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Kleidung - kein Aufstieg ohne Dresscode

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WiWi Gast

Kleidung - kein Aufstieg ohne Dresscode

wie haltet ihr es im Alltag ohne Kundenbesuch? Auch Mal im schlichten Sweatshirt und Hoodie oder muss es immer der Merino Pullover und die Chino sein? Oder sagt ihr sogar Hemd ist Pflicht?

Woher kommt der Gedanke, dass das Pflicht sein sollte. "Die Kleidung bestimmt wie viel du von dir selber hälst" habe ich Mal am Rande mitbekommen. Ich schüttel da immer mit dem Kopf und da sind wir schon beim eigentlichen Punkt..."kommt es nicht viel mehr darauf an was du im Kopf hast als wie du dich anziehst?" Beispiele machen es vor. Ich finde uns teilweise echt ulkig in der privaten Wirtschaft.

Ich habe noch nie einen Menschen nach seiner Kleiderwahl reduziert. Klar zu groß, zu klein, extravagante Farbmuster lassen einen manchmal schmunzeln aber das war's. Manchmal kommt es mir so vor als würden wir einem Dogma nach dem andern folgen. "Hübsche große Menschen werden schneller wahrgenommen und mit positiven Eigenschaften in Verbindung gebracht", soll man daraus jetzt entnehmen, dass das ein Leitbild sein sollte? Zumal es hierbei ja lediglich um den ersten Eindruck geht.

Wie seht ihr das? Und was sind eure Erfahrungen bzgl. Wahrnehmung bzgl. "Karrieremöglichkeiten" (wie auch immer ihr das definiert). Ich finde es einfach super anstrengend sich täglich nach Massimo Dutti anzuziehen

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WiWi Gast

Kleidung - kein Aufstieg ohne Dresscode

Also ja, der Spruch "Kleider machen Leute" stimmt. Es gibt sicherlich immer Menschen, die aktiv hinter diese Fassade schauen. Aber unser Gehirn ist darauf ausgelegt alles zu kategorisieren und in Schubladen zu stecken. Und das passier in 99% der Fälle so:
Anzug --> intelligent, smart, erfolgreich
Hoodie --> schludrig, unzuverlässig, fehlender Ehrgeiz

Selbst wenn man sich dessen bewusst ist, beeinflusst es im Unterbewusstsein trotzdem und man findet gut angezogene und schöne Menschen netter als hässliche und schlecht angezogene, was oft in besseren Positionen und Gehalt mündet. Je höher du kommst, desto eher repräsentierst du auch deine Abteilung und dein Unternehmen, auch ohne Kundenkontakt und desto eher wird es erwartet. Wenn du den Erwartungen nicht entsprichst, kommst du erst gar nicht in diese Sphären, weile deine Chefs dich so nicht vielleicht auf externe Events oder interne GF-Meetings mitnehmen wollen.

Ich musste mich auch daran gewöhnen, weil mir Kleidung auch so ziemlich egal ist. Aber in meiner Funktion als Teamleiterin (und ab und zu Kundenkontakt) kann ich nicht in Jeans und T-Shirt rumlaufen und die Kollegen unter mir sind immer pikobello im Anzug.

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WiWi Gast

Kleidung - kein Aufstieg ohne Dresscode

Und dennoch läuft es doch bei vielen erfolgreichen Start Ups Recht gut, auch ohne diesen Dresscode.

Danke für deine Rückmeldung :)

Wenn du dir dem jedoch so bewusst bist wie viele von uns...bewertest du deine Mitarbeiter trotzdem nach diesem Dogma?

Spielen wir Mal das Szenario durch jmd. ist fachlich und sozial gut/sehr gut kleidet sich jedoch sehr freizeitmäßig. Würdest du ihn extra darauf aufmerksam machen wenn er den nächsten Schritt gehen möchte oder würdest du ihn dann nicht mehr berücksichtigen?

Impliziert es nicht auch ein direktes Misstrauen? Es ist doch selbstverständlich, dass man sich außerhalb der Firma besser anzieht, nicht?

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WiWi Gast

Kleidung - kein Aufstieg ohne Dresscode

Komm doch mal jeden Tag im Anzug im Startup zur Arbeit und schau ob es dort wirklich keinen Dresscode gibt. Ich wette, dass die Leute dich komisch anschauen und jemand sagen wird "Das ist bei uns nicht nötig, kannst ganz leger kommen". Wenn du das dann nicht machst sondern weiterhin jeden Tag im Anzug auftauchst - Glaubst du dann das du 100% als Teil der Gruppe akzeptiert wirst?

Es gibt in jeder sozialen Gruppe gewisse Normen. Wenn man sich nicht daran hält dann ist man erstmal suspekt. Das kann man vllt durch andere Dinge ausgleichen aber man muss mehr tun als andere. So ist einfach menschliches Verhalten.

Niemand wird dir sagen, dass man deswegen nichts erreichen kann aber man startet halt bei -10 Punkten wenn andere bei +5 starten.

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WiWi Gast

Kleidung - kein Aufstieg ohne Dresscode

Ich finde es grenzwertig, dass wir anderen beibringen sollen nicht in Schubladen zu denken es aber selber vorleben. Vor allem wenn wir uns dem bewusst sind.

Eine gewisse Einordnung muss sein, dass verstehe aber viel mehr auf interaktionsebene (Gespräch, Gruppendynamik, Aufgabenverteilung)

Dennoch gebe ich dir Recht, wenn du den Spieß umdrehst und das Start Up ausführst. Ist ja auch eine umgekehrte Kleiderordnung.

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WiWi Gast

Kleidung - kein Aufstieg ohne Dresscode

Jeder denkt in Schubladen. Es ist auch gar nicht anders möglich. Du kannst nicht jedem Menschen im Detail persönlich kennen lernen mit dem du interagieren musst. Also musst du die Menschen innerhalb weniger Augenblicke in Schubladen stecken.

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WiWi Gast

Kleidung - kein Aufstieg ohne Dresscode

WiWi Gast schrieb am 11.09.2019:

Ich finde es grenzwertig, dass wir anderen beibringen sollen nicht in Schubladen zu denken es aber selber vorleben. Vor allem wenn wir uns dem bewusst sind.

Man nimmt durch eine respektvolle Kleiderwahl Rücksicht auf andere, unterstellt diesen aber umgekehrt nicht sofort respektlose Absichten, wenn sie das nicht erwidern.

Ich empfinde das als ein ziemlich angenehmes Verhalten.

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WiWi Gast

Kleidung - kein Aufstieg ohne Dresscode

Ich mag Anzüge. Bei meinem jetzigen AG jedoch nicht machbar. Ich trage, Jeans, Lederschuhe, Hemd und Jackett. (trage das auch gerne privat) Und werde regelmäßige mit dummen Sprüchen konfrontiert. Lasse mich dadurch aber nicht beirren. Die Sprüche kommen von Produktionsmitarbeitern und Bürokollegen (ungelernt bzw. Umschüler).

Bei Hitze kam die kurze Hose nicht infrage, obwohl unser GF das ausdrücklich erlaubt hat.

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WiWi Gast

Kleidung - kein Aufstieg ohne Dresscode

WiWi Gast schrieb am 11.09.2019:

Und dennoch läuft es doch bei vielen erfolgreichen Start Ups Recht gut, auch ohne diesen Dresscode.

Danke für deine Rückmeldung :)

Wenn du dir dem jedoch so bewusst bist wie viele von uns...bewertest du deine Mitarbeiter trotzdem nach diesem Dogma?

Spielen wir Mal das Szenario durch jmd. ist fachlich und sozial gut/sehr gut kleidet sich jedoch sehr freizeitmäßig. Würdest du ihn extra darauf aufmerksam machen wenn er den nächsten Schritt gehen möchte oder würdest du ihn dann nicht mehr berücksichtigen?

Impliziert es nicht auch ein direktes Misstrauen? Es ist doch selbstverständlich, dass man sich außerhalb der Firma besser anzieht, nicht?

Ich bewerte meine Untergebenen nicht (bewusst!) nach deren Kleidung, sondern nach deren Leistung. Aber zu der Leistung zählt auch andere zu überzeugen, Projekte voranzutreiben etc. Wenn du dich dem Dresscode der Branche (Finanzen) entgegenstellst, kannst du das nicht effektiv tun. Wie der Vorposter schon sagte, dass ich soziale Gruppendynamik. Ich würde aber nicht warten, meinem Mitarbeiter mitzuteilen, dass er nicht ordnungsgemäß angezogen ist. Bei uns im Büro kommen auch manchmal externe Besucher oder die Häuptlinge von oben und da willst du keinen, der aussieht wie der Hausmeister. Aber ehrlich, die Leute in der Finanzbranche wissen, dass Anzug die Berufskleidung ist und jeder normale Mensch sieht wie die Kollegen rumlaufen und imitiert das sowieso.

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WIWIJoe

Kleidung - kein Aufstieg ohne Dresscode

Ich habe früher in einer Bank gearbeitet, nun in der Konsumgüterindustrie. Jetzt laufe ich einfach in Chinos oder Jeans und Hemd oder Pullover rum und das wars, früher war es eher die Blue Man Group, wie ca. 90% Frankfurts. Das Problem war nicht ein Dresscode per se, der ist in einem sozialen Gefüge immer vorhanden (s. Bsp oben vom Anzugträger im StartUp). Ich wars einfach leid so viel Kohle für Arbeitskleidung rauszuhauen, die ich nur als Arbeitskleidung nutze (Heiraten und sterben tun die Leute nicht mehr so oft).
Inzwischen trage ich meine alltägliche Kleidung, kann je nach Laune schick (iSv stylisch, nicht konservativ) rumlaufen, aber auch mal leger, wenn ich Lust drauf habe. Solange man gepflegt rumläuft, denke ich nicht negativ anzukommen. Da ich gerne verschiedene Stile trage, ist das echt angenehm die Kleidung mehr als Ausdruck statt einer Uniform sehen zu können.
Durch eine Tätigkeit im Produktmanagement, aber mit Nähe zur IT werden Blender schnell ausgemacht, da hilft auch der beste Anzug nichts. Besagte Blender kommen auch nicht wirklich weit, befördert in Richtung Führung wird primär nach Expertise und Sozialkompetenz (in dieser Reihenfolge, manchmal wäre mir anders herum lieber).

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WiWi Gast

Kleidung - kein Aufstieg ohne Dresscode

In meinem Unternehmen würde ich diesen Jemand darauf aufmerksam machen. Ist halt ein alteingesessenes Unternehmen und kein fancy Start Up.

In Start Ups sind Dinge möglich, die es in "traditionelleren" Unternehmen kurzfristig nicht geben wird. Der Dresscode gehört dazu. Die Zeiten ändern sich zwar (siehe Diskussion Anzug + Krawatte), dennoch wird man in einem Unternehmen mit 100-jähriger Geschichte und Geschäftsführung in 4. Generation kurzfristig wohl eher nicht mit Hoodie zum Abteilungsleiter.

Ich finde, dass man das auch akzeptieren muss. Ein Unternehmen ist ein Mikrokosmos, der nunmal seine eigenen Regeln hat.

Dennoch muss sich die "alte Generation" damit abfinden, dass die "junge Generation" weniger Wert auf diese Normen legt. Das ist ein langwieriger, schleichender Prozess. Genauso muss der 25-Jährige Überflieger aber auch akzeptieren, dass er nicht in Freizeitklamotten zum Vorstellungsgespräch mit dem 60-Jährigen GF gehen kann, ohne dafür tendentiell negativ bewertet zu werden.

WiWi Gast schrieb am 11.09.2019:

Und dennoch läuft es doch bei vielen erfolgreichen Start Ups Recht gut, auch ohne diesen Dresscode.

Danke für deine Rückmeldung :)

Wenn du dir dem jedoch so bewusst bist wie viele von uns...bewertest du deine Mitarbeiter trotzdem nach diesem Dogma?

Spielen wir Mal das Szenario durch jmd. ist fachlich und sozial gut/sehr gut kleidet sich jedoch sehr freizeitmäßig. Würdest du ihn extra darauf aufmerksam machen wenn er den nächsten Schritt gehen möchte oder würdest du ihn dann nicht mehr berücksichtigen?

Impliziert es nicht auch ein direktes Misstrauen? Es ist doch selbstverständlich, dass man sich außerhalb der Firma besser anzieht, nicht?

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