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Brexit erschwert Studium in England und deutsch-britische Hochschulforschung

Mit verheerende Konsequenzen für Studium und Forschung nach einem eventuellen Brexit rechnen die Hochschulrektoren aus Deutschland und Großbritannien. Die EU erleichtere die Zusammenarbeit unter Forschern, das gemeinsame Nutzen von Ressourcen und der Austausch wichtiger Daten. Davon profitieren ebenso Studenten aus beiden Ländern. Derzeit sind 13.765 degree-seekings Studenten und 4.428 Erasmus-Studierende aus Deutschland in Großbritannien.

Von einem Gebäude herunter hängende britische Nationalflagge.

Brexit erschwert Studium in England und deutsch-britische Hochschulforschung
Bonn, 06.06.2016 (hrk) - Hochschulrektoren aus Deutschland und Großbritannien haben die zentrale Bedeutung der EU für die Förderung der Spitzenforschung und der studentischen Mobilität in Europa hervorgehoben. Bei einem Treffen der Präsidien der Rektorenkonferenzen beider Länder in Berlin bezeichnete der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Prof. Dr. Horst Hippler, einen möglichen Austritt Großbritanniens aus der EU und damit den Brexit als „verheerend für die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern und Forschern in Deutschland und ganz Europa“.

Eine Delegation von sechs britischen Hochschulrektorinnen und -rektoren unter Leitung der Präsidentin der britischen Rektorenkonferenz Universities UK, Dame Julia Goodfellow trifft sich derzeit auf Einladung der HRK mit deutschen Hochschulvertretern in Berlin. Auf der Tagesordnung stehen Diskussionen über aktuelle Herausforderungen für die Hochschulsysteme beider Länder und über gemeinsame Zielsetzungen für die europäische Hochschul- und Forschungspolitik. Dabei geht es auch um das bevorstehende Referendum über einen Brexit Großbritanniens und die möglichen Folgen für Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Dame Julia Goodfellow, Präsidentin von Universities UK und Rektorin der University of Kent, betonte: „In Großbritannien wie in Deutschland arbeiten Spitzenforscher an innovativen Forschungsprojekten und Entwicklungen. Die EU erleichtert diesen Forschern die Zusammenarbeit und ermöglicht ihnen die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und den Austausch ihrer Daten, sodass sie im Team weit mehr erreichen können als es jeder für sich allein könnte. In der heutigen Zeit wird ein Großteil der weltweiten Spitzenforschung von Teams geleistet, die grenzüberschreitend zusammenarbeiten. EU-Programme wie Erasmus bieten zudem Tausenden von Studierenden und Wissenschaftlern die Möglichkeit, im europäischen Ausland zu studieren und zu forschen, wodurch sie nicht nur ihre Fähigkeiten und Kenntnisse erweitern, sondern auch zu einem besseren Verständnis zwischen Menschen und Kulturen beitragen. Die Hochschulrektoren beider Länder sind sich einig, dass diese Art der Zusammenarbeit von großer Bedeutung ist und aufrechterhalten werden muss.“

RK-Präsident Horst Hippler sagte: „Großbritannien und Deutschland gehören zu den führenden Nationen Europas bei der Hochschulbildung und der universitären Forschung. Beide Länder profitieren enorm vom Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern und von der außerordentlich engen Forschungszusammenarbeit. Die Europäische Union bietet den Rahmen für die erfolgreiche Kooperation britischer und deutscher Hochschulen. Neue Grenzen würden uns um Jahre zurückwerfen.“

Zum Hintergrund:
Deutschland und Großbritannien sind – nach den USA – der wichtigste Partner des jeweils anderen Landes. Sie sind die erfolgreichsten Länder bei der Einwerbung von Fördermitteln aus dem 7. Forschungsrahmenprogramm der EU (Deutschland: 7,1 Mrd. Euro, Großbritannien: 6,8 Mrd.Euro, inkl. ERC). Im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU wurden 4.208 Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von 18,2 Mrd. Euro gefördert, an denen Großbritannien und Deutschland beteiligt waren. Im Rahmen des aktuellen Förderprogramms Horizon2020 (2014 bis 2020) werden derzeit 971 Projekte, an denen beide Länder beteiligt sind, mit insgesamt 5,3 Mrd. Euro gefördert.

Studierendenaustausch zwischen Deutschland und Großbritannien:

Die Delegation von Universities UK besteht aus:


Die Hochschulrektorenkonferenz und ihr britisches Pendant Universities UK (UUK) arbeiten seit Jahren eng zusammen, insbesondere in EU-Angelegenheiten. Im Februar 2015 besuchten mehrere Präsidiumsmitglieder der HRK die UUK-Mitgliederversammlung in London. Dabei sprach man über gemeinsame Prioritäten und Herausforderungen für den britischen und deutschen Hochschulsektor sowie die weitere Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen.

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