019 in München statt. Bewerben können sich herausragende Universitätsstudierende ab dem 5. Bachelorsemester, Promovierende und Young Professionals aller Fachrichtungen. Die Bewerbungsfrist endet am 19. Mai 2019.