DieManager von Morgen WiWi-TReFF.de - Zeitung & Forum für Wirtschaftsstudium & Karriere
WiWi-NewsCH

D A CH-Reformbarometer - In Trippelschritten auf das Treppchen

Bei der reformpolitischen Bilanz der vergangenen zwei Jahre präsentiert sich Deutschland gegenüber der Schweiz und Österreich als Klassenbester. Dieser Erfolg wurde freilich nicht mit einem „großen Wurf“, sondern mit einer Reihe von reformpolitischen Trippelschritten erzielt.

Das Dach eines asiatischen Gebäudes.

D A CH-Reformbarometer - In Trippelschritten auf das Treppchen
Köln, 25.04.2013 (iwk) - Deutschland hat seit 2011 größeren Reformeifer an den Tag gelegt als Österreich und die Schweiz. Dies geht vor allem auf Fortschritte in der Bildungs-, Finanzmarkt- und Infrastrukturpolitik zurück. Gleichwohl macht die Bundesrepublik aber auch in diesen Bereichen Fehler, wie die Einführung des Betreuungsgelds zeigt.

Mit dem D A CH-Reformbarometer bewerten das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), die Wirtschaftskammer Österreich und Avenir Suisse seit 2002, wie gut sich die Regierungen in Berlin, Wien und Bern in Sachen Arbeitsmarkt-, Sozial- sowie Steuer- und Finanzpolitik schlagen. Nach zehn Jahren war es allerdings an der Zeit, auch das Reformbarometer selbst einer Revision zu unterziehen: Weil in der vergangenen Dekade neue Aspekte in das Zentrum des politischen Geschäfts gerückt sind, fließen seit Januar 2011 erstmals auch Maßnahmen aus den Bereichen der Bildungs-, Finanzmarkt- oder Infrastrukturpolitik in die Bewertung ein.

Im Detail hat sich das Drei-Länder-Reformbarometer seitdem folgendermaßen entwickelt:

Deutschland machte zwischen Jahresende 2010 und Dezember 2012 mit einem Plus von 2,8 Punkten den größten Sprung nach vorn. Allerdings ist dieser Anstieg einzig und allein auf die neu aufgenommenen Politikbereiche zurückzuführen. Dabei gab es zwar keinen „großen Wurf“, aber viele kleine Etappensiege.

Beispiel Bildung: Die Bundesländer haben zuletzt große Fortschritte in Sachen zusätzliche Betreuungseinrichtungen gemacht; gleichwohl fehlen noch immer etwa 200.000 Betreuungsplätze für Krabbel- und Kleinkinder. Einen regelrechten Absturz des Teilindikators „Arbeitsmarkt & Bildung“ verursachte die Einführung des Betreuungsgelds im September 2012.

In puncto „Wettbewerb & Innovation“ haben sich vor allem zwei politische Maßnahmen positiv niedergeschlagen. Zum einen die Liberalisierung des Fernbusverkehrs und zum anderen die Schaffung des sogenannten geschlossenen Finanzierungskreislaufs Straße. Er schreibt seit Sommer 2011 vor, alle Einnahmen aus der Lkw-Maut für den Ausbau und den Erhalt der Bundesfernstraßen zu verwenden und nicht für andere Dinge jenseits des Verkehrssektors.

Von der Novelle des Gesetzes zur Übernahme von Gewährleistungen, die den Euro-Rettungsschirm handlungsfähiger gemacht und den Bundestag mit Beteiligungsrechten ausgestattet hat, profitierte wiederum der Indikator zur Finanzmarktpolitik, der daraufhin im Mai 2011 um einige Punkte zulegte. Ein echtes Sorgenkind ist dagegen die Sozialpolitik. Der Indikatorwert verschlechterte sich infolge diverser Neuregelungen wie der Abschaffung der Praxisgebühr bis Ende 2012 nahezu kontinuierlich.

Die Schweiz verzeichnete zwar einen nachlassenden Reformeifer, kam aber immerhin noch auf einen soliden Anstieg von 2 Prozentpunkten in den vergangenen beiden Jahren. Da die Eidgenossen unter den drei Ländern das höchste Gesamtniveau erreichen, kann man davon ausgehen, dass sie auch über den vorteilhaftesten Regulierungsrahmen verfügen. Das ist zwar grundsätzlich erfreulich, bietet aber zusammen mit der robusten Wirtschaftsentwicklung keine guten Voraussetzungen für Reformen – den Schweizern fehlt schlicht und einfach der Leidensdruck.

Österreich konnte seit Ende 2010 lediglich um 1,1 Prozentpunkte zulegen und bildet damit in der kurzfristigen Rückschau das Schlusslicht. Belastend wirkten sich in der Republik vor allem die mit dem Stabilitätsgesetz einhergehenden Steuerbelastungen aus. Dass das Reformbarometer überhaupt nach oben kletterte, hat auch die Regierung in Wien der Berücksichtigung weiterer Politikfelder zu verdanken. Punkte gab es beispielsweise für die „Breitbandstrategie“, die den Ausbau des Internets forciert.

Im Forum zu CH

1 Kommentare

Schweiz als Plan B

WiWi Gast

Hey Leute, Würde gerne mal eure Meinung hören. Ich versuche gerade über meinen AG in die Hauptzentrale zu kommen(USA) nun scheint das dich nicht zu einfach zu sein…und ich brauch nen Plan B, (aktu ...

6 Kommentare

Praktikumskultur Deutschland und Schweiz

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 04.10.2021: In DE gibt es Praktikantenstellen wie Sand am Meer. CH ist weniger als 1/10 bzgl. der Bevölkerung, da kann es ja nur weniger Praktikumsstellen geben. ...

30 Kommentare

Schweizeinstieg

WiWi Gast

Wir halten fest: Die Schweizer die Jahrzehnte lang immer gerne Geschäfte mit der Anonymität gemacht haben, Stichwort Bankgeheimnis, das geht zurück bis in ganz dunkle Kapitel der deutschen Gesc ...

1 Kommentare

Bachelor in Deutschland fertig machen oder in die Schweiz rüber wechseln?

WiWi Gast

Ich habe momentan meinen Bachelor in Deutschland angefangen (Stuttgart) leider bin ich im Nachhinein mit der Universitätswahl nicht zufrieden und bereue es schon. Ich habe mich aus diesen Grund für ve ...

8 Kommentare

Ortswahl Schweiz

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 01.09.2021: Würdest du mit Grundkentnisse in Deutsch nach Friedrichshafen gehen?

5 Kommentare

Schweiz Big 4 wechseln?

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 23.08.2021: SAP ist ein weites Feld, daher muss man sich, genauso wie bei den big4, auf etwas spezialisieren und dann kommt es darauf an, wie gefragt diese Spezialisierung ist ...

2 Kommentare

Als SAP Berater in die Schweiz

WiWi Gast

WiWi Gast schrieb am 21.08.2021: Ich bin vor 5 Jahren in die Schweiz umgezogen. Ich hatte keinen Bezug zur Schweiz und auch kein Unidiplom, sondern "nur" FH Abschluss. Allerdings 10 Jahre Berufs ...

Artikel kommentieren

Als WiWi Gast oder Login

Zum Thema CH

Ein kleiner, roter Reisewecker mit einem Kreuz und der Innschrift Switzerland.

Kadersalär-Studie 2017: Bonus im Topmanagement von 85.000 CHF

Die Managersaläre in der Schweiz stagnieren. Vorsitzende der Geschäftsführung verdienen durchschnittlich 398.000 Schweizer Franken. Die Topverdiener unter den Schweizer Führungskräften sind dabei die Vorsitzenden von Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden. Ihr Salär beträgt im Schnitt 552.000 Schweizer Franken. Das Topmanagement erhält 2017 einen Bonus von durchschnittlich 85.000 Schweizer Franken.

Formular vom Finanzamt zur Einkommensteuererklärung.

Steuer- und Abgabenbelastung 2014 in Deutschland, Österreich und Schweiz stabil

Der Anteil von Steuern und Abgaben an den Gesamtarbeitskosten ist in Deutschland 2014 im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Das Einkommen eines unverheirateten Angestellten ohne Kind wurde durchschnittlich mit 49,3 Prozent belastet, das waren 0,09 Prozentpunkte mehr als 2013. Dies geht aus der OECD-Studie “Taxing Wages 2015” hervor, die den Steuerkeil für acht Familienkonstellationen modellhaft berechnet.

Weiteres zum Thema WiWi-News

Jahreswirtschaftsbericht 2017 - Bruttoinlandsprodukt wächst um 1,4 Prozent

Nach dem Verzicht auf seine Kanzlerkandidatur stellte Sigmar Gabriel den aktuellen Jahresbericht 2017 vor. Aus dem Bericht mit dem Titel „Für inklusives Wachstum in Deutschland und Europa“ geht hervor, dass das Bundeskabinett eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts von 1,4 Prozent erwartet. Grund für den Rückgang im Vergleich zum Vorjahr von 1,7 auf 1,4 Prozent ist die geringere Anzahl von Arbeitstagen.

Wirtschaftsweisen - Der Sachverständigenrat für Wirtschaft zur wissenschaftlichen Politikberatung.

Wirtschaftsweisen legen Jahresgutachten 2016/17 »Zeit für Reformen« vor

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat sein Jahresgutachten 2016/17 vorgelegt. Das Jahresgutachten trägt den Titel »Zeit für Reformen«. Das neue Jahresgutachten hat drei Schwerpunktthemen: die Bewältigung der Flüchtlingsmigration, die Stärkung der Architektur der Europäischen Währungsunion und die Schaffung von Voraussetzungen für mehr Wachstum in Deutschland.

Ein Fenster mit einem Aufkleber: Made in Germany.

Herbstprojektion 2016 der Bundesregierung - Deutsche Wirtschaft wächst solide

In der aktuellen Herbstprojektion erwartet die Bundesregierung einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigt 1,8 Prozent im Jahr 2016, im Jahr 2017 um 1,4 Prozent und im Jahr 2018 um 1,6 Prozent. Die deutsche Wirtschaft wächst solide weiter, etwas weniger, als noch im Frühjahr angenommen. Der niedrige Ölpreis, der Wechselkurs und die Anstrengungen zur Bewältigung des Flüchtlingszustroms haben dazu beigetragen.

Ein weißes London-Taxi mit einer britischen Fahne auf der Motorhaube.

Brexit-Folgen für Deutschland: Ökonomen-Kommentare und Studien

Nach dem Brexit-Votum der Briten werden die wirtschaftlichen Folgen eines EU-Austritts für Deutschland unter Ökonomen heiß diskutiert. Millionen britische Brexit-Gegner protestieren derweil gegen das Brexit-Votum vom 23. Juni 2016. In einer Online-Petition fordern sie eine zweite Volksabstimmung und hoffen auf einen Regrexit, den Exit vom Brexit.

Ein Baugerüst mit einem alten Bild in schwarz weiß mit Arbeitern von früher.

DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2016: Wachstum profitiert von Bau und Konsum

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet für 2016 mit einem Wachstum von 1,5 Prozent, nachdem er zu Jahresbeginn noch einen Zuwachs von 1,3 Prozent prognostiziert hatte. Nach der jüngsten Konjunkturumfrage zieht das Wachstum an und die Erwartung der Unternehmen verbessert sich leicht.

Screenshot Homepage w-wie-wachstum.de

w-wie-wachstum.de - Portal zum Thema Wirtschaftswachstum

Das Bruttoinlandsprodukt ist in Deutschland seit 1991 zwar langsamer gestiegen als im Schnitt der Industrieländer. Doch in mancherlei Hinsicht war und ist das deutsche Wachstum nachhaltiger - zum Beispiel, weil viel Geld in die Forschung fließt. Zu den Schwachstellen zählen die eher niedrige Investitionsquote und der hohe Energieverbrauch. Fakten, Analysen, Grafiken und Videos zum Thema Wachstum bietet ein neues Portal des Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Screenshot ifw-glossar-zur-schuldenkrise

IfW-Glossar zur Schuldenkrise

Der IfW-Glossar zur Schuldenkrise erläutert die wichtigsten gut 30 Instrumente, Institutionen und Begriffe rund um die Finanzkrise. Zudem liefern gut 20 Links zu den Begriffen weiterführende Informationsquellen.

Beliebtes zum Thema News

VW-Consulting: Fallstudienworkshop "Impact Challenge 2021"

Volkswagen Consulting Impact Challenge 2021

Wer hinter die Kulissen der Strategieberatung und dem Volkswagen Konzern blicken möchte, hat dazu bei der "Impact Challenge 2021" Gelegenheit. Der digitale Fallstudienworkshop von Volkswagen Consulting findet am 8. und 9. Dezember 2021 statt. Bewerben können sich Studierende im Bachelor oder Master, Absolvent:innen und Young Professionals mit bis zu einem Jahr Berufserfahrung. Bewerbungsfrist für die Impact Challenge ist der 17. November 2021.

UNICEF warnt: Psychische Störungen junger Menschen alamierend

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF schlägt Alarm. Jeder Siebte zwischen 10 und 19 Jahren lebt mit einer diagnostizierten psychischen Störung und das sei nur die Spitze des Eisbergs. Kinder und Jugendliche könnten die Auswirkungen von Covid-19 auf ihre Psyche noch Jahre spüren. Sie beeinträchtigt zudem die Gesundheit, Bildungschancen und Fähigkeit sich zu entfalten. „Aufgrund der landesweiten Lockdowns und der pandemiebedingten Einschränkungen haben Kinder prägende Abschnitte ihres Lebens ohne ihre Großeltern oder andere Angehörige, Freunde, Klassenzimmer und Spielmöglichkeiten verbracht", sagte UNICEF-Exekutivdirektorin Henrietta Fore.

Österreich: Gericht erklärt PCR-Test für Corona-Diagnose als unzulässig

Wegweisendes Urteil: PCR-Test für Corona-Diagnose unzulässig

Ärzte bleiben der Goldstandard: Mit erstaunlich klaren Worten erklärt das Verwaltungsgericht Wien den PCR-Test als Infektionsnachweis für ungeeignet. Im Urteil vom 24. März 2021 beruft sich das Gericht dabei auf den Erfinder des PCR-Tests Kary Mullis, der seinen PCR-Test zur Diagnostik für ungeeignet hält und auf die aktuelle WHO-Richtlinie 2021 zum PCR-Test. Überdies warnt es bei fehlender Symptomatik vor hochfehlerhaften Antigentests. Insgesamt kritisiert das Gericht die unwissenschaftlichen Corona-Zahlen in Österreich. Recht bekam damit die FPÖ, die wegen einer im Januar 2021 in Wien untersagten Versammlung geklagt hatte.

Coronavirus: Zwei Viren-Zellen unter einem Mikroskop.

UPDATE: Tipps, Links und neue Symptome zum Coronavirus

Was sind neue Symptome beim Coronavirus? Welche Schutzmaßnahmen und Hausmittel empfehlen Experten? Was ist beim Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Virus zu tun? Gibt es Behandlungsmöglichkeiten? Wie viele Coronavirus-Fälle gibt es aktuell in Deutschland? Welche Tipps, Links und Hotlines sind zum Coronavirus in Deutschland besonders hilfreich?

Coronavirus-COVID-19 Resochin/Chloroquin Malaria-Medikament von Bayer AG

Nach US-Präsident Trump scheint auch Präsident Macron an Hydroxychloroquin interessiert

US-Präsident Donald Trump könnte Recht behalten mit seiner Notfallzulassung des deutschen Arzneimittels Resochin. Nach US-Präsident Trump scheint auch Präsident Macron an Hydroxychloroquin interessiert. Ärzte in Frankreich und Amerika haben Erfolge in der Behandlung von Covid-19 mit dem Medikament signalisiert. Bayer hatte den USA drei Millionen Tabletten des Malaria-Medikaments mit dem Wirkstoff Chloroquin gespendet. Deutschland hat sich das Medikament ebenfalls gesichert.

Das Bild zeigt ein Gerät für den COVID-19-Schnelltest auf den Coronavirus der Firma Bosch Healthcare Solutions und Randox Laboratories Ltd.

Bosch entwickelt COVID-19-Schnelltest

Das Unternehmen Bosch Healthcare Solutions hat einen COVID-19-Schnelltest zur Diagnose des Coronavirus entwickelt. Mit dem neuen Analysegerät Vivalytic soll das Test-Ergebnis innerhalb von zweieinhalb Stunden vorliegen. Mit dem COVID-19-Schnelltest will Bosch dazu beitragen, die Coronavirus-Pandemie einzudämmen.

Screenshot der Coronavirus-Karte für Deutschland »corona.rki.de« vom Robert-Koch-Institut.

Coronavirus-Karte: Coronavirus-Fälle in Deutschland

Coronavirus-Karte - Eine neue Karte vom Robert-Koch-Institut zeigt die Coronavirus-Fälle in Deutschland. Die interaktive Deutschland-Karte zeigt für alle Landkreise und Bundesländer, wie viele Fälle von Infizierten mit dem Coronavirus es dort gibt.