DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
Branchentrends & NewsCB

Rekordgewinne der Banken im Firmenkundengeschäft

Trotz anhaltender Eurokrise erwirtschaften die Banken im Firmenkundengeschäft in Deutschland höhere Erträge und Gewinne als vor Ausbruch der globalen Finanzkrise. Der neu entwickelte Corporate-Banking-Index der Managementberatung Bain & Company gibt einen Überblick über die Ertrags- und Profitabilitätstreiber.

Ein Wolkenkratzer mit Spiegelfenstern.

Rekordgewinne der Banken im Firmenkundengeschäft
München, 06.08.2013 (bain) - Trotz anhaltender Eurokrise und verschärfter Regulierung erwirtschaften die Banken im Firmenkundengeschäft in Deutschland höhere Erträge und Gewinne als vor Ausbruch der globalen Finanzkrise. Der neu entwickelte Corporate-Banking-Index der internationalen Managementberatung Bain & Company gibt einen Überblick über Ertrags- und Profitabilitätstreiber und erklärt, warum immer mehr Banken dieses Geschäftsfeld ausbauen wollen. Der verschärfte Wettbewerb und Möglichkeiten zur Differenzierung sind ein zentrales Thema der neuen Bain-Studie „Corporate-Banking: Der Kampf um den Mittelstand“.

Das Gros der Finanzinstitute in Deutschland setzt mehr denn je auf das Firmenkundengeschäft. Die Großbanken drängen zunehmend in den Mittelstand, wo sich auch die Landesbanken neues Geschäft erhoffen. Sie stoßen dort auf die Konkurrenz von Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die sich aus ihrer starken Stellung in der Region heraus traditionell als Partner des Mittelstands positionieren. Und auch ausländische Finanzinstitute buhlen um die Gunst der Firmenkunden und locken das Rückgrat der deutschen Exportwirtschaft mit ihrer internationalen Vernetzung.

Der Kampf um einen Markt von über 25 Milliarden Euro
Die neue Bain-Studie „Corporate-Banking: Der Kampf um den Mittelstand“ analysiert den deutschen Corporate-Banking-Markt und verdeutlicht dessen Attraktivität. 2012 beliefen sich die Erträge auf 25,3 Milliarden Euro und lagen damit weit über dem Vorkrisenniveau des Jahres 2007. Das Wachstum in diesem Markt und dessen Profitabilität misst Bain mit einem neuen Index, dem Bain-Corporate-Banking-Index. In der zweiten Jahreshälfte 2012 lagen Ertrag und Profitabilität 53 und 46 Prozentpunkte über dem Stand von Anfang 2007 (vgl. Abb. 1). Der wesentliche Grund für die hohe Profitabilität ist die seit 2010 deutlich rückläufige Kreditrisikovorsorge. Sie lag Ende 2012 nicht einmal bei 20 Prozent der Spitzenwerte im Rezessionsjahr 2009 (vgl. Abb. 2). Doch auch die bemerkenswerte Kostendisziplin der Banken und eine in der Folge rückläufige Cost-Income-Ratio von zuletzt durchschnittlich 39 Prozent gegenüber 44 Prozent Anfang 2007 haben die Ergebnisse verbessert. „Das Firmenkundengeschäft in Deutschland besitzt auch nach der Krise attraktive Ertragspotenziale und eine interessante Profitabilität“, fasst Walter Sinn, Partner bei Bain & Company und Leiter der Banking-Praxisgruppe im deutschsprachigen Raum, zusammen. „Eine Eigenkapitalrendite von 20 Prozent vor Steuern konnten 2012 nicht viele Geschäftsfelder im Banking erzielen.“

Die Bain-Analyse deckt aber auch Schwächen und kritische Faktoren auf. So stieg der Anteil des Zinsüberschusses an den Erträgen seit 2007 um vier Prozentpunkte auf 76 Prozent. Der Kredit ist und bleibt das Ankerprodukt bei Firmenkunden. Mit mehr als einer Billion Euro erreichten die Kreditengagements in Deutschland zuletzt Höchststände. „Der Anteil des Provisionsüberschusses an den Erträgen sinkt seit 2007“, nennt Bain-Partner Walter Sinn die Kehrseite dieser Entwicklung. „Die Bemühungen der Banken, das Cross-Selling anzukurbeln und Firmenkunden aus dem Kreditgeschäft heraus weiterzuentwickeln, laufen bislang häufig ins Leere. Zudem belastet die Finanzinstitute die Forderung der Regulierer, Kredite mit mehr Eigenkapital zu hinterlegen.“

Verschärfter Wettbewerb führt zu Margendruck
Im laufenden Jahr erschweren zwei Risikofaktoren das Corporate-Banking und belasten die Profitabilität: der wachsende Wettbewerb und die schwache Konjunktur im Euroraum. Die Quartalszahlen der Banken im deutschen Markt zeigen bereits erste Indikationen für eine steigende Kreditrisikovorsorge. Die entscheidende Herausforderung ist jedoch der verschärfte Wettbewerb. Denn dieser setzt nicht nur die Margen unter Druck, sondern birgt auch die Gefahr, dass sich die Portfolioqualität offensiv agierender Häuser verschlechtert. Bain nennt in der Studie zehn Erfolgsfaktoren, die es möglich machen, diese Herausforderung zu meistern und den Kampf um den Mittelstand zu gewinnen:

  1. Kundenvertrauen (wieder)gewinnen,
  2. Kundenfokus leben Risiko- und Portfoliomanagement konsequent betreiben
  3. Cross-Selling erweitern und Vertrieb systematischer steuern
  4. Transaction-Banking ausbauen
  5. Finanzierungslösungen 2.0 anbieten
  6. Unternehmer integriert betreuen
  7. Unternehmen international begleiten
  8. Verstärkte Regulierung als Chance nutzen
  9. Digitalisierung vorantreiben
  10. Qualität der Firmenkundenbetreuer stärken

Konsequente Kundenorientierung eröffnet neue Chancen
Für den Co-Autor der Studie, Bain-Partner Dr. Jan-Alexander Huber, ist klar: „Je stärker die Banken ihr Angebot an den Bedürfnissen der Unternehmen ausrichten und ihren Service ausbauen, desto besser können sie sich vom Wettbewerb abheben und ihre Firmenkunden dauerhaft binden.“ Seiner Überzeugung nach brauchen Banken im Kampf um den Mittelstand eine schlüssige Strategie entlang der genannten Erfolgsfaktoren und Konsequenz in der Umsetzung. „Vielen Bankvorständen ist die Herausforderung durchaus bewusst“, so Huber. „Doch ein maximaler Kundenfokus erfordert einen weitreichenden Umbau bestehender Strukturen. Und den scheuen viele Finanzinstitute noch.“

Dabei eröffnet zügiges Handeln den Banken erhebliche Wachstumschancen in einem attraktiven Markt. „Der Kampf um den Mittelstand geht in die entscheidende Phase“, betont Walter Sinn. „Der Erfolg im Firmenkundengeschäft ist ein Schlüssel für die Entwicklung eines nachhaltigen und profitablen Geschäftsmodells für Banken in Deutschland.“

Der Bain-Corporate-Banking-Index auf einen Blick
Der neue, halbjährlich erhobene Bain-Corporate-Banking-Index basiert auf veröffentlichten Daten führender deutscher Banken. Das Panel deckt rund die Hälfte der Bilanzsumme der 100 größten in Deutschland tätigen Häuser ab und konzentriert sich auf Finanzinstitute mit einem Schwerpunkt im Corporate-Banking und einer entsprechenden Segmentberichterstattung. Bei der erstmaligen Erstellung erfasste Bain für die Jahre 2007 bis 2012 zahlreiche Rohdaten jeder einzelnen Bank, darunter die Erträge (Zins- und Provisionsüberschuss), die Kostenstruktur (Verwaltungsaufwand), die Kreditrisikovorsorge, die Profitabilität (Ergebnis vor Steuern), das Eigenkapital und das Kreditvolumen. Die Wahl des Ausgangsjahrs 2007 ermöglicht Vergleiche zwischen dem letzten Jahr vor Ausbruch der globalen Finanzkrise und der aktuellen Situation.

Sämtliche Rohdaten untersuchten die Bain-Experten auf Einmaleffekte, die sich beispielsweise aus Übernahmen oder Änderungen im Reporting ergeben, und bereinigten die Datenreihen entsprechend. Danach erfolgte eine Aggregation der Daten pro Bank, bevor sie mit einem Gewicht von maximal 20 Prozent in den Gesamtindex einflossen. Diese Limitierung des Einflusses einzelner Banken stellt sicher, dass Sonderentwicklungen großer Finanzinstitute nicht die Darstellung des Index im Zeitverlauf verzerren. Vor Veröffentlichung wurden die Daten Robustheitschecks anhand vorhandener Studien und weitergehenden Analysen von Bain unterzogen und zum Teil um weitere Datenpunkte ergänzt.

Bain veröffentlicht den Corporate-Banking-Index in zwei Ausprägungen: den Bain-Corporate-Banking-Ertragsindex (CBE) und den Bain-Corporate-Banking-Profitabilitätsindex (CBP). Beide geben im Zeitverlauf einen hervorragenden Überblick über die Geschäftsentwicklung im Corporate-Banking und lassen sich als Benchmark für jedes einzelne Finanzinstitut nutzen. Nach der Erstveröffentlichung im Rahmen dieser Studie plant Bain, den CBE und den CBP zweimal jährlich zu veröffentlichen und so allen Marktteilnehmern eine Orientierung in einem der attraktivsten und zugleich am härtesten umkämpften Geschäftsfelder zu bieten – dem Corporate-Banking.

Download   Corporate-Banking Studie   [PDF, 20 Seiten - 3,7 MB]
http://www.bain.de/BainBrief_Corp.Banking_Kampf-um-den-Mittelstand.pdf
 

Über die Studie
Die Studie „Corporate-Banking: Kampf um den Mittelstand“ basiert auf der Projekterfahrung und langjährigen Expertise von Bain & Company im Finanzsektor sowie einer umfassenden Analyse des Firmenkundengeschäfts relevanter Banken in Deutschland im Frühjahr 2013. Aus dieser Analyse heraus entstand der Bain-Corporate-Banking-Index. Die Studie nutzt darüber hinaus Erkenntnisse weiterer Bain-Erhebungen, unter anderem zum Transaction-Banking sowie zur Digitalisierung im Bankensektor.

Im Forum zu CB

22 Kommentare

Ziel Investmentbanking Praktika

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 08.05.2021: Sagt er doch T2 IB gibt nur 3-4 Stück. Einfach bei allen bewerben und schauen was zurückkommt ...

8 Kommentare

Deutsche Bank CB Praktikum Interview?

WiWi Gast

Kann jemand sagen was man unter Produkten beim CB versteht? speziell bei der DB, ist auf der Website etwas undurchsichtig

3 Kommentare

Corporate Banking Gehälter MS, JPM und co.

WiWi Gast

push

16 Kommentare

IB vs Corporate Banking

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 14.12.2020: Ganz gute Noten und mind. ein Vorpraktikum im Audit/Accounting/Controlling und es sollte klappen. Für Corporate Banking bei einer BB bräuchte man evtl. schon ein ...

4 Kommentare

Corporate Banking = Vertrieb ?

WiWi Gast

Ja es ist primär Vertrieb. Genauso wie Wealth Management. Du willst im Grunde Beziehungen zu Kunden pflegen und deine Finanzprodukte verkaufen. Das ist das Fundament auf dem das komplette Geschäft ber ...

19 Kommentare

Mittelmäßige staatliche Universitäten

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 15.05.2020: +1 Auf die Lehre bezogen macht es doch keinen Unterschied, ob ich die PowerPoint-Slides der Uni Mannheim oder der Uni Göttingen/ Hamburg/ Kiel auswendig lerne ...

3 Kommentare

Zweites Praktikum

Wiwi Gast

WiWi Gast schrieb am 19.03.2020: Ok, danke. ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema CB

DATEV Umsatzzahlen der Jahre 2014-2018

DATEV überspringt erstmals Umsatzmilliarde

Durch die Digitalisierung betriebswirtschaftlicher Prozesse hat die DATEV eG im Geschäftsjahr 2018 erstmals einen Umsatz von über einer Milliarde Euro erreicht. Damit stieg der Umsatz beim genossenschaftlichen Unternehmen von 978 Millionen Euro im Vorjahr auf 1,034 Milliarden Euro. Dies entspricht dem stärksten absoluten Wachstum der DATEV eG der vergangenen zehn Jahre.

Der Blick hoch an einem Wolkenkratzer zum Thema Unternehmenstransaktionen (M&A).

Houlihan Lokey schließt Integration von GCA ab und stärkt führende Marktposition

Die internationale Investmentbank Houlihan Lokey hat die Übernahme von GCA Altium (GCA) erfolgreich abgeschlossen. Mit der Übernahme der ausstehenden Aktien von GCA im November operieren die beiden Unternehmen in Europa und den USA unter der Marke Houlihan Lokey. In Asien wird der Markenwechsel voraussichtlich Anfang 2022 erfolgen. Nach Integration ist Houlihan Lokey mit 225 Finanzexperten der weltweit aktivste Technologie-M&A-Berater, M&A- und PE-Berater.

WP-Examen: Wirtschaftsprüfungsexamen

Modularisierung des Wirtschaftsprüfer-Examens

Verordnung zur Änderung der Prüfungsverordnung für Wirtschaftsprüfer nach §§ 14 und 131I der Wirtschaftsprüferordnung: Nur jeder Fünfte besteht als Vollprüfung das Wirtschaftsprüferexamen. Daher gilt das Wirtschaftsprüferexamen als eines der schwierigsten Examen. Zum Examenszeitpunkt wird in nur einer Blockprüfung eine riesen Stoffmenge geprüft. Dieser Prüfungsmodus ist nicht mehr zeitgemäß, denn Umfang und Komplexität des Stoffes nehmen laufen zu. Daher soll künftig ein modularisiertes Prüfungsverfahren die Blockprüfung ersetzen.

Weiteres zum Thema Branchentrends & News

Gewerbefinanzierung: Das Bild zeigt einen Produktionsroboter der Firma Kuka

Roboter bis 2020 weltweit verdoppelt

Mehr als 3 Millionen Industrie-Roboter werden laut Prognose der International Federation of Robotics bis 2020 in den Fabriken der Welt im Einsatz sein. Damit dürfte sich der operative Bestand von 2014 bis 2020 innerhalb von sieben Jahren mehr als verdoppeln.

IW-Verbandsumfrage 2018: Wirtschaftsverbände optimistisch

Die Wirtschaftsverbände sehen die deutsche Wirtschaft zum Jahreswechsel größtenteils in bester Verfassung. Das zeigt die neue Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft, für die das IW 48 Branchenverbände zu ihrer aktuellen Lage und zu ihren Erwartungen für 2018 befragt hat. Allerdings werden fehlende Fachkräfte immer häufiger zum Problem.

IW-Verbandsumfrage 2017: Geringes Wachstum erwartet

Bereits im dritten Jahr in Folge blickt die deutsche Wirtschaft lediglich vorsichtig optimistisch in das neue Jahr. Erwartet wird trotz Trump-Wahl, Brexit und Terror ein weiterhin leichtes Wachstum: Zwar geht die Mehrheit der 48 befragten Wirtschaftsverbände von einer höheren Produktion aus, doch nur drei Verbände erwarten eine deutliche Steigerung. Auch die Beschäftigung dürfte sich nur geringfügig verändern. Die Digitalisierung ist der häufigste Grund zu investieren.

IW-Verbandsumfrage 2016: Verhaltener Optimismus

Die deutsche Wirtschaft blickt erneut verhalten optimistisch ins neue Jahr. Sie rechnet trotz moderater Stimmung bei der Produktion mit einem Anstieg. Auch die Investitionen dürften sich unterm Strich positiv entwickeln. Mehr Beschäftigung ist dagegen nicht zu erwarten. Das zeigt eine Befragung von 46 Wirtschaftsverbänden des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Ein Stadtblick über Köln mit dem Kölner Dom.

IW-Verbandsumfrage 2015: Erwartungen sind leicht positiv

Die deutsche Wirtschaft blickt nur verhalten optimistisch ins Jahr 2015. Sie erwartet bei Produktion und Umsatz lediglich noch einen leichten Anstieg. Die Beschäftigung wird aller Voraussicht nach in etwa stabil bleiben. Auch die Investitionen dürften sich unterm Strich positiv entwickeln. Das zeigt eine Befragung der Branchenverbände.

Vier Industriebehälter mit blauer Farbe vor einem Abendhimmel.

DIHK-Industriereport 2014 - Industriekonjunktur springt wieder an

"Industrie: Zuversicht steigt, Risiken bleiben" lautet der Titel des aktuellen Branchenreports, den der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) jetzt veröffentlicht hat. Die Auswertung beruht auf mehr als 7.800 Antworten von Industriebetrieben, darunter etwa 5.400 Exportunternehmen.

IW-Verbandsumfrage 2014: Wirtschaft optimistisch

Die deutschen Wirtschaftsverbände sehen dem neuen Jahr überwiegend zuversichtlich entgegen. Für ihre Mitgliedsunternehmen erwarten die meisten bessere Geschäfte und etwas mehr Investitionen als 2013. Von einer positiveren Stimmung in ihren Unternehmen als im Vergleich zum Jahreswechsel im Vorjahr berichten 26 der 48 Verbände.

Beliebtes zum Thema News

Energiepreispauschale für Studenten im Entlastungspaket

Studierende erhalten Energiepreispauschale von 200 Euro

Das dritte Entlastungspaket der Bundesregierung ist mit 20 Maßnahmen sehr umfangreich. Die auf den ersten Blick gewaltig erscheinende Summe von 65 Milliarden Euro ist jedoch eine Mogelpackung, meint das Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Mindestens 25 Milliarden Euro davon beziehen sich auf Vorhaben, die auch ohne Energiekrise angestanden hätten. Was bedeutet das Paket für Singles, Familien und vor allem für Studierende? Studierende erhalten eine Energiepreispauschale von 200 Euro.

Das Foto zeigt Marc S. Tenbieg, den Vorstand vom Deutscher Mittelstands-Bund (DMB) e.V.

Entlastungspaket: Der Mittelstand geht zum dritten Mal leer aus

Die Bundesregierung hat ihre Maßnahmen zum dritten Entlastungspaket präsentiert. Es soll den Folgen der hohen Energiepreise entgegenwirken. Viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind enttäuscht, da Lösungen für ihre akuten Probleme fehlen. Dies sind nicht allein die hohen Energiekosten, sondern viele Beschäftigte fordern zudem höhere Gehälter. Der Deutsche Mittelstands-Bunds (DMB) vermisst vor allem eine gezielte Bekämpfung der Ursachen aktueller Krisen.

Das Foto zeigt Péter Horváth, den Gründer der Managementberatung Horváth & Partner

Horváth trauert um Controlling-Papst und Firmengründer Péter Horváth

Péter Horváth, der Controlling-Pionier und Firmengründer der Unternehmensberatung Horváth, ist am 4. Juni 2022 im Alter von 85 Jahren gestorben. Die über 1.000 Mitarbeitenden der international tätigen Managementberatung Horváth trauern um ihren Aufsichtsrat. 1973 baute Péter Horváth an der TU Darmstadt den ersten Lehrstuhl für Controlling in Deutschland auf. Sein Standardwerk „Controlling“ ist inzwischen in der 14. Auflage erschienen und gilt unter Wirtschaftsstudierenden als Controlling-Bibel.

Macht ein Hidden Champion aus NRW das Consulting von morgen?

Noch ist die viadee Unternehmensberatung AG unter IT-Talenten ein echter Geheimtipp. Sie vereint Beratung und Softwareentwicklung und berät regionale Unternehmen in NRW. In den Mittelpunkt stellt sie dabei ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben der individuellen Förderung loben diese flache Hierarchien, ein familiäres Arbeitsumfeld und eine außergewöhnliche Work-Life-Balance. Dafür wurde die viadee bei „Bester Arbeitgeber Deutschland 2022“ gerade mit Platz 6 und in NRW mit Platz 2 ausgezeichnet.

Ein rotes Stoppschild symbolisiert das Ende der Covid-19 Impfpflicht in Tschechien.

Tschechien stoppt Impfpflicht

Nach massiven Protesten und drohender Kündigungen aus dem Gesundheitswesen, der Pflege sowie tausender Staatsbediensteten aus Armee, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst nimmt Tschechien die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen und Personen über 60 Jahre zurück. Der tschechische Premierminister Petr Fiala erklärte in einer Pressekonferenz: "Die Impfung gegen Covid-19 wird nicht verpflichtend sein." "Wir finden keine Gründe für eine Impfpflicht und wir wollen die Gräben in der Gesellschaft nicht vertiefen.", erläuterte Fiala die Position der Regierung zur Impfpflicht.

Großbritannien beendet Corona-Maßnahmen

Großbritannien beendet Maskenpflicht und Impfkontrollen

Premierminister Boris Johnson erklärt die Corona-Pandemie für überwunden. "Unsere Wissenschaftler halten es für wahrscheinlich, dass die Omicron-Welle jetzt landesweit ihren Höhepunkt erreicht hat.", sagte er am 19. Januar 2022 vor dem Unterhaus. Die britische Regierung hebt die Maskenpflicht und die Impfnachweiskontrollen auf und will die Zeit des Home-Office beenden. Ebenfalls geplant ist die Aufhebung der Quarantänepflicht, denn diese gäbe es bei einer Grippe auch nicht, erläuterte der Premierminister. Im Gegensatz dazu hat Deutschland weiterhin die härtesten Corona-Maßnahmen der Welt und diskutiert zudem erhebliche Verschärfungen.

Das Reichstagsgebäude des Bundestags in Berlin.

Deutschland mit Corona-Maßnahmen in Paralleluniversum

"Deutschland kann sich nicht weiter auf einem Paralleluniversum bewegen, auch was die Maßnahmen betrifft", sagte Prof. Klaus Stöhr dem Nachrichtensender WELT in einem Interview am Sonntag. Der Virologe und Epidemiologe Stöhr verwies auf Länder wie Dänemark, Irland und England, welche viele ihrer Corona-Maßnahmen bereits fallengelassen haben. Zuvor hatte der ehemalige Pandemiebeauftragte der WHO im Interview bereits Bedenken gegenüber der Impfpflicht geäußert.