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Deutsche Bank Prize in Financial Economics 2015 geht an Stephen A. Ross

Professor Stephen A. Ross erhält den vom Stiftungsfonds Deutsche Bank geförderten und mit 50.000 Euro dotierten Preis für seine grundlegenden und prägenden Beiträge zur analytischen Entwicklung der Finanzökonomie. Er entwickelte die Arbitragepreistheorie, heute ein Eckpfeiler der Asset Pricing Theorie und hat die Basis für die Prinzipal-Agenten-Theorie geschaffen.

Deutsche-Bank-Prize Financial-Economics 2015

Deutsche Bank Prize in Financial Economics 2015 geht an Stephen A. Ross
Berlin, 17.03.2015 (ifk-cfs) - Das Center for Financial Studies (CFS) vergibt den Deutsche Bank Prize in Financial Economics 2015 an Professor Stephen A. Ross. Vorsitzender der Jury und Direktor des CFS Professor Jan Pieter Krahnen erläutert die Entscheidung der internationalen Jury: "Die Jury hat sich für Professor Ross aufgrund seiner Beiträge zur Erforschung der grundlegenden Bestimmungsfaktoren von Finanzmarktpreisen und ihrer Anwendung in der Finanzpraxis entschieden. Die wichtigsten von ihm entwickelten Modelle prägen das Fach seit mehr als 25 Jahren. Sie betreffen die Theorie der arbitragefreien Wertpapierbewertung, die Analyse von Zinsstrukturen, das Verständnis von Optionspreisen und die grundlegende Struktur des Prinzipal-Agenten-Problems. Stephen A. Ross hat unser heutiges analytisches Verständnis von und unseren praktischen Umgang mit Finanzinnovationen dauerhaft geprägt."

Der vom Stiftungsfonds Deutsche Bank geförderte und bereits zum sechsten Mal vergebene Wissenschaftspreis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird vom CFS gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt alle zwei Jahre verliehen. Der Preis wird an Stephen A. Ross im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums am 24. September 2015 in Frankfurt übergeben. Der Deutsche Bank Prize in Financial Economics ehrt international renommierte Wirtschaftswissenschaftler, deren Arbeit die Forschung zu finanz- und makroökonomischen Fragen entscheidend beeinflusst und zu wesentlichen Beiträgen für Wissenschaft und Praxis geführt hat.

Das Forschungsgebiet von Stephen A. Ross ist breit angelegt und umfasst die Ökonomie der Unsicherheit, die Unternehmensfinanzierung, die Entscheidungstheorie und die Finanzökonometrie. Stephen Ross ist weltweit für seinen herausragenden Beitrag zur modernen Finanzökonomie anerkannt. Die von ihm entwickelten Modelle haben die Praxis entscheidend geprägt und weiterentwickelt. Sie finden breite Anwendung und sind Standard in der Wissenschaft und in der Finanzindustrie.

Stephen A. Ross entwickelte die Arbitragepreistheorie, heute ein Eckpfeiler der Asset Pricing Theorie. Er hat auch die Basis für die Prinzipal-Agenten-Theorie geschaffen, die nicht nur im Bereich der Unternehmensfinanzierung, sondern auch in vielen anderen Bereichen der Wirtschaftswissenschaften allgegenwärtig ist. Ross ist außerdem Miterfinder des heute vorherrschenden Konzepts einer risikoneutralen Bewertung von Finanzprodukten und des Binomialmodels der Optionspreistheorie. Seine Werke sind weiterhin von zentraler Bedeutung für die theoretische Entwicklung von Zinsstrukturmodellen und ihrer empirischen Überprüfung. Er ist Co-Autor des Artikels A Theory of the Term Structure of Interest Rates, welcher in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Econometrica 1985 publizierte wurde und bis heute einer der wichtigsten Beiträge zu diesem Thema ist.

Seine Produktivität setzt sich bis in die Gegenwart fort, wo er im Rahmen der sogenannten Recovery Theory eine Brücke von der eher theoretischen risikoneutralen Bewertung zu den tatsächlich beobachtbaren Ertrags- und Risikoerwartungen gebaut hat. Hier bieten sich enorme Anwendungsmöglichkeiten bis hin zu einer verbesserten Finanzberatung für Jedermann. Seine Theorien sind die Basis für die Planung und die Strategien in der Vermögensverwaltung, z.B. bei Pensionsfonds und Lebensversicherungen.

Stephen A. Ross ist der Franco Modigliani Professor für Finanz- und Wirtschaftswissenschaft an der Sloan School of Management des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Er lehrte an weiteren renommierten Universitäten, wie der Yale Universität und der Pennsylvania Universität (Wharton School). Ross hat nicht nur eine herausragende Universitätskarriere vorzuweisen, sondern ist auch als Berater im Finanzsektor, bei großen Unternehmen und Regierungsbehörden tätig. Er besitzt einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften von der Harvard Universität.

Stephen A. Ross ist ein weltweit anerkannter Wissenschaftler und Autor von zahlreichen Büchern und Publikationen in den Finanz- und Wirtschaftswissenschaften. Er ist Mitglied der American Academy of Arts and Sciences und war 1988 Präsident der American Finance Association. Ross ist Mitherausgeber von mehreren Wirtschafts- und Finanzmagazinen und Co-Autor des weit verbreiteten Lehrbuchs Corporate Finance.

Interview: Jan P. Krahnen zum Gewinner des Deutsche Bank Prize 2015



Profil und CV von Stephen Ross (Deutsch)
http://www.ifk-cfs.de/de/dbprize/2015/preistraeger-2015.html

Website am MIT von Professor Stephen A. Ross
http://mitsloan.mit.edu/faculty/detail.php?in_spseqno=41394


Website des Stiftungsfonds Deutsche Bank - Preisträger 2005-2015
http://www.stiftungsfonds-deutsche-bank.de

Website des Deutsche Bank Prize
http://www.db-prize.org


Börsen-Zeitung: Interview mit Stephen Ross [PDF, 1 Seite - 121 KB]
"Ich sehe nicht, dass Geld in reale Investitionen fließt"

Stephen Ross in der FAZ [PDF, 1 Seite - 834 KB]
"Ein Theoretiker für die Praxis an den Finanzmärkten"


Über den Deutsche Bank Prize in Financial Economics
Der Preis wurde erstmalig 2005 an Eugene F. Fama, Nobelpreisträger (2013) und Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Chicago, für die Erforschung von individueller Rationalität im Finanzmarktverhalten verliehen. Michael Woodford, Professor für Politische Ökonomie an der Columbia University erhielt 2007 den Preis für seine bahnbrechende Neudefinition der monetären Analyse. Robert J. Shiller, Nobelpreisträger (2013) und Professor für Economics an der Yale University, sowie Professor für Finanzen an der Yale School of Management, erhielt 2009 den Preis für seine konstruktive Kritik der Rationalität und der Förderung von verhaltensorientierten Ansätzen. Kenneth Rogoff, Professor für Economics und Professor für Public Policy an der Harvard University in Cambridge, USA, erhielt 2011 den Preis für seine Analyse von Finanzkrisen. 2013 ging der Preis an Raghuram Rajan, Präsident der indischen Notenbank Reserve Bank of India (RBI) und ehemaliger Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), für seine einflussreichen Leistungen in einem außerordentlich breiten Spektrum der Finanzökonomie mit höchster Relevanz für die Entwicklung von Volkswirtschaften weltweit.

Bildquelle: Stephen A. Ross, MIT

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