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Facebook-Auftritt des Arbeitgebers – Betriebsrat mitbestimmungspflichtig

Die Kommentarfunktion bei Facebook ermöglicht Nutzern des Social Network ihre Meinungen öffentlich kundzutun. Das Bundesarbeitsgericht (BAG) hat entschieden, dass ein Betriebsrat Mitbestimmungsrechte innehat, wenn die Facebook-Seite die Bewertung von Mitarbeitern ermöglicht.

Der Schriftzug: jetzt bei Facebook mit einem Daumenhochzeichen und einem QR-Code.

Darf der Betriebsrat beim Facebook-Auftritt des Arbeitgebers mitreden?
Ermöglicht der Arbeitgeber auf seiner Facebook-Seite für andere Facebook-Nutzer die Veröffentlichung von sogenannten Besucher-Beiträgen (Postings), die sich nach ihrem Inhalt auf das Verhalten oder die Leistung einzelner Beschäftigter beziehen, unterliegt die Ausgestaltung dieser Funktion der Mitbestimmung des Betriebsrats.

Sachverhalt: Ist der Betrieb einer Facebook-Seite durch den Betriebsrat mitbestimmungspflichtig?
Die Arbeitgeberin ist das herrschende Unternehmen eines Konzerns, der Blutspendedienste betreibt. Bei den Blutspendeterminen sind ein oder mehrere Ärzte sowie bis zu sieben weitere Beschäftigte tätig. Sie tragen Namensschilder. Im April 2013 richtete die Arbeitgeberin bei Facebook eine Seite für konzernweites Marketing ein. Bei Facebook registrierte Nutzer können dort Postings einstellen. Nachdem sich Nutzer darin zum Verhalten von Arbeitnehmern geäußert hatten, machte der Konzernbetriebsrat geltend, die Einrichtung und der Betrieb der Facebook-Seite sei mitbestimmungspflichtig. Die Arbeitgeberin könne mit von Facebook bereitgestellten Auswertungsmöglichkeiten die Beschäftigten überwachen. Unabhängig davon könnten sich Nutzer durch Postings zum Verhalten oder der Leistung von Arbeitnehmern öffentlich äußern. Das erzeuge einen erheblichen Überwachungsdruck.

Die Rechtsbeschwerde des Betriebsrats gegen die Abweisung seiner Anträge durch das Landesarbeitsgericht hatte vor dem Ersten Senat des Bundesarbeitsgerichts teilweise Erfolg.

Der Mitbestimmung unterliegt die Entscheidung der Arbeitgeberin, Postings unmittelbar zu veröffentlichen. Soweit sich diese auf das Verhalten oder die Leistung von Arbeitnehmern beziehen, führt das zu einer Überwachung von Arbeitnehmern durch eine technische Einrichtung im Sinne des § 87 Abs. 1 Nr. 6 BetrVG.

Informationen zum Urteil Facebook-Auftritt des ArbeitgebersBundesarbeitsgericht

 

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8 Kommentare

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