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Fachdiskussion VWLVWL-Studium

Was soll an VWL schwer sein?

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Die (zugegebenermaßen etwas provokative) Frage steht bereits im Titel.

Ich höre immer wieder, dass VWL sehr quantitativ sein soll. Jetzt bin ich zwar nicht an einer sogenannten Target-Uni und habe auch erst drei Semester studiert, aber in meinem WiWi-Studium mit bis jetzt 22 ECTS VWL-Vorlesungen war der mathematische Anspruch recht überschaubar. Lagrange-Multiplikatoren und Substitution war im Prinzip das Einzige, was man machen musste. Weit ging es also nicht über das Ableiten einer Lagrange-Funktion hinaus.

Meine Frage: Was kommt da noch, was so viel schwerer ist?

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Musst das halt im Verhältnis zu BWL sehen (Folien auswendig lernen in Marketing, einfache Addition und Subtraktion in Accounting etc.).

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

in meinem WiWi-Studium mit bis jetzt 22 ECTS VWL-Vorlesungen war der mathematische Anspruch recht überschaubar. Lagrange-Multiplikatoren und Substitution war im Prinzip das Einzige, was man machen musste. Weit ging es also nicht über das Ableiten einer Lagrange-Funktion hinaus.

Damit sind 90% der BWLer bereits überfordert.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Advanced Econometrics wird schon deutlich härter...

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Das überrascht mich dann doch sehr, dass das (vorerst) in den Bachelor-Modulen alles sein soll. Die Schwierigkeit kann ich da noch nicht so ganz erkennen.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Zeitreihenanalyse auf MasterNiveau ist dann schon noch mal eine andere Hausnummer..

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Naja ein par Modelle aus der Makroökonomie können schon sehr kompliziert werden. Wenn du das alles so leicht findest dann freu dich über deine scheinbar sehr gute Auffassungsgabe. Ich als BWLer fand immer die VWL-Klausuren schwerer und kann mich inhaltlich auch leider an kaum noch was erinnern.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Ich würde mich da nicht weit aus dem Fenster lehnen. Es ist wirklich sonderbar, dass du nach 22 ECTS VWL nicht weiter als Lagrange gekommen bist. Das ist wirklich nichts sorry. Ich frag mich wirklich was ihr sonst in VWL die ganze Zeit gemacht habt? Unser VWL (non target) war bereits in den ersten 2 Semester relativ anspruchsvoll...lagrange haben wir nicht mal gemacht, zu easy.

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

Die (zugegebenermaßen etwas provokative) Frage steht bereits im Titel.

Ich höre immer wieder, dass VWL sehr quantitativ sein soll. Jetzt bin ich zwar nicht an einer sogenannten Target-Uni und habe auch erst drei Semester studiert, aber in meinem WiWi-Studium mit bis jetzt 22 ECTS VWL-Vorlesungen war der mathematische Anspruch recht überschaubar. Lagrange-Multiplikatoren und Substitution war im Prinzip das Einzige, was man machen musste. Weit ging es also nicht über das Ableiten einer Lagrange-Funktion hinaus.

Meine Frage: Was kommt da noch, was so viel schwerer ist?

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

in meinem WiWi-Studium mit bis jetzt 22 ECTS VWL-Vorlesungen war der mathematische Anspruch recht überschaubar. Lagrange-Multiplikatoren und Substitution war im Prinzip das Einzige, was man machen musste. Weit ging es also nicht über das Ableiten einer Lagrange-Funktion hinaus.

Damit sind 90% der BWLer bereits überfordert.

Offensichtlich nicht, sonst hätten sie ja keinen Abschluss. Das müssen auch die BWLer machen.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

Ich würde mich da nicht weit aus dem Fenster lehnen. Es ist wirklich sonderbar, dass du nach 22 ECTS VWL nicht weiter als Lagrange gekommen bist. Das ist wirklich nichts sorry. Ich frag mich wirklich was ihr sonst in VWL die ganze Zeit gemacht habt? Unser VWL (non target) war bereits in den ersten 2 Semester relativ anspruchsvoll...lagrange haben wir nicht mal gemacht, zu easy.

Bitter erzähl doch keinen Unfug..ein VWL Studium ohne Lagrange ist unmöglich.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Habe ich mir auch bei dem schwachsinnigen Post gedacht...

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

Ich würde mich da nicht weit aus dem Fenster lehnen. Es ist wirklich sonderbar, dass du nach 22 ECTS VWL nicht weiter als Lagrange gekommen bist. Das ist wirklich nichts sorry. Ich frag mich wirklich was ihr sonst in VWL die ganze Zeit gemacht habt? Unser VWL (non target) war bereits in den ersten 2 Semester relativ anspruchsvoll...lagrange haben wir nicht mal gemacht, zu easy.

Bitter erzähl doch keinen Unfug..ein VWL Studium ohne Lagrange ist unmöglich.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

Bitter erzähl doch keinen Unfug..ein VWL Studium ohne Lagrange ist unmöglich.

Don't feed the troll. ;)

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Meiner Meinung nach wird es nicht Anspruchsvoller. Ich gehe mal davon aus, dass du WiWi studierst da dein VWL Anteil zu niedrig für ein reines VWL Studium, aber zu hoch für reine BWL wäre. Also bei uns sind die Anspruchsvollsten Module Mikro 2 und Makro 2. Es wird weit mehr als die in der Vorlesung gemachten Annahmen abgefragt und man muss sehr viel Transfer leisten können. Die Rechnungen an sich können auch extrem anspruchsvoll werden, aber es geht eher darum, das Zeitlich hinzukriegen. Bei meiner letzten Klausur mussten wir eine relativ schwere Produktionsfunktion nutzen um die Kostenfunktion auszurechnen. In der Übung haben wir 45 Minuten für eine leichtere Funktion gebraucht und in der Klausur waren nur 5 Minuten angesetzt, was nahezu unmöglich ist, da man sein Ergebnis meistens noch stark umformen musste, um das richtige Ergebnis ankreuzen zu können. Die Durchfallquote lag demnach auch bei über 90%. Aber wenn ihr nur triviale Cobb-Douglas Funktionen rechnet, sei doch froh drum.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Dann lernt ihr echt nix in VWL. Bitter.

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

Ich würde mich da nicht weit aus dem Fenster lehnen. Es ist wirklich sonderbar, dass du nach 22 ECTS VWL nicht weiter als Lagrange gekommen bist. Das ist wirklich nichts sorry. Ich frag mich wirklich was ihr sonst in VWL die ganze Zeit gemacht habt? Unser VWL (non target) war bereits in den ersten 2 Semester relativ anspruchsvoll...lagrange haben wir nicht mal gemacht, zu easy.

Bitter erzähl doch keinen Unfug..ein VWL Studium ohne Lagrange ist unmöglich.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Im Bachelor gehts wirklich noch von der Mathematik, im Master wirds dann nochmal etwas knackiger. Time Series Econometrics, Probabillity Theory, Stochastic Processes, Black-Scholes-Modell, etc.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Und ja, ein VWL Studium ohne den Lagrange ist wirklich kein richtiges VWL Studium (schon allein wegen der netten Interpretationsmöglichkeit von Lambda). Und ansonsten kamen bei mir jedenfalls auch im Bachelor schon (kleinere) Beweise vor. Letztendlich ist die Mathe in VWL ja auch nur Mittel zum Zweck um die dahinterliegenden Ideen formal darzustellen. Wenn dir das zu wenig ist, kannst du ja ein paar Mathematikermodule belegen.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

WiWi Gast schrieb am 24.03.2018:

Und ja, ein VWL Studium ohne den Lagrange ist wirklich kein richtiges VWL Studium (schon allein wegen der netten Interpretationsmöglichkeit von Lambda). Und ansonsten kamen bei mir jedenfalls auch im Bachelor schon (kleinere) Beweise vor. Letztendlich ist die Mathe in VWL ja auch nur Mittel zum Zweck um die dahinterliegenden Ideen formal darzustellen. Wenn dir das zu wenig ist, kannst du ja ein paar Mathematikermodule belegen.

"Lambda kann als Grenzkosten interpretiert werden." Stimmt diese Aussage so in der VWL in Hinblick auf Mikro 2, bin da letztes drüber gestolpert!

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Die Veränderung des Nutzenwertes bei der Veränderung des Einkommens um einen Euro (dU/dI).

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

WiWi Gast schrieb am 24.03.2018:

WiWi Gast schrieb am 24.03.2018:

Und ja, ein VWL Studium ohne den Lagrange ist wirklich kein richtiges VWL Studium (schon allein wegen der netten Interpretationsmöglichkeit von Lambda). Und ansonsten kamen bei mir jedenfalls auch im Bachelor schon (kleinere) Beweise vor. Letztendlich ist die Mathe in VWL ja auch nur Mittel zum Zweck um die dahinterliegenden Ideen formal darzustellen. Wenn dir das zu wenig ist, kannst du ja ein paar Mathematikermodule belegen.

"Lambda kann als Grenzkosten interpretiert werden." Stimmt diese Aussage so in der VWL in Hinblick auf Mikro 2, bin da letztes drüber gestolpert!

Wahr oder Falsch Antwort!

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Das oben angesprochene Transferwissen ist das wichtigste in VWL. Hinzu kommt analytisches Denken. Damit tun sich nunmal viele schwer (auch vielleicht weil es sie nicht interessiert).
Die Mathematik ist keine große Kunst, auch wenn es natürlich knackige Teilbereiche wie Ökonometrie gibt.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

in meinem WiWi-Studium mit bis jetzt 22 ECTS VWL-Vorlesungen war der mathematische Anspruch recht überschaubar. Lagrange-Multiplikatoren und Substitution war im Prinzip das Einzige, was man machen musste. Weit ging es also nicht über das Ableiten einer Lagrange-Funktion hinaus.

Damit sind 90% der BWLer bereits überfordert.

Offensichtlich nicht, sonst hätten sie ja keinen Abschluss. Das müssen auch die BWLer machen.

Doch, die BWLer VWL hat nix mit Lagrange und Co. zu tun. Das anspruchsvollste ist die erste und zweite Ableitung. Ich selber habe z.B. die Gewinnfunktion mit lernen noch hinbekommen, habe aber zugegebenermassen auch einige Grafiken auswendig gelernt weil ich sie nicht gepeilt habe.
Viele meiner Kommilitonen haben sogar Aufgaben wo es um ableiten geht auswendig gelernt!

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Stimmt, im Master wird VWL dann völlig nutzlos wenn man nicht in einem Forschungsinstitut landen will.

WiWi Gast schrieb am 24.03.2018:

Im Bachelor gehts wirklich noch von der Mathematik, im Master wirds dann nochmal etwas knackiger. Time Series Econometrics, Probabillity Theory, Stochastic Processes, Black-Scholes-Modell, etc.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

WiWi Gast schrieb am 19.07.2018:

Stimmt, im Master wird VWL dann völlig nutzlos wenn man nicht in einem Forschungsinstitut landen will.

WiWi Gast schrieb am 24.03.2018:

Im Bachelor gehts wirklich noch von der Mathematik, im Master wirds dann nochmal etwas knackiger. Time Series Econometrics, Probabillity Theory, Stochastic Processes, Black-Scholes-Modell, etc.

Ich würde die Schulung des abstrakten, logischen Denkens nicht als nutzlos bezeichnen. Und gerade Ökonometrie wird auch in der freien Wirtschaft, z.b. von unternehmensberatungen, nachgefragt.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

In gewissen Maßen ja. Aber damit hat es dann meistens nichts mehr zu tun.
Sondern völlig weit hergeholter Unsinn der eben mathematisch eindeutig dargestellt wird.
Abstraktes logisches Denken muss ich nicht über ellenlange Ableitungen trainieren, das ist totaler Quatsch.

Ganz im Gegenteil, viele VWLer sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.

WiWi Gast schrieb am 19.07.2018:

Ich würde die Schulung des abstrakten, logischen Denkens nicht als nutzlos bezeichnen. Und gerade Ökonometrie wird auch in der freien Wirtschaft, z.b. von unternehmensberatungen, nachgefragt.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

WiWi Gast schrieb am 19.07.2018:

In gewissen Maßen ja. Aber damit hat es dann meistens nichts mehr zu tun.
Sondern völlig weit hergeholter Unsinn der eben mathematisch eindeutig dargestellt wird.
Abstraktes logisches Denken muss ich nicht über ellenlange Ableitungen trainieren, das ist totaler Quatsch.

Ganz im Gegenteil, viele VWLer sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Ich wüsste jetzt nicht, was an Zeitreihenanalyse, Ökonometrie oder Stochastischen Prozessen weit hergeholt oder unsinnig sein soll. Da werden dann auch keine "ellenlange Ableitungen trainiert", sondern z.B. Schätzer bewiesen.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Volkswirt ist man erst nach dem Master. Im Bachelor lernt man ein wenig, wie ein Volkswirt grundsätzlich denkt. Man macht noch viel über Intuition und das Abstraktionsniveau hält sich noch in Grenzen. Man bekommt einfach ein Grundverständnis mit.

Im Master sieht das dann anders aus. Da werden die Modelle deutlich mathematischer und komplexer. Intuition ist gut und hilfreich, aber bei weitem nicht mehr ausreichend. Selbst wirtschaftspolitische Themenfelder kommen dann nicht mehr ohne komplexe mathematische Herleitungen aus. Auch wenn Ableitungen dann immer noch der beste Freund des Volkswirts sind, geht es da dann doch deutlich darüber hinaus. Differentialgleichungen, komplexe Matritzenrechnungen u.v.m. sind nun ein absolutes Muss. Man sollte auch gut die Besonderheiten des natürlichen Logarithmus verstehen. Wer in Ökonometrie nicht nur anwenden, sondern auch ein Verständnis möchte, der muss seitenlange Schätzverfahren verstehen und ggb. selbst herleiten. Insbesondere bei alternativen Schätzverfahren, wenn es dann auch in probabilistische Modelle geht und es irgendwelche Schwellenwerte gibt, kann das richtig eklig sein.

Ich persönlich bin der Meinung, dass es mit der Mathematik manchmal übertrieben wird. Sobald ein Thema inhaltlich und intuitiv nicht mehr viel hergibt und empirisch eigentlich schon alles überprüft wurde, wird mit abgefahrenen ökonometrischen Modellen angefangen, um ja noch was Neues machen zu können, obwohl eigentlich schon alles gesagt ist. Der tatsächliche Mehrwert ist hier meines Erachtens sehr bescheiden.

Bei makröokonomischen Modellen ist es etwas anders. Hier ist die Mathematik für ein rigoroses Vorgehen notwendig. Bei mehreren Annahmen und Gleichungen kann es dann halt mal komplizierter werden. Eine Lösung von Hand ist dann je nach Umfang sehr anstrengend oder gar nicht mehr möglich. Problematisch ist hier nur, dass man das mathematische Ergebnis in seiner Genauigkeit nicht überbewerten und vor allem nicht mit der Wahrheit verwechseln sollte, da Annahmen stets Annahmen bleiben und ein Modell immer eine Reduktion der Wirklichkeit bleibt und nie alle Einflussfaktoren beinhalten kann.

VWL ist eine sehr theoretische Sache. Man lernt das Denken. Viele sagen, dass man die Inhalte für den Beruf nicht brauchen würde. Das ist falsch. Die meisten Kollegen haben nur nicht den Horizont und das kritische Denken des Volkswirts. Als Volkswirt, der nicht in der Wissenschaft tätig ist, ist der Umgang mit solchen Kollegen und der stümperhaften und ignoranten Herangehensweisen an wirtschaftliche Themen (ich arbeite in einer Bank) manchmal mühsam. Der Horizont des Volkswirts ist einfach größer und das in logische Schlussfolgerungen (und zwar nicht nur bis zum nächsten Schritt) denkende Handeln andernorts nicht üblich.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Kurz: VWL ist zu viel Aufwand für den wenigen Nutzen, sind wir mal ehrlich.
Auf dem Arbeitsmarkt wird es nicht groß nachgefragt. Ich sehe das auch bei meinen Ex-Kommilitonen. Meistens wird dann promoviert, weil man nichts findet.

Das Volkswirte einen besonders großen Horizont haben halte ich zu 90% für ein Hirngespinst, die sind derartig mit Modellen und der Mathematik beschäftigt das sie den Horizont gar nicht mehr sehen. Ich wüsste auch nicht in welcher Weise ein hoher Mathematikanteil kritisches Denken fördert, Mathematik ist eindeutig und auch von Mathematikern behauptet keiner das sie besonders kritisches Denken besitzen.

Ich bin selbst in der Finanzindustrie und für mich gibt es einerseits die Analytiktalente (wie auch in UB und sonst wo) und solche die analytisch eben nicht gerade fit sind.
Das können BWLer und VWLer sein. Bei den VWLern fehlt aber meistens das Kapitalmarktverständnis und der Finance Background.
Darum sind reine VWLer bei uns nicht so gerne gesehen.

WiWi Gast schrieb am 20.07.2018:

Volkswirt ist man erst nach dem Master. Im Bachelor lernt man ein wenig, wie ein Volkswirt grundsätzlich denkt. Man macht noch viel über Intuition und das Abstraktionsniveau hält sich noch in Grenzen. Man bekommt einfach ein Grundverständnis mit.

Im Master sieht das dann anders aus. Da werden die Modelle deutlich mathematischer und komplexer. Intuition ist gut und hilfreich, aber bei weitem nicht mehr ausreichend. Selbst wirtschaftspolitische Themenfelder kommen dann nicht mehr ohne komplexe mathematische Herleitungen aus. Auch wenn Ableitungen dann immer noch der beste Freund des Volkswirts sind, geht es da dann doch deutlich darüber hinaus. Differentialgleichungen, komplexe Matritzenrechnungen u.v.m. sind nun ein absolutes Muss. Man sollte auch gut die Besonderheiten des natürlichen Logarithmus verstehen. Wer in Ökonometrie nicht nur anwenden, sondern auch ein Verständnis möchte, der muss seitenlange Schätzverfahren verstehen und ggb. selbst herleiten. Insbesondere bei alternativen Schätzverfahren, wenn es dann auch in probabilistische Modelle geht und es irgendwelche Schwellenwerte gibt, kann das richtig eklig sein.

Ich persönlich bin der Meinung, dass es mit der Mathematik manchmal übertrieben wird. Sobald ein Thema inhaltlich und intuitiv nicht mehr viel hergibt und empirisch eigentlich schon alles überprüft wurde, wird mit abgefahrenen ökonometrischen Modellen angefangen, um ja noch was Neues machen zu können, obwohl eigentlich schon alles gesagt ist. Der tatsächliche Mehrwert ist hier meines Erachtens sehr bescheiden.

Bei makröokonomischen Modellen ist es etwas anders. Hier ist die Mathematik für ein rigoroses Vorgehen notwendig. Bei mehreren Annahmen und Gleichungen kann es dann halt mal komplizierter werden. Eine Lösung von Hand ist dann je nach Umfang sehr anstrengend oder gar nicht mehr möglich. Problematisch ist hier nur, dass man das mathematische Ergebnis in seiner Genauigkeit nicht überbewerten und vor allem nicht mit der Wahrheit verwechseln sollte, da Annahmen stets Annahmen bleiben und ein Modell immer eine Reduktion der Wirklichkeit bleibt und nie alle Einflussfaktoren beinhalten kann.

VWL ist eine sehr theoretische Sache. Man lernt das Denken. Viele sagen, dass man die Inhalte für den Beruf nicht brauchen würde. Das ist falsch. Die meisten Kollegen haben nur nicht den Horizont und das kritische Denken des Volkswirts. Als Volkswirt, der nicht in der Wissenschaft tätig ist, ist der Umgang mit solchen Kollegen und der stümperhaften und ignoranten Herangehensweisen an wirtschaftliche Themen (ich arbeite in einer Bank) manchmal mühsam. Der Horizont des Volkswirts ist einfach größer und das in logische Schlussfolgerungen (und zwar nicht nur bis zum nächsten Schritt) denkende Handeln andernorts nicht üblich.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Finde ich ehrlich gesagt leichter, als Marketing auswendig zu lernen und den Marketing-Mix anzuwenden. Bis heute wüsste ich nicht, wie ich dass in einer Prüfung darstellen sollte und bin froh durch damit zu sein.

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

in meinem WiWi-Studium mit bis jetzt 22 ECTS VWL-Vorlesungen war der mathematische Anspruch recht überschaubar. Lagrange-Multiplikatoren und Substitution war im Prinzip das Einzige, was man machen musste. Weit ging es also nicht über das Ableiten einer Lagrange-Funktion hinaus.

Damit sind 90% der BWLer bereits überfordert.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Kannst ja mal dein Glück in VWL in Bonn versuchen.
Lagrange macht man hier im Vorkurs.

Herleitungen aller Modelle in Makro, Ableitung der Black-Scholes-Formel, etc.
Mein Studium der VWL (reine VWL) dort bestand in jedem Modul nur aus Beweisen, wirklich zu rechnen gab es dort nie was.

Multivariate Statistik, Aufbau Finanzderrivative, Hypothesentests, usw.
Sicherlich ist das alles nicht auf dem Level eines Mathestudiums, aber mit 2-3 VWL Modulen als WiWi hast du noch überhaupt nichts von VWL gesehen, soviel kann ich dir versichern.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Same! Diese Auswendiglernerei in Marketing, Management und HRM ist eine Kastastrophe. Hab im Bachelor selbst WiWi studiert und fand VWL, trotz teilweise sehr hohen Durchfallquoten, meist leichter als die BWL-Fächer. Hab trotzdem im BWL-Bereich vertieft und dort meinen Master gemacht, weil mir bei VWL doe Perspektive gefehlt hat.

WiWi Gast schrieb am 20.07.2018:

Finde ich ehrlich gesagt leichter, als Marketing auswendig zu lernen und den Marketing-Mix anzuwenden. Bis heute wüsste ich nicht, wie ich dass in einer Prüfung darstellen sollte und bin froh durch damit zu sein.

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

WiWi Gast schrieb am 23.03.2018:

in meinem WiWi-Studium mit bis jetzt 22 ECTS VWL-Vorlesungen war der mathematische Anspruch recht überschaubar. Lagrange-Multiplikatoren und Substitution war im Prinzip das Einzige, was man machen musste. Weit ging es also nicht über das Ableiten einer Lagrange-Funktion hinaus.

Damit sind 90% der BWLer bereits überfordert.

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WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

VWL wird doch sowieso nur von Leuten studiert, welche es nicht an die Target BWL geschafft haben ^^

antworten
WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

WiWi Gast schrieb am 20.07.2018:

Kannst ja mal dein Glück in VWL in Bonn versuchen.
Lagrange macht man hier im Vorkurs.

Herleitungen aller Modelle in Makro, Ableitung der Black-Scholes-Formel, etc.
Mein Studium der VWL (reine VWL) dort bestand in jedem Modul nur aus Beweisen, wirklich zu rechnen gab es dort nie was.

Multivariate Statistik, Aufbau Finanzderrivative, Hypothesentests, usw.
Sicherlich ist das alles nicht auf dem Level eines Mathestudiums, aber mit 2-3 VWL Modulen als WiWi hast du noch überhaupt nichts von VWL gesehen, soviel kann ich dir versichern.

bin bis hierhin stiller mitleser gewesen. Aber 2 VWL Module als WiWi, wo hast du das denn wieder her?! Das gibt's vlt an der Goethe mit (OVWL) Mikro1 Makro1 die übertrieben gut ausfallen & zudem mega viele Credtis zählen, aber an meiner Uni sind 7 VWL Klausuren Pflicht. Und da man die meisten VWL Klausuren nicht direkt im 1. Versuch besteht, schreibt der Durchschnitt in seinem Studium >10 VWL Klausuren, Fact. Ich selbst bin auch durch eine VWL Klausuren durchgefallen, nicht weil ich die Rechnungen nicht verstanden hätte oder die Theorie zu schwer war, sonder weil meine Uni zu viele Leute annimmt und man VWL Klausuren (fast) beliebig schwer machen kann und man eben 400 Leute exmatrikuliert werden sollten. Hat wenig mit Intelligenz zu tuen mehr mit Glück 8 Punkte von 60 richtig zu bekommen und die anderen 52 Punkte so zu raten (Multiple Choice Klausuren) das man grade so auf die 4,0 kommt (Klausuren zählen nicht in den Notendurchschnitt aus der Orientierungsphase). Und wenn man mit durchschnittlichen Glück 52 Punkte rät und 8 Punkte weiß, kommt man genau auf die Bestehensquote der Klausur (Einstellige %-Zahl). Und jetzt kommt mir wieder nicht mit wie toll die Goethe ist, die Goethe ist eine Top Uni die gleichzeitig im Vergleich zu anderen Unis auf dem gleichen Tier Noten dermaßen verschenkt (und das selbst in VWL).

antworten
WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

WiWi Gast schrieb am 20.07.2018:

VWL wird doch sowieso nur von Leuten studiert, welche es nicht an die Target BWL geschafft haben ^^

Haha, danke für die Erheiterung zum Wochenende :) Endlich geht mal jemand mit Humor an die Sache ran.

antworten
WiWi Gast

Was soll an VWL schwer sein?

Wo habt ihr denn alle BWL studiert, dass ihr so viel auswendig lernen musstet?
Kenne das von meiner Uni gar nicht so.

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